Die österreichische Fußballnationalmannschaft der Frauen besteht seit 1990 und ist das Nationalteam der Frauen des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB).
Im Jahr 2017 wurde die Nationalmannschaft als Österreichs Team des Jahres ausgezeichnet, nachdem man im Sommer zuvor bei der ersten Teilnahme an einer EM-Endrunde bis ins Halbfinale gelangt war. Vier Jahre später gelang erneut die Qualifizierung für die Europameisterschaft 2022.
Die Nationalmannschaft wird seit Jänner 2025 von Alexander Schriebl trainiert. Mannschaftskapitänin und gleichzeitige Rekordspielerin ist Sarah Puntigam.
Die bislang höchste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste wurde am 25. August 2023 mit Platz 16 erreicht.
Geschichte Von 1970 bis 1990 hatte sich der Frauenfußballsport im Osten Österreichs rasant entwickelt und eine Vielzahl an Vereinen hervorgebracht. In Westösterreich hingegen war das Interesse noch gering. Dementsprechend waren in der Frauen-Bundesliga, der höchsten Spielklasse des Landes, ausschließlich Vereine aus Wien und Umgebung, Oberösterreich und der Steiermark zu finden. Deren Vorsitzender Gerhard Traxler kritisierte im Sommer 1989 eine durch die Untätigkeit des ÖFB verursachte Stagnation des Damenfußballs. In der Folge machte der Wiener Fußball-Verband innerhalb des ÖFB seinen Einfluss geltend und drängte auf eine verstärkte Förderung. Inoffiziell trat im Frühling 1990 ein kombiniertes Team aus Spielerinnen der zwei bestplatzierten Klubs der Bundesliga zu einem Spiel gegen die Tschechoslowakei an. Durch diese Privatinitiative sah sich der ÖFB zum Handeln und damit zur Zusammenstellung einer offiziellen Nationalmannschaft gezwungen.
Das erste Freundschaftsspiel bestritt die Nationalmannschaft am 25. August 1990 in Richterswil gegen die Schweiz, dieses verlor sie 5:1. Erst mit dem siebten Freundschaftsspiel gelang der erste Sieg (1993 gegen Ungarn). In den folgenden Jahren bestritt die Nationalmannschaft hauptsächlich Freundschaftsspiele sowie Qualifikationsspiele für Meisterschaften, bei denen man nie in die Endrunde gelangte. In der Qualifikation zur WM 2011 traf die Mannschaft auf Spanien, England, die Türkei und Malta. Dabei belegte Österreich den 3. Platz.
Erstmals erreichte man in der Qualifikation für die EM 2013 als Gruppen-Zweiter die Play-offs um ein EM-Ticket, wo man jedoch scheiterte: Gegen Russland unterlag man 0:2 im Hinspiel und konnte den Rückstand mit einem 1:1 im Rückspiel nicht mehr aufholen. Im März 2016 erreichten die Österreicherinnen nach dem Gewinn des Zypern-Cup 2016 Platz 25 in der FIFA-Weltrangliste. Nach der EM 2017 erreichten sie im September 2017 mit Platz 20 ihre bis dahin beste Platzierung. Im August 2023 belegten sie Platz 16 auf der FIFA-Weltrangliste.
Das österreichische Fußballnationalmannschaft der Frauen konnte sich im September 2016 erstmals für die im folgenden Jahr stattfindende Endrunde einer Europameisterschaft qualifizieren. Das Team traf bei der EM 2017 in Gruppe C auf Schweiz, Frankreich und Island, wo es als Gruppensieger hervorging. Im Viertelfinale kam es zum Elfmeterschießen gegen Spanien, das mit 5:3 gewonnen wurde. Im nachfolgenden Halbfinale unterlag man jedoch Dänemark ebenfalls im Elfmeterschießen mit 0:3. Bei der Wahl zu Österreichs Sportlern des Jahres 2017 wurde das Team zur Mannschaft des Jahres gewählt. Der ORF übertrug alle Spiele der österreichischen Nationalmannschaft im Bewerb live auf ORF eins. Um eine Übertragung des Gruppenspiels am 26. Juli auf dem Sender (statt auf ORF Sport Plus) zu ermöglichen, wurde das ursprünglich zeitgleich angesetzte Qualifikationsspiel von FC Salzburg zur UEFA Champions League der Männer kurzfristig auf 18:45 Uhr vorverlegt.
Nachdem der bisherige Teamchef Dominik Thalhammer zum LASK gewechselt war, übernahm mit Irene Fuhrmann am 27. Juli 2020 erstmals eine Frau das Traineramt bei den Nationalspielerinnen. Unter ihrer Leitung konnte sich die Mannschaft für die Endrunde der EM 2022 qualifizieren. In Gruppe A wurde die österreichische Auswahl Zweiter hinter England, im Viertelfinale verlor sie 0:2 gegen Deutschland.
