Die Axpo Power AG mit Sitz in Baden, Kanton Aargau, ist zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Axpo Holding. Sie produziert, verteilt und vertreibt Strom sowie andere Energie und bietet energienahe Dienstleistungen.Eintrag „Axpo Power AG“, Handelsregister Kanton Aargau, abgerufen am 27. April 2020
Die Axpo Power ist aus der Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK),, abgerufen am 27. April 2020 der späteren Axpo AG, hervorgegangen. Die NOK wiederum hat ihren Ursprung in der 1907 gegründeten Kraftwerke Beznau Löntsch AG.Geschichte des Kraftwerks am Löntsch, Stiftung pro Netstal, abgerufen am 27. April 2020
Geschichte miniatur|Stausee Klöntalersee mini|Früheres Logo → Hauptartikel Geschichte Axpo siehe Axpo Holding AG
Die Motor AG für angewandte Elektrizität stellte 1902 das Aarekraftwerk bei Beznau und 1908 das Kraftwerk am Löntsch fertig. Sie gründete eine gemeinsame Gesellschaft, die Kraftwerke Beznau Löntsch AG. Das Kraftwerk am Löntsch nutzt für die Elektrizitätsproduktion den Klöntalersee, einen durch Bergsturz entstandenen Natursee. Die beiden Kraftwerke wurden durch Hochspannungsleitungen zum zweiten Stromverbund der Schweiz zusammengeführt.
1914 übernahmen die Kantone Aargau, Glarus, Zürich, Thurgau, Schaffhausen und Zug die Kraftwerke Beznau-Löntsch und nannten die Gesellschaft neu NOK. Der Kanton Schwyz wollte sich ursprünglich auch am Projekt beteiligen, aber der Kantonsrat stimmte der Beteiligung nicht zu.. Gründungsvertrag NOK, vom 6. Juli 1914 (PDF; 58 kB). Abgerufen am 18. März 2020 Beznau ist noch heute eine der wichtigsten Unterstationen im 380-kV-Übertragungsnetz. Im Jahr 1929 stösst die ebenfalls 1914 gegründete St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) zur NOK, erst 1951 auch der Kanton Appenzell Innerrhoden.
In den 1960er Jahren gelangten Schweizer Behörden, NOK und die anderen grossen Stromerzeuger zum Schluss, dass die Wasserkraft als Stromlieferantin weitgehend ausgeschöpft sei. Im Zentrum des Interesses standen nun ölthermische Kraftwerke und die Kernenergie. Von 1962 ist aus der NOK-Chefetage folgendes Zitat bezüglich den damaligen Plänen einer eigenen schweizerischen Kernkraftwerksentwicklung überliefert: "Atomkraftwerke werden erst dann preislich konkurrenzfähig, wenn ein Teil der Forschungs- und Anlagekosten auf andere Schultern abgewälzt werden kann, z. B. auf die Herstellung von Kernwaffen."
Aufgrund des Unfalles im Versuchs-Kernkraftwerk Lucens konnten allfällige eigene Reaktorpläne dann ohnehin nicht realisiert werden; die NOK setzten mit dem KKW Beznau auf die amerikanische Technologie des Leichtwasserreaktors.Peter Hug: Geschichte der Atomtechnologie-Entwicklung in der Schweiz, 1985
1969 geht das erste Schweizer Kernkraftwerk, das KKW Beznau 1, in Betrieb. 1971 folgt das KKW Beznau 2. Der Durchbruch der Atomkraft war dabei politisch breit abgestützt,Eine vergessene Erfolgsgeschichte, in: Die Weltwoche, 18. August 2011, online nicht verfügbar inklusive der Unterstützung von Umweltschützern, die die Verbauung von Flüssen und Bächen eindämmen und die zunehmend verschmutzte Luft von CO2 entlasten wollten.50 Jahre Kernkraftwerk Beznau, in: Aargauer Zeitung, 1. Oktober 2010, abgerufen am 27. April 2020
1992 schloss die NOK mit den Tschechoslowakischen Elektrizitätswerken einen Zehnjahresvertrag über Stromlieferungen an die Schweiz.
1997 leitet die EU die schrittweise Liberalisierung des Strommarkts ein. Um aus der NOK ein europafähiges Stromunternehmen zu machen, gründen die NOK sowie die NOK-Kantone und ihre Kantonswerke 2001 die Axpo Holding AG. 2009 wird aus der NOK neu die Axpo AG und aus dieser 2012 die heutige Axpo Power AG.
