mini|Pflausach mini|Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt des Malteserordens in Pulst mini|Schloss Rosenbichl mini|Pfarrkirche Heiliger Martin in Sörg mini|Start des Vierbergelaufs in Sörg mini|Ortschaft Zweikirchen mini|Kirchlein in Wasai mini|hochkant|Filialkirche in St. Leonhard Abenteuer-Wasser-Wanderweg|mini
Liebenfels ist eine österreichische Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Veit an der Glan, dem historischen Zentralraum von Kärnten.
Geographie Liebenfels liegt sechs Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt St. Veit an der Glan und direkt nördlich der Landeshauptstadt Klagenfurt. Das Gemeindegebiet umfasst vor allem die Hügel- und Mittelgebirgslandschaft der Wimitzer Berge. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf (Schneebauerberg), der tiefste – an der Glan bei Liebenfels – auf
Gemeindegliederung Liebenfels besteht aus elf Katastralgemeinden: Freundsam, Glantschach, Gradenegg, Hardegg, Liebenfels, Liemberg, Pflausach, Rosenbichl, Rottschaft Feistritz, Sörg und Sörgerberg.
Das Gemeindegebiet umfasst 48 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Nachbargemeinden
Zählsprengel Die Statistik Austria unterteilt das Gemeindegebiet in drei Zählsprengel: Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Sörg, die erst 1973 in der Gemeinde Liebenfels aufging, bildet den Zählsprengel 002 Sörg.
Der Zählsprengel 000 Liebenfels-Süd umfasst die Siedlungen in der Ebene des Glantals und südlich davon, das heißt, die Ortschaften Bärndorf, Hardegg, Kraindorf, Lebmach (ohne Wrießnegger), Liebenfels, Lorberhof, Metschach, Moos, Radelsdorf, Rohnsdorf, St. Leonhard, Tschadam, Weitensfeld, Zmuln und Zweikirchen.
Der Zählsprengel 001 Liebenfels-Nord umfasst die Siedlungen in den Wimitzer Bergen nördlich des Glantalbodens (mit Ausnahme der ehemaligen Gemeinde Sörg), das heißt, die Ortschaften Gößeberg, Hoch-Liebenfels, Hohenstein, Kulm, Liemberg, Mailsberg, Miedling, Pulst, Puppitsch, Rosenbichl, Waggendorf (nur den südlichen Teil des Orts), Wasai, Woitsch, Zwattendorf sowie den zur Ortschaft Lebmach gehörenden Hof Wrießnegger.
Geschichte Vor Gründung der Gemeinde Die frühesten Funde aus dem heutigen Gemeindegebiet stammen aus der Jungsteinzeit (Neolithikum): ein Lochbeil bei Unter-Kulm, ein Serpentin-Steinbeil aus Reidenau und insbesondere Keramik in St. Leonhard, Feistritz, Beißendorf und Glantschach.
Auf dem Schlosshügel von Hohenstein befand sich in der Antike ein Heiligtum der Noreia.
Die Kirche in Glantschach wurde 958/991 erstmals urkundlich erwähnt, die Burg Liebenfels 1333. In der frühen Neuzeit war das Gebiet von Sensen- und Hammerwerken geprägt.
Im Zuge der Reformen 1849/50 entstanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Liebenfels die Gemeinden Hardegg, Liemberg, Glantschach und Feistritz. 1875 wurde die Gemeinde Glantschach aufgelöst: ein Teil ihres Gebiets wurde zur Gemeinde Sörg, der andere Teil kam an die Gemeinde Feistritz, die dabei in Pulst umbenannt wurde.
Gemeindegründung 1958 Zum 1. Jänner 1958 entstand die Gemeinde Liebenfels aus der Zusammenlegung der Gemeinden Hardegg, Liemberg und Pulst.
Neugründung 1973 Bei der Gemeindestrukturreform 1973 wurden die Gemeinden Liebenfels und Sörg zusammengelegt. Die dadurch neu entstandene Gemeinde erhielt wieder den Namen Liebenfels.
Bevölkerung Staatsbürgerschaft, Religion Liebenfels hatte nach der Volkszählung 2001 3.274 Einwohner, davon waren 96,3 % österreichische und 1,4 % deutsche Staatsbürger. 88,0 % der Bevölkerung bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, zur evangelischen Kirche 4,5 % und zum Islam 1,2 %. 4,3 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Bevölkerungsentwicklung
Die Zunahme der Einwohnerzahl beruht seit 1981 auf einer stark positiven Geburtenbilanz, die die negative Wanderungsbilanz ausgleichen konnte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Liebenfels arbeitet einer der letzten Perchtenmaskenschnitzer Martin Weiß vulgo Mote. Für die Masken wird ausschließlich heimisches Zirbenholz von der Hochrindl verarbeitet. Bis zu 30 Stunden Arbeit stecken in einer einzelnen Maske, die zumeist für Gruppen gefertigt werden. Mit dem Aufrechterhalten des Kunsthandwerkes wird die alpine Tradition des Perchtenlaufs lebendig gehalten.
Östlich der Burgruine Liebenfels befindet sich der Klettergarten Liebenfels mit 36 Routen im Schwierigkeitsbereich 3a bis 7b. Ein Niederseilgarten bietet zudem die Möglichkeit für zielorientiertes Teambuilding.
