Klaus Weinand (* 14. Dezember 1940 in Koblenz) war in den 1960er und bis September 1972 deutscher Basketballnationalspieler. In den Spielzeiten zwischen den Jahren 1960 bis 1976 spielte der Linkshänder für Erstligaclubs in Aachen, Berlin, Essen, Heidelberg und Osnabrück Basketball. Dabei gelang es ihm, während der 1960er Jahre elf Mal in ein „großes Finale“ des Deutschen Basketball Bundes (DBB) einzuziehen, mit fünf Finalsiegen. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München gehörte Weinand zum Team des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK). Zuvor, 1961 und 1965, hatte er für den DBB zwei FIBA Europameisterschaften gespielt. Während seiner Zeit als Basketball-Bundesligaspieler schloss er sein Medizinstudium ab, promovierte und absolvierte nach der Approbation eine ärztliche Weiterbildung, die zum Facharzt für Augenheilkunde führte. Website Rot-Weiß Koblenz. Abgerufen am 30. Juni 2013.
Leben und Karriere
Klaus Weinand war zunächst, seit 1960, in den Oberligen Südwest, West und Nord – damals die höchsten deutschen Spielklassen des Deutschen Basketball Bundes (DBB) – aktiv. Mit großem Erfolg spielte er für den damaligen Rekordmeister USC Heidelberg, für die Neuköllner Sportfreunde (NSF) in Berlin, für Alemannia Aachen und den VfL Osnabrück.
Albert-Schweitzer-Turnier
Als jugendlicher Spieler nahm Klaus Weinand im Dezember 1958 mit der Jugendnationalmannschaft des DBB am 1. Europa-Jugend Basketballturnier um den Dr.-Albert-Schweitzer-Pokal (AST) in Mannheim teil (Veranstalter des von Hans-Joachim Babies [sic!], Heidelberger Basketballer und Fotograf bei den US-Militärs, und dem Basketball-Pionier Hermann Niebuhr initiierten Jugendwettbewerbs war die US Army, Austragungsort die US Sports Arena auf dem Gelände des Militär-Stützpunkts der USA in Mannheim.). Albert Schweitzer Tournament (AST), History Standings since 1958. Abgerufen am 6. Mai 2026.AST-Jubiläumsturnier ein voller Erfolg (PDF; 1,9 MB). Erneuter Zuschauerrekord in Mannheim: 29.385. Website Deutscher Basketball-Bund. DBB-Journal, Ausgabe 2, April 2008. Artikel von Elisabeth Kozlowski und Ludger Vogel. Abgerufen am 4. Juli 2013.
USC Heidelberg
Mit dem USC Heidelberg wurde Klaus Weinand am Ende der Spielzeiten 1960/1961 und 1961/1962 Meister des Deutschen Basketball Bundes. Zu den Mannschaftskameraden des aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz stammenden Basketballers gehörten beim USC Heidelberg in der Zeit von 1960 bis 1962: Günter Echner, Ludwig Gundacker, Volker Heindel, Karl Körner, Werner Lamade, die Brüder Fritz und Hannes Neumann, Gerd Pflaumer, Oskar Roth (Spielertrainer 1961/62), Horst Stein, Rassem Yahya und Manfred Ziegler (Die Spieler Volker Heindel und Hannes Neumann konnten, in direkter Folge, mit ihrem Club sieben Mal die deutsche Basketballmeisterschaft des DBB erreichen.). In der Saison 1960/61 war der frühere DBB-Bundestrainer Anton Kartak Trainer der USC-Teams. Im Europapokal der Landesmeister spielte Klaus Weinand mit dem USC in der „First Round“ 1961 gegen CWKS Legia Warszawa (Polen) und 1962 gegen BBC Etzella (Luxemburg). 1962 schied Weinand mit seinen Teamkameraden im Achtelfinale gegen den späteren Halbfinalisten des Wettbewerbs ASK Olimpija Ljubljana (Slowenien), unter anderem mit Ivo Daneu, nach Hin- und Rückspielen aus. Website des USC Heidelberg. Abgerufen am 30. Januar 2010.FIBA Champions Cup 1960–61. First Round November/Dezember 1960: USC Heidelberg gegen CWKS Legia Warszawa, Polen. Website Linguasport – Sport History and Statistics. Abgerufen am 21. Dezember 2011. USC Heidelberg gegen CWKS Legia Warszawa, Polen. Website Sport Statistics – International Competitions Archive. Abgerufen am 21. Dezember 2011. First Round und Achtelfinale: USC Heidelberg gegen BBC Etzella Ettelbruck (Luxemburg) und ASK Olimpija Ljubljana (früher Jugoslawien). Website Linguasport – Sport History and Statistics. Abgerufen am 21. Dezember 2011. USC Heidelberg gegen BBC Etzella Ettelbruck, Luxemburg und ASK Olimpija Ljubljana, früher Jugoslawien. Website Sport Statistics – International Competitions Archive. Abgerufen am 21. Dezember 2011.
