mini|hochkant|Jimmy Heath (1998) Jimmy Heath (* 25. Oktober 1926 in Philadelphia, Pennsylvania als James Edward Heath, Spitzname Little Bird; † 19. Januar 2020 in Loganville, Georgia.) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Saxophone, Flöte, Komposition und Arrangement), der für seinen lyrischen Sound und seine nuancierten Arrangements, etwa in der Band mit seinen Brüdern Percy und Tootie Heath bekannt war.
Leben und Wirken Heath war, zunächst als Altsaxophonist, 1945–46 Mitglied der Nat Towles Band. Danach kehrte er nach Philadelphia zurück, wo er erstmals als Komponist und Arrangeur aktiv wurde, u. a. für John Coltrane und Benny Golson. Mitglieder einer seiner ersten Big Bands waren John Coltrane, Benny Golson, Specs Wright, Cal Massey, Johnny Coles, Ray Bryant und Nelson Boyd.
1948 unternahm er mit seinem Bruder Percy Heath und Howard McGhee eine Europatournee, danach wurden er und sein Bruder Mitglied der Big Band von Dizzy Gillespie. Er wechselte zum Tenorsaxophon, um zu versuchen, nicht wie Charlie Parker zu klingen. Anfang der 1950er Jahre unternahm er Tourneen mit Miles Davis, J. J. Johnson, Milt Jackson und Kenny Clarke.
Sieben Jahre lang war Heath süchtig nach Heroin: Nach einer Verhaftung wegen Drogenvergehens 1954 wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die ihn zwang, Arbeiten außerhalb der Stadt abzulehnen, darunter einen großen Auftritt mit Max Roach und Clifford Brown. Eine zweite Verhaftung brachte Heath für fast viereinhalb Jahre ins Gefängnis, wo er die Gefängnis-Bigband leitete und auch für sie schrieb. Aufgrund seiner Bewährungsauflagen musste Heath nach der Freilassung 1959 weiterhin in Philadelphia bleiben; das hinderte ihn daran, Nachfolger von Coltrane in der Band von Miles Davis zu werden. Nachdem er von Cannonball Adderley und Philly Joe Jones dazu aufgefordert wurde, wurde er stattdessen bei Riverside Records als Arrangeur tätig; auch komponierte er Stücke wie „Gemini“ und „Gingerbread Boy“. 1961 wirkte er zudem bei Elmo Hopes Album Homecoming! mit, Ende 1969 bei Kawaida unter Leitung seines Bruders Tootie.
In den 1970er Jahren gründete er mit seinen Brüdern Percy und Tootie die legendäre Band The Heath Brothers. Er wirkte an mehr als einhundert Alben mit, darunter sieben mit den Heath Brothers und 20 als Bandleader, und schrieb über einhundert Kompositionen, die u. a. von Musikern wie Art Farmer, Cannonball Adderley, Clark Terry, Chet Baker, Miles Davis, James Moody, Milt Jackson, Ahmad Jamal, Ray Charles, Dizzy Gillespie, J.J. Johnson und Dexter Gordon aufgeführt wurden. In seinen letzten Jahren befreite Heath sich nach Ansicht des Produzenten Brian Bacchus als Instrumentalist „in seinem Spiel von allen überflüssigen Noten und kam zum Kern dessen, was gesagt werden musste.“zitiert nach Love Letter (jazz-fun.de)
Neben Jazzmusik komponierte Heath auch sieben Suiten und zwei Streichquartette. 1998 wurde unter Maurice Peress am Queens College sein sinfonisches Werk Three Ears aufgeführt. 2011 erschien seine Autobiografie I Walked With Giants (Temple University Press), die er mit Joseph McLaren geschrieben hatte. In hohem Alter nutzte er zum Komponieren und Arrangieren den Computer als Hilfsmittel.
Jimmy Heath starb im Januar 2020 im Alter von 93 Jahren. Posthum erschien im selben Jahr sein letztes Album Love Letter, an dem auch die Gastvokalisten Cécile McLorin Salvant und Gregory Porter mitgewirkt hatten.
Ehrungen 1980, 1994 und 1995 wurde er für den Grammy nominiert, und 2003 wurde er für seine Lebensleistung mit der Jazz Masters Fellowship der staatlichen NEA-Stiftung ausgezeichnet. 2011 erhielt Heath den Lifetime Achievement Award der Jazz Journalists Association.
Ausgewählte Diskografie Als Bandleader The Thumper, 1959 Really Big!, 1960 The Quota, 1961 Triple Threat, 1962 Fast Company, 1963 Swamp Seed, 1963 On the Trail, 1964 The Gap Sealer, 1972 Jimmy, 1972 Love and Understanding, 1973 Time and the Place, 1974 Picture of Heath, 1975 Marchin' On, 1975 In Motion, 1979 Brotherly Love, 1981 New Picture, 1985 Peer Pleasure, 1987 Little Man, Big Band, 1992 You've Changed, 1994 You or Me, 1995
Mit The Heath Brothers
Als Sideman Mit Miles Davis 1952–54: Miles Davis Volume 2, (Blue Note)
Mit Kenny Dorham 1953: Kenny Dorham Quintet (Debut) 1960: Showboat (Time)
Mit Blue Mitchell 1959: Blue Soul (Riverside) 1962: A Sure Thing (Riverside)
Mit Donald Byrd 1964: Up with Donald Byrd (Verve)
Mit Charles Earland 1970: Black Drops (Prestige)
Filmografie Miles Davis: Birth of the Cool, Dokumentarfilm, Regie: Stanley Nelson Jr., USA, 2019.
Weblinks
Offizielle Homepage (englisch) Porträt (NEA Jazz Masters)
Jimmy Heath auf All About Jazz
Nachruf Jimmy Heath, 93, Jazz Saxophonist and Composer, Is Dead. In: The New York Times vom 19. Januar 2020 (englisch).
Letzte Auftritte Jimmy Heath feat. by WDR BIG BAND - Without You No Me auf: YouTube von 2016. Jimmy Heath & WDR BIG BAND - Bruh Slim auf: YouTube von 2014.
Einzelnachweise
Kategorie:Jazz-Saxophonist Kategorie:Arrangeur Kategorie:Komponist (Jazz) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:Autobiografie Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann