Der im Jahr 1901 gegründete Ski-Club Arlberg ist der erste österreichische Wintersport-Club und einer der ältesten der Welt.

Geschichte mini|St. Anton – Blick auf die Tiefschneehänge von St. Christoph Der Ski-Club wurde am 3. Jänner 1901 im Hospiz St. Christoph am Arlberg in der Gemeinde St. Anton am Arlberg gegründet. Die Gründungsmitglieder waren neben dem Hospizwirt Oswald Trojer und seiner Tochter Liesel der Dorfarzt Adolf Rybizka, die Hoteliersbrüder Carl Schuler und Adolf Schuler, sowie die Herren Josef Schneider, Ferdinand Beil und F. Gerstel. Die sechs Freunde machten sich am 3. Jänner 1901 im frischen Pulverschnee auf den Weg von St. Anton nach St. Christoph – in Loden, auf einfachen Brettern mit schweren Stiefeln an den Füßen und den Einstock in der Hand. Im Hotel Hospiz auf 1800 Metern legten sie eine Pause ein, an deren Ende eine Idee stand: die Gründung des Ski-Club Arlberg. Noch heute kann man im Gästebuch des Hospiz den Eintrag des Gründungsmitglieds und Gemeinderats Adolf Rybizka nachlesen:Eintragung im Gästebuch vom Hospiz St. Christoph am Arlberg

Den Eintrag hatten die Gründungsmitglieder Carl und Adolf Schuler, Adolf Rybizka, Oswald Trojer, Josef Schneider, Ferdinand Beil, F. Gerstel und Liesl Trojer unterschrieben. 1903, zwei Jahre später, konnte das 100. Vereinsmitglied begrüßt werden.

Bereits drei Jahre nach Gründung des Skiclubs, am 5. und 6. Januar 1904, führte der Club das 1. Allgemeine Skirennen durch. So etwas hatte es bis dahin in der Alpenwelt noch nicht gegeben. Die Strecke für diesen Fernlauf war genau ausgearbeitet und führte von der Ulmer Hütte über den Schindlerferner zum Arlensattel, dann auf den Galzig, von dort hinunter nach St. Christoph und schließlich weiter nach St. Anton. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, welche Höchstleistung den Teilnehmern damals abverlangt wurde. Mit schwerstem Sportgerät ackerten sich die Wettkämpfer durch den tiefen Schnee – Seilbahnen, Lifte und präparierte Pisten gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht.

Außerdem errichteten die Clubmitglieder am Arlberg, auf einer Höhe von 1800 m eine Hütte, die einige einfachste Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten bot. Im Februar 1990 zerstörte eine Lawine diese Hütte, der Vorstand beschloss jedoch einen Neubau. Dieser begann 1991 und das Clubhaus konnte am 10. September 1993 eingeweiht werden. Hier können Wanderer, Skiläufer und andere Personen wieder übernachten (23 Schlafstätten als Matratzenlager) und eine Jause einnehmen., abgerufen am 22. März 2019.

Der Club hat in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte nicht nur zahlreiche Top-Athleten hervorgebracht, sondern auch Meilensteine für den alpinen Skisport gesetzt. So war der SCA Mitbegründer des Tiroler sowie des Deutschen und Österreichischen Skiverbandes. Im Jahre 1928 veranstaltete der SCA das 1. Arlberg-Kandahar-Rennen, das heute noch, neben in St. Anton am Arlberg von weiteren Alpenorten als Weltcup-Rennen gefahren wird. Und nicht zuletzt hat der in Stuben geborene Hannes Schneider mit der „Erfindung“ der Arlberg-Technik und der Gründung der ersten Skischule neue Impulse gesetzt. Die Arlberg-Technik, auch als Stemmbogen bekannt, gilt als Vorläufer des Parallelschwungs.

Mehr als 100 Jahre später ist der Ski-Club Arlberg einer der größten Europas und wohl auch der traditionsreichste der Welt. Mit der Einbindung der Orte Lech, Zürs, Stuben, St. Christoph und St. Anton gehören ihm im Jahr 2018 bereits 8804 Mitglieder aus 57 Ländern an.

Historisches Clubzeichen

rahmenlos|rechts Seit der Gründung des Ski-Clubs Arlberg hat sich im Laufe der mehr als 100 Jahre vieles verändert, geblieben ist das Clubzeichen und Emblem der Kaderschmiede, und zwar so, wie es der Medizinstudent Fritz Gerstel vor 100 Jahren entworfen hat: ein Kreis mit zwei gekreuzten Skiern und einem Skistock, der auf die Einstocktechnik hinweist. Als plastische Darstellung findet sich das Signet auch an der Fassade der Berghütte.

