Das Schweizer Bankwesen zählt zu den bedeutendsten der Welt. Sein guter Ruf basiert auf der politischen und wirtschaftlichen Stabilität der Schweiz und der Hauptaktivität der Vermögensverwaltung sowie der vergleichsweise konservativen und nachhaltigen Anlage.Im Auge des Orkans. Der damalige CEO der Bank Bär, Alex Widmer, in der Weltwoche 31/2008 über seine Erfahrungen in den USA. Die internationalen Finanzgeschäfte der schweizerischen Bankinstitute und die Bedeutung der Schweiz als internationaler Finanzplatz haben in hohem Masse zum Aufschwung des Bankensektors im 20. Jahrhundert beigetragen. Auch wenn die Schweiz bereits zuvor ein wichtiges Kapitalexportland war, so blieb ihre Rolle bis 1914 doch eher bescheiden. Sie konnte allerdings ihre Position während des Ersten Weltkriegs stärken. Alle Kriegsparteien wandten sich an die neutrale Schweiz, und der Schweizer Franken diente vermehrt als Fluchtwährung. Nach 1960 wurde die Schweiz (SIX Swiss Exchange) zu einem der weltweit führenden Finanzplätze, der – vor dem Aufstieg Tokios (Tokioter Börse) in den 1980er Jahren – hinter London (London Stock Exchange) und New York (New York Stock Exchange) an dritter Stelle lag.

Bedeutung für den Finanzplatz Schweiz Der gesamte Finanzsektor (inklusive Versicherungen) erbrachte 2009 11 % der Bruttowertschöpfung der Schweiz (CHF 59,1 Mrd.). Davon steuerte der Bankensektor CHF 35,9 Mrd. zur Wertschöpfung bei, was einem Anteil von 6,7 % vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) entspricht. Der inländische Personalbestand im Bankensektor lag im Jahr 2009 bei 135'900 Personen. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen beliefen sich 2009 auf CHF 5'600 Mrd., davon entfielen CHF 3'000 Mrd., etwa 54 %, auf ausländische Kunden. Im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft war die Schweiz mit einem Marktanteil von 25 % Weltmarktführerin.Schweizer Bankgeheimnis wird gelüftet In: n-tv.de. 3. September 2013, abgerufen am 2. November 2013. Im Jahr 2025 musste der Schweizer Finanzplatz die Marktführerschaft beim grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft erstmals an Hongkong abgeben, womit die Schweiz nicht mehr der grösste Offshore-Finanzplatz der Welt ist.

Im Jahr 2021 erbrachte der Finanzplatz Schweiz (inklusive Versicherungen) noch 9 % der Bruttowertschöpfung der Schweiz (CHF 66,9 Mrd.). Davon steuerte der Bankensektor CHF 36,4 Mrd. zur Wertschöpfung bei. Laut dem Global Financial Centres Index ist Zürich der grösste Finanzplatz in der Schweiz, gefolgt von Genf und Lugano.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertschöpfung des Finanzstandorts Schweiz in Mrd. CHF: Finanzstandort Schweiz 2013 2018 2024 Finanzdienstleistungen 37,8 37,0 41,1 Versicherungsdienstleistungen 29,8 32,5 31,2 Total 67,6 69,5 72,3 in % des BIP 10,3 % 9,8 % 9,1 %

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Beschäftigten in der Schweiz in Vollzeitäquivalenten: Finanzstandort Schweiz 2013 2018 2024 Finanzdienstleistungen 119'621 104'739 108'200 Versicherungsdienstleistungen 43'159 40'685 43'256 damit verbundene Tätigkeiten 51'631 57'737 69'711 Total 214'411 203'161 221'167 in % der Gesamtbeschäftigung 5,7 % 5,1 % 5,2 %

Die grössten Banken der Schweiz

Die Tabelle zeigt die grössten Banken der Schweiz gemessen jeweils nach verschiedenen Kennzahlen per Ende 2018, wobei die Zahlen für Vontobel gemäss dem Jahresbericht 2023 aktualisiert wurden. Nebst den acht grössten Instituten nach Bilanzsumme enthält die Tabelle auch die Banken, die jeweils gemessen an den verwalteten Vermögen, dem Eigenkapital oder der Mitarbeiterzahl unter den grössten acht rangieren.

