Der Flugplatz Hildesheim ist ein Verkehrslandeplatz in Hildesheim. Er ist für Flugzeuge bis 5,7 t, Hubschrauber, Selbststartende Motorsegler, Segelflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Luftschiffe, Flugmodelle und bemannte Freiballone zugelassen.

Geschichte mini|Von links nach rechts: Westland Lynx AH1, Westland Scout und Gazelle AH1 Hubschrauber des 1. Regiment Army Air Corps in Hildesheim, 1980. Der Flugplatz eröffnete in den 1920er Jahren und diente ab 1935 als Fliegerhorst der Luftwaffe, die hier von Juli 1934 bis Oktober 1939 eine Aufklärungsschule und ab Oktober 1935 eine Fliegerbildschule betrieb.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders). Ausgabe Juni 2014, S. 287–289 (PDF, abgerufen am 6. April 2018).

Am 12. April 1945 wurde der Flugplatz durch die US Army besetzt, die ihn als Advanced Landing Ground ALG R-16 bezeichnete; er wurde bis zum 5. Juni 1945 durch die United States Army Air Forces (USAAF) benutzt.David C. Johnson: U.S. Army Air Forces Continental Airfields (ETO), D-Day to V-E Day; Research Division, USAF Historical Research Center, Maxwell AFB, Alabama (1988). Nach Kriegsende wurde zunächst die British Air Force of Occupation für eine kürzere Zeit Hausherr des Platzes: Hier lag im Sommer 1945 die 146. Wing (Geschwader), die mit Typhoon IB Jagdbombern ausgerüstet war.

Anschließend nutzte die Britische Rheinarmee das Kasernengelände. Während des Kalten Krieges kam es erneut zu einer Stationierung eines fliegenden Verbandes, das 1. Regiment des Army Air Corps lag hier zwischen 1973 und 1993 mit Scout AH1, Gazelle AH1 und Lynx AH1, später AH7 Hubschraubern.

Ausbau 1927: Gründung des Flugplatzes 1958: Gründung der Flugplatz Hildesheim GmbH (75 % Stadt Hildesheim, 25 % AeroClub Hildesheim) 2000: Asphalt-Start- und Landebahn und Verkehrslandeplatz Klasse II 2002: Asphalt-Rollwege 2006: Start-/Landebahn-Beleuchtung 2009: Betreiber: Flugplatz Hildesheim Betriebs-GmbH 2010: Luftaufsichtsstelle 2010: Selbstbedienungstankstelle 2010: zusätzliche Gras-Start- und Landebahn

Flugbetrieb mini|Turm des Flugplatzes Der Platz wird seit dem 1. Juli 2009 von der Flugplatz Hildesheim Betriebs-GmbH privat-wirtschaftlich betrieben. Er wird von Luftsportlern (Ultraleichtflugzeuge, Tragschraubern, Segelflugzeugen, Fallschirmspringer) und Privatfliegern sowie Geschäftsfliegern genutzt. Auch Bundeswehr, Britische Streitkräfte in Deutschland und Polizei üben regelmäßig auf diesem Platz. Der Flugbetrieb findet üblicherweise täglich zwischen 10:00 Uhr bis Sonnenuntergang, maximal jedoch 20:00 Uhr lokale Zeit statt, an Sonn- und Feiertagen dürfen jedoch keine Platzrunden geflogen werden.

Am Platz befindet sich eine der größten kommerziellen Ultraleichtflugschulen Deutschlands sowie ein Herstellungs- und Ausbildungsbetrieb für Tragschrauber sowie einer der größten Luftsportvereine Deutschlands. Aus diesem Grunde nimmt der Schulungsbetrieb vor allem im Bereich Tragschrauber einen großen Anteil ein.

Der Flugplatz war 2015 gemessen an der Anzahl der Starts und Landungen der nicht gewerblichen Luftfahrt mit über 31.000 Starts jährlich noch vor den Landeplätzen Mainz-Finthen, Oerlinghausen und Hahnweide der meist frequentierte im gesamten Bundesgebiet, dabei entfällt ein Großteil von über 22.300 Starts auf den Bereich Ultraleichtflugzeuge (inkl. der Tragschrauber).Statistisches Bundesamt: . Fachserie 8, Reihe 6.2, Abschnitt 3.2.1, veröffentlicht am 3. August 2016.

Seit 2010 ist am Standort Hildesheim eines der zwei Flugzeuge des niedersächsischen Feuerwehr-Flugdienstes stationiert.Stadt Hildesheim: .

Infrastruktur Für die Unterbringung von Luftfahrzeugen stehen diverse Hangars zur Verfügung. Die gängigen Kraftstoffarten Jet A-1 (Kerosin), AvGas, MoGas können getankt werden. Ab dem Frühjahr 2026 soll auch SWIFT 100R angeboten werden.

Anfahrt Der Flugplatz liegt am Nordrand der Stadt Hildesheim zwischen der A 7, Ausfahrt Hildesheim-Drispenstedt und der B 6. Er ist von Hildesheim aus mit innerstädtischen Buslinien zu erreichen.

Veranstaltungen M’era Luna Festival Technorama Oldtimer-Markt und Oldtimer-Rennen

Unternehmen mit Luftfahrtbezug am Platz Bluebird Flugplatz-Restaurant Bollinger-Schillhorn Tankstelle AutoGyro GmbH FTS Flugtechnik Soeder FlyLogic GmbH Die Pilotenschule (PPL(A), LAPL(A), SPL Flugschule) SkyDive

Literatur Hermann Meyer-Hartmann: Geheime Kommandosache. Die Geschichte des Hildesheimer Fliegerhorstes, Gerstenberg Gebrüder Verlag, ISBN 3-8067-8530-9.

Weblinks

Offizielle Seite der Flugplatz Hildesheim GmbH Der Fliegerhorst Hildesheim beim militärhistorischen Reiseführer Relikte in Niedersachsen & Bremen Flughafen Hildesheim im Flughandbuch für das Deutsche Reich Aeroclub Hildesheim

Einzelnachweise

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