Das Goldenstedter Moor ist ein Hochmoorgebiet und gehört zusammen mit weiteren Moorgebieten zum Großen Moor bei Barnstorf. Das Gebiet in Goldenstedt im Landkreis Vechta ist Teil der Diepholzer Moorniederung, die zu den wertvollsten Moorlandschaften der Bundesrepublik Deutschland gehört und internationale Bedeutung besitzt.M. Succow & M. Jeschke: Moore in der Landschaft: Entstehung, Haushalt, Lebewelt, Verbreitung, Nutzung und Erhaltung der Moore. Thun, Frankfurt/Main, 1990, ISBN 3-87144-954-7 Heute ist es ein NaturschutzgebietBeschreibung des Naturschutzgebietes unter dem Kennzeichen NSG WE 180 beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, das sich über eine Fläche von circa 640 Hektar erstreckt. Nach Süden grenzt es an das Naturschutzgebiet „Barnstorfer Moor“.

Schutz Das Goldenstedter Moor wurde im Rahmen des Niedersächsischen Moorschutzprogrammes 1984 zum Naturschutzgebiet erklärt. Für eine Übergangszeit dürfen Kulturflächen noch unter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen vertragsgemäß weiterbewirtschaftet werden. Zugleich sind bereits unkultivierte Flächen wiedervernässt worden. Nach Ablauf der Torfabbaugenehmigungen soll das Goldenstedter Moor als Überlebensraum hochmoortypischer Lebensgemeinschaften erhalten bzw. entwickelt werden.

Öffentlichkeitsarbeit Der Förderverein Goldenstedter Moor betreibt verschiedene Einrichtungen, um Besucher über Fauna und Flora der Moorlandschaft zu informieren, zum Beispiel das Naturschutz- und Informationszentrum (NIZ) Goldenstedter Moor e. V., Haus im Moor genannt. Zum NIZ gehören auch ein 15 m langer „Moortunnel“, der das Moor erklärt und darstellt,, Naturschutz- und Informationszentrum Goldenstedt, abgerufen am 13. Mai 2014Moortunnel Goldenstedt, DOWIDAT – Büro für museale Ausstellungen, abgerufen am 13. Mai 2014 sowie ein Garten, in dem vom Aussterben bedrohte, regional bedeutsame Obstsorten heranwachsen. Im Moortunnel werden einige Habseligkeiten des Kiepenkerls Jan Spieker gezeigt, der 1828 im Goldenstedter Moor verstarb und beigesetzt wurde, und dessen Moorleiche 1978 wieder ausgegraben wurde.

Nach Jan Spieker ist eine Bimmelbahn benannt, die in der warmen Jahreszeit zwischen dem Haus im Moor und dem Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum (BUEZ) pendelt. Beim Haus im Moor befindet sich ein Bahnhof, von dem aus eine Moorbahn Touristen auf einen Rundkurs durch das Goldenstedter Moor führt.

Das Bioskopion, ein hölzerner Aussichtsturm, erlaubt bei guter Sicht einen Überblick über einen Großteil des Großen Moores.

Literatur Peter Leineweber, Christoph Preu, Thomas Narrenbrock: Geoökologische Untersuchungen im Goldenstedter Moor und seinen Randgebieten. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1995. Vechta 1994, S. 335–350. Rita Böckmann, Anne Darsenbrock, Hartmut Falkenberg, Jürgen Göttke-Krogmann, Annette Kraimer, Willibald Meyer, Walter Morlok, Heino Muhle: Goldenstedt – Ein Fenster zur Diepholzer Moorniederung. 30 Jahre Moorschutz. Förderverein Goldenstedter Moor e. V., Goldenstedt 2002. Rainer Rheude / Peter Kreier: Eine Leiche im Keller wäre ganz schön. In: kulturland oldenburg. Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft. Ausgabe 3/2012, S. 6–10 (online) Willi Rolfes: Naturerbe Goldenstedter Moor. Vechta 2018, ISBN 978-3-9816401-9-9

Einzelnachweise

Weblinks

Naturschutz- und Informationszentrum Goldenstedter Moor

Das Goldenstedter Moor im Kulturportal Nordwest Moorbrand Im Landkreis Vechta. Einsatzkräfte bekommen Feuer unter Kontrolle am 23. April 2019 auf nwzonline.de Update: Nicht so schlimm wie Brand bei Meppen. Feuer im Goldenstedter Moor weitestgehend gelöscht am 23. April 2019 auf kreiszeitung.de

Kategorie:Moor in Niedersachsen Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Vechta Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 1987