Der HK Dynamo Moskau ( / Chokkeinyi klub «Dinamo» Moskwa, Übersetzung: Eishockeyclub Dynamo Moskau) ist die 1946 gegründete Eishockeyabteilung des russischen Sportclubs Dynamo Moskau, der am 18. April 1923 gegründet wurde und während der Sowjetzeit dem KGB untergeordnet war. Die Mannschaft spielt in der Kontinentalen Hockey-Liga.
Geschichte Die Eishockeyabteilung von Dynamo Moskau wurde 1946 gegründet. Das erste Mal trat die erste Mannschaft Dynamos in der Saison 1946/47 in Erscheinung und gewann die erste sowjetische Eishockeymeisterschaft. Dynamo gehört zu den erfolgreichsten russischen Eishockeyclubs und gewann 1947, 1954, 1990 und 1991 die sowjetische Meisterschaft, 1992, 1993, 1995 und 2000 die russische Meisterschaft und 1999/2000 und 2004/05 die Meisterschaft der Superliga. Außerdem konnten wichtige internationale Titel errungen werden, beispielsweise der Spengler Cup 1983 und der IIHF European Champions Cup 2006. Dynamo Moskau ist der einzige sowjetisch-russische Eishockeyklub, der seit der Gründung der Eliteliga niemals aus dieser abstieg. Neben dem Gewinn vieler Titel prägten und prägen viele Spieler Dynamos die sowjetische Eishockeynationalmannschaft bzw. die russische Nationalmannschaft. Bis 1991 war Dynamo dem Geheimdienst der Sowjetunion, dem KGB, untergeordnet und wurde durch diesen finanziert. Daher war es dem Club möglich, schon früh die besten Talente in der vereinseigenen Eishockeyschule auszubilden und später langfristig unter Vertrag zu nehmen. Viele ehemalige Spieler aus der Dynamo-Eishockeyschule spielen heute in der besten Liga der Welt, der National Hockey League.
Spitzenklub der ersten Jahre (1946–1950) Am 22. Dezember 1946 wurde die erste sowjetische Eishockeymeisterschaft eröffnet. Einen Monat später, am 26. Januar 1947, wurde der HK Dynamo Moskau der erste Meister des sowjetischen Eishockeys, nachdem Dynamo sowohl Spartak Moskau mit 6:1 als auch ZDKA Moskau (der Klub der Roten Armee, später HK ZSKA Moskau) mit 2:1 besiegt hatte.hockeyarchives.info, Championnat d'URSS 1946/47 Alle Spiele der Finalrunde wurden auf der kleinen offenen Eisfläche des Dynamo-Stadions in Moskau gespielt. Zu der damaligen Meistermannschaft gehörten Spieler wie Michail Stepanow, Michail Uchmylow, Oleg Tolmatschow, Michail Jakuschin, Boris Botscharnikow, Wassili Komarow, Wassili Trofimow, Nikolai Postawnin, Sergei Solowjow, Wsewolod Blinkow und Nikolai Medwedjewhcdynamo.com, , die gleichzeitig an den Fußball- und Bandy-Meisterschaften teilnahmen. In den folgenden Spielzeiten errang Dynamo zweimal den dritten Platz und einmal den zweiten Platz, wobei jeweils ZDKA Moskau die Meisterschaft gewann.hockeyarchives.info, Championnat d'URSS 1947/48 Wassili Trofimow wurde zweimal bester Torschütze des Klubs, während im Tor Karl Liiw 1950 seine erste Saison für Dynamo spielte.
1950–1959
miniatur|hochkant|Gedenkmünze für Lew Jaschin, Torhüter zu Beginn der 1950er Jahre. In der Saison 1950/51 erreichte Dynamo wieder den zweiten Platz hinter WWS MWO Moskau. Die erste Austragung des UdSSR-Pokals endete für Dynamo im Halbfinale mit einer 3:4-Niederlage gegen Krylja Sowetow Moskau.hockeyarchives.info, Championnat d'URSS 1950/51 Alexander Uwarow erzielte in einem Spiel gegen ODO Leningrad sechs Tore und stellte damit einen neuen Teamrekord auf. Außerdem spielte Lew Jaschin, ein bekannter Fußball-Torhüter, einige Spiele für die Eishockeymannschaft von Dynamo.
