mini|Hauptsitz der Mazda Motor Corporation in Hiroshima, 2008 Die Mazda Motor Corporation ( Matsuda Kabushiki-gaisha), gelistet im Nikkei 225, ist ein japanischer Automobilhersteller mit Sitz in Fuchū. Neben Produktionsstätten in Japan – dem Hauptwerk in Fuchū und Hiroshima, dem Werk Ujina in Ujina (Minami-ku (Hiroshima)) und dem Werk Hōfu in Hōfu – wurden und werden Mazdamodelle an Standorten in allen Teilen der Welt gefertigt.
Geschichte Überblick Die heutige Mazda Motor Corporation geht auf den Korkhersteller Tōyō Cork Kōgyō K.K. (, Tōyō Koruku Kōgyō kabushiki-gaisha; ) zurück. 1920 stieg der Maschinenbauunternehmer Jūjirō Matsuda bei dem Unternehmen ein und benannte es 1927 in Tōyō Kōgyō K.K. (, ) um. 1928 wurden erstmals Maschinenbauteile hergestellt, von 1930 an auch Motorräder produziert. Ungefähr seit dieser Zeit wird auch der Name Mazda verwendet.
Zum Zustandekommen des Markennamens gibt es unterschiedliche Darstellungen. Nach Angaben der Firma leitet er sich von Ahura Mazda her, der höchsten zoroastrischen Gottheit der Weisheit und Erkenntnis, dessen Namen sie als ins Japanische transkribiert, wodurch Mazda aus den gleichen Silben besteht wie der Nachname von Jūjirō Matsuda. Nach anderer Darstellung sollten die hergestellten Autos nach Firmenchef Matsuda benannt werden und zur Ausspracheerleichterung für ausländische Kunden wurde dessen Namen in lateinischer Schrift als Mazda geschrieben. Der Bezug zur zoroastrischen Gottheit wäre demzufolge erst nachträglich hergestellt worden.
Mitte der 1930er Jahre wurde die Entwicklung von motorisierten Dreirädern und Lkw vorangetrieben, die als Mazda Mazdago auf den Markt kamen. Außerdem gab es eine Firmensparte Gesteinsbohrer. Während des Zweiten Weltkrieges war das Unternehmen in die japanische Rüstung eingebunden.
Nach dem Krieg nahm Mazda ab 1950 die Herstellung kleiner Lastkraftwagen mit drei oder vier Rädern erneut auf. Am 28. Mai 1960 folgte in Japan der erste Personenkraftwagen von Mazda: unter dem Namen Mazda R360 wurde ein kleines Coupé am Markt eingeführt. Im Oktober 1960 wurde durch Tsuneji Matsuda, den Adoptivsohn des Firmengründers und Präsidenten von Mazda von 1951 bis 1970, ein Lizenzvertrag mit dem deutschen Unternehmen NSU zur Nutzung und Weiterentwicklung von Wankelmotoren geschlossen. Ausschlaggebend hierfür war die Empfehlung seines langjährigen Freundes Willy Rudolf Foerster gewesen. Zu Foerster () siehe S. 5. Im Juli 1961 wurde der Vertrag von der japanischen Regierung genehmigt.John B. Hege: The Wankel Rotary Engine. McFarland & Company, Jefferson, North Carolina, USA 2006, ISBN 0-7864-2905-4, S. 62. mini|Mazda Cosmo Sport, erster Mazda mit Wankelmotor, 1967–1972 Ab 1967 wurde der Mazda 110 S Cosmo mit Zweischeiben-Wankelmotor produziert. Nach der Markteinführung in Europa 1967 kaufte die Ford Motor Company 1979 25 Prozent der Anteile an Mazda. Im Jahr 1984 benannte sich das Unternehmen in Matsuda K.K. (englisch Mazda Motor Corp.) um. 1972 waren 154 893 der 642 731 hergestellten Mazda-Pkw mit einem Wankelmotor ausgerüstet.Schadstoffarmer Kreiskolbenmotor von Toyo Kogyo In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1973, S. 339. Bis April 1986 hatte Mazda 1,5 Millionen Fahrzeuge mit Wankelmotor hergestellt (NSU Wankel Spider und NSU Ro 80 zusammen etwa 40.000 Stück).welt.de vom 29. Januar 2018, Tradition: 40 Jahre Mazda RX-7, abgerufen am 9. September 2018. Im Jahr 1989 schaffte es Mazda mit seinem Roadster MX-5, die Begeisterung für offene Sportwagen in Europa und Nordamerika wieder aufleben zu lassen.
1994 eröffnete Mazda am Firmensitz sein Museum mit 3600 m² Fläche. 1996 erhöhte Ford seinen Anteil an Mazda auf 33,4 Prozent. 2008 wurden 20 Prozent der Anteile verkauft und 2010 auf 3,5 Prozent verringert.Ford gibt Mazda-Aktien ab manager-magazin.de, 18. November 2010.
