Die Osloer Straße befindet sich im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte.
Straßenverlauf mini|Osloer-Straßen-Brücke über die Panke
Die Osloer Straße mit einer angegebenen Länge von 1462 Metern und der Nummer 3343 gehört zum System der übergeordneten Straßenverbindungen (Kategorie II). Sie besitzt zwei Richtungsfahrbahnen mit einem 20 m breiten Mittelstreifen, auf dem die Straßenbahn geführt wird.
Die Osloer Straße liegt zwischen der Ortsteilgrenze am Ostrand des Louise-Schroeder-PlatzesKarte von Berlin 1:5000 (K5 - Farbausgabe) westliches Ende Osloer Straße und der Kreuzung mit der Grüntaler Straße (bis 1910: Völkerstraße), wo sie in die Bornholmer Straße übergeht.östliches Ende der Osloer Straße Im Westen wird der Straßenzug von der Seestraße zum Stadtring A 100 weitergeführt. Das Straßenland liegt vollständig im Ortsteil Gesundbrunnen, 77 Meter am Südrand gehören zu Wedding (Grundstücke Reinickendorfer Straße 59b und Osloer Straße 76 und 77, anschließend abbiegend Reinickendorfer Straße 59a). Die Grundstückszählung beginnt an der Grüntaler Straße an der Nordseite mit der Hausnummer 1 fortlaufend bis zu den Sportplätzen Nummer 42. An der Südseite setzt sich die Zählung am Eckhaus Reinickendorfer Straße 59b mit Osloer Straße 76 nach Osten fort bis zur Hausnummer 127. (Die Tankstelle ist mit Grüntaler Straße 77a adressiert.) Von West nach Ost folgt die Straßenkreuzung am U-Bahnhof, wobei die Schwedenstraße in zwei getrennten Fahrbahnen in Nordwest-/Südost-Richtung kreuzt, während (in Verkehrsregelung) Tromsoer Straße von Nordost in die Schwedenstraße und Heinz-Galinski-Straße von Südwest in die Osloer Straße geführt ist. Es folgt die Kreuzung Kolonie-/Drontheimer Straße, wobei die Koloniestraße nach Nordost knickend eine 30 m versetzte Abbiegung erforderte. 250 m weiter überquert die Osloer Straße mit der Osloer-Straßen-Brücke die Panke. Die Brückenbreite beträgt 52 m, die Länge der Brückenbögen 15,3 m. Die Brücke wurde zwischen 1906 und 1908 als Bogenbrücke mit einfachem Stichbogengewölbe aus Ziegelsteinen erbaut. Am Ostufer der Panke kreuzen Travemünder Straße (von Süden) und Stockholmer Straße von Norden, mit dem Ausbau des Pankegrünzugs waren diese Straßen zurückgebaut worden. Die nächste Kreuzung erfolgt mit der Prinzenallee zwischen den Grundstücken Osloer Straße 15 und 16 (nördlich) und 109, 110 (südlich), wobei das südöstlich gelegene Eckhaus Prinzenallee 21 adressiert.Karte von Berlin 1:5000: Osloer Straße/Prinzenallee Die Wriezener Straße mündet von Nord, die Stettiner Straße von Südwest und letzterer gegenüber die Freienwalder Straße von Nord. 100 m weiter östlich kreuzt dann die eigentlich zweibahnige Grüntaler Straße mit grünem Mittelstreifen.Dieser Mittelstreifen für diese Querstraße ergibt sich aus der vormaligen Bahnführung der Wriezener Bahn auf dem Straßenzug der Grüntaler Straße. Aus verkehrstechnischen Gründen sind die jeweils rechten Fahrbahnen auf die Osloer Straße mündend ausgestaltet. Zur Entwicklung der Verkehrssituation und der Anbindung der Seitenstraßen an der Osloer Straße seit 1910 ist eine Kartensammlung auf HistoMapBerlin vorhanden. So führte die Seestraße noch 1910 über den Oskarplatz die Reinickendorfer Straße kreuzend, während die Christianiastraße zwar geplant aber nur zur Kreuzung Schwedenstraße und Schulstraße weiter Straße 69c ausgebaut war.
In der Berliner Statistik sind die Wohnbereiche der Osloer Straße dem lebensweltlich orientierten Raum (LOR) innerhalb des Ortsteils Gesundbrunnen durch diesen Straßenzug in einen Nordteil und Südteil getrennt. Innerhalb des Bezirks Mitte (Ortsteil Gesundbrunnen) gehören an der Nordseite die Hausnummer 1–42 zum Prognoseraum 03 = Gesundbrunnen, Bezirksregion 31 = Osloer Straße und dem Planungsraum 01=Soldiner Straße. An der Südseite teilt die Prinzenallee den östlichen Bereich mit den Hausnummern 111–127 des Prognoseraums Gesundbrunnen (03) der Bezirksregion Osloer Straße (31) aber Planungsraum Gesundbrunnen (02) zu. Dagegen gehört die Südseite zwischen Reinickendorfer Straße und Prinzenallee (Nummer 76–110) zum Prognosraum Wedding, (04), Bezirksregion Wedding-Zentrum (42) und Planungsraum 01=Reinickendorfer Straße. Die ältere verwaltungstechnische Einteilung waren die Statistischen Gebiete die mit den LOR übereinstimmte: an der Nordseite das statistische Gebiet 6, an der Südseite westlich der Prinzenallee das Gebiet 9 und östlich das statistische Gebiet 7. Die Straßenkreuzungen und -einmündungen ergaben die statistischen Blöcke.
