mini|Statue bei der Bambi-Verleihung in Berlin, 2013 Der Bambi (Eigenschreibweise: BAMBI) ist ein jährlich in Deutschland verliehener Medien- und Fernsehpreis der Hubert Burda Media. Das Unternehmen ehrt damit aus seiner Sicht Menschen „mit Visionen und Kreativität, deren herausragende Erfolge und Leistungen sich im ablaufenden Jahr in den Medien widerspiegelten“. Die Jury besteht regelmäßig aus den Chefredakteuren des Burda-Konzerns und externen Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Geschichte mini|Franz Beckenbauer wurde 1990 mit dem Sport-Bambi-Preis für seine Intuition und Perfektion geehrt, mit der er als Teamchef die deutsche Nationalmannschaft zum WM-Titel geführt hatte. Der Bambi wurde 1948 als Preis für die beliebtesten Filmstars von dem Karlsruher Unternehmer Karl Fritz, in dessen Verlag die Publikumszeitschrift Film-Revue und das Branchenblatt Die neue Filmwoche erschienen, ins Leben gerufen, allerdings noch nicht unter diesem Namen.

Er ist einer der ältesten deutschen Medienpreise.Lediglich ein paar Literaturpreise sind älter, darunter der Kleist-Preis (seit 1912), der Georg-Büchner-Preis (seit 1923) und der Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main (seit 1927). Von den deutschen Filmpreisen nach 1945 ist der Bambi der älteste. Das Unternehmen von Karl Fritz (und damit der Bambi) wurde 1962/63 vom Burda-Verlag übernommen.Siehe dazu : Geschichte 1962. Die ersten Bambi-Gewinner in der Kategorie „beliebteste Darsteller“ waren Marika Rökk und Stewart Granger.Zum beliebtesten Darsteller wurde 1948 nicht, wie immer wieder behauptet, Jean Marais gewählt. Siehe dazu : Geschichte 1948 mit den Ergebnissen der Leserwahl; archivierte Version einer Seite von Bambi.de. Die gleiche Website gibt aber in ihren Siegerlisten Jean Marais für 1948 und Stewart Granger für 1949 und für 1950 an. Außerdem wurden 1948 vier Filme ausgezeichnet: in der Kategorie „künstlerisch wertvollste Filme“ Ehe im Schatten und Kinder des Olymp und in der Kategorie „beliebteste Filme“ Madonna der sieben Monde und Film ohne Titel.

Nach Aussagen von Marika Rökk verdankt die Figur den Namen Bambi ihrer Tochter Gabriele Jacoby, da sie, als ihre Mutter den Preis zuhause überreicht bekam, sagte: „Bambi! Bambi!“ Offenbar war die damals Vierjährige inspiriert von Felix Saltens Buch Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde. Der im ersten Jahr namenlose Filmpreis wurde ab 1949 unter dem Namen „Bambi“ verliehen.

Die Auszeichnung war zunächst noch ein Rehkitz aus weißer Keramik, das in der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe von der Bildhauerin Else Bach bereits 1936 geschaffen worden war. Karl Fritz entdeckte es für seinen Filmpreis. Seit 1958 wird das von Emil Sutor modellierte Reh in vergoldeter Bronze von der Kunstgießerei Ernst Strassacker im schwäbischen Süßen hergestellt. Rekordpreisträger sind Heinz Rühmann (12), Peter Alexander, O. W. Fischer und Johannes Heesters (10), Sophia Loren (9) sowie Maria Schell (8).

Die Bambis wurden bis 1952 den Gewinnern persönlich überreicht. Eine (geschlossene) Veranstaltung zur Verleihung gab es erstmals am 27. Dezember 1953 in Hamburg. Seit 1955 sind die Verleihungen öffentliche Gala-Veranstaltungen, die erste am 6. März 1955 in Karlsruhe (1954 gab es keine Verleihung wegen der Umstellung vom Dezember- auf den März-Termin). Bis 1964 fanden die Verleihungen in Karlsruhe statt. Nach kritischen Berichten der Karlsruher Presse über den Verlagsinhaber Franz Burda verlegte dieser 1965 die Bambi-Veranstaltung nach München,Stadt Karlsruhe – Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN 3-7617-0353-8, S. 614. dem seit 1960 zweiten Sitz des Burda-Verlags. Bis 1995 gab es die Verleihungen zumeist in MünchenNur im weiteren Sinn zu München gezählt werden können zwei Vororte: Unterföhring (ZDF-Studio 1967/68 und 1993) und Grünwald (Bavaria-Studios 1994). mit Ausnahme von 1971 bis 1974, 1987 und von 1990 bis 1992. In den genannten Jahren und ab 1996 fanden die Verleihungen in wechselnden Städten statt, darunter Offenburg (Stammsitz des Burda-Verlags, 19871987 war laut Burda-Verlag ein Jubiläumsjahr. Bei dieser Verleihung gab es auch 10 „Jubiläums-Bambis“, wobei für jedes Jahrzehnt ab den 40er Jahren je zwei Darsteller ausgezeichnet wurden. Allerdings hat man sich bei Burda verrechnet bzw. vergessen, dass 1966 die Verleihung ausgefallen war. 1987 wurde der Bambi erst zum 39. Mal verliehen und nicht, wie von Burda angenommen, zum 40. Mal. Für das 50-Jahre-Jubiläum hat man das korrigiert: 50 Jahre Bambi und tatsächlich die 50. Verleihung 1998. und 2008 zum 60-jährigen Jubiläum), Leipzig (1990 und 1996), Wiesbaden (1991 und 2011), Köln (1992 und 1997), Karlsruhe (1998 zum 50-jährigen Jubiläum), Berlin (1999 bis 2002 und 2013 bis 2018), Hamburg (2003/04), Düsseldorf (2007 und 2012), Potsdam (2009/10) und Baden-Baden (2019).