Bank (auf Konzernebene) 1 Hauptsitz Bilanzsumme (Mrd. CHF) verwaltete Vermögen (Mrd. CHF) Eigenkapital (Mrd. CHF) Reingewinn (Mio. CHF) Mitarbeiter UBS Zürich und Basel 958,489 3'101 52,93 4'516 66'888 Credit Suisse Zürich 768,916 1'347 43,922 2'024 45'680 Raiffeisen Schweiz St. Gallen 225,333 14,2 1,93 42,5 9'215 Zürcher Kantonalbank Zürich 169,408 295,2 11,9 788 5'087 PostFinance Bern 118,173 119,8 6,748 229 3'325 Julius Bär Zürich 102,898 382,0 28,4 735 6'693 Banque Cantonale Vaudoise Lausanne 47,863 87,6 3,522 350 1'896 Migros Bank Zürich 44,679 34,6 3,857 204 1'344 Basler Kantonalbank Basel 44,031 12,3 3,846 103 790 Luzerner Kantonalbank Luzern 38,761 29,0 2,675 200 1'028 Union Bancaire Privée Genf 32,571 126,8 2,303 202 1'781Vontobel Zürich29,146206,82,092262,72,274 1 sämtliche Zahlen 2018 auf Konzernebene, inklusive Tochtergesellschaften

Die verschiedenen Bankengruppen Die Schweizer Banken lassen sich grob in sechs Gruppen einteilen, es handelt sich hierbei um Grossbanken, Raiffeisenbanken, Kantonalbanken, Regionalbanken und Sparkassen, Börsen-, Effekten-, Vermögensverwaltungsbanken und Privatbankiers sowie um ausländisch beherrschte Banken. Daneben gibt es etliche, z. T. auch bekannte Banken, die ihren eigenen Platz in der Branche gefunden haben sowie PostFinance als Geschäftsbereich der Schweizerischen Post, die im Retail Banking eine sehr starke Position hat. Der Personalbestand sämtlicher 246 Schweizer Banken lag 2019 bei 106'091 Vollzeitäquivalenten. 2021 waren es 107'478 Vollzeitäquivalente, davon 90'591 in der Schweiz.

Die Grossbank Die Grossbank UBS ist der grösste Bankkonzern der Schweiz und gehört zu den grössten der Welt. Sie tritt als global tätige Universalbank auf. Im Gegensatz zu vielen ausländischen Instituten ist sie selbst im inländischen Retail Banking landesweit die gewichtigste, auch wenn regional vor allem die Raiffeisenbanken und die Kantonalbanken einen höheren Marktanteil haben. Im Verlauf der Zeit hat die UBS etliche, auch traditionsreiche Banken übernommen und in ihren eigenen Konzern aufgelöst oder zu spezialisierten Einheiten umorganisiert und eingegliedert (1990: Bank Leu; 1993: Schweizerische Volksbank; 1997: Fusion Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) / Schweizerischer Bankverein (SBV); 2023: Credit Suisse). Der Personalbestand der damals noch zwei Grossbanken lag 2019 bei 35'549 Vollzeitäquivalenten und 2021 bei 35'810 Vollzeitäquivalenten, davon 22'914 in der Schweiz.

Raiffeisenbanken Die 218 selbständigen Raiffeisenbanken sind solidarisch in Raiffeisen Schweiz zusammengeschlossen, in deren Rahmen sie gegenseitig haften. Raiffeisen Schweiz koordiniert die Aktivitäten der Gruppe, schafft Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der örtlichen Raiffeisenbanken (beispielsweise IT, Infrastruktur, Refinanzierung) und berät und unterstützt sie in sämtlichen Belangen. Das Tätigkeitsgebiet der Raiffeisenbanken liegt traditionell im lokalen Retail Banking und in der Kreditvergabe an örtliche kleine und mittlere Unternehmen. Raiffeisen Schweiz ist die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz. Der Personalbestand sämtlicher Raiffeisenbanken lag 2019 bei 9'295 Vollzeitäquivalenten. 2021 waren es 9'729 Vollzeitäquivalente, davon 9'729 in der Schweiz. Bis 2024 ist die Anzahl der Vollzeitstellen auf 10'643 gestiegen.

Kantonalbanken Hauptartikel: Kantonalbank Zusammengenommen würden die 24 Kantonalbanken die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz bilden. Doch im Gegensatz zu den Raiffeisenbanken bilden die Kantonalbanken keine Bankengruppe, sondern sind rechtlich und wirtschaftlich absolut selbständige und z. T. konkurrierende Banken. Ihr Tätigkeitsgebiet liegt traditionell im Retail Banking und Bankgeschäft für kleine und mittlere Unternehmen innerhalb des eigenen Kantonsgebietes. Einzelne Kantonalbanken, wie die Zürcher Kantonalbank und die Banque Cantonale Vaudoise, haben ihr Tätigkeitsgebiet auf die Vermögensverwaltung und auf das Investmentbanking ausgedehnt und sich so wichtige zusätzliche Ertragspfeiler geschaffen. Die Zürcher Kantonalbank ist die mit Abstand grösste Kantonalbank und macht rund ein Viertel der Bilanzsumme bzw. des Personalbestandes sämtlicher Kantonalbanken aus. Die Zürcher Kantonalbank ist damit die viertgrösste Bank der Schweiz. Der Personalbestand sämtlicher Kantonalbanken lag 2019 bei 17'585 Vollzeitäquivalenten. 2021 waren es 18'102 Vollzeitäquivalente, davon 18'091 in der Schweiz.

