mini|hochkant|Johannes Krisch (2019) Johannes Krisch (* 8. Dezember 1966 in Wien; † 27. Juli 2026 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler und Sänger. Krisch gehörte von 1989 bis 2019 dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an und trat in vielen Inszenierungen auf. Er hatte auch Engagements bei den Salzburger Festspielen und war von 2021 bis 2023 künstlerischer Leiter der Raimunderspiele Gutenstein. Ebenso stand er für Fernsehproduktionen vor der Kamera, insbesondere sein Wirken in Tatort und SOKOs machten ihn berühmt.

Karriere und Wirken Johannes Krisch war, wie schon sein Vater, gelernter Tischler und beendete seine Lehre als Geselle. Er absolvierte auch eine Ausbildung zum Schauspieler, zum Theater fand er eher auf Umwegen. Nachdem er für eine Produktion ein Bühnenbild gebaut hatte, gelangte er schrittweise in den Theaterbetrieb hinein. Er begann 1986 als freier Schauspieler in Wien zu arbeiten. Nach verschiedenen Auftritten auf Kellerbühnen wechselte er 1988 an das Theater Liechtenstein. Ab 1989 war Krisch Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, dem er bis 2019 angehörte. Er stand dort unter anderem in der österreichischen Erstaufführung von Sergi Belbels Die Zeit der Plancks auf der Bühne, spielte in Martin Kušejs Ottokar-Inszenierung den Milota von Rosenberg, außerdem war er in Franzobels Wir wollen den Messias jetzt oder die beschleunigte Familie und in Die Macht der Gewohnheit von Thomas Bernhard zu sehen.

Er arbeitete mit Regisseuren wie Claus Peymann, Jürgen Flimm, Hans Neuenfels, Ruth Berghaus, Leander Haußmann, Karlheinz Hackl, Paulus Manker und Philip Tiedemann zusammen. Krisch spielte weiters bei den Salzburger Festspielen und am Landestheater Liechtenstein. Ebenso stand er oft für diverse Fernsehproduktionen vor der Kamera. In Thomas Brezinas Kinder-Spielshow Drachenschatz verkörperte er ab 2006 den bösen Zauberer Merlox, der den Kandidaten Fallen stellte.

mini|hochkant|Johannes Krisch bei der Premiere von Vielleicht in einem anderen Leben (2011)

Im Mai 2003 brachte er mit Andy Radovan und seiner Band seine erste CD unter dem Titel Mirror heraus, die Songverarbeitungen des von ihm verehrten Lou Reed und dessen Band The Velvet Underground enthält. 2008 spielte er die Hauptrolle in Götz Spielmanns oscarnominiertem Filmdrama Revanche. Im selben Jahr wurde er für seine Darstellung in Freier Fall für den Nestroy-Theaterpreis als Beste Nebenrolle nominiert. 2010 spielte er die Rolle des Paul Schremser in Peter Patzaks Kottan ermittelt: Rien ne va plus. Im selben Jahr wirkte er in Elisabeth Scharangs Vielleicht in einem anderen Leben mit. Am 24. Juni 2017 wirkte Krisch am „Falco Coming Home – The Tribute“-Konzert im Rahmen des Donauinselfestes 2017 mit und präsentierte dabei die Songs Jeanny und Coming Home (Jeanny Part 2, One Year Later). 2021 übernahm Johannes Krisch die Rolle des Karl Bockerer im Theaterstück Der Bockerer unter der Regie von Stephan Müller im Theater in der Josefstadt.

mini|hochkant|Johannes Krisch bei der Österreich­premiere von 360 (2012)

Nach dem Rücktritt von Andrea Eckert als Intendantin der Raimundspiele Gutenstein Anfang Jänner 2021 wurde Johannes Krisch zum künstlerischen Leiter der Raimundspiele bestellt. 2023 folgte ihm Norbert Gollinger als Intendant nach.

Privatleben Krisch war Vater von fünf Kindern: drei Söhne stammten aus erster Ehe sowie ein Sohn und eine Tochter aus zweiter Ehe. Ab Sommer 2020 war er mit der Schauspielerin Larissa Fuchs verheiratet; ab 2024 lebten sie getrennt.