Nachfolgend scheiterte die Mannschaft jedoch in der Qualifikation für die WM 2023. Auch die Qualifikation für die EM 2025 wurde Ende 2024 verpasst; im Playoff-Finale unterlag man gegen Polen. Zum Ende des Jahres 2024, das die Auswahl in der FIFA-Weltrangliste auf dem 18. Platz abschloss, gab der ÖFB die Trennung von Teamchefin Fuhrmann bekannt. Im Jänner 2025 wurde Alexander Schriebl zu Fuhrmanns Nachfolger auf dem Chefsessel ernannt.
Turnierbilanz Weltmeisterschaft 1991: keine Teilnahme 1995: keine Teilnahme 1999: keine Teilnahme 2003: nicht qualifiziert 2007: nicht qualifiziert 2011: nicht qualifiziert 2015: nicht qualifiziert 2019: nicht qualifiziert 2023: nicht qualifiziert (in der ersten Play-off-Runde an Schottland gescheitert) 2027: Gegner in der Qualifikation sind die Ex-Weltmeister Deutschland und Norwegen sowie Slowenien. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt, für die anderen ist die Qualifikation über die Play-offs möglich.
Europameisterschaft
1984: keine Teilnahme 1987: keine Teilnahme 1989: keine Teilnahme 1991: keine Teilnahme 1993: keine Teilnahme 1995: keine Teilnahme 1997: nicht qualifiziert 2001: nicht qualifiziert 2005: nicht qualifiziert 2009: nicht qualifiziert 2013: nicht qualifiziert 2017: Halbfinale 2022: Viertelfinale 2025: nicht qualifiziert
Olympische Spiele Die Qualifikation erfolgte bis 2020 über die WM-Endrunde, ab 2024 über die UEFA Women’s Nations League. 1996: keine Teilnahme 2000: keine Teilnahme 2004: keine Teilnahme 2008: nicht qualifiziert 2012: nicht qualifiziert 2016: nicht qualifiziert 2020: nicht qualifiziert 2024: nicht qualifiziert
Nations League 2023/24: Liga A2 – 2. Platz, Verbleib in Liga A 2025: Liga A1 – 3. Platz, Play-off gegen Tschechien gewonnen, Verbleib in Liga A für die Qualifikation zur WM 2027
Algarve-Cup Die Nationalmannschaft nahm dreimal am Algarve-Cup teil und spielte dabei jeweils in Gruppe C, in der zunächst die schwächeren Mannschaften gegeneinander antreten.
1994 bis 2008: nicht teilgenommen 2009: 10. Platz 2010: 11. Platz 2011 bis 2013: nicht teilgenommen 2014: 11. Platz 2015 bis 2020, 2022: nicht teilgenommen
Istrien-Cup 2015: 3. Platz
Zypern-Cup Die Nationalmannschaft nahm 2016 erstmals teil und gewann das Turnier durch ein 2:1 im Finale gegen Polen. 2017 wurde der achte Platz belegt. Dabei traf die Mannschaft erstmals auf eine ozeanische Mannschaft (Neuseeland) und gewann mit 3:0. 2018 nahm Österreich erneut teil und belegte durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Wales den siebten Platz. Dabei kam Nina Burger als erste österreichische Spielerin zu ihrem 100. Länderspiel.ÖFB-Frauen erzittern sich Rang 7 beim Zypern-Cup 2019 wurde der vierte Platz belegt. Dabei verloren die Österreicherinnen kein Spiel. Nach Siegen gegen Afrikameister Nigeria (4:1) und die Slowakei (1:0) sowie einem torlosen Remis gegen Belgien wurde Österreich Gruppensieger, traf aber als schlechtester Gruppensieger im Spiel um Platz 3 wieder auf Belgien. Da dieses erneut torlos endete, kam es zum Elfmeterschießen, in dem je fünf Schützinnen beider Mannschaften trafen und nicht trafen und es am Ende 3:2 für Belgien stand.Austria vs. Belgium 0 - 0
Rekordspielerinnen und -torschützinnen
Stand: 18. April 2026
Das erste Tor in den Länderspielen der österreichischen Frauen erzielte am 25. August 1990 Christa Zötsch (1. DFC Leoben) in der 63. Spielminute beim Stand von 0:3 bei der 1:5 (0:2)-Niederlage von Österreich in der Schweiz, in Richterswil.
Gertrud Stallinger (Union Kleinmünchen Linz) erzielte am 30. Juli 1998 beim 5:0 (1:0)-Sieg von Österreich gegen Israel) beim Turnier in Trencin (SK) vier Tore in einem Länderspiel. Auch beim 11:0-Sieg von Österreich gegen Armenien am 13. Mai 2003 in Waidhofen an der Ybbs war Österreichs Rekordtorschützin Gertrud Stallinger viermal erfolgreich. Auf jeweils drei Tore in einem Spiel brachten es Manuela Binder, Michaela Schaffranek und Elke Scheubmayr.