In den folgenden zwei Jahren erreichte Dynamo jeweils den dritten Platz, obwohl die Angriffsformation Krylow–Kusin–Uwarow vor allem in der Spielzeit 1952/53 brillierte. Als Trost konnte 1953 der Pokal gegen ZDSA Moskau gewonnen werden, unter anderem aufgrund der Unterstützung durch den bekannten Fußballspieler Wsewolod Blinkow, der zwei Tore erzielte, und Lew Jaschin im Tor. Sieben Jahre nach dem letzten Meistertitel konnte Dynamo 1954 wieder die sowjetische Meisterschaft feiern, wobei das Team nur eine einzige Niederlage während der Saison hinnehmen musste.hcdynamo.com, Seinen ersten Auftritt in der Eliteliga hatte Wiktor Tichonow, der später zu einer Trainerlegende werden sollte.
miniatur|links|hochkant|Wiktor Tichonow spielte zwischen 1953 und 1963 für Dynamo. In den folgenden vier Jahren erreichte Dynamo immer den dritten Platz der Meisterschaft. 1956 stieß Stanislaw Petuchow zur Mannschaft, der später zu einem Star werden sollte. 1958 wurde Juri Krylow als Wertvollster Spieler ausgezeichnet, außerdem begannen Witali Dawydow und Wladimir Jursinow ihre Karrieren in dieser Spielzeit. In der Saison 1958/59 erreichte Dynamo den zweiten Platz mit 40 Punkten hinter ZSK Moskau, während Torhüter Boris Saizew, Verteidiger Dawydow und die Stürmer Petuchow, Tschistow, Orchakow und Jursinow als beste Spieler der Saison ausgezeichnet wurden. In der folgenden Spielzeit wurden das erste Mal Play-offs gespielt, um den sowjetischen Meister zu bestimmen. Dabei verlor Dynamo gegen ZSKA Moskau in drei Finalspielen. Uwarow beendete seine Spielerkarriere 1960 und die Dynamospieler Tschinow, Dawydow, Petuchow und Jursinow wurden erneut ausgezeichnet.
1960–1970 Die Saison 1960/61 war die erfolgloseste Spielzeit in der bisherigen Vereinsgeschichte. Der Klub belegte nur Platz sieben in der sowjetischen Meisterschaft und im Pokal schied man im Achtelfinale gegen Lokomotiw Moskau aus. Nach der Saison beendete Walentin Kusin seine Spielerkarriere, nachdem er 251 Spiele für Dynamo absolviert hatte, in denen er 152 Tore erzielte.
Nach dem schlechten Abschneiden in der Vorsaison erreichte Dynamo ein Jahr später wieder die Medaillenränge mit einem zweiten Platz und Witali Dawydow wurde zum besten Verteidiger der Liga gekürt. In den folgenden Jahren dominierte ZSKA Moskau die Liga beinahe nach Belieben und Dynamo erreichte entweder Platz zwei oder drei. 1963 beendete Wiktor Tichonow seine Spielerkarriere. 1967 wurden die späteren Stars der sowjetischen Nationalmannschaft Waleri Wassiljew und Alexander Malzew in den Kader Dynamos aufgenommen. Zwei Jahre später wurden drei Dynamo-Spieler (Witali Dawydow, Alexander Malzew und Wladimir Jursinow) sowie Trainer Arkadi Tschernyschow Weltmeister bei der Titelkämpfen in Stockholm.
1970–1980
miniatur|hochkant|Alexander Malzew war zwischen 1967 und 1984 für Dynamo aktiv. Die Saison 1970/71 begann vielversprechend für Dynamo. Lange führte man die Tabelle an, allerdings konnte ZSKA aufholen und wurde letztendlich wieder sowjetischer Meister. Den dritten Platz belegte kein Moskauer Klub, sondern SKA Leningrad. Alexander Malzew bestätigte seine herausragende Stellung und wurde mit 37 Toren und 20 Assists Topscorer der Liga und ließ dabei sogar den Superstar von ZSKA, Waleri Kamenski, hinter sich. Die folgende Spielzeit brachte wieder den zweiten Platz in der Meisterschaft, aber im Pokalwettbewerb konnte Dynamo Chimik Woskressensk mit 3:0 schlagen und sich damit die Trophäe sichern. Wladimir Jursinow beendete nach der Spielzeit seine lange Karriere – in 15 Spielzeiten für Dynamo absolvierte er 490 Ligaspiele, in denen er 242 Tore erzielte.
In der Spielzeit 1972/73 belegte Dynamo den vierten Platz in der Meisterschaft hinter ZSKA, Spartak und Krylja Sowetow. Waleri Wassiljew und Alexander Malzew nahmen mit der sowjetischen Nationalmannschaft an der Summit Series 1972 in Kanada und Moskau teil und gewannen die Eishockey-Weltmeisterschaft 1973. Der langjährige Dynamo-Verteidiger Witali Dawydow beendete nach der Saison seine Spielerkarriere, in der er es auf über 500 Ligaspiele in 16 Spielzeiten für Dynamo brachte.
