Bechtsbüttel ist ein Ortsteil der Gemeinde Meine in Niedersachsen unmittelbar nördlich von Braunschweig.
Geografie Geografische Lage Bechtsbüttel liegt im Süden des Landkreises Gifhorn und grenzt an drei Seiten an die Stadt Braunschweig. Nur eine schmale Verbindung nach Abbesbüttel führt über Gifhorner Gebiet. Der Mittellandkanal sowie die Bahnstrecke Braunschweig–Wieren führen in Abschnitten durch die Bechtsbütteler Gemarkung. Bechtsbüttel ist Teil der Gemeinde Meine und befindet sich etwa fünf Kilometer Luftlinie südsüdöstlich des Hauptortes. Nächstgelegene Mittelzentren sind Wolfsburg, Salzgitter, Wolfenbüttel, Gifhorn, Peine und Celle.
Nachbargemeinden * Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf die Entfernung bis zum Stadtzentrum. Stadt Gifhorn (20 km) Gemeinde Vordorf (3,5 km) Ortsteil Meine (5 km) Ortsteil Abbesbüttel (2 km) Stadt Wolfsburg (30 km) BS-Thune (2 km) Datei:Windrose klein.svg Ortsteil Grassel (4 km) BS-Wenden (2,5 km) BS-Bienrode (2 km) BS-Waggum (1,5 km) Stadt Braunschweig (10 km)
Bevölkerung Jahr EinwohnerBrand, Renate: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6 Häuser Jahr EinwohnerPapenteicher Nachrichten, Ausgabe 395 - Mai 2007, Seite 5 Häuser 17. Jhd. 3 1939 250 18. Jhd. 40–50 1950 462 50 1811 117 13 1961 443 ~1850 146 1970 439 1895 ~50 1980 416 1905 194 1990 419 1912 193 2000 531 1933 245 2014 568 ~150 Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für Bechtsbüttel unabhängig von der Gemeinde Meine belegt. Seit der Eingemeindung und der Gründung der Samtgemeinde 1974 wurde die Einwohnerentwicklung für den Ort Bechtsbüttel von der Samtgemeinde Papenteich dokumentiert. Zum 31. Dezember 2006 hatte Bechtsbüttel 534 Einwohner, aktuell gestiegen auf 568 Einwohner.https://www.bechtsbuettel.de
Über die Frühzeit des Ortes liegen keine bekannten Daten betreffend der Einwohnerzahl vor. Im 18. Jahrhundert betrug die Einwohnerzahl von Bechtsbüttel nicht mehr als vierzig bis fünfzig Personen. 1811 wurden 117 Personen gezählt, wobei die kleine Siedlung Wendebrück mitgerechnet wurde. Die nächsten signifikanten Anstiege gab es erst wieder mit dem Bau der Eisenbahn 1894 und dem Bau des Mittellandkanals Anfang der 1930er Jahre. Während der Nachkriegszeit stieg die Einwohnerzahl aufgrund des Zuzugs von Flüchtlingen und Vertriebenen bis auf 462. Bis zur Gemeindereform 1974 zählte auch Wendebrück noch zu Bechtsbüttel.
