Georg Wilhelm Ernst August Friedrich Axel Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (* 25. März 1915 in Braunschweig; † 8. Januar 2006 in München) war ein Enkel von Wilhelm II. und Schwager von Philip, Duke of Edinburgh.

Eltern mini|Herzog Ernst August von Braunschweig mit seiner Frau Viktoria Luise und den Kindern Georg Wilhelm (links) und Ernst August (1916).|alternativtext= Georg Wilhelm kam als zweites von insgesamt fünf Kindern des letzten, zwischen 1913 und 1918 regierenden Herzogs Ernst August III. von Braunschweig und Lüneburg (1887–1953) und der einzigen Tochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Prinzessin Viktoria Luise von Preußen (1892–1980) zur Welt. Benannt wurde er nach dem älteren Bruder seines Vaters, dem 1912 verstorbenen Georg Wilhelm von Hannover.

Geschwister Ernst August (1914–1987) ⚭ 1951 Ortrud Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1925–1980) ⚭ (1981) mit Monika Gräfin zu Solms-Laubach (1929–2015) Friederike Luise (1917–1981) ⚭ 1937 Paul I. von Griechenland (1901–1964) Christian (1919–1981) ⚭ 1963 bis 1976 Mireille Dutry (* 1946) Welf Heinrich (1923–1997) ⚭ 1960 Alexandra Prinzessin zu Ysenburg und Büdingen (1937–2015)

Leben Georg Wilhelm wurde evangelisch-lutherisch getauft. Seine Taufpaten waren die Königinmutter Maria Christina von Spanien und Prinz Axel von Dänemark.Herzogin Viktoria Luise: Ein Leben als Tochter des Kaisers. 1965. 15. Auflage, Göttinger Verlagsanstalt, Hannover 1979, ISBN 3-87267-020-4, S. 147. Er besuchte das Gymnasium in Hameln und von 1930 bis 1934 die elitäre Internatsschule Schloss Salem bei Überlingen am Bodensee, die sein Onkel, der letzte deutsche Reichskanzler im Ersten Weltkrieg Max von Baden 1920 zusammen mit dem Pädagogen Kurt Hahn gegründet hatte.

Georg Wilhelm Prinz von Hannover studierte Jura und promovierte an der Universität Göttingen zum Doktor der Rechtswissenschaft.

Während des Zweiten Weltkrieges war Georg Wilhelm Offizier im Stab Generaloberst Heinz Guderians bei der Panzergruppe 2 der Heeresgruppe Mitte. Er nahm am Unternehmen Barbarossa und den Schlachten um Smolensk, Kiew und Orel teil. Erst im Januar 1944 schied er infolge des Prinzenerlasses als Rittmeister aus der Wehrmacht aus.Herzogin Viktoria Luise: Ein Leben als Tochter des Kaisers. 1965. 15. Auflage, Göttinger Verlagsanstalt, Hannover 1979, ISBN 3-87267-020-4, S. 299–300, S. 304.

Der Pferdeliebhaber Georg Wilhelm, der vor dem Zweiten Weltkrieg der deutschen Military-Mannschaft angehört hatte, baute später die Reit-Akademie in München-Riem auf. Er war Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

Von 1948 bis 1959 leitete Georg Wilhelm die Schule Schloss Salem. Von 1966 bis 1970 war er Präsident der Internationalen Olympischen Akademie (IOA), zu deren Gründungsmitgliedern er gehörte.

Nachkommen Im April 1946 heiratete Georg Wilhelm Sophie von Griechenland (1914–2001), eine Tochter von Andreas von Griechenland und dessen Gemahlin Alice von Battenberg. Das Paar kannte sich dadurch, dass Sophies Cousin, König Paul, seit 1937 mit Georg Wilhelms Schwester Friederike verheiratet war.

Sophie, Mutter von fünf Kindern, war in erster Ehe seit 1930 mit dem 1943 im Zweiten Weltkrieg verunglückten Christoph Prinz von Hessen verheiratet gewesen. Durch den gemeinsamen Urgroßvater Christian IX. von Dänemark waren Georg Wilhelm und Sophie Cousin und Cousin zweiten Grades.

Aus der Ehe Georg Wilhelms mit Sophie gingen mehrere Kinder hervor: Welf Ernst August Andreas (1947–1981) ⚭ 1969 Wibke van Gunsteren (Welf wurde unter dem Namen Swami Anand Vimalkirti Anhänger Oshos und starb im Januar 1981 infolge eines angeborenen Aneurysmas in der Universitätsklinik von Poona (Indien) nach einem Schlaganfall.) Ein Welfe im Nirwana: Der Tod eines deutschen Prinzen, der für Bhagwan lebte, In: Der Spiegel, 2. März 1981.Judith M. Fox: Osho Rajneesh. In: Studies in Contemporary Religion. Signature Books, Salt Lake City 2002, S. 20

Georg Paul Christian (* 1949) ⚭ 1973 Victoria Anne Bee

Friederike Elisabeth (* 1954) ⚭ 1979 Jerry William Cyr.

Georg Wilhelm starb im Alter von 90 Jahren am 8. Januar 2006 in München.

Veröffentlichungen Die völkerrechtliche Stellung Deutschlands nach der Kapitulation. Dissertation, Göttingen 1948. Die völkerrechtliche Stellung Deutschlands nach der Kapitulation. Heymann Verlag, Köln 1984. Beteiligung an: Die Flüchtlingstragödie des Khmer-Volkes. Tykve, Böblingen 1988.

Literatur Peter Steckhan: Welfenbericht. 150 Jahre Familiengeschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg dokumentiert in Photographie und Film. Matrix Media, Göttingen 2008, ISBN 978-3-932313-10-3. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Carola von Ehrenkrook, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. 1951. I. Abt., Band I, Band 1 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1951, S. 33–35. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser (Hofkalender). 1942. III. Abt., A. Haus Braunschweig-Lüneburg (Welfen), Jahrgang 179, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 27–29.

Weblinks

Einzelnachweise Peter Steckhan: Welfenbericht. Matrix Media, Göttingen 2008, ISBN 978-3-932313-10-3, S. 143. Peter Steckhan: Welfenbericht. Matrix Media, Göttingen 2008, ISBN 978-3-932313-10-3, S. 188. Peter Steckhan: Welfenbericht. Matrix Media, Göttingen 2008, ISBN 978-3-932313-10-3, S. 190.

Georg Wilhelm Kategorie:Viktoria Luise von Preußen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Mann