mini|hochkant|Angelika Overath auf der Frankfurter Buchmesse 2018 mini|hochkant|Angelika Overath, 2005

Angelika Overath (* 17. Juli 1957 in Karlsruhe) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.

Leben und Werk Mütterlicherseits stammt Overath von Sudetendeutschen ab, was sie im Reportagenband Fließendes Land essayistisch verarbeitete und in ihrem ersten Roman Nahe Tage im Motiv des Heimatverlusts der Mutter der Protagonistin thematisierte. Sie studierte in Tübingen Germanistik, Geschichte, Italianistik und Empirische Kulturwissenschaft und promovierte 1986 mit einer Arbeit über das Blau in der modernen Lyrik. Im Anschluss arbeitete sie drei Jahre als Autorin in Griechenland und kehrte 1991 nach Deutschland zurück. Inzwischen lebt Overath in Sent (Unterengadin, Schweiz).WDR 3: Seit 2019 ist sie deutsch-schweizerische Doppelbürgerin; ihr Heimatort ist Scuol.

Während des Studiums schrieb Overath für das Schwäbische Tagblatt und für das Magazin TransAtlantik. Später verfasste sie regelmäßig Reportagen und Essays für die Zeitungen Frankfurter Rundschau, die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die NZZ am Sonntag sowie für Die Zeit, für das Reisemagazin Merian und Das Magazin, für die Zeitschriften du, GEO und mare sowie für die Schriftenreihe der Vontobel-Stiftung, gegenwärtig v. a. für die FAZ.

Seit 1998 sind von ihr vorwiegend Prosawerke erschienen; daneben hat sie mehrere Anthologien herausgegeben. Bis 2020 war sie Dozentin an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Ihren 2014 erschienenen Roman Sie dreht sich um widmete sie Henrike Lähnemann. (PDF) Nach ihrem Umzug in das Engadin eignete sie sich die rätoromanische Sprache an, wurde Mitglied in der rätoromanischen Schriftstellervereinigung (Uniun per la Litteratura Rumantscha) und veröffentlichte (Stand 2021) auch drei zweisprachige Gedichtbände in Vallader (dem Idiom des Unterengadins) und deutsch. Die Schreibschule Sent, die sie mit ihrem Mann betreibt, ist ebenfalls zweisprachig ausgerichtet.Schreibschule Sent

2019 wurde sie als ordentliches Mitglied der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berufen,Eintrag über Angelika Overath auf Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, abgerufen am 10. August 2022 2025 in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz.

Angelika Overath ist mit dem Literaturwissenschaftler Manfred Koch verheiratet und hat drei Kinder.

Preise und Auszeichnungen 1996: Egon-Erwin-Kisch-Preis für die Reportage Bis ins MarkAngelika Overaths Reportage (PDF-Datei, 0,2 MB) beim Reporterforum e. V., abgerufen am 30. Dezember 2010. 1999: Stipendium Literatur der Kunststiftung Baden-Württemberg 2001: Arbeits-Stipendium des Förderkreises Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg 2002/2003: Jahres-Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2005: Thaddäus-Troll-Preis 2006: Nominierung für den Ingeborg-Bachmann-Preis (auf Einladung von Ursula März), dort Ernst-Willner-Preis.Die Preise 2006 sind vergeben. beim Ingeborg-Bachmann-Preis (ORF)Angelika Overath mit Das Aquarium beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2006. 2006/2007: Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds 2007: London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds:London-Stipendium, Deutscher Literaturfonds, abgerufen am 13. April 2026 Writer in Residence (Winter 2007) an der Queen Mary University of LondonWriters in Residence, Queen Mary University of London, abgerufen am 13. April 2026* 2008: Schweizer Preis für unabhängigen Journalismus 2009: Shortlist für den Schweizer BuchpreisSchweizer Buchpreis 2009: Die Nominierten Kurzfilm auf YouTube (Overath: 1:30 bis 3:01) 2009: Longlist Deutscher Buchpreis für Flughafenfische 2012: Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur 2015: Bündner LiteraturpreisPressemitteilung des SRF vom 19. Januar 2015 2023: Longlist Deutscher Buchpreis für Unschärfen der Liebe

