Höchst an der Nidder ist ein Ortsteil der Gemeinde Altenstadt im hessischen Wetteraukreis.

Geographische Lage Höchst liegt im Süden des Wetteraukreises (naturräumliche Teileinheit Heldenbergener Wetterau) nahe der Grenze zum Main-Kinzig-Kreis. Direkt an der Nidder und an der Bundesstraße 521 gelegen, ist Höchst ca. 25 km von Frankfurt am Main entfernt.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Höchst stammt vom Mai 1268Friedrich Battenberg: Solmser Urkunden. Regesten zu den Urkundenbeständen und Kopiaren der Grafen und Fürsten von Solms im Staatsarchiv Darmstadt (Abt. B 9 u. F 24 B), im gräflichen Archiv zu Laubach und im fürstlichen Archiv zu Lich = Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (Hg.): Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt. Teil: 15, Bd. 1. = Urkundenregesten Nr. 1–1273 (1131 – 1450). Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Darmstadt 1981, ISBN 978-3-88443-224-2, S. 6, Nr. 15. und nennt die einstige Wasserburg Hoesten. Im Alten Reich gehörte das Dorf zum Freigericht Kaichen. Hier galt das Solmser Landrecht gewohnheitsrechtlich, das Gemeine Recht nur, wenn das Solmser Landrecht für einen Sachverhalt keine Bestimmungen enthielt. Das blieb auch im Großherzogtum Hessen so.Arthur B. Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 106, sowie beiliegende Karte. Das Solmser Landrecht wurde hier erst zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.

Johann Maximilian von Günderrode kaufte 1756 das Dorf mit der in der Folge „Schloss Günderrode“ genannten Anlage von den Herren von Carben.

Im Ort existierte eine Jüdische Gemeinde, die 1830 bereits 30 Mitglieder hatte, und sich in den 1930er Jahren auflöste. Die ehemalige Synagoge befindet sich im Gäßchen. Das Fachwerkhaus wurde vermutlich schon Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenstadt, Höchst a. d. Nidder und Oberau freiwillig zur erweiterten Gemeinde Altenstadt. Für alle Ortsteile wurden Ortsbezirke gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Höchst an der Nidder angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Freiherr von Günderode (Mannlehen von der Grafschaft Isenburg) ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte., Fürstentum Oberhessen, Patrimonialgericht von Günderrode ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Altenstadt, Patrimonialgericht von Günderrode ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel1823: Trennung zwischen Justiz (Landgericht Großkarben) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel ab 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Kreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Büdingen, Gemeinde Altenstadt ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Gemeinde Altenstadt

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Höchst an der Nidder 1233 Einwohner. Darunter waren 36 (2,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 210 Einwohner unter 18 Jahren, 507 waren zwischen 18 und 49, 273 zwischen 50 und 64 und 240 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 531 Haushalten. Davon waren 159 Singlehaushalte, 159 Paare ohne Kinder und 162 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 108 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 357 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 720 evangelische (= 78,60 %), 167 katholische (= 18,23 %) Einwohner

Politik Für Höchst an der Nidder besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Höchst an der Nidder) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 58,8 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der SPD, jeweils zwei Mitglieder der CDU und der „Freien Wählergemeinschaft Altenstadt“ (FWG) und ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen. Der Ortsbeirat wählte Günther Weil (FWG) zum Ortsvorsteher.

Kulturdenkmäler mini|Schloss Günderrode Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Höchst an der Nidder

In Höchst steht das Barockschloss der Freiherren von Günderrode aus den Jahren 1718 bis 1720. Das Schloss wurde in der Vergangenheit auch als Hotel benutzt. Vor einigen Jahren gelangte es in Privatbesitz und wurde umfangreich saniert. Die Sanierung des Haupthauses war Ende 2020 weitestgehend abgeschlossen. Seit 2021 wird das Nebengebäude umfangreich saniert.

Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Höchst hat eine Grundschule, einen Kindergarten, einen Tante-Emma-Laden, eine Gymnastikhalle sowie zwei Kirchen (gehörig zur SELK bzw. EKD).

Verkehr In Höchst ist ein Haltepunkt der Bahnstrecke Bad Vilbel–Lauterbach, der in den Hauptverkehrszeiten halbstündlich bzw. außerhalb der Hauptverkehrszeiten und am Wochenende stündlich angefahren wird. Drei Bushaltestellen ermöglichen Verbindungen u. a. nach Büdingen und Nidderau.

Vulkanradweg Der Vulkanradweg beginnt in Höchst und führt über Altenstadt, Lindheim und Enzheim weiter über die Trasse der in dem Bereich stillgelegten Bahnstrecke Bad Vilbel–Lauterbach („Oberwaldbahn“) von Stockheim nach Lauterbach. Heute ist der Vulkanradweg Teil des Bahnradweges Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise (aus Webarchiv)

Literatur

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Altenstadt

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