Struktur Der Club umfasst die Gemeindebereiche von St. Anton am Arlberg mit St. Jakob und St. Christoph, Lech und Zürs, sowie Stuben. Der Ski-Club Arlberg ist ordentliches Mitglied im Tiroler Skiverband (TSV) und ist gleichzeitig mit seinem auf Vorarlberger Gebiet liegenden Vereinskörper ordentliches Mitglied im Vorarlberger Skiverband (VSV). Die Tätigkeit des SCA erstreckt sich auf das gesamte Arlberggebiet und ist in vier Ortsgruppen gegliedert, dem jeweils ein Obmann vorsteht.

Die Leitung des Vereins obliegt dem Vorstand. Er besteht aus (Stand vom Jahr 2010): Präsident, seit 2005 Josef Chodakowsky Vizepräsident Stefan Jochum aus Lech Kassier Gerhard Eichhorn aus St. Anton Schriftführerin WilmaHimmelfreundpointner aus St. Anton SCA-Obmann St. Anton am Arlberg Peter Mall SCA-Obmann Lech Patrick Ortlieb SCA-Obmann Zürs Manfred Strolz SCA-Obmann Stuben Franz-Josef Mathies Jugendwart Lech Daniel Huber Jugendwart St. Anton am Arlberg Manfred Tomelitsch

Jugendförderung Mit seiner über 100-jährigen Tradition legt der SCA besonderes Augenmerk auf die Nachwuchsförderung. Im gesamten Arlberg-Gebiet werden mehr als 150 Kinder von erfolgreichen und bestens ausgebildeten Trainern betreut und trainiert. Das Ziel ist klar fixiert: Die Jugend des Arlbergs soll eine umfassende und fundierte Ausbildung im Schneesport erhalten, denn der Skilauf ist eine der wichtigsten Komponenten des Arlbergs.

Gewinner bei Welt-Ski-Veranstaltungen seit 1936

Olympiasieger des SCA Olympische Winterspiele – Goldmedaillen Trude Jochum-Beiser, 1948 St. Moritz, Kombination Trude Jochum-Beiser, 1952 Oslo, Abfahrt Othmar Schneider, 1952 Oslo, Slalom Egon Zimmermann, 1964 Innsbruck, Abfahrt Patrick Ortlieb, 1992 Albertville, Abfahrt Mario Matt, 2014 Sotschi, Slalom Olympische Winterspiele – Silbermedaillen Trude Jochum-Beiser, 1948 St. Moritz, Abfahrt Franz Gabl, 1948 St. Moritz, Abfahrt Othmar Schneider, 1952 Oslo, Abfahrt Edith Zimmermann, 1964 Innsbruck, Abfahrt Karl Schranz, 1964 Innsbruck, Riesentorlauf Gerhard Nenning, 1964 Innsbruck, Kombination

Olympische Winterspiele – Bronzemedaillen Resi Hammerer, 1948 St. Moritz, Abfahrt Toni Spiss, 1952 Oslo, Riesentorlauf Edith Zimmermann, 1964 Innsbruck, Kombination Paralympische Winterspiele Goldmedaille – Helmut Falch, 1984 Innsbruck, Abfahrt, Slalom, Kombination, Riesenslalom Silbermedaille – Martin Falch, 2002 Salt Lake City, Slalom

Special Olympics Goldmedaille – Bettina Eiter, 2008 Innsbruck, Slalom Silbermedaille – Bettina Eiter, 2008 Innsbruck, Abfahrt