Werke (Auswahl) Das andere Blau. Zur Poetik einer Farbe im modernen Gedicht. Metzler, Stuttgart 1987, ISBN 3-476-00616-6. Das blaue Buch. Lesearten einer Farbe. (Hrsg. mit Angelika Lochmann). Greno, Nördlingen 1988, ISBN 3-89190-432-0. „Von der Realität des Lebens“ – Hir das Blatt. Nachrichten aus dem Alltag mit Friedrich Hölderlin, mitgeteilt von Lotte Zimmer. Zusammengestellt von Angelika Overath und Gregor Wittkop. Friedenauer Presse, Berlin 1997, ISBN 978-3-932109-07-2. Händler der verlorenen Farben. Wahre Geschichten. Libelle, Lengwil 1998, ISBN 3-909081-11-8. Vom Sekundenglück brennender Papierchen. Wahre Geschichten. Libelle, Lengwil 2000, ISBN 3-909081-75-4. Schlimme Ehen. Ein Hochzeitsbuch, aus vielen Quellen zusammengetragen. (Hrsg. mit Manfred Koch). Eichborn (Die andere Bibliothek 189), Frankfurt 2000, ISBN 3-8218-4710-7. Die Kunst des Einfachen. (Hrsg. mit Manfred Koch). Herder, Freiburg 2000, ISBN 3-451-27825-1. Spatzenweisheit. Herder, Freiburg 2001, ISBN 3-451-27672-0. (Niederländisch von Annette van Schoonhoven: Palet Gifts, Amsterdam 2003.) Schlaflos. Das Buch der hellen Nächte. Ein literarisches Notturno für Schlafsuchende und Wache. (Hrsg. mit Manfred Koch). Libelle, Lengwil 2002, ISBN 3-909081-47-9. Wechselbalg der Poesie. Die unerhörte Dichterin Christine Lavant. Keicher, Warmbronn 2002, ISBN 3-932843-38-X. Toleranz. Drei Lesarten zu Lessings Märchen vom Ring im Jahre 2003. (Mit Navid Kermani und Robert Schindel). Wallstein, Göttingen 2003, ISBN 3-89244-688-1. Das halbe Brot der Vögel. Portraits und Passagen. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-730-6. Generationen-Bilder. Erkundungen zum Familienglück. Libelle, Lengwil 2005, ISBN 3-905707-00-4. zuerst vorgelegt als Generationen. Vontobel-Stiftung, Zürich 2005. Vorwort von Hans-Dieter Vontobel (PDF-Datei, 0,1 MB). Abgerufen am 6. Januar 2011. Nahe Tage. Roman in einer Nacht. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-927-9. Übersetzt ins Italienische und Tschechische. Genies und ihre Geheimnisse. 100 biographische Rätsel. (Mit Manfred Koch und Silvia Overath). List, Berlin 2006, ISBN 3-471-78310-5. Als Hörbuch (gelesen von Manfred Koch): 4 Audio-CDs. Radioropa/Technisat, Daun 2008, ISBN 978-3-8368-0170-6. Hunde mitzubringen ist erlaubt. Ein literarischer Salon. (Hrsg. mit Manfred Koch). List, Berlin 2008, ISBN 978-3-471-78311-5. Essay in: Roman Kurzmeyer und Poger Perret (Hrsg.): Dunkelschwestern. Annemarie von Matt – Sonja Sekula. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-213-1. Seepferdchen. In: Andrea Köhler (Hrsg.): Das Tier und wir. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 978-3-455-40126-4. Seite 93–100.Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek.Buchtipp in der Neuen Zürcher Zeitung vom 27. September 2008, abgerufen am 15. Januar 2011. Genies und ihre Geheimnisse. Band 2: 100 neue biographische Rätsel. (Mit Manfred Koch und Silvia Overath). List, Berlin 2009, ISBN 978-3-471-78312-2. Flughafenfische. Roman. Luchterhand, München 2009, ISBN 978-3-630-87307-7.Angelika Overath: Das Buch gehört dem König! Vom Erinnern und Schreiben – Wie ein Roman entsteht und der Autor einen seiner Katzentode stirbt. Reportage über die Entstehung des Romans. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Mai 2009, abgerufen am 14. Dezember 2010.Ruth Klüger: Vom Schwimmen und Fliegen. Buchkritik in Die Welt vom 24. April 2010, abgerufen am 20. November 2010. – In den Bergen bleiben. In: Entwürfe 59, Lebenslauf. Verein Entwürfe für Literatur, Zürich 2009, ISBN 978-3-906729-73-2. Alle Farben des Schnees. Senter Tagebuch. Luchterhand, München 2010, ISBN 978-3-630-87340-4.Vorabdruck eines Auszugs im Reisemagazin von "Die Zeit" am 2. Dezember 2010, abgerufen am 6. Dezember 2010.Meike Feßmann: Wenn der Ferienort zur Heimat wird. Buchkritik als Textfassung und Gespräch im Deutschlandradio Kultur vom 30. November 2010, abgerufen am 30. November 2010. (Tagebuch aus Sent – ein Erfolg.) Fließendes Land. Luchterhand, München 2012, ISBN 978-3-630-87391-6. Tafelrunde. Schriftsteller kochen für ihre Freunde (Mit Manfred Koch und Silvia Overath). Luchterhand, München 2012, ISBN 978-3-630-87390-9 Leseprobe Sie dreht sich um. Luchterhand, München 2014, ISBN 978-3-630-87349-7 Leseprobe (PDF) Poesias dals prüms pleds. 33 romanische Gedichte und ihre deutschen Annäherungen. Verlag Klaus G. Renner, Zürich, Otiglio 2014 Corniglias – Alpendohlen. Mit Illustrationen von Madlaina Janett. SJW Schweizerisches Jugendschriftenwerk 2017, ISBN 978-3-7269-0093-9. Ein Winter in Istanbul. Roman. Luchterhand, München 2018, ISBN 978-3-630-87534-7. Englische Übersetzung eines Auszugs in der Fortnightly Review So träume und verschwinde ich. Liebesgedichte von Edip Cansever, Cemal Süreya und Turgut Uyar. Türkisch-Deutsch, herausgegeben und übersetzt zusammen mit Nursel Gülenaz, btb München 2021, ISBN 978-3-442-71757-6. Krautwelten. Insel Bücherei 1504, Suhrkamp 2021, ISBN 978-3-458-19504-7. Schwarzhandel mit dem Himmel / Marchà nair cul azur. Gedichte Deutsch/Vallader. Telegramme Verlag, Zürich 2022, ISBN 978-3-907198-58-2. Unschärfen der Liebe. Luchterhand, München 2023, ISBN 978-3-630-87634-4. Engadinerinnen. Frauenleben in einem hohen Tal. Limmat Verlag, Zürich 2024, ISBN 978-3-03926-067-6. Calanda oder Alvas Antwort. Luchterhand 2026, ISBN 978-3-630-87786-0.

Weblinks

Angelika Overath. Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur Texte Overaths in der Neuen Zürcher Zeitung Texte Overaths in der Zeitschrift mare Lesung aus Flughafenfische im Videoportal der Uni Erlangen-Nürnberg

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Kisch-Preisträger Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Rätoromanisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Essay Kategorie:Literaturkritik Kategorie:Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Kategorie:Träger des Sudetendeutschen Kulturpreises Kategorie:Person (Scuol) Kategorie:Deutscher Emigrant in der Schweiz Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Frau