Zwischenspiel beim Aufstiegsturnier
Vor Beginn der Spielzeit 1962/63 spielte Klaus Weinand ein letztes Mal, ein „kurzes Zwischenspiel“ von drei Turnierspielen an einem Wochenende, im Rahmen eines Aufstiegsturniers zur Oberliga Südwest, für Rot-Weiß Koblenz. Dabei gelang den Koblenzern mit Weinand, als Siegermannschaft des Turniers, der Aufstieg in die höchste Liga des DBB. Die Spieler des Hessenmeisters MTV 1846 Gießen, unter anderem Butler, Jungnickel und Röder, die als Favoriten für den Aufstieg angereist waren und die Spielberechtigung des Heidelberger Studenten Weinand für den Koblenzer Verein nicht erwartet hatten, belegten, nachdem alle Spiele gespielt waren, punktgleich mit zwei weiteren teilnehmenden Vereinen den zweiten Rang. Für die höchste Liga des DBB konnten sich die Spieler des MTV erst als Sieger eines erneuten Ausscheidungsturniers, notwendig wegen Punktgleichheit, gegen Mannschaften des VfL Bad Kreuznach und TV Offenbach, qualifizieren. Der Aufstieg gelang den Gießener Spielern durch einen Sieg im Spiel gegen den TV Offenbach. Dieses Spiel wurde final durch den US-Spieler Ernest „Ernie“ Butler entschieden. Mit einem Distanzwurf gelang es Butler – der Ball fiel im Zeitpunkt des Spielendes ins Netz, nachdem er vom Ring an das Brett gesprungen war – den Aufstieg der MTV-Spieler in die höchste Spielklasse des DBB zu erreichen (Fünfzehn Sekunden vor Spielende, bei eigenem Ballbesitz, hatten die Offenbacher Spieler noch mit drei Punkten geführt.). Drei Jahre danach, im Mai 1965, in der Heidelberger High-School-Sporthalle, war es derselbe US-amerikanische Spielmacher Butler, der mit seiner Routine und Wurfstärke den MTV Gießen im Finale gegen den VfL Osnabrück, mit Center Klaus Weinand, durch einen „Jahrhundertwurf“ aus großer Distanz, fünf Sekunden vor Ende des Meisterschaftsfinales, mit einem Punkt in Führung brachte und dem Gießener Erfolgsteam final mit einem Spielstand von 68:69 seine erste deutsche Basketballmeisterschaft sicherte.Magic Moments: Manchmal wurde auch bei strömendem Regen gespielt. Butler trifft zum ersten Mal. Website giessen46ers. Abgerufen am 9. Juni 2017. Butler trifft zum zweiten Mal. Website Gießen 46ers, Historie. Abgerufen am 6. Mai 2012.Karl Gosch: Ein Wunschtraum ging in Erfüllung. Ernie Butler erzielte den „goldenen“ Korb. In: Freie Presse (Gießen), Sport, erschienen am 24. Mai 1965.
Neuköllner Sportfreunde in Berlin
Klaus Weinand studierte im Wintersemester 1962 und im folgenden Sommersemester in West-Berlin. In diesem Zeitraum spielte er für die Neuköllner Sportfreunde und konnte das Berliner Team, nach Qualifikation zur Endrunde der deutschen Basketballmeisterschaft in der Oberliga Nord, in das Finale um die deutsche Basketballmeisterschaft 1963 des DBB führen, das von den Spielern der Alemannia Aachen, die als erstes Team des DBB ihren Trainings- und Spielbetrieb weitgehend unter semi-professionellen Bedingungen abwickelten, gewonnen wurde.
Alemannia Aachen
Nachdem Klaus Weinand 1963, vom DBB-Vizemeister 1963, aus Berlin nach Köln kommend, zum damaligen aktuellen Meister Alemannia Aachen wechselte, konnte er am Ende der Spielzeit 1963/1964 mit seinen Teamkameraden den Meisterschild des DBB erneut in Empfang nehmen. Beim amtierenden Deutschen Meister des Jahres 1963 spielte Weinand unter anderem mit Rolf Bader (2,05 m), Hans Brydniak, Hans „Heiner“ Grüttner, Machmut Kuhlein, John Loridon (2,05 Meter, fünf Mal „FIBA All Star Game Player“), Jobst von Lossow, „Captain“ Gene Moss (2,05 m), Schneider, Klaus Schulz und in der Rückrunde der Saison 1963/1964 auch mit dem aus der DDR geflüchteten Helmut Uhlig (SC Chemie Halle). Headcoach des Aachener Clubs war der belgische „Star“-Trainer Eddy Verswijvel. Der amtierende Deutsche Basketball Meister schied im FIBA Europapokal der Landesmeister in dieser Spielzeit im Achtelfinale, im Januar 1964, gegen Real Madrid CF (Spanien) aus. Der spätere Europapokalsieger 1964 trat in den Hin- und Rückspielen unter anderem mit Emiliano Rodríguez, Clifford Luyk und Bob Burgess gegen die Basketballer aus Aachen an.FIBA Champions Cup 1963–64. Achtelfinale: Alemannia Aachen gegen Real Madrid CF (Spanien). Website Linguasport – Sport History and Statistics. Abgerufen am 21. Dezember 2011. Alemannia Aachen gegen Real Madrid CF, Spanien. Website Sport Statistics – International Competitions Archive. Abgerufen am 21. Dezember 2011.Champions Cup 1964. Game Details 1/8 Final (Real Madrid CF). Abgerufen am 21. Dezember 2011.
