mini|Tagedieb am Wiener Graben (2010) Cosima von Bonin (* 1962 in Mombasa, Kenia) ist eine deutsche Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Köln. Von Bonin erschafft Konzeptkunst und arbeitet u. a. mit Textilien, Filmen, Soundloops und Installationen.

Leben Cosima von Bonins Vater war Shippingmanager in der Zementindustrie. 1967 zog die Familie nach Salzburg. Sie ist Autodidaktin.

Seit 1992 ist sie mit Michael Krebber verheiratet, den sie über Martin Kippenberger kennenlernte, als Krebber noch dessen Assistent war.

Anfang der 1990er Jahre war sie auf Vorschlag der beiden ein Jahr lang Gaststudentin bei Werner Büttner an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, produzierte aber keine eigenen Werke. Zu Anfang der 2000er Jahre übernahm sie dort eine Gastprofessur, lehnte aber spätere diesbezügliche Angebote ab.HFBK Hamburg, über Annette Kelm: Von 1998 bis 2004 studierte sie an der HFBK Hamburg, bei Wolfgang Tillmanns, Wiebke Siem, Cosima von Bonin und Stephan Dillemuth.

Wirken Von Bonins Themen sind die Erschöpfung in einer Gesellschaft, die von Leistungsdruck geprägt ist. Sie zeigt beispielsweise erschöpfte Plüschtiere und „gescheiterte Helden“ auf glatt lackierten farbigen Raketenfiguren oder „Tagediebe“, die sich der kapitalistischen Logik verweigern. Typisch sind aber auch großformatige Textilbilder mit Comic- und Märchenfiguren, die sie selbst als „Lappen“ bzw. als „Panel“ bezeichnet und die sie nach ihrer Anweisung nähen lässt.

Über die Bedeutung ihrer Werke besteht keine Einigkeit in der Kritik. In ihrer Kunst hinterfragt von Bonin kontinuierlich gesellschaftliche Normen und drückt dies durch eine komplexe Verwebung von Popkultur-Referenzen aus, ohne sich dabei auf eine didaktische Vermittlung festzulegen. Von Bonins Werke rufen oft gemischte Reaktionen bei Kritikern und Betrachtern hervor, was die Vielschichtigkeit und den oft subtilen Humor ihrer Kunst widerspiegelt, die sowohl popkulturelle Phänomene als auch tiefere gesellschaftliche Kommentare umfasst. Bonin sagte 1992: „Ich habe keine Hintergedanken mit meiner Arbeit. Ich bin nicht politisch, ich verkünde keine Botschaften, und sogenannte Frauenkunst gibt es für mich nicht.“Zitiert nach:

Von Bonins Arbeiten entstehen häufig aus der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Arbeiten der Musiker Dirk von Lowtzow und Moritz von Oswald (letzteren seit 2009) hat sie in ihre Installationen einbezogen. So kommt es zu Wechselwirkungen, etwa wenn von Bonin eine Ausstellung nach dem Tocotronic-Song Wir sind viele benennt. Von Lowtzow verfasst Pressetexte für von Bonins Ausstellungen. (abgerufen am 7. April 2012) Von Bonin gestaltete die Coverartworks zu drei von Oswalds Alben, die auf dem Label Honest Jon’s erschienenen sind, und sie verwendet seine Musik in ihren Ausstellungen.

Als Einflüsse bzw. Künstler, die sie sehr schätzt, nennt Cosima von Bonin: Marcel Broodthaers, André Cadere, Cady Noland, Isa Genzken, Michael Clark, Jacques Tati oder George A. Romero.Spex #337 (März/April 2012): "Der Vampir von Köln agiert im Loop. Interview mit Cosima von Bonin." S. 66ff.

Im Jahr 2007 nahm Cosima von Bonin an der documenta 12 teil; 2008 folgte ihre erste Ausstellung in den USA im Museum of Contemporary Art, Los Angeles. 2010 gab es eine viel beachtete Einzelausstellung im Kunsthaus Bregenz, im Jahr 2014 im Wiener Museum Moderner Kunst.

Ausstellungen Einzelausstellungen 1995: Hast du heute Zeit – ich aber nicht, Künstlerhaus Stuttgart 1999: Löwe im Bonsaiwald, Palais Attens, Steirischer Herbst 98, Graz 1999: Wyoming, Kunsthalle St. Gallen 2000: The Cousins, Kunstverein Braunschweig 2000: Rabbit at Rest, Ursula Blickle Stiftung, Wien 2001: Bruder Poul sticht in See, Kunstverein in Hamburg 2002: Fondorientierte Ausstattung, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum Graz 2004: Driving will be taken over by women. Zwei Positionen auf einmal. Kölnischer Kunstverein 2006: Relax, it's only a ghost, Friedrich Petzel Gallery New York 2007: Roger and Out. Fat female forty fade. Museum of Contemporary Art, Los Angeles 2010: The Fatigue Empire, Kunsthaus BregenzBesprechung der Ausstellung, von Hans-Joachim Müller, Die Welt, 29. August 2010 2010–2012: Cosima von Bonin's Cut! Cut! Cut!. Loop #04, a Rotating Exhibition, Museum Ludwig 2014: Hippies use side door. Das Jahr 2014 hat ein Rad ab. Kuratorin Karola Kraus, MUMOK Wien 2016/17: Who's Exploiting Who in the Deep Sea?, SculptureCenter, Long Island City 2023: Boy at Work, Lumiar Cité, Lissabon 2024: feelings, Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main

Gruppenausstellungen 1995: Das 1. Grazer Fächerfest, Graz 1996: Heetz, Nowak, Rehberger, Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach 1997: NowHere, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk 1997: Glockengeschrei nach Deutz.; v. Bonin: Beiträgerin, Mit-Hg. 1999: German Open, Kunstmuseum Wolfsburg 2006: Make Your Own Life – Artists In and Out of Cologne, ICA-Institute of Contemporary Art, Philadelphia 2007: documenta 12, Kassel 2017: (zusammen mit Tom Burr) Westfälischer Kunstverein, MünsterCosima von Bonin+Tom Burr „Benz Bonin Burr“ 10. Juni-1. Oktober 2017, westfaelischer-kunstverein.de, abgerufen am 23. Juni 2021. 2019: Hyper! A Journey into Art and Music. Deichtorhallen Hamburg, durch HFBK (Frühjahr/Sommer)

Literatur

Dana Meyer-Hinz: Bonin, Cosima von, in: Allgemeines Künstlerlexikon Online, ANB III, 2008, 273. Abgerufen am 23. März 2024.

Weblinks

Cosima von Bonin auf kunstaspekte.de

Einzelnachweise

Kategorie:Konzeptkünstler (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Künstler (documenta) Cosima Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Frau