Kinjikitile Ngwale (* im 19. Jahrhundert; † 16. Juli 1905Kornelia Freier: Zum 100-jährigen Gedenken an den Maji-Maji-Krieg, S. 10, in: * in Habaris Online 4 / 2005, (PDF-Datei; 688 kB), gesehen am 8. Juli 2010 oder 4. August oder 5. August 1905Anonymous: Wie 1905 im Matumbi der Aufstand begann. Nach Aufzeichnungen des P. Ambrosius Mayer, O.S.B. In: Gott will es!, Nr. 8, 08. 1914, S. 225–233 (RTF; 28 kB), im Rahmen des Maji Maji Bibliography Projects auf mhudi.de, gesehen am 8. Juli 2010 in Mohoro) legte 1904 mit seinem Maji-Maji-Kult in der Deutsch-Ostafrikanischen Kolonie, dem heutigen Tansania, die Grundlage für den späteren Maji-Maji-Aufstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft.

Leben Ngwale trat erstmals um 1902 in Ngarambe als „Heiler“ in Erscheinung, der die „magische Kraft lilingu“ besaß. Er hatte mehrere Frauen und zahlreiche Kinder; er bestritt seinen Lebensunterhalt mit Landwirtschaft.

1904 soll der Geist HongoBartholomäus Grill: Eine deutsche Hölle. In: Die Zeit, Nr. 27/2005 von Ngwale Besitz ergriffen haben: „Er fiel auf den Bauch, streckte die Arme von sich und begann zu kriechen“; er sei in einen nahegelegenen Teich gekrochen und habe darin die Nacht verbracht. Am nächsten Tag entstieg er dem Teich mit trockener Kleidung und habe politische Reden gehalten.

Ngwale galt fortan als Prophet und weissagte seinen Anhängern einen bevorstehenden Krieg, in dem ihnen die Ahnen beistehen würden.

Er sei im Besitz einer Maji-Maji-Medizin gewesen – eines Wunderwassers, welches die Waffen der Deutschen unschädlich machen und deren Soldaten schwächen könne.Phyllis G. Jestice: Holy people of the world. ABC-CLIO Ltd., 2004, S. 480–481, S. 675, online auf books.google.com, gesehen am 8. Juli 2010

Ngwale wurde kurz nach Ausbruch des Aufstandes von der deutschen Schutztruppe am 16. Juli 1905Christian Kopp: Zeittafel zum MajiMaji-Krieg, S. 7 in: (PDF; 688 kB) In: Habaris Online 4 / 2005, auf tanzania-network.de, gesehen am 8. Juli 2010 verhaftet und entweder am 16. Juli oder am 4. oder 5. August 1905 gehängt.A. Adu Boahen: Africa Under Colonial Domination 1880-1935. James Currey Publishers, 1997

Rezeption Die Person Kinjikitile Ngwale wird im Rahmen des Theaterstückes Kinjeketile des tansanischen Schriftstellers Ebrahim Husseinsiehe Ebrahim N. Hussein: Kinjeketile. Oxford University Press, Dar es Salaam [u. a.] 1969, ISBN 0-19-572029-6, im Kriminalroman maji-maji von Rainer BeuthelRainer Beuthel: Einleitung aus maji-maji, S. 47–51 in: (PDF; 688 kB) In: Habaris Online 4 / 2005, auf tanzania-network.de, gesehen am 8. Juli 2010 und im Roman Die Brückenbauer von Jan GuillouJan Guillou: Die Brückenbauer, S. 538. Wilhelm Heyne Verlag, München, 2012, ISBN 978-3-453-41077-0 erwähnt.

Literatur

Jigal Beez: Geschosse zu Wassertropfen. Rüdiger Köppe Verlag, Köln, 2003, ISBN 3-89645-450-1 Karl-Martin Seeberg: Der Maji-Maji-Krieg gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-496-00481-9 Felicitas Becker; Jigal Beez (Hrsg.): Der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika 1905-1907. Ch. Links Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86153-358-8

Einzelnachweise

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