Teamkameraden beim VfL Osnabrück– 1966 bis 1971 – Posi-tionSpieler1966 /19671967 /19681968 /19691969 /19701970 /1971AnmerkungF CAnsmann 7 7→ FC Bayern MünchenB CBaroch 4 4→ zurück zu Slavia PragF CBöttger 8 8 8 8→ KarriereendeF CBöttner 9VfL bis 1975B CDieter 5 5→ USC MünchenB CV. Gaber 6 6→ USC MainzB CGarthaus 6VfL bis 1975B CGröneweg 9→ Osnabrücker TCB CHaferkamp 5→ Karriereende BBLF CHomm 13 13 13 13 13→ KarriereendeB CHusemann 7 7→ USC MainzF CKollmann 9 8→ ATV Düsseldorf → QTSVF CKoppermann 12 12 12 12 12VfL bis 1975F CMeyer 14 14 14VfL bis 1975F CPlock 14→ Karriereende BBLF CPosern 7VfL bis 1975F CU. Renner 6 6→ FC Bayern MünchenB CRupp 9 5 5VfL bis 1973B CR. Tobien 11VfL bis 1973B CH. Uhlig 4 4 4→ USC München → VfLF CWeinand 10 10 10 10 10VfL bis 1975 → RUWA EssenB CYahya 11 11 11 11→ KarriereendeFC Σ 11BC Σ 11Spieler Σ 22Vize-MeisterVize-MeisterVize-Pokal-siegerVize-Pokal-sieger–Hinweise zur Spaltensortierung: Die Sortierfunktion ermöglicht die eindeutige Zuordnung der Basketballer zu den fünf VfL-Spielzeitenteams. Dazu erfolgt die Sortierung in fünf Spalten, Kriterium ist der Name, nach der A-bis-Z-Regel. (In den Spalten ist zu jedem Spieler seine Trikotnummer angegeben. Die Position ist ebenfalls zugeordnet.)Hinweise zu den Spielern: • Sechzehn der zweiundzwanzig genannten VfL-Spieler wurden vom Deutschen Basketball Bund oder einem anderen nationalen Verband der FIBA bei Länderspielen in einer der Nationalmannschaften eingesetzt. • Die Zeitspanne des Alters zwischen dem jüngsten und dem ältesten beteiligten VfL-Basketballer beträgt etwa sechzehn Jahre. Die elf VfL-Spieler des Finalteams um die deutsche Basketballmeisterschaft 1969 (DBB) gehörten einem der Jahrgänge zwischen 1937 und 1954 an.
VfL Osnabrück
1964 war Klaus Weinand Kapitän der deutschen Basketballnationalmannschaft und zusammen mit dem damaligen Präsidenten des VfL Osnabrück, Friedel Schwarze, einer der beiden Initiatoren des „Basketball-Meister-Teams des VfL Osnabrück“. Klaus Weinand war ein leistungsstarker und erfolgreicher DBB-Basketballer beziehungsweise wurde er als „Campionissimo“ des bundesdeutschen Basketballs (Weinand galt in der öffentlichen Wahrnehmung als der „Nachfolger“ von Oskar „Ossi“ Roth, vom USC Heidelberg, dem bedeutendsten Basketballnationalspieler des DBB in den 1950er Jahren.) wahrgenommen. Die gemeinsame Zielsetzung der beiden leistungsorientierten Gesprächspartner war, das Basketballteam des VfL durch leistungsstarke Nationalspieler zu ergänzen und mit den von Jugendtrainer Klaus Manthey in den beiden A-Jugendmannschaften, „A 1“ und „A 3“, trainierten VfL-Jugendspielern, wie zum Beispiel Rolf Dieter („A 1“) oder Volkmar Gaber, Ingbert Koppermann und Eckhard von Bock und Polach („A 3“), sowie VfL-Oberliga-Spielern wie Lothar Ellinghaus, Peter Garthaus, Volker Jarrè oder dem Spanier Raul Russel, zu einem Spitzenteam in der vom DBB geplanten neuen Basketball-Bundesliga, ab 1966, zu entwickeln.Das Basketballspiel in Osnabrück. Darstellung der Entwicklung eines Sportspiels in einer Großstadt. Bodo Bernhardt, Semesterarbeit Sport. Sommersemester 1968, bei Hermann Westerhaus.
170px „Starting Five“ VfL OsnabrückDM-Finale gegen den MTV Gießen am 20. April 1969 in Gießen