Nach Postbezirken gehören seit der Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen alle Grundstücke zur PLZ 13559. Zuvor lagen die Grundstücke 1–41 und 83–127 in Berlin N 20 und der westliche Abschnitt 42–82 (westlich Schwedenstraße/Schulstraße) in Berlin N 65.
Geschichte Die Osloer Straße war als Straße Nr. 76 Teil des äußeren Straßenringes aus dem Berliner Bebauungsplan von 1862 (Hobrecht-Plan, Abt. X/2) aufgeführt. Seit 1870 wurden von der Badstraße aus Straßen nach Norden bebaut, die zu Querstraßen der Osloer Straße (damals: Straße 76) wurden. Im Adressbuch 1873 ist die Straße 76 erstmals als eigener Eintrag aufgenommen. In den folgenden Jahren wurde von der Grünthaler Straße nach Westen bebaut.
Die Benennung der Straße 76 und erfolgte am 8. März 1892 nach der norwegischen Hauptstadt als Christianiastraße. Die (seit 1877) offizielle Schreibweise des OrtsnamensNorwegen war damals in Personalunion mit Schweden und die schwedische Verwaltung verwendete den Namen Kristiania. war Christiania, benannt nach dem dänisch-norwegischen Konig Christian IV., der die Stadt 1524 neu gegründet hatte. Als die norwegische Hauptstadt zum 1. Januar 1925 den Namen Oslo erhielt, wurde dem folgend die Christianiastraße am 4. November 1938 auch umbenannt und trägt seitdem ihren heutigen Namen Osloer Straße.
Eine Darstellung der Bebauung der gesamten Osloer Straße findet sich auf dem Luftbild von 1928 und dem von 1953.Luftbilder 1928, Maßstab 1:4 000: Osloer Straße und Luftbilder 1953, Maßstab 1:22 000: Osloer Straße
Sehenswürdigkeiten An der Osloer Straße 16/17 befindet sich das unter Denkmalschutz stehende, von Hans Heinrich Müller entworfene und 1928–1929 errichtete Umspannwerk „Christiania“. Seit 2005 befindet sich in diesem Gebäude das kulturwirtschaftliche Innovationszentrum Christiania. Es vereinigt kleine Unternehmen unterschiedlichen Profils unter einem Dach, darunter Fotografen, Musiker, Designer. Vor dem Oberstufenzentrum in der Osloer Straße 23–26 ist der von Jida Yoshikumi geschaffene Brunnen mit Bären zu besichtigen. Neben dem Finanzamt in der Osloer Straße 37 steht seit 1967 die rund sieben Meter hohe Skulptur zum Durchschreiten von Barna von Sartory aus Edelstahl. Am westlichen Ende, vor der Einmündung in die Seestraße, in der Osloer Straße 42, befindet sich die nach Johannes Sobek benannte Hanne-Sobek-Sportanlage. Am Eingang zur Sportanlage befindet sich eine Gedenktafel für Johannes Sobek. Die Wohnanlage Osloer Straße 94–98, die nach Entwürfen von Paul Mebes und Paul Emmerich 1927–1928 errichtet wurde, steht unter Denkmalschutz. Die Osloer Straße 102 liegt auf der ehemaligen Pankeinsel, einem länglichen Landstreifen, der im frühen 18. Jahrhundert durch den Bau eines aus der Panke abgezweigten Mühlgrabens entstanden war. Durch die Regulierung des Wasserlaufs wurde die Insel mehrfach verkleinert und erst 1823 in der heutigen Form befestigt. Auf dem nördlichen Teil siedelte sich 1890 die Tresorfabrik S. J. Arnheim an. Die Fabrikhalle wird vom Berufsverband Bildender Künstler in Berlin als Bildhauerwerkstatt genutzt. Das Gebäude gehört zum historischen Kern des Ortsteils am oberen Ende der Badstraße. Der Architekt Georg Heyer entwarf das unter Denkmalschutz stehende und 1910–1911 errichtete Mietshaus mit Gewerbehof in der Osloer Straße 116a. Vom Haus Osloer Straße 118 sind nach Kriegsschäden nur zwei Seitenflügel erhalten. Im rechten Seitenflügel wurde 1995 ein alter Brunnen entdeckt, den man im ausgehenden 19. Jahrhundert noch vor dem Bau der städtischen Wasserleitung zur Wasserversorgung angelegt hatte. In der Osloer Straße 119 steht ein Wohnhaus mit Vorgarten aus der Zeit um 1865, das unter Denkmalschutz steht.