Bauwerke Aufgrund der Nähe zur alten Herzogsstadt St. Veit gibt es auf den Bergen etliche bemerkenswerte Bauwerke: Burgruine Liebenfels Burgruine Hardegg Burgruine Liemberg Burgruine Gradenegg Schloss Rosenbichl Schloss Hohenstein Schloss Liemberg Pfarrkirche Glantschach Pfarrkirche Gradenegg Pfarrkirche Liemberg Pfarrkirche Maria Pulst Filialkirche Lebmach Pfarrkirche Sörg Filialkirche Wasai Kirchenanlage Zweikirchen
Naturdenkmäler Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Landschaftsschutzgebiete Haidensee-Hardegg (auch Gemeinde Glanegg, zusammen 240 ha, LGBl. 82/1970 und 60/1983) und Zmulner See (40 ha LGBl. 81/1970).
Regelmäßige Veranstaltungen Vierbergelauf: Alljährlich am sogenannten Dreinageltag, dem zweiten Freitag nach Ostern, findet dieser Flurumlauf über die vier heiligen Berge im Kärntner Zentralraum statt. Gut die Hälfte der Wegstrecke des Vierbergelaufs liegt auf Liebenfelser Gemeindegebiet, nämlich zwischen den Ortschaften Zweikirchen und Reidenau. Dabei nehmen Kreuzträger, Vorbeter und Fußvolk an dieser einzigartigen Wallfahrt teil. So wird zu Mittag als höchster der vier Berge, der Gößeberg, auch Veitsberg genannt, erklommen. Über Gradenegg und Sörg führt die Prozession nach Reidenau, von wo aus das Gemeindegebiet in Richtung Fachau und Lorenziberg verlassen wird.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 174 auf 146 ab, rund sechzig Prozent davon sind Nebenerwerbsbetriebe. Im Produktionssektor sind etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen im Baugewerbe beschäftigt, knapp vierzig Prozent mit der Herstellung von Waren. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor sind die sozialen und öffentlichen Dienste. Jeweils fast ein Viertel der Beschäftigten arbeitet freiberuflich oder im Handel. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)98146174145119103Produktion483130387331330Dienstleistung16012875541435284 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Arbeitsmarkt, Pendeln Von den 1489 Erwerbstätigen, die in Liebenfels wohnen, arbeiten 423 in der Gemeinde und 1066 pendeln aus. Dafür pendeln 462 Personen aus anderen Gemeinden zur Arbeit nach Liebenfels (Stand 2011).
Fremdenverkehr Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 12.000 im Jahr 2010 auf 15.000 im Jahr 2019. Mit 4400 beziehungsweise 5200 Übernachtungen sind der Juli und der August die mit Abstand stärksten Monate.
Öffentliche Einrichtungen Die Gemeinde verfügt über zwei Volksschulen, eine Musikschule, drei Kindergärten und drei Freiwillige Feuerwehren.
Verkehr Liebenfels wird durch die Ossiacher Straße (B 94) und die Landesstraßen L 68 und L 93a erschlossen. Der Bahnhof Liebenfels liegt an der Bahnstrecke Villach–Feldkirchen–St. Veit.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern. Nach der Gemeinderatswahl 2015 setzte er sich wie folgt zusammen: 13 SPÖ, 5 ÖVP, 3 FPÖ und 2 A-L (Alternative für Liebenfels). Nach der Gemeinderatswahl 2021 setzt er sich wie folgt zusammen: 14 SPÖ, 4 ÖVP, 2 FGL, 2 FPÖ und 1 A-L (Alternative für Liebenfels).
Bürgermeister Direkt gewählter Bürgermeister ist Klaus Köchl (SPÖ).Amt der Kärntner Landesregierung
Wappen Das Wappen von Liebenfels zeigt die namensgebende Burg mit den beiden charakteristischen, durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 30. Dezember 1966 verliehen (Neuverleihung 1973). Die Fahne ist Blau-Gelb-Grün mit eingearbeitetem Wappen.
Die Blasonierung des Wappens lautet: „In blau auf grünem, schwarz gefasstem Berg eine goldene Burg mit zwei durch Schießscharten bewehrten Bergfrieden, die eine Zinnenmauer verbindet (Form der Burg Liebenfels).“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 172
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Karl Kirchmayer (1853–1919), Gutsbesitzer und Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1907–1911 Ferdinand Kernmaier (1884–1941), Politiker, geboren in Glantschach Maximilian Rutter (1897–1940), aus Glantschach, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes Lienhart (Leonhard) Rutter (1899–1944), aus Glantschach, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes Hermann Göschler (1915–1939), aus Freundsam, Wehrdienstverweigerer und Opfer des NS-Regimes Walter Suppan (1927–2011), Politiker
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Johann Zeno Goëss (1890–1974) wurde Ehrenbürger von Liebenfels Antonia Gössinger (* 1958), Journalistin Simerl Krapfenbäck (eigentlich Simon Kramer) (1785–1809), Räuber, Sozialrebell Jennifer Kresitschnig (* 1976), Autorin („Unklar“, „Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Drachen. Lilly und Nikolas in Kärnten“, „Anne von Rien. Das große Turnier“) Jakob Pistotnig (1945–2001), Unternehmer, Forstwirt und Politiker (FPÖ)
Literatur Dietmar Klier u. a.: Gemeindechronik Liebenfels. 1998.
Weblinks
Marktgemeinde Liebenfels
Einzelnachweise