Von 2003 bis 2010 bot Mazda das bislang letzte Wankelcoupé RX-8 in Deutschland an,FAZ Technik & Motor vom 30. Dezember 2010: Mazda RX-8: Abschied per Gesetz, abgerufen am 9. September 2018. wobei die Forschungsarbeiten am Wankelmotor nicht eingestellt wurden.springerprofessional.de vom 28. Oktober 2015: Mazda-Sportwagen-Konzept RX-Vision mit Kreiskolbenmotor, abgerufen am 9. September 2018. 2006 hatte Mazda etwa 1,9 Millionen Kreiskolbenmotoren hergestellt.Der Cosmonaut wird 40, In: autozeitung.de vom 30. November 2006, abgerufen am 14. September 2018 (Archivlink vom Juni 2020). Schon 2019 lag der Fokus beim Wankelmotor auf dem Einsatz als Range Extender von Elektrofahrzeugen.motor1.com vom 29. Oktober 2019, Analyse: Die Zukunft des Wankelmotors bei Mazda, abgerufen am 30. März 2020. Mazda war es offenbar zwischenzeitlich gelungen, den Wankelmotor so weiterzuentwickeln, dass auch weitere Anwendungsmöglichkeiten zum Beispiel in Form eines Hybridantriebes wieder denkbar erscheinen.drive.com.au vom 8. März 2019, Mazda confirms flexible 'XEV' rotary hybrid driveline: "Huge range of applications" for rotary beyond a range extender, abgerufen am 30. März 2020.
Seit 2011 vermarktet Mazda seine Skyactiv-G-Ottomotoren, in denen eine Verdichtung bis zu 14:1 erreicht ist;heise.de vom 31. Januar 2018, Mazda kündigt Raumzündmotor „Skyactiv-3“ an, abgerufen am 6. September 2018. diese Motoren verzichten auf das sonst angewandte Downsizing.faz.net vom 18. August 2015, Fahrbericht Mazda CX-3, abgerufen am 6. September 2018. Bis Februar 2011 hatte Mazda dafür nach eigenen Angaben mehr als 130 Patente beantragt.Englischsprachige Mazda2-Webseite vom 18. Mai 2011, abgerufen am 15. September 2018. Weiter ging Mazda im selben Jahr mit seinem SUV CX-5 an den Start. Mit diesem Modell wurde auch das Kodo-Design eingeführt, wobei Kodo etwa „Seele der Bewegung“ bedeutet.motorsport-total.com vom 25. März 2017, Mazda CX-5 2017 ..., abgerufen am 15. September 2018.
2013 kombinierte Mazda für den japanischen Markt im Mazda3 einen eigenen 2-Liter-Motor mit dem Hybrid Synergy Drive von Toyota.focus.de vom 25. November 2013, Fahrbericht Mazda 3 Hybrid, Jetzt gibt es den Toyota Prius auch in schön, abgerufen am 5. September 2018 Die Ford Motor Company verkaufte im Jahr 2015 ihre restlichen Anteile und ist seitdem nicht mehr am Unternehmen beteiligt.Nun auch Mazda und Ford geschieden automobil-produktion.de, 18. November 2015. 2017 machte das SUV CX-5 weltweit 25 Prozent der Verkäufe aus,welt.de, Fahrbericht Mazda CX-5 vom 21. März 2017, abgerufen am 16. September 2018. in Deutschland sind es zusammen mit dem kleineren CX-3 50 Prozent der gesamten Verkäufe.autonotizen.de, SUV treiben Mazda voran, abgerufen am 16. September 2018. Im August 2017 gaben die Mazda Motor Corporation und die Toyota Motor Corporation bekannt, die 2015 angekündigte Unternehmens- und Kapital-Allianz zu bilden.springerprofessional.de vom 7. August 2017, Mazda und Toyota wollen gemeinsam Elektroautos entwickeln; abgerufen am 6. September 2018. Dafür tauschen die beiden Unternehmen jeweils Aktien im Wert von 50 Mrd. Yen über eine Drittanbietervereinbarung aus. Toyota hält damit 5,05 Prozent an Mazda, während Mazda 0,25 Prozent an Toyota hält. Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung beziehungsweise durch die Veräußerung eigener Aktien werden zum Teil in die Gründung des Joint Ventures zur Fahrzeugproduktion in den USA genutzt. Darüber hinaus arbeiten beide Unternehmen fortan bei der Entwicklung von Technologien für Elektroautos, vernetzten Fahrzeugtechnologien und Sicherheitstechnik sowie weiterer, ergänzender Produkte zusammen.
