Der Infrastruktur- und Telekommunikationssektor ist derzeit einer der sich am schnellsten entwickelnden Bereiche der kroatischen Wirtschaft. Die Investitionstätigkeit ist dabei wie schon in den letzten Jahren die Hauptstütze des Wachstums. Das kroatische Wirtschaftswachstum und der Lebensstandard der kroatischen Bevölkerung sind direkt von den Investitionen in diesem Bereich abhängig. Insbesondere für den Tourismus erhofft man sich nachhaltige Auswirkungen durch bessere Infrastrukturlösungen. Eine bereits in Kraft getretene, transparentere und härtere Gesetzgebung soll hier unkontrolliertes Bauen verhindern.

Infrastruktur Vor der Insel Krk ging 2021 ein schwimmendes LNG-Terminal in Betrieb.

Adriatische Gaspipeline

Angesichts der vergangenen Engpässe in der europäischen Gasversorgung und die Abhängigkeit Westeuropas von Gasimporten aus Russland wird immer mehr darüber nachgedacht, wie man diese Abhängigkeit verringern kann. Unter anderem wird dabei auch über den Bau der Adriatischen Gaspipeline nachgedacht, die Gas aus Afrika oder dem nahen Osten durch das Adriatische Meer via Kroatien nach Europa führen würde.

Das kroatische Mineralölunternehmen INA (Industrija nafte) ist im Besitz einiger Gasvorkommen in der oberen Adria (in Kooperation mit italienischen Unternehmen, die das Gas über Italien nach Kroatien leiten). Das kroatische Konsortium Plinacro stellte in österreichisch-italienischer Zusammenarbeit die fehlende Gasleitungsverbindung (Investitionssumme 90 MEUR) zwischen Pula und Karlovac (195 km) her, wo die Pipeline mit anderen Versorgungswegen des europäischen Gasleitungsnetzes verbunden ist. Diese Verbindung wurde am 22. November 2006 freigegeben.

Ebenso soll die kroatische Gasförderplattform Ivana K durch eine untermeerische Pipeline mit dem kroatischen Festland verbunden werden. Die Pipeline stellt somit eine direkte Gasleitung zwischen den Gasvorkommen in der Nordadria mit Istrien, der Region Primorje-Gorski kotar, der Gespanschaft Karlovac und dem internationalen Gasleitungsnetz dar.

Bis 2009 soll das Gasleitungsnetz auch in die Regionen Lika und Dalmatien erweitert werden (Pipeline Bosiljevo–Split, 295 km). Insgesamt beträgt die Länge des kroatischen Gasleitungsnetzes 1657 km (weitere 394 km sind in Bau).

Adriatische Ölpipeline

Das kroatische Ölpipeline-Netz wird von der Aktiengesellschaft JANAF () verwaltet. Bereits seit 1979 existiert eine Verbindung vom Ölterminal Omišalj auf der nordadriatischen Insel Krk bis zur ungarischen Grenze. Ein Teil des JANAF-Netzes verläuft durch Serbien.

Insgesamt gehören zum JANAF-System Ölpipelines in einer Länge von 759 km, der Großteil davon (610 km) befindet sich in Kroatien: Omišalj−Sisak Sisak−Virje−Gola Virje−Lendava Sisak−Slavonski Brod Slavonski Brod−Sotin

Erst unlängst wurde die kroatische Öffentlichkeit über das Projekt „Družba Adria“ informiert. Das Projekt sah die Ölausfuhr aus der Russischen Föderation über Belarus, die Ukraine, die Slowakei und Ungarn nach Kroatien vor. Außerdem wären dabei Tankertransporte über den Hafen von Omišalj geplant gewesen. Die Reaktionen auf dieses Vorhaben fielen jedoch größtenteils sehr negativ aus, da eine Verschmutzung der Adria befürchtet wird (ebenso existiert das Problem des Ballastwassers von Tankern). Das Projekt ist bis auf weiteres auf Eis gelegt worden.

Donau-Save-Kanal Der Kanal sollte die Adriagegend verkehrstechnisch mit dem Donau-Schifffahrtsweg verbinden und somit einen kosteneffizienteren Transport gewährleisten. Das Projekt, das bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts erdacht wurde, wird gleichzeitig auch die kürzeste Schifffahrts-Verbindung von Kroatien nach West- und Osteuropa darstellen.

Das Mehrzweck-System des Kanals sollte nebst der Schifffahrt auch zur Bewässerung und Wasserableitung in den fruchtbaren Agrar-Gegenden Slawoniens dienen (besonders in der Gegend um Vinkovci), wie auch anderen Funktionen nützen. Der Kanal sollte eine Länge von ca. 50 km aufweisen, etwa 30 m breit werden und eine Tiefe von 3 m haben. Wichtigste Errungenschaft wäre jedoch, dass der Kanal den Schifffahrtsweg von Slavonski Brod an der Save nach Vukovar an der Donau um sogar 400 km verkürzen würde. Die Bauarbeiten, welche in zwei Phasen eingeteilt werden, sollten etwa 10 Jahre dauern und werden größtenteils den bereits bestehenden Wasserwegen der Flüsse Vuka, Bosut, Biđ und Konjsko folgen.

