Johannes Ringk (auch Ringck; * 25. Juni 1717 in Frankenhain; † 24. August 1778 in Berlin) war ein deutscher Komponist und Organist.
Leben Ringk war um 1729/30 Orgelschüler von Johann Peter Kellner in Gräfenroda und nahm später Kompositionsunterricht bei Gottfried Heinrich Stölzel in Gotha.Ralph-Jürgen Reipsch: Die Georg-Philipp-Telemann-Sammlung. In: Axel Fischer, Matthias E. Kornemann (Hrsg.): The Archive of the Sing-Akademie zu Berlin: Catalogue. de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-11798-5, S. 151–159, hier S. 153; . Ab 1740 wirkte er als Musiklehrer und OpernkomponistEs scheinen allerdings keine Opern von ihm erhalten zu sein. in Berlin und war ab dem 13. Januar 1755 Organist der Marienkirche (St. Marien),Friedrich Wilhelm Marpurg: Historisch-kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik. 1. Band, 5. Stück. Joh. Jacob Schützens sel. Witwe, Berlin 1755, S. 477; digitale-sammlungen.de: eine Stelle, um die sich nach seinem Tod u. a. Wilhelm Friedemann Bach erfolglos als Nachfolger bewarb.Jürgen Strodthoff: Diesseits des Urtexts. Wilhelm Friedemann Bach und die Orgel. In: Michael Heinemann, Jörg Strodthoff (Hrsg.): Wilhelm Friedemann Bach. Der streitbare Sohn. Sandstein, Dresden 2005, ISBN 3-937602-52-6, S. 38–45, hier S. 40; .Rolf Dietrich Claus: Zur Echtheit von Toccata und Fuge d-moll BWV 565. 2., durchgesehene und erweiterte Auflage. Dohr, Köln 1998, ISBN 3-925366-55-5, S. 51. Zeitgenossen äußern sich anerkennend über sein ausgezeichnetes Orgelspiel und sein freies Fugenspiel.
Aus seiner Feder stammen – neben eigenen Orgelwerken – zahlreiche Kopien anderer Meister (darunter auch Georg Philipp Telemann, 37 insgesamt, 19 Werke aus dem BWV). Diese stehen uns heute vielfach als einzige Quelle zur Verfügung. Hierzu gehören Johann Sebastian Bachs Kantate BWV 202 und die älteste Kopie der berühmten Toccata und Fuge d-Moll BWV 565.Peter Williams: BWV565: A Toccata in D Minor for Organ by J.S. Bach? In: Early Music, Vol. 9, 1981, S. 330–337; . Möglicherweise sind es Abschriften aus Kellners Sammlung (um 1725 entstanden). Sie gelten heute als eine der wichtigsten Quellen der Bachschen Werke.
Handschriften mini|hochkant|Beginn der Toccata und Fuge d-Moll in der Abschrift von Johannes Ringk (nach 1750) Johann Sebastian Bach: Kantate „Weichet nur, betrübte Schatten“ BWV 202 Präludium und Fuge C-Dur BWV 531Berthold Over: Eine unbekannte Quelle zu BWV 531 aus dem Besitz von Johannes Ringk. In: Bach-Jahrbuch. 103, 2017, S. 93–108; qucosa.de. Präludium und Fuge D-Dur BWV 532/2 (nur Fuge) Präludium und Fuge e-Moll (kl.) BWV 533 Präludium und Fuge G-Dur (gr.) BWV 541 (Präludium und Fuge zu verschiedenen Zeiten geschrieben) Präludium und Fuge a-Moll (kl.) BWV 551 Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1 BWV 846–869 (BWV 847, 848, 850, 851, 864, 865, 867, 869) Fugen BWV 944-962 (BWV 950, 955) Concerto für Clavier Nr. 13 (nach Herzog Johann Ernst) BWV 984 Capriccio B-Dur „sopra la lontananza de il fratro dilettissimo“ BWV 992/6
Literatur Ingeborg Allihn, Wilhelm Poeschel (Hrsg.): Wie mit vollen Chören, 500 Jahre Kirchenmusik in Berlins historischer Mitte. ortus Musikverlag, Beeskow 2010, ISBN 978-3-937788-18-0. Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. 8. Band: Po–Scheiffler. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1903, S. 244; . Curt Sachs: Musikgeschichte der Stadt Berlin bis zum Jahre 1800; Stadtpfeifer, Kantoren und Organisten an den Kirchen städtischen Patronats, nebst Beiträgen zur allgemeinen Musikgeschichte Berlins. Paetel, Berlin 1908, S. 170 f. u. passim; .
Weblinks
Johannes Ringk im Répertoire International des Sources Musicales (RISM)
Ringck Johannes (1717–1778), musicologie.org (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Barock) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Klassischer Organist Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1717 Kategorie:Gestorben 1778 Kategorie:Mann