Regionalbanken und Sparkassen Hauptartikel: Regionalbanken und Sparkassen (Schweiz) Das Tätigkeitsgebiet der Regionalbanken liegt traditionell ebenfalls im lokalen Retail Banking. 36 der 63 Schweizer Regionalbanken und Sparkassen sind dem Verband Schweizer Regionalbanken, der RBA-Gruppe, angeschlossen. Die der Holding angeschlossenen Banken agieren jedoch weiterhin als selbständige Institute.

Die übrigen 27 Regionalbanken, darunter vier der insgesamt fünf grössten Regionalbanken der Schweiz, sind nicht der RBA-Holding angeschlossen. Einige von ihnen wurden im Verlauf der Zeit von Finanzkonzernen übernommen und werden als selbständige Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns geführt. Hierzu gehört(e) die grösste Regionalbank der Schweiz, die Neue Aargauer Bank, als Tochtergesellschaft der Credit Suisse Group, sowie die drittgrösste, die Baloise Bank SoBa, als Tochtergesellschaft der Bâloise-Holding.

Der Personalbestand sämtlicher Regionalbanken und Sparkassen lag 2019 bei 3'978 Vollzeitäquivalenten. 2021 waren es 3'640 Vollzeitäquivalente, davon 3'640 in der Schweiz.

Börsen-, Effekten-, Vermögensverwaltungsbanken Die Schweizer Börsen-, Effekten-, Vermögensverwaltungsbanken und Privatbankiers haben eine bis über 250-jährige Tradition und gelten als die eigentlichen Väter des Schweizer Finanzplatzes. Diese lassen sich heute in zwei Gruppen aufteilen. Auf der einen Seite sind es die eigentlichen Privatbankiers, welche keine Gesellschaft bilden, sondern heute noch als private Bankiers tätig sind und mit ihrem guten Ruf und ihrem gesamten privaten Vermögen haften. Die beiden mit Abstand grössten unter ihnen sind Pictet & Cie sowie Banque Lombard Odier & Cie, die gemessen an den verwalteten Vermögen hinter UBS und Julius Bär zu den grössten Vermögensverwalterinnen der Schweiz gehören. Auf der anderen Seite sind die Privatbanken, die ursprünglich ebenfalls Privatbankiers waren, im Verlauf der Zeit in eine Gesellschaft umgewandelt wurden. Die mit Abstand grösste unter ihnen ist die traditionsreiche Julius Bär, welche, gemessen an den verwalteten Vermögen von CHF 406 Mrd., die viertgrösste Vermögensverwalterin und gemessen an der Bilanzsumme die achtgrösste Bank der Schweiz ist.

Ausländische Banken Auf dem Bankenplatz Schweiz haben sich auch etliche ausländische Banken niedergelassen, oft durch Eröffnung einer eigenen Filiale, Übernahme einer bereits bestehenden Bank oder Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft. Die Filialen ausländischer Banken sind wirtschaftlich und rechtlich keine eigene Rechtspersönlichkeiten in der Schweiz, sondern sind ihren Muttergesellschaften unterstellt. Die ausländisch beherrschten Banken sind mehrheitlich in der Vermögensverwaltung sowie im Investmentbanking tätig, haben ihre Sitze vor allem in Zürich oder Genf und spielen eine wichtige Rolle auf dem Finanzplatz Schweiz. Die beiden grössten in der Gruppe der übrigen Banken, zu welchen die ausländisch beherrschten Banken gehören, die HSBC Private Bank (Suisse) und die BNP Paribas (Suisse), sind, gemessen an der Bilanzsumme von CHF 58,3 Mrd. bzw. 38,5 Mrd., die fünft- bzw. sechstgrösste Bank der Schweiz. Crédit Agricole (Suisse) ist die drittgrösste ausländisch beherrschte und insgesamt die neuntgrösste Bank der Schweiz. Mit einem Anteil von 17 % sind die ausländischen Banken hinter den Grossbanken aber vor den Kantonalbanken die zweitwichtigsten Arbeitgeber der Bankbranche.

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