Die Vorteile des Projektes im Unterschied zum Straßen- und Eisenbahnverkehr wären: Längere Haltbarkeit der Objekte, niedriger Energieverbrauch, größere Sicherheit, niedrigere Transportkosten etc. Da die Transportkosten heutzutage einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtkosten von gewissen Produkten ausmachen, würde somit auch die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit Kroatiens gesteigert. Außerdem sollte dabei Vukovar eine strategische Bedeutung bekommen, was den Warentransit in diesem Teil Europas betrifft. Man erwartet auch, dass der Hafen von Vukovar somit zum wichtigsten kroatischen Flusshafen werden könnte, auch bei internationalen Waren. Durch die Ansiedlung von Handels- und Produktionszonen wird Vukovar ebenfalls wachsende Bedeutung zukommen. (Geschätzter Warenverkehr von etwa 8 Mio. Tonnen jährlich) Mit dem Baubeginn wird demnächst gerechnet. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 4,5 Milliarden Kuna (ca. 610 Millionen Euro). Es wird mit einem Bauende 2013 gerechnet.

Verkehr Luftverkehr Internationale Flughäfen in Kroatien

FlughafenAbk.LageWeb Flughafen Zagreb ZAG im Vorort Pleso, 17 km südöstlich des Zentrums von Zagreb, unmittelbar vor der Stadt Velika Gorica zagreb-airport.hr Flughafen Split SPU im Vorort Kaštela 25 km westlich von Split split-airport.hr Flughafen Dubrovnik DBV im Ort Čilipi bei Konavle, 13 km südöstlich des Zentrums von Dubrovnik airport-dubrovnik.hr Flughafen Zadar ZAD 8 km östlich des Zentrums von Zadar zadar-airport.hr Flughafen Rijeka RJK auf der Insel Krk (Brückenverbindung), 17 km südöstlich des Zentrums von Rijeka rijeka-airport.hr Flughafen Pula PUY an der Südspitze der Halbinsel Istrien gelegen, ca. 5 km östlich des Zentrums von Pula airport-pula.hr Flughafen Brač BWK auf der Insel Brač in Mitteldalmatien airport-brac.hr

Der Flughafen Osijek/Klisa (IATA: OSI) (20 km südöstlich des Zentrums von Osijek) wurde für den Regionalverkehr erneuert.

Derzeit unterhalten folgende Low-Cost-Fluglinien ganzjährige Linienflüge nach Kroatien: Germanwings, TUIfly, Ryanair und Wizz Air. Kroatien ist ebenso gut erreichbar mit EasyJet über Ljubljana, Slowenien oder mit Ryanair über Triest, Italien. Saisonale Flüge (über die Sommermonate hinweg) bieten: Aeroflight, GB Airways, Norwegian Air Shuttle und Styrian Airways. Flyglobespan bietet Flüge von Pula nach Edinburgh und Glasgow an.

Von den etablierten Gesellschaften sind hauptsächlich die heimische Croatia Airlines (Mitglied der Star Alliance), Lufthansa und British Airways zu erwähnen.

Die aufgelöste Fluggesellschaft Air Croatia wurde faktisch nie eingesetzt.

Straßenverkehr hochkant=1.5|mini|Autobahnnetz (Stand: Ende 2009) Mit dem Stand von Juni 2013 verfügt das Straßennetz über eine Gesamtlänge von 26.963,9 km. Darunter sind 1.413,1 km Autobahnen und Schnellstraßen, 6.867,7 km Staatsstraßen, 9.703,4 km Kreisstraßen und 8.979,7 km Gemeindestraßen. Die öffentliche Gesellschaft Hrvatske autoceste (HAC) ist im Auftrag der kroatischen Regierung für die Verwaltung und die Finanzierung der Autobahnen (mit Ausnahme von ÖPP-Projekten), Schnellstraßen und Staatsstraßen zuständig. Für Autobahnen ist auf ausgewählten Straßenabschnitten eine streckenabhängige Maut für Kraftfahrzeuge zu entrichten. Von 2009 bis 2012 wurden 23,07 Mrd. Kuna (entspricht ca. 3 Mrd. Euro) in das Straßennetz investiert, davon entfielen 12,8 Mrd. Kuna (ca. 1,7 Mrd. Euro) auf Neu- und Ausbau sowie Wartung der Autobahnen. Im Zeitraum von 2013 bis 2016 belaufen sich die Kosten für die geplanten Investitionen in das Straßennetz auf 23,10 Mrd. Euro, von denen 37,8 % für Investitionen in Autobahnen, 47,0 % für Investitionen in Staatsstraßen und 15,2 % Investitionen in die Kreis- und Gemeindestraßen ausgegeben wird.Program građenja i održavanja javnih cesta za razdoblje od 2013. do 2016. godine (kroatisch)