In einem Interview mit Judith Hecht im Juni 2024 in der Presse sprach Krisch über seine Depression und seine gesundheitlichen Probleme, die ihn zu einer langen Arbeitspause gezwungen hatten. Johannes Krisch starb am 27. Juli 2026 im Alter von 59 Jahren in einem Wiener Spital an den Folgen einer Krebserkrankung.

Auszeichnungen Beim Grazer Filmfestival Diagonale im März 2011 wurde Krisch für seine Darstellungen in Die Vaterlosen, Vielleicht in einem anderen Leben und Kottan ermittelt: rien ne va plus mit dem Schauspielpreis ausgezeichnet. Beim Österreichischen Filmpreis 2016 wurde er in der Kategorie Beste männliche Hauptrolle für Jack ausgezeichnet.Österreichischer Filmpreis: 13 Auszeichnungen für sechs Kinofilme mit ORF-Beteiligung. APA-OTS-Aussendung vom 20. Jänner 2016, abgerufen am 20. Jänner 2016. 2017 wurde ihm der Große Schauspielpreis der Diagonale verliehen und der Berufstitel Kammerschauspieler zuerkannt.

Filmografie (Auswahl) 1987: Tatort – Flucht in den Tod 1988: Linie 1 1998: Kommissar Rex – Ein mörderischer Plan 2000: Die Nichte und der Tod (Fernsehfilm) 2001: Kommissar Rex – Strahlen der Rache 2002: Zwei Väter einer Tochter 2004: Tatort – Der Wächter der Quelle 2008: Revanche 2008: Der schwarze Löwe 2009: Böses Erwachen 2010: Vielleicht in einem anderen Leben 2010: Kottan ermittelt: Rien ne va plus 2011: Tatort – Vergeltung 2011: Die Vaterlosen 2011: Isenhart – Die Jagd nach dem Seelenfänger 2011: 360 2012: Die Rache der Wanderhure 2012: Braunschlag (Fernsehserie) 2013: SOKO Donau/SOKO Wien – Undercover (Fernsehserie) 2014: SOKO Kitzbühel – Vergeltung: Teil 1 + 2 (Fernsehserie) 2013: Finsterworld 2014: Vergiss mein Ich 2014: Im Labyrinth des Schweigens 2014: Altes Geld (Fernsehserie) 2014: Landauer – Der Präsident 2014: Landkrimi – Die Frau mit einem Schuh 2015: SOKO Donau/SOKO Wien – Scheinheilig (Fernsehserie) 2015: Jack 2016: Aus der Haut 2016: Gleißendes Glück 2016: A Cure for Wellness 2017: Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe (Fernsehdreiteiler) 2017: Die Toten vom Bodensee – Abgrundtief 2017: Aus dem Nichts 2017: Harter Brocken – Die Kronzeugin 2018: Dennstein & Schwarz – Sterben macht Erben 2018: Die Protokollantin 2018: Der Trafikant 2018: Angst in meinem Kopf – Buch und Regie: Thomas Stiller 2018: Tatort – Her mit der Marie! 2018: Ein verborgenes Leben (A Hidden Life) 2018: Die Toten von Salzburg – Mordwasser 2018: Dennstein & Schwarz – Pro bono, was sonst! 2019: Vienna Blood – Der verlorene Sohn 2020: Narziss und Goldmund 2020: Freud (Fernsehserie) 2020: Neben der Spur – Erlöse mich 2022: Märzengrund 2022: SOKO Donau/SOKO Wien – Grenzen (Fernsehserie) 2023: Wald

Gastauftritt Als Gast gemeinsam mit Stefanie Werger in Denk mit Kultur. 5. Staffel, Sendung am 27. Oktober 2018.In memoriam Johannes Krisch: DENK mit KULTUR. Johannes Krisch und Stefanie Werger. In: tv.ORF.at, abgerufen am 31. Juli 2026: Ausstrahlung in ORF III am 31. Juli 2026. Online (52:00 Min) auf ORF ON, verfügbar bis 26. Jänner 2027.

Weblinks

Johannes Krisch Agenturprofil Johannes Krisch beim Theater in der Josefstadt

Einzelnachweise

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