Seit Mitte 2018 erfüllen neue Skyactiv-G-Benzinmotoren die Euro-6d-Temp-Norm ohne Partikelfilter. 2019 wurde der Mazda3 mit Skyactiv-X-Motor, der homogene Kompressionszündung nutzt, eingeführt. Auch der seit September 2019 erhältliche Mazda CX-30 nutzt diesen Antrieb. 2020 erschien mit dem Mazda MX-30 das erste reine Elektroauto von Mazda. Eine weitere Variante des MX-30, die im Januar 2023 präsentiert wurde, kombiniert den elektrischen Antrieb mit einem Wankelmotor als Range Extender, der somit als serieller Plug-in-Hybrid arbeitet. Dieser wurde neu entwickelt und gegenüber dem RX-8 unter anderem mit einem seitlichen Aluminiumgehäuse und Benzindirekteinspritzung überarbeitet. Seit November 2023 hat Mazda zwei Millionen Wankelmotoren hergestellt. Im Februar 2024 setzte Mazda eine Gruppe von 36 Mitarbeitern zur Weiterentwicklung des Wankelmotors ein. Schon 2022 war das Firmenmuseum in Japan nach dreijähriger Renovierung wiedereröffnet worden. Seitdem ist auch ein Online-Besuch möglich.
Im September 2024 führte Mazda ein kostenpflichtiges Abo-Modell ein, um ausgewählte digitale Dienste entsprechender Fahrzeugen weiter nutzen zu können, was Kritik von Fachkreisen und Aktivisten für ein Recht auf Reparatur hervorrief. Bereits zuvor hatte Mazda gerichtlich die Depublikation der Open-Source-Anwendung einer Privatperson erwirkt, die einen weiteren kostenfreien Betrieb ermöglicht hatte.
Geschichte in Europa Im März 1967 begann Mazda mit dem Export nach Europa und war anfangs ausschließlich in Norwegen vertreten. 1968 wurde in Willebroek in Belgien ein Logistikzentrum für die Ersatzteilversorgung errichtet und 1969 erfolgte die Einführung von Mazda über den Händler Rolf Knoch auch in Österreich. Bereits 1971 konnte Mazda hier mit 5483 verkauften Fahrzeugen einen Marktanteil von drei Prozent erreichen. 1971 folgte die Expansion in weitere europäische Länder. Die Verkaufszahlen stiegen von 2.688 verkauften Fahrzeugen 1968 auf über 50.000 Autos im Jahr 1972.
Nachdem bereits 1969 auf der IAA in Frankfurt erste Mazdas in Deutschland gezeigt worden waren, wurde erst am 23. November 1972 die Mazda Motors Deutschland GmbH mit der Eintragung ins Handelsregister Düsseldorf gegründet, und es wurde mit dem Aufbau der deutschen Mazda-Zentrale in Hilden begonnen. Im März 1973 begann schließlich der Vertrieb von Mazda-Modellen in Deutschland. Die Modelle zum Verkaufsstart waren dabei der Mazda 616, der Mazda 818 und das Coupé Mazda RX-3, auf der Frankfurter IAA im September 1974 folgten etwa Jahr später die Premieren von Mazda 1000/1300 und Mazda RX-4.
Zur Markteinführung des neuen Mazda 323 1977 organisierte Mazda eine 15.000 Kilometer lange Reise mehrerer Exemplare des 323, die von Hiroshima aus zur IAA in Frankfurt führte. Nach dessen Produktionsstart erreichten Mazdas Verkaufszahlen in Deutschland Anfang der 1980er Jahre fast die Marke von 50.000 Einheiten, die über knapp 900 Händler verkauft wurden.
1981 wurde eine Niederlassung in Brüssel eingerichtet, um die Importe nach Europa und die europäischen Händler besser betreuen zu können. Mit der Markteinführung des neuen Mazda 626 konnte Mazda 1983 den achten Platz in der Zulassungsstatistik in Deutschland erreichen und zum Ende der 80er Jahre einen Marktanteil von 3,2 Prozent sowie 90.000 Zulassungen vermelden. Der Mazda 626 stieg in diesem Zeitraum zum meistverkauften Importauto überhaupt auf. 1988 wurde die belgische Niederlassung in Mazda Motor Europe S.A./N.V umbenannt. Im selben Jahr wurde damit begonnen, in Leverkusen-Hitdorf ein großes Zentrallager einzurichten, um eine bessere Ersatzteilversorgung für den deutschen Markt sicherstellen zu können. Im Jahr 1989 wurde ebenfalls in Leverkusen Mazda Motor Europe (MME) gegründet, deren neue Zentrale im Jahr 1992 bezogen wurde. Auch im Jahr 2020 war die Mazda-Zentrale für Deutschland und Europa noch dort ansässig.Impressum, Firmenwebsite Mazda Motors (Deutschland) GmbH, 27. Juni 2020.
1990 eröffnete Mazda nach zwei Jahren Bauzeit das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum in Oberursel. 2020 waren dort rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Im Mai 2017 wurde in Augsburg das erste Mazda-Museum außerhalb Japans eröffnet, das gleichzeitig die größte Ausstellung von Mazda-Fahrzeugen weltweit umfasst. (Archivlink)Augsburger Allgemeine: Eröffnung: Erstes Mazda-Museum Europas in Augsburg eröffnet, abgerufen am 8. August 2017.
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