1966 gab es keine Verleihung und 1984 zwei (im Mai für das Filmjahr 1983/84 und im Dezember für das Filmjahr 1984). Zwei Verleihungen fanden nicht in Deutschland statt: 1971 in Monaco und 1972 in Salzburg.

Der Bambi war bis zum Verleihungsjahr 1967 ein reiner Filmpreis und 1968/69 ein kombinierter Film- und Fernsehpreis.Der Burda-Verlag reagierte damit auf die seit Ende der 1950er Jahre beständig sinkende Bedeutung des Kinos (deshalb auch die ausgefallene Verleihung 1966) und im Gegenzug auf die beständig zunehmende Verbreitung des Fernsehens. 1970 wurde er zum Fernsehpreis und berücksichtigte ab 1975 wieder den Bereich Film. 1984 schließlich wurde der Bambi zu dem allgemeineren Preis, wie er heute bekannt ist, nämlich zu einem Preis „für die Besten aus Film, Fernsehen, Sport und Gesellschaft“.: Geschichte 1984. Das Zitat bezieht sich auf die Dezember-Verleihung des Jahres 1984, bei der es erstmals einen Bambi im Bereich Gesellschaft gab (für Karlheinz Böhm wegen seines sozialen Engagements in der Hungerhilfe für Äthiopien). Bambis für Sportler gab es gelegentlich bereits seit dem Verleihungsjahr 1971.

Von 1996 bis 2019 wurde die Bambi-Verleihung durch die ARD übertragen. Nach Auslaufen des Vertrags verzichtete die ARD auf eine Verlängerung.

Burda plante, die Bambi-Verleihung auch ohne die ARD fortzusetzen, allerdings wurde 2020, 2021 und 2022 die Verleihung, u. a. wegen der COVID-19-Pandemie, abgesagt.

Die Bambi-Verleihung 2023 fand am 16. November 2023 statt. Die Bambi-Verleihung 2024 war am 7. November 2024 und wurde erstmals auf Prime Video übertragen.

Die Verleihung 2026 wurde laut einer Sprecherin des Burda-Verlags wegen der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie des erheblichen organisatorischen und finanziellen AufwandsBambi abgesagt: Burda: Zu großer Aufwand, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Juli 2026, S. 15. abgesagt.