Öffentliche Einrichtungen In der Osloer Straße 12 befindet sich das soziokulturelle Zentrum Fabrik Osloer Straße e. V., das das Labyrinth Kindermuseum Berlin beherbergt. Das Oberstufenzentrum für Kommunikations-, Informations- und Medientechnik befindet sich in der Osloer Straße 23–26. Das Finanzamt Wedding befindet sich in der Osloer Straße 37.
Verkehr U-Bahn Der U-Bahnhof Osloer Straße, unter der Kreuzung der drei Straßenzüge Osloer Straße, Schwedenstraße und Heinz-Galinski-Straße/Tromsöer Straße gelegen, wird durch die U-Bahn-Linien U8 und U9 bedient.
Erste Planungen für einen Schnellbahnhof an dieser Stelle gehen auf das Jahr 1907 zurück. 1955 beschloss der Berliner Senat ein U-Bahn-Ausbauprogramm, der erstmals die damals neue U-Bahn-Linie G, die heutige U9, berücksichtigte. Dieser Plan sah bereits für einen Ausbau der Linien U8 und U9 nach Norden den Kreuzungspunkt unter der Osloer Straße vor. Die ersten U-Bahn-Bauarbeiten für einen Turmbahnhof begannen im Bereich der Osloer Straße im Jahr 1973. In halber Tieflage befindet sich ein Zwischengeschoss, eine Ebene tiefer befindet sich der Bahnsteig für die U9, in -facher Tieflage der Mittelbahnsteig der U8. Rainer G. Rümmler war für die Gestaltung zuständig. Der Bahnsteig der U9 wurde am 30. April 1976 eröffnet, der der U8 über ein Jahr später am 5. Oktober 1977.
Straßenbahn und Bus mini|Straßenbahnhaltestelle am U-Bahnhof Osloer Straße
Ab 12. Oktober 1928 wurde die Osloer Straße von der Straßenbahnlinie 8 (Nordring) auf dem Abschnitt Seestraße – Bornholmer Straße durchfahren. Ab 1929 bis 1936 hatte die Linie 19 (Schweden-/ Badstraße – Schöneberg, Belziger Straße) eine Endschleife über Schweden- / Bad- / Pankstraße und zurück: Kolonie- / Christiania- / Schwedenstraße.Linienverzeichnis 1932 mit Stand vom 1. März 1932 Linie 8 (Richard-Wagner-Platz – Görlitzer Bahnhof) fuhr bis zur Einstellung des Verkehrs 1945 auf diesem Streckenzug. Ab 1948 verkehrten wieder Straßenbahnen der Linie 3 (Ost) auf der Osloer Straße.Linienverzeichnis 1949 mit Stand vom 1. August 1949: Linie 3 West fuhr Hermannplatz – Seestraßenbrücke ergänzt durch die Linie 3 Ost Seestraße (Friedhöfe) – Treptow (Elsenstraße) mit Schaffnerwechsel an der Bösebrücke. Mit der Streckentrennung 1953 fuhr die „Westlinie 3“ zwischen Hermannplatz – Osloer/Grüntaler Straße.Linienverzeichnis 1953 mit Stand vom 1. April 1953 Ost-3: Björnsonstraße – Mühlen-/Warschauer Straße Die Straßenbahn wurde zu Beginn der 1960er Jahre durch Omnibusse ersetzt die ihren Endpunkt an der Bösebrücke hatten.Buslinien West-Berlin 1964 mit Stand vom 1. Oktober 1964: Der Buslinie A16 (Osloer/Drontheimer Straße – Breitenbachplatz) auf der Strecke Osloer Straße – Seestraße – Amrumer Straße … ab 26. November 1962, folgte ab 1. August 1964 Linie A89 (Grüntaler/Osloer Straße – Mehringplatz) in der Führung Grüntaler Straße – Osloer Straße – Seestraße – Beusselstraße – … Im Weiteren fuhr die Buslinie 89 durch die Osloer Straße, die Buslinie 72 kreuzte sie und die Buslinien 14, 22, 61 hatten einen Endpunkt am U-Bahnhof Osloer Straße. Mit dem MauerfallBuslinien 1991/1992 mit Stand 2.Juni 1991: Berliner Straße – Schönhauser Allee – Bornholmer Straße – Osloer Straße – Seestraße – Beusselstraße – … fuhr der Bus 126 – von BVG und BVB betrieben – über Bösebrücke zwischen U-Bahnhof Pankow (Vinetastraße) und U-Bahnhof Mierendorffplatz.