mini|Ängsholmen an der Bucht Kanholmsfjärden Värmdö ist eine Gemeinde (schwedisch kommun) in der schwedischen Provinz Stockholms län und den historischen Provinzen Uppland und Södermanland. Der Hauptort der Gemeinde ist Gustavsberg.

Geographie Die Gemeinde liegt in einem zentralen Teil des Stockholmer Schärengartens. Zur Gemeinde gehören große bewohnte Inseln mit Straßenverbindung: Värmdö (mit Ausnahme des westlichsten Teils), Ingarö, Fågelbrolandet, Vindö und Djurö. Östlich davon liegen bewohnte Inseln ohne Straßenverbindung wie Svartsö, Möja, Runmarö, Sandön und Nämdö, sowie tausende unbewohnte, oder nur im Sommer bewohnte Inseln.

Geschichte In der Gemeinde hat man mehrere Grabfelder aus der Eisenzeit entdeckt sowie einen Runenstein. Auf Grund der postglazialen Landhebung stand der Meeresspiegel im Jahr 1000 etwa 4 Meter höher als jetzt. Viele damalige Wasserwege sind daher jetzt trocken. Der Gemeindename wurde schon 1314 in einem Schreiben erwähnt, damals wurde „Wermdo“ geschrieben. Der Name hängt wahrscheinlich mit der Meerenge Vindöström, zwischen Värmdö und Vindö zusammen. Diese hatte auch im Winter verhältnismäßig „warmes“ (schwedisch varm) Wasser und war dadurch lange schiffbar.Geschichte der Gemeinde Värmdö (schwedische Sprache). Die Steinkirche Värmdö kyrka wurde im Mittelalter gebaut und mehrmals ausgeweitet.Värmdö kyrka (schwedische Sprache) Bei Djurhamn, auf der Südseite von Djurö, bestand in den 16. und 17. Jahrhunderten ein wichtiger Marinestützpunkt Im Jahr 1825 wurde die Porzellanfabrik Gustavsberg gegründet. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts fuhren Dampfschiffe in den Schären und Bürger aus Stockholm begannen den Archipel als Erholungsgebiet zu nutzen. Die jetzige Gemeinde entstand 1974, als die ehemaligen Gemeinden Värmdö, Djurö und Gustavsberg zusammengelegt wurden.

Politik Stadtrat

Wirtschaft Anfänglich betrieben die Bewohner der Region Fischfang und Jagd auf Robben und Seevögel. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts entstand in Gustavsberg eine Porzellanfabrik, die lange Zeit einer der wichtigsten Standorte der gesamten Stockholmer Region war. Ab 1937 wurden sanitäre sanitäre Keramiken wie Toiletten und Waschbecken hergestellt, ab 1945 auch Kunststoffprodukte zum Alltagsgebrauch. 1947 kam eine Badewannenfabrik hinzu. Ab der Mitte der 1970er Jahre hatten die verschiedenen Bereiche zunehmend mit Verlusten zu kämpfen. Es gab diverse Umgliederungen und Teilverkäufe des Betriebs. 1981 wurde die Produktion von Kunststoffprodukten nach Borås verlegt. 1992 wurde die Badewannenproduktion eingestellt. Die Unterfirma Gustavsberg VVS AB, welche die Produktion von Toiletten und Waschbecken unter der Marke Gustavsberg betrieb, wurde 1999 von Villeroy & Boch gekauft. Trotz zusätzlicher Investition blieben die Produktionskosten in Gustavsberg sehr hoch. Ein Teil der Produktion wurde 2004 nach Rumänien verlegt. Eine ursprünglich geplante komplette Einstellung der Produktion wurde zurückgenommen, aber die Entwicklungsabteilung wurde abgewickelt. 2010 geriet Villeroy & Boch schließlich infolge der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Schließlich wurde 2014 die Produktion eingestellt und das Fabrikgelände an Investoren verkauft, welche das alte Fabrikgebäude in ein Wohnhaus umwandelten und das Areal mit weiteren Häusern bebauten. Es wurde ein neues Gebäude am Rande des Orts gebaut, wo aber nur noch bestimmte Arbeiten und Logistik beheimatet sind, aber nicht mehr die eigentlich Keramikherstellung.

Der Geschäftsbereich für Porzellanherstellung, der die alte Marke Gustafsberg mit den klassischen Motiven betreibt, existiert als einzige Porzellanfabrik Nordeuropas nach wie vor, hatte aber immer wieder mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein Porzellanmuseum nahe der Fabrik zeigt die Geschichte der Porzellanherstellung im Ort.

Im Sommer steigt die Einwohnerzahl der Gemeinde aufgrund der vielen Touristen und Personen aus Stockholm, die in dieser Zeit ihre Sommerhäuser beziehen, bis auf das Doppelte.

Persönlichkeiten Herbert Lindström (1886–1951), Tauzieher

Weblinks

Offizielle Internetpräsenz (schwedisch)

Einzelnachweise