miniatur|links|Sinetula Biljaletdinow begann 1973 seine Karriere bei Dynamo und blieb dem Verein bis 1988 treu. In der Saison 1973/74 begann die erfolgreiche Karriere von Sinetula Biljaletdinow, der später auch Dynamos Trainer werden sollte. In der folgenden Spielzeit gab es den ersten Trainerwechsel der Vereinsgeschichte. Arkadi Tschernyschow musste seinen Posten an Wladimir Jursinow abgeben, der in der Saison 1975/76 mit der Mannschaft den dritten Platz erreichte und im Pokalfinale ZSKA Moskau mit 3:2 schlug. Außerdem konnte der Klub den Ahearne Cup gewinnen, indem man Sparta Prag im Finale mit 8:2 besiegte. Zu Beginn der Spielzeit 1976/77 wurden vier Spieler in den Dynamo-Kader aufgenommen, die später zu sehr erfolgreichen Spielern werden sollten. Pjotr Prirodin, Alexander Golikow, Wladimir Semjonow und Wassili Perwuchin waren maßgeblich am Erreichen des zweiten Platzes in der Meisterschaft beteiligt und die Angriffsformation Prirodin–Malzew–Golikow wurde die erfolgreichste Sturmreihe der Liga mit insgesamt 77 erzielten Toren. Bei der Weltmeisterschaft 1977 in Österreich wurde der Dynamo-Spieler Waleri Wassiljew als bester Verteidiger ausgezeichnet.
In den folgenden zwei Jahren wiederholte sich der Gewinn des zweiten Platzes hinter ZSKA Moskau. Der jüngere Bruder von Alexander Golikow, Wladimir Golikow, gab in der Saison 1977/78 sein Debüt, ein Jahr später stieß Sergei Swetlow zum Kader. 1979 wurden Prirodin und die Brüder Golikow als erfolgreichste Sturmreihe der Liga ausgezeichnet und Prirodin wurde außerdem der beste Torschütze der Liga mit 32 Toren. Zu Beginn der Spielzeit 1979/80 wurde Witali Dawydow als neuer Trainer vorgestellt und Anatoli Semjonow und Sergei Jaschin gaben ihre Debüts in der Eliteliga. Bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid wurde Dynamo durch einige Spieler (unter anderem Malzew, die Golikow-Brüder, Wassiljew) vertreten, die beim sogenannten „Miracle on Ice“ nur den zweiten Platz belegten. Die ersten Leistungsvergleiche mit NHL-Teams führten die Mannschaft von Dynamo nach Vancouver (2:6 gegen die Vancouver Canucks), Winnipeg (7:0 gegen die Winnipeg Jets), Edmonton (4:1 gegen die Edmonton Oilers) und nach Washington, D.C. (5:5 gegen die Washington Capitals).
1981–1990 120px|miniatur|Logo in den 1990er und 2000er Jahren Vor der Spielzeit 1980/81 wechselte Torhüter Wladimir Myschkin von Krylja Sowetow zu Dynamo. Der Klub belegte den dritten Platz in der Meisterschaft hinter ZSKA und Spartak, gewann aber die „Fair Play“-Trophäe für das Team mit den wenigsten Strafzeiten der Liga. Für die folgende Spielzeit wurde Wladimir Kisseljow als Trainer verpflichtet und Anatoli Antipow und Juri Woschakow gaben ihr Debüt im Dynamo-Trikot. Die Mannschaft beendete die Saison auf Platz drei und Pjotr Prirodin beendete seine Karriere. Ein Jahr später trat auch Alexander Golikow als aktiver Spieler zurück.
Für die Spielzeit 1983/84 wurde mit Wladimir Tusik ein neuer Trainer und mit Juri Leonow, Aleh Mikultschyk und Nikolai Borschtschewski drei neue Spieler vorgestellt. Im Dezember 1983 gewann Dynamo den Spengler Cup in Davos. Am Ende der Saison belegte Dynamo Rang vier in der Meisterschaft und sowohl Alexander Malzew als auch Waleri Wassiljew beendeten ihre Karrieren. Schon nach einem Jahr ersetzte Juri Moissejew Wladimir Tusik als Cheftrainer und Jewgeni Popikin, Wladimir Subriltschew und Torhüter Michail Schtalenkow debütierten für Dynamo in der sowjetischen Eliteliga. In der Vorrunde konnte Dynamo zweimal, mit 7:4 und 5:4, gegen ZSKA gewinnen und belegte am Ende der zweiten Runde Platz eins in der Tabelle. In der Finalrunde verlor der Klub allerdings mit 11:1 gegen ZSKA, so dass nur der Silberrang blieb. Nach dem Finale verkündeten Wladimir Golikow und Wladimir Semjonow ihren Rücktritt.hcdynamo.com,
In den Spielzeiten 1985 bis 1987 belegte Dynamo jeweils den zweiten Platz. Neu im Team waren damals unter anderem Andrei Lomakin, Aljaksandr Haltschenjuk, Igor Dorofejew, Alexander Semak, Michail Tatarinow und Witali Karamnow. Im Winter 1986 absolvierte die Mannschaft erneut einige Spiele gegen NHL-Teams, beispielsweise gegen die Calgary Flames (3:4), ein Unentschieden gegen die Pittsburgh Penguins, 6:4 gegen die Boston Bruins und ein 7:4-Sieg gegen die Buffalo Sabres.