Ein besonderes Kunststück gelang Ramona Cito, die am 27. Mai 1995 im freundschaftlichen Länderspiel gegen Slowenien beim Stand von 8:1 in der 79. Spielminute eingetauscht wurde und bereits vier Minuten später für den Endstand von 9:1 für Österreich sorgte. Dennoch sollte es der einzige Länderspieleinsatz von Ramona Cito bleiben.
Die schnellsten Länderspieltore erzielten jedoch zwei andere Spielerinnen: Beim 11:0-Sieg von Österreich gegen Armenien am 13. Mai 2003 war Marlies Hanschitz ebenso bereits nach 3 Minuten erfolgreich, wie Manuela Binder beim vorher genannten 9:1-Sieg gegen Slowenien. Das schnellste Gegentor in einem Länderspiel musste Österreich am 3. Juni 2025 hinnehmen: Bereits in der ersten Spielminute traf die deutsche Spielerin Lohmann zum 0:1. Die Partie endete mit einer 0:6-Niederlage für Österreich – der bislang höchsten in der Geschichte des Teams.
In einem Testspiel 2020 gegen die Schweiz feierte Sarah Puntigam ihr 100. Länderspiel im ÖFB-Dress, womit sie nach Nina Burger die zweite Frauen-Nationalteamspielerin ist, die die 100er Länderspiel-Marke geknackt hat. Am 17. September 2021 wurde sie mit ihrem 110. Länderspiel österreichische Rekordnationalspielerin.oefb.at: „8:1 - Frauen-Nationalteam legt Traumstart hin!“ Rekordspielerinnen Spiele Spielerin Zeitraum Tore166 Sarah Puntigam 2009–2026 25131Verena Hanshaw 2011–2026 10128 Sarah Zadrazil 2010–2025 15127 Carina Wenninger 2007–2023 7126 Laura Feiersinger 2010–2025 20 124 Virginia Kirchberger 2010–2026 13110 Manuela Zinsberger 2013–2025 0109 Nicole Billa 2013–2026 47109 Nina Burger 2005–2019 5395 Barbara Dunst 2015–2026 1493 Nadine Prohaska 2008–2019 783 Viktoria Schnaderbeck 2007–2022 277 Katharina Schiechtl 2014–2026 1074 Lisa Makas 2010–2022 19
Rekordschützinnen Tore Spielerin Zeitraum Spiele 53 Nina Burger 2005–2019 109 47 Nicole Billa 2013–2026109 30 Gertrud Stallinger 1990–2005 56 25 Sarah Puntigam 2009–2026 166 19 Laura Feiersinger 2009–2025 126 19 Lisa Makas 2010–202274 15 Sarah Zadrazil 2010–2025 128 14 Barbara Dunst 2015–2026 95 13 Elke Scheubmayr 1991–2001 37 11 Nina Aigner 1998–2010 4010Verena Hanshaw 2011–2026 131 10 Katharina Schiechtl 2014–2026 77 10 Sonja Spieler 1993–2010 62 9 Marion Gröbner 2003–2013 41 9 Eileen Campbell 2022–2025 32 9 Julia Hickelsberger-Füller 2019–202653
Teamchefs und Assistenten Stand: 9. Juni 2026
Erster Teamchef des österreichischen Nationalteams der Frauen war Peter Leitl, der insgesamt 27 mal für die Nominierungen verantwortlich war. Langjähriger Teamchef war unter anderem Dominik Thalhammer, der das Amt des im April 2011 verstorbenen Ernst Weber übernommen hatte, der in 60 Länderspielen hauptverantwortlich für das österreichische Frauennationalteam war. Von Sommer 2020 bis Dezember 2024 war mit Irene Fuhrmann die erste Frau Trainerin der österreichischen Frauenfußballnationalmannschaft. Name AnzahlderLänder-spielegesamt DavonalsTeamchef DavonalsAssistent ErstesLänder-spiel LetztesLänder-spiel Anmerkung Peter Leitl27 27 – 25.08.1990 05.10.1997 Eveline Leitner28 – 28 09.10.1991 05.10.1997 Paul Gludovatz 4 4 – 09.10.1991 14.05.2000 Gerhard Seidl2 – 2 17.11.1991 29.04.1992 Mario Franzoi36 – 36 19.05.1996 23.09.2006 Adi Köstenberger 1 – 1 18.08.1996 18.08.1996 Olga Hutter 36 6 30 28.06.1998 23.09.2006 Ernst Weber 60 60 – 28.06.1998 25.08.2010 Dominik Thalhammer 9191 – 27.04.2011 10.03.2020 Sieg beim Zypern-Cup 2016Erste Qualifikation für eine EM-Endrunde (2017) Irene Fuhrmann 5353 – 22.09.2020 03.12.2024 Alexander Schriebl1414 – 21.02.2025 18.04.2026 Lars Søndergaard22 – 05.06.2026
Kader Kapitänin bis 2022: Viktoria SchnaderbeckWenninger folgt Schnaderbeck als Kapitänin sport.orf.at, am 30. August 2022, abgerufen am 30. August 2022 2022 bis April 2023: Carina Wenninger seit Juli 2023: Sarah Puntigam