2004 trat ein sehr umstrittenes neues Straßenverkehrsgesetz in Kraft, das drastische Maßnahmen für Trunkenheit am Steuer (0,0 Promille), verkehrsgefährdendes Fahren etc. vorsieht. Im Einklang dazu steht auch, dass alle neuen kroatischen Tunnels über Sicherheitsmaßnahmen wie z. B. eine installierte Videoüberwachung verfügen sowie dass an verschiedenen Punkten moderne Verkehrskontrollzentren errichtet wurden. Kroatien verfügt ebenfalls über ein relativ dichtes Netz von Autogas-Tankstellen (LPG).

Mit Jahresbeginn 2006 werden in Kroatien außerdem nurmehr Benzin- und Dieselkraftstoffe nach der EU-Norm „EURO IV“ angeboten.

Autobahnen

Das kroatische Autobahnnetz war in den 2010er Jahren eines der am schnellsten expandierenden in Europa. Nach der Unabhängigkeitserklärung 1991 begannen ernsthafte Planungen eines umfassenden Autobahnnetzes. Erste Autobahnabschnitte wurden zu der Zeit der kroatischen Teilrepublik der SFR Jugoslawien fertiggestellt. Bis 1991 wurden ca. 284,4 km Autobahnen sowie weiteren 23,8 km Halbautobahnen fertiggestellt und freigegeben. Wegen des Kroatienkriegs kamen keine Neubauten bis 1996 mehr hinzu.

Zu Beginn der 2000er Jahre wurde der Autobahnbau beschleunigt. Die Gründe dafür liegen vor allem daran, dass die kroatische Regierung Konzessionen für bestimmte Autobahnprojekte vergab.

Außerdem besaßen damals und besitzen heute Investitionen in die Autobahn-Infrastruktur Priorität bei der Regierung, die deren Ausbau als von strategischer Bedeutung für das Land sah. Die Notwendigkeit der Investitionen wird umso mehr deutlich, wenn man bedenkt, dass sie entscheidend zur Entwicklung eines Landes und einzelner Regionen bzw. zur Entwicklung der Hauptwirtschaftszweige beitragen. Das kroatische Verkehrsministerium legt außerdem Wert auf die Feststellung, dass es mit dem Bau von Autobahnen zu einer Steigerung der Beschäftigung komme und dies auch positive Effekte für die demographische Entwicklung Kroatiens bringen würde. Die Einbindung des modernen kroatischen Straßennetzes in das europäische Verkehrsnetz soll bei der Transitlage Kroatiens positive Auswirkungen für alle haben. Die Verantwortlichen betonen u. a. dass mit dem Ausbau der Autobahnen Engstellen in der Verkehrsinfrastruktur beseitigt werden würden und dass somit die Verkehrssicherheit und die Zeitersparnis steige. Insbesondere wichtig ist zu bemerken, dass es dadurch auch zu einer Revitalisierung der Häfen komme.

Von 1996 bis 2010 wurde das Grundnetz realisiert. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 823,7 Autobahnkilometer freigegeben, sodass sich das Autobahnnetz auf 1106,3 km vergrößerte. Dabei wurde die 1000 km-Marke mit der Eröffnung des 40,3 km langen Abschnittes der Autobahn A1 zwischen Šestanovac und Ravča am 22. Dezember 2008 überschritten.

Schnellstraßen und Staatsstraßen mini|hochkant=0.5|Zeichen für eine als Schnellstraße gekennzeichnete Straße.

Die kroatischen Staatsstraßen (auch: Nationalstraßen; kroatisch: Državne ceste, Singular Državna cesta) bilden das Hauptfernstraßennetz. Sie dienen dem nationalen und internationalen Verkehr. Ausgebaut sind sie teils wie Bundesstraßen, teils mehrspurig wie autobahnähnliche Straßen, mit getrennten Fahrbahnen. Sie werden als solche per Gesetz definiert. Die Klassifizierung einer Straße als Staatsstraße sagt nichts über den Ausbauzustand der Straße aus. Die Beschilderung setzt sich aus einem D als Abkürzung für Državna cesta und einer oder mehreren Ziffern gekennzeichnet. Die Nummerierung folgt folgendem Schema:

Einstellige Zahlen (1–9) kennzeichnen Staatsstraßen, die in der Regel als Fernstraßen durch das ganze Land verlaufen und an Nachbarstaaten grenzen. Zweistellige Zahlen kennzeichnen Staatsstraßen, die auf dem Festland verlaufen.