Im Zuge der Liberalisierung werden Eigentum und der Betrieb des Übertragungsnetzes vom Geschäft Verteilnetz, Stromproduktion und -handel entflochten und das Übertragungsnetz per Anfang 2013 in die 2006 gegründete nationale Netzgesellschaft Swissgrid überführt. Axpo Power AG ist mit 22,7 % an Swissgrid beteiligt.Die Aktionäre der Swissgrid, in: swissgrid.ch/corporate governance, abgerufen am 27. April 2020Referenz für gesamtes Kapitel „Geschichte“: , in: Chronik NOK / Axpo, PDF
Aktionäre Axpo Power AG ist zu 100 % eine Tochter der Axpo Holding AG und diese ist zu 100 % in öffentlicher Hand.Geschäftsbericht 2018/19 Axpo Holding AG / Corporate Governance, in: axpo.com/berichte&termine
Kraftwerke und Netze mini|Standorte der Axpo Kraftwerke in der SchweizAxpo Website, in: axpo.com / über uns / standorte, abgerufen am 27. April 2020|alternativtext= mini|KKW Beznau Die Axpo Power AG betreibt mehr als 100 Kraftwerke. Ihr Schweizer Kraftwerkspark verfügt über eine installierte Leistung von rund 5830 Megawatt (MW), Stand Ende September 2019, und hat eine Produktionskapazität von rund 25 Mrd. Kilowattstunden (kWh).Nachhaltigkeitsbericht 2018/19, Axpo Holding AG, in: axpo.com/berichte&termine
Der heimische Strommix der Axpo Power AG aus Wasserkraft, Kernkraft und neuen Energien wie Biomasse ist im Betrieb praktisch CO2-neutral.
Das überregionale Verteilnetz der Axpo (110 kV/50 KV/16 kV) erstreckt sich über und 2200 Kilometer und umfasst 8000 Masten. Es besteht zu 82 Prozent aus Freileitungen und zu 18 Prozent aus Kabelleitungen. Axpo versorgt mit ihren Netzen die gesamte Nordostschweiz, das Fürstentum Liechtenstein sowie Teile der Kantone Schwyz, Zug, Graubünden und Wallis mit Strom., in: axpo.com / netze, am abgerufen am 27. April 2020
Die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrüchen pro Endverbraucher ist gering. Im Geschäftsjahr 2018/19 lag diese bei Axpo Netze bei 0,25 [min/a], bei der CKW bei 21,6 [min/a].Nachhaltigkeitsbericht 2018/19, Axpo Holding AG, in: axpo.com/berichte&termine
Kernkraftwerke Die Axpo Power AG ist zu 100 % Eigentümerin des Kernkraftwerks Beznau. Sie ist mit 22,8 % am Kernkraftwerk Leibstadt beteiligt und für die Geschäftsführung verantwortlich. Am Kernkraftwerk Gösgen besitzt sie 25 % des Aktienkapitals.
In der Schweiz beträgt der Anteil der Kernenergie an der Stromproduktion im 10-Jahresdurchschnitt 39 Prozent, im Winter bis zu 45 Prozent. Die jährliche Verfügbarkeit liegt bei rund 90 Prozent.Jährliche Verfügbarkeit der Schweizer Kernkraftwerke liegt bei rund 90 Prozent, in: bfe.admin.ch, Bundesamt für Energie, BFE, Kernenergie Übersicht, abgerufen am 27. April 2020 Kernkraftwerke liefern Bandstrom (Grundlaststrom).
Die Axpo Power AG verfügt mit ihren Kernkraftwerken (Eigentum, Partnerwerke und Langfristverträge mit Frankreich) über eine installierte Leistung von 1500 MW.Nachhaltigkeitsbericht 2018/19, Axpo Holding AG, in: axpo.com/berichte&termine
Meldepflichtige Vorfälle Die Betreiber der Schweizer Kernanlagen müssen dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI VorkommnisseMeldepflichtige Vorkommnisse, in: ensi.ch/vorkommnisse melden, die die Kriterien gemäss der KernenergieverordnungKernenergieverordnung, in: admin.ch, abgerufen am 27. April 2020 und dem Regelwerk des ENSI erfüllen. Meldepflichtige Ereignisse zeigen auf, dass eine Unregelmässigkeit im Betrieb aufgetreten ist, die beobachtet und gemeldet werden musste. Sie bedeuten nicht notwendigerweise, dass messbare Mengen radioaktiver Substanzen versehentlich freigesetzt wurden.
Gemäss ENSI sind die Schweizer Kernkraftwerke 2019 sicher betrieben worden.Bilanz 2019: Sicherer Betrieb der Schweizer Kernanlagen gewährleistet, Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, 22. Januar 2020, in: ensi.ch, abgerufen am 27. April 2020
2018 kam es laut dem ENSI in den Kernkraftwerken der Axpo Power AG (eigene Anlagen und Partnerwerke) gemäss der Internationalen Ereignisskala INES zu 31 meldepflichtigen Vorkommnissen.INES-Skala, International Nuclear and Radiological Event Scale (INES), IAEA International Atomic Energy Association, in: iaea.org, abgerufen am 27. April 2020
INES klassifiziert die Stufe 0 als Abweichung, die Stufen 1 bis 3 als Störungen und Störfälle, die Stufen 4 bis 7 als Unfälle.
Meldepflichtige Vorfälle 2018Anzahl Vorfälle der jeweiligen INES-StufeKKB 1KKB 2BeideKKLKKG3 der Stufe 01 der Stufe 0Keine10 der Stufe 0 2 der Stufe 113 der Stufe 0 Quelle: Aufsichtsbericht 2018ENSI Aufsichtsbericht 2018, Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, 19. März 2019, in: ensi.ch zur nuklearen Sicherheit in den schweizerischen Kernanlagen, ENSI (der Aufsichtsbericht erscheint jährlich und wird jeweils im Juni publiziert).
Kernkraftwerk Beznau Das Kernkraftwerk Beznau (KKB) ist zu 100 % im Besitz der Axpo Power AG. Es liegt auf einer Flussinsel der Aare im unteren Aaretal. Beznau 1 ist seit 1969 in Betrieb, Beznau 2 seit 1971. Beide Reaktoren sind vom Typ her Druckwasserreaktoren und verfügen über eine Leistung von je 380 MW brutto bzw. 365 MW netto.
Das KKB liefert rund 6 Milliarden kWh Strom im Jahr. Zusätzlich versorgt es ein Gebiet mit rund 18’000 Einwohnern mit Fernwärme.
Gemäss dem Schweizerischen KernenergiegesetzKernenergiegesetz der Schweiz, Der Bundesrat – Portal der Schweizer Regierung, in: admin.ch, abgerufen am 27. April 2020 haben Kernkraftwerke in der Schweiz eine unbefristete Betriebsbewilligung. Das bedeutet, dass Kernkraftwerke so lange betrieben werden können, wie sie sicher sind.
2019 feierte das das KKB das 50-Jahre-Jubiläum50 Jahre Kernkraftwerk Beznau, in: Aargauer Zeitung, 1. Oktober 2010, abgerufen am 27. April 2020 und zählt damit zu den ältesten AKW der Welt.
Auch der Bund soll für die Schweizer AKW neu mit einer Betriebsdauer von 60 Jahren rechnen (zuvor 50 Jahre); dies, um die Energiewende umsetzen zu können.Energiewende: Der Bund plant mit längeren Laufzeiten für AKW, in: NZZ am Sonntag, 1. Juni 2019, abgerufen am 27. April 2020 Die Axpo Power AG hat seit Bestehen des KKB rund CHF 2,5 Milliarden in die Nachrüstung und Erneuerung der Anlage investiert., in: axpo.com/kernkraft beznau, abgerufen am 27. Juni 2020
Seit Inbetriebnahme wurden auf der Insel Beznau 250 Terawattstunden Strom produziert. Ein Kohlekraftwerk hätte zur Produktion dieser Leistung rund 300 Millionen Tonnen CO2 in die Umwelt ausgestossen.Rüstige Jubilarin, in: Aargauer Zeitung, 5. Dezember 2019, abgerufen am 27. April 2020Referenz für gesamtes Kapitel „Kernkraftwerk Beznau“: Porträt Kernkraftwerk Beznau, in: kernenergie.ch, abgerufen am 27. April 2020
Vorkommnisse im Reaktordruckbehälter (RDB), Beznau I 2015 stellte Axpo mit neuer, bis dahin nicht zur Verfügung stehender Ultraschall-Messtechnik bewertungspflichtige Unregelmässigkeiten am Reaktordruckbehälter (RDB) des AKW Beznau 1 fest. Axpo vermutete, dass es sich bei den rund 950 Anomalien um Aluminiumoxyd-Einschlüsse handelt, die bereits beim Schmieden des Druckbehälters 1965 in Frankreich entstanden seien.Wie sicher ist Beznau I?, in: Tages-Anzeiger, 18. Juli 2015, abgerufen am 27. April 2020Beznau I bleibt bis Ende Jahr ausser Betrieb, in: Der Bund, 4. Mai 2016, abgerufen am 27. April 2020 In der Folge stand der Reaktor für rund drei Jahre still. So lange dauerte es, bis Axpo Power AG in einem umfangreichen Sicherheitsnachweis aufzeigen konnte, dass den Anzeigen kein sicherheitstechnischer Mangel zugrunde liegt. Sicherheitsnachweis sowie Stillstand und die Beschaffungskosten für Ersatzstrommengen kosteten das Unternehmen CHF 350 Mio.Beznau I darf wieder ans Netz – Axpo verliert durch dreijährigen Ausfall 350 Millionen, in: Aargauer Zeitung, 6. März 2018, abgerufen am 27. April 2020
Der Sicherheitsnachweis umfasst eine eigens hergestellte Nachbildung (Replika) eines Schmiederings, der auf Basis der Spezifikation für den Originalring in der englischen Schmiede Sheffield gegossen, geschmiedet und wärmebehandelt und anschliessend getestet worden ist.