Kategorien Bis zum Verleihungsjahr 1969 wurden Film-Bambis in zwei Abteilungen verliehen: Darsteller: beliebteste Darsteller (männlich/weiblich und deutsch/ausländisch), außerdem von 1959 bis 1965 Bambis für hervorragende Nachwuchsleistungen (deutsch männlich/weiblich) und 1961 bis 1968 für langjährige Verdienste um den deutschen Film (männlich/weiblich); Filme: künstlerisch wertvollste und geschäftlich erfolgreichste Filme (jeweils deutsch/ausländisch) und von 1964 bis 1968 zusätzlich Bambi für den erfolgreichsten Superfilm. Bei den Fernseh-Bambis ab dem Verleihungsjahr 1968 gab es keine festen, jährlich wiederholten Kategorien, allerdings welche, die häufig auftraten: Darsteller: beliebteste Darsteller (ab 1968, bis heute) und Nachwuchs-Darsteller (1975 bis 1980, dann bis 1988 unregelmäßig, seither nur noch selten); Serien (ab 1968, regelmäßig bis 1995, seither nur mehr selten); herausragende Fernseh-Produktionen (ab 1968, meist als Autoren- oder Regie-Preis, seit 1999 als Preis für das Fernseh-Ereignis des Jahres); Moderation (von Unterhaltung bis Information, ab 1969, bis heute); Showstars (ab 1971, Nachfolge Musik-Bambis seit 1980); Kindersendungen (1972 bis 1981). Seit 1984 erscheinen außerhalb der Bereiche Film und Fernsehen einige neue Kategorien: öfter vertreten sind:Nur ein- oder zweimal gab es nach 1984 Bambis in folgenden Kategorien: Medien (1990), Tier- und Umweltschutz (1992, Vorläufer bereits 1970, 1973, 1983), Wissenschaft (1997 und 2005), Zivilcourage (2002 und 2012) und Kommunikation (2003). Sport (seit 1984, Vorläufer bereits 1971 und 1977), soziales Engagement (seit 1984), Kultur (unregelmäßig seit 1988), Kreativität (1989 bis 1999), Politik (unregelmäßig seit 1989, Vorläufer bereits 1970 und 1977/78), Mode (seit 1989), Wirtschaft (unregelmäßig seit 1991), Stille Helden (seit 2009), Integration (seit 2010) und Unsere Erde (seit 2010); allgemeine Kategorien, die nicht auf ein spezielles Jahr bezogen sind und im Prinzip alle gesellschaftlichen Bereiche umfassen können: Lebenswerk (seit 1986) und Jahrhundert-/Millennium-Bambi (seit 1999). 1984 lag der Anteil der Kategorien außerhalb der Bereiche Fernsehen und Film bei rund einem Fünftel und steigerte sich bis 2009 auf gut die Hälfte, seit 2010 sind es etwa zwei Drittel (siehe dazu die entsprechenden Artikel).

Rezeption Die Hannoversche Allgemeine Zeitung plädierte im November 2011 dafür, die Bambi-Preisverleihung abzuschaffen, und begründete dies mit den Worten: „Immer gleiche Preisträger, unnötige ‚Skandale‘, willkürliche Kategorien, gesunkene Relevanz.“ Ähnliches gelte auch für die Goldene Kamera und den Deutschen Fernsehpreis. In: Hannoversche Allgemeine. 14. November 2011.

Die Verleihung des Bambi-Integrationspreises an den Rapper Bushido im November 2011 wurde von verschiedenen Seiten stark kritisiert. So äußerte der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, dass Bushido für Frauen- und Schwulenfeindlichkeit stehe und man daher kaum von einer Integrationsleistung sprechen könne, wenn sich jemand auf dem Rücken anderer profiliere. Der Volkssänger Heino gab wenige Tage nach der umstrittenen Bambi-Verleihung seine Auszeichnung, die ihm 1990 verliehen worden war, mit folgender Begründung zurück: „Ich bin zutiefst empört, dass man einem gewalttätigen Kriminellen wie Bushido den Bambi verleiht. Mit diesem Mann möchte ich nicht auf eine Stufe gestellt werden.“Ärger über Bushido – Heino gibt Bambi zurück. In: Berliner Morgenpost. 12. November 2011. Auch Laudator Peter Maffay kritisierte etwa einen Monat nach der Preisverleihung Bushido, dieser habe „seinen Worten leider keine Taten folgen lassen“, und beendete die Zusammenarbeit mit ihm und Sido. Zuvor waren die drei in der Sendung Markus Lanz zu Gast, bei der es zu heftigen Wortgefechten mit anderen Gästen und dem Moderator gekommen war.Maffay bricht mit Rapper Bushido. Stern.de vom 2. Dezember 2011.

Moderation 2000: Sabine Christiansen 2001: Axel Bulthaupt 2002: Barbara Schöneberger 2003: Jörg Pilawa und No Angels 2004: Monica Lierhaus und Johannes B. Kerner 2005: Bettina Zimmermann, Sky du Mont und Thomas Hermanns 2006: Harald Schmidt und Eva Padberg 2007: Harald Schmidt 2008: Harald Schmidt 2009: Katarina Witt und Tom Bartels 2010: Sarah Jessica Parker (Hauptmoderation) u. a. 2011: Gwyneth Paltrow (Hauptmoderation) u. a. 2013: Helene Fischer 2014: Barbara Schöneberger, Johannes B. Kerner u. a. 2015: Kai Pflaume 2016: Barbara Schöneberger, Alexander Bommes, Judith Rakers u. a. 2017: Barbara Schöneberger und Florian Silbereisen 2018: Florian Silbereisen 2019: Kai Pflaume 2023: Nazan Eckes und Giovanni Zarrella 2024: Victoria Swarovski und Sasha 2025: Michelle Hunziker und Feli 2026: Keine Veranstaltung

Liste der Preisträger Liste der Bambi-Preisträger

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehpreis (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1948