Weltmeister aus dem SCA Weltmeisterschaften – Goldmedaille Rudi Matt, 1936 Innsbruck, Slalom Pepi Jennewein, 1939 Zakopane, Kombination Albert Pfeifer, 1941 Slalom Trude Jochum-Beiser, 1950 Aspen, Abfahrt Karl Schranz, 1962 Chamonix, Abfahrt, Kombination Egon Zimmermann, 1962 Chamonix, Riesentorlauf Marianne Jahn, 1962 Chamonix, Riesentorlauf, Slalom Karl Schranz, 1970 Gröden, Riesentorlauf Patrick Ortlieb, 1996 Sierra Nevada, Abfahrt Mario Matt, 2001 St. Anton, Slalom Mario Matt, 2007 Aare, Slalom Mario Matt, 2007 Aare, Teambewerb Weltmeisterschaften – Silbermedaille Willi Walch, 1937 Chamonix, Slalom Willi Walch, 1939 Zakopane, Kombination Pepi Jennewein, 1939 Zakopane, Abfahrt, Slalom Trude Jochum-Beiser, 1950 Aspen, Riesentorlauf Martin Strolz, 1954 Aare, Abfahrt Gerhard Nenning, 1962 Chamonix, Kombination Karl Schranz, 1962 Chamonix, Riesentorlauf Marianne Jahn, 1962 Chamonix, Kombination Heidi Zimmermann, 1966 Portillo, Riesentorlauf Karl Cordin, 1970 Gröden, Abfahrt Mario Matt, 2001 St. Anton, Kombination

Weltmeisterschaften – Bronzemedaille Willi Walch, 1939 Zakopane, Slalom Toni Spiss, 1954 Aare, Slalom Egon Zimmermann, 1962 Chamonix, Abfahrt Gerhard Nenning, 1962 Chamonix, Slalom Heidi Zimmermann, 1966 Portillo, Kombination Karl Schranz, 1966 Portillo, Riesentorlauf Junioren-Weltmeisterschaften – Silbermedaille Mario Matt, 1998 Haute-Savoie, Slalom Mario Matt, 1999 Pra Loup, Kombination Andreas Strolz, 2008 Zakopane, Nordisch

Junioren-Weltmeisterschaften – Bronzemedaille Patrick Ortlieb, 1985 Jasná, Abfahrt Roman Siess, 1986 Bad Kleinkirchheim, Abfahrt Andreas Strolz, 2008 Zakopane, Nordisch

Versehrten Weltmeisterschaften Silbermedaille – Martin Falch, 2004 Wildschönau, Slalom Weitere bedeutende Wintersport-Veranstaltungen mit Gewinnern aus dem SCA Freeride World-Tour Nadine Wallner, 2013 Freeride World Tour Goldmedaille Lorraine Huber, 2017 Freeride World Tour Goldmedaille

Rennsportler

International erfolgreiche Rennläufer, auf Medaillenrängen bei Weltcuprennen oder den Olympischen Winterspielen aus den Reihen des SCA sind u. a.: – Sortierung alphabetisch nach Nachnamen – Karl Cordin Bettina Eiter Helmut Falch Martin Falch Gertrud Gabl Franz Gabl Resi Hammerer Marianne Jahn Josef Jennewein Trude Jochum-Beiser Edi Mall Mario Matt Rudolph Matt Gerhard Nenning Patrick Ortlieb Albert Pfeifer Hannes Schneider * Othmar Schneider Karl Schranz Toni Spiss Martin Strolz Willi Walch Nadine Wallner Edith Zimmermann Egon Zimmermann Heidi Zimmermann

Präsidenten 1901–1905 Carl Franz Schuler 1905–1906 Adolf Gerstel 1906–1910 Rudolf Gomperz 1910–1915 Bernhard Trier 1921–1929 Walter Schuler 1929–1938 Hannes Schneider 1938–1941 Hubert Salcher 1941–1945 Karl Moser 1945–1951 Hermann Schuler 1951–1983 Rudi Matt 1983–1985 Karl Schranz 1985–1990 Franz Fahrner 1991–1992 Franz Hoppichler 1992–1995 Herbert Sprenger 1995–2002 Reinhard Hauser 2002–2005 Karl Schranz seit 2005 Josef Chodakowsky

Literatur Christian Mähr: Skiclub Arlberg. Ein Jahrhundertbericht. Ski-Club Arlberg, St. Anton am Arlberg 2000, ISBN 3-9501375-0-5. Sabine Dettling, Bernhard Tschofen: Spuren/Tracks. Skikultur am Arlberg/The Arlberg and the Culture of Skking. Bertolini, Bregenz 2014. Hans Thöni: Hannes Schneider zum 100. Geburtstag. 1990, Ludesch, ISBN 3-7022-1779-7. Hans Thöni: Kein schöner Land am Arlberg; Das Schicksal von Rudolf Gomperz. ISBN 3-9501280-1-8. Hanno Loewy: Wunder des Schneeschuhs? Hannes Schneider, Rudolf Gomperz und die Geburt des modernen Skisports am Arlberg. S. 1–24 (vol.at [PDF]).

Weblinks Ski-Club Arlberg Ski.Kultur.Arlberg

Einzelnachweise

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