Geschichte Gründung von Bechtsbüttel mini|Gedenkstein an das Ortsjubiläum Bechtsbüttel gehört zu den Dörfern, die auf -büttel enden und deren genaue Gründungszeit umstritten ist. In neuesten Veröffentlichungen geht man von einer Gründungsphase im 11. bis zum 15. Jahrhundert aus. Erstmals urkundlich erwähnt wird Bechtsbüttel im Jahre 1196 als Berthisbutl in der Stiftsurkunde von Heinrich zu Rhein, dem ältesten Sohn Heinrichs des Löwen. Gemäß dieser Urkunde gehörte das Dorf dem Stift St. Cyriakus. Das Dorf wird 1418 dem Kloster Riddagshausen übereignet, dem es dann bis ins 19. Jahrhundert zinspflichtig war. In der Übereignungsurkunde wird der Ort allerdings als „wüstes Dorf“ beschrieben, so dass davon auszugehen ist, dass der Ort wüst gefallen war und zu einem späteren Zeitpunkt wiederbesiedelt wurde. Es existieren aber keine genauen Dokumente über diese Zeitpunkte. Am Südrand Bechtsbüttels wurde bei der Renaturierung des Beberbachs ein alter Grenzstein gefunden, der das Herzogtum Braunschweig gegen das Königreich Hannover abgrenzte. Weitere Steine stehen am Radweg Waggum–Abbesbüttel, der östlich an der Kiesgrube entlangführt, sowie südlich des Bockelsbergs am Rande des Bechtsbütteler Krühgartens. Eine historische Grenzbeschreibung kann man dem Rezess von 1824 entnehmen.Nouveau recueil de traités d'alliance, de paix, de treve, de …, Band 6
Eingemeindung Am 1. März 1974 wurde Bechtsbüttel in die Gemeinde Meine eingegliedert. Ein Teil des Ortes wurde nach Braunschweig umgegliedert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Das Dorf verfügt über folgende Vereine und Organisationen: Freiwillige Feuerwehr Bechtsbüttel von 1932 Schützenverein Bechtsbüttel von 1951 e. V. Siedlergemeinschaft Bechtsbüttel von 1955 (Deutscher Siedlerbund) Sportverein „Turm 78“ Gärtnerverein Bechtsbüttel Frauenhilfe Bechtsbüttel Jagdgenossenschaft Bechtsbüttel Jugendclub Bechtsbüttel (betreut von einer Honorarkraft der Gemeinde Meine)
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen mini|Feuerwehrhaus Bechtsbüttel verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus und ein 2006 erbautes Feuerwehrhaus. Für Kinder steht ein Spielplatz und für Jugendliche seit 2011 ein Jugendtreff zur Verfügung. Auf dem Friedhof, zu dem auch eine Kapelle gehört, steht das Kriegerdenkmal und erinnert an die Opfer der beiden Weltkriege.
Die Poststelle II, die dem Postamt Gifhorn zugeordnet war, wurde geschlossen. Mit der Eingemeindung nach Meine bekam die Poststelle Bechtsbüttel die postalische Bezeichnung Meine 5.Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen (Hrsg.): Ortsverzeichnis Post. Bonn 1983, S. 748. Heute ist in Bechtsbüttel nur noch ein Postbriefkasten vorhanden.
Bildung Der Kindergarten Bechtsbüttel wurde 2019 in einem Neubaugebiet eröffnet.Neue Kita in Bechtsbüttel eingeweiht. Aller Zeitung, 24. Februar 2019, abgerufen am 7. Mai 2022. Eine Schule ist in Bechtsbüttel nicht vorhanden.
Verkehr mini|Betriebsbahnhof Wenden-Bechtsbüttel in Wenden Durch Bechtsbüttel verläuft die Landesstraße 293, die im Ortsbereich von Bechtsbüttel als Wendener Straße bezeichnet wird. In nordöstlicher Richtung führt die L 293 von Bechtsbüttel über Bevenrode, Grassel und Essenrode bis zur Landesstraße 321 zwischen Allenbüttel und Wettmershagen. In südwestlicher Richtung führt die L 293 von Bechtsbüttel bis zur Bundesautobahn 391, Anschlussstelle 1 (Braunschweig-Wenden). Linienbusse fahren von Bechtsbüttel über Meine bis nach Gifhorn sowie nach Braunschweig-Wenden.
Der Betriebsbahnhof Wenden-Bechtsbüttel liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren in der Gemarkung Wenden. Hier können Züge kreuzen. Früher diente der Bahnhof auch dem Güter- und Personenverkehr. Heute sind die nächstliegenden Bahnhöfe mit Personenverkehr Meine und Braunschweig-Gliesmarode in jeweils rund sieben Kilometer Entfernung.
Weblinks
Offizielle Website
Quellen
Kategorie:Ort im Landkreis Gifhorn Kategorie:Meine Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gifhorn) Kategorie:Ersterwähnung 1196 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974