Das Dorf Zootzen ist seit der Gebietsreform 2003 ein Ortsteil der Stadt Fürstenberg/Havel im Landkreis Oberhavel des Landes Brandenburg. Zootzen hat eine Fläche von 6,74 km².

Geografie mini|Zootzen auf einem Messtischblatt der Preußischen Uraufnahme von 1825 Zootzen liegt in einer Havelniederung im Norden Brandenburgs. Es befindet sich an der Landstraße 214, zwischen dem Hauptort Fürstenberg (6 km entfernt) und Bredereiche (3 km). Unweit des Dorfes liegt der Stolpsee, durch den die Havel fließt.

Geschichte Im Zusammenhang mit dem Mahlzwang des Getreides in der Bredereicher Mühle wurde Zootzen 1309 als Zozene zum ersten Mal erwähnt. 1317 ging die Siedlung in den Besitz des Klosters Himmelpfort über. 1342 wurde Zootzen beim Grenzkrieg zwischen Mecklenburgern und Brandenburgern zerstört und verlassen.

Eine neue Besiedlung erfolgte erst wieder im 18. Jahrhundert. So legten 1749 die ersten Bauerngehöfte den Grundstein für die Dorfentstehung. Im selben Jahr wurde die Kolonie Zootzen gegründet. 1758 folgte die Einweihung des Bethauses, welches gleichzeitig als Schule diente. 1854 brannte dieses Bethaus nieder und wurde 1858 neu aufgebaut.

Ab 1952 gehörte Zootzen zum Kreis Gransee. 1960 wurde eine LPG gegründet.

Zootzen wurde am 26. Oktober 2003 nach Fürstenberg/Havel eingemeindet.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. StBA

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 291 1890 345 1910 382 1925 379 1933 377 1939 384 Jahr Einwohner 1946 485 1950 478 1964 354 1971 349 1981 285 1985 282 Jahr Einwohner 1989 271 1990 254 1991 259 1992 255 1993 255 1994 258 Jahr Einwohner 1995 256 1996 250 1997 248 1998 244 1999 245 2000 252 Jahr Einwohner 2001 255 2002 255 2005 243 2024 196 Gebietsstand des jeweiligen JahresHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. (PDF) S. 14–17

Kultur und Sehenswürdigkeiten Das wohl älteste Wahrzeichen des Dorfes ist eine über 200 Jahre alte Linde, auch dicke Linde genannt, an der Lindenstraße. Sie wurde um 1749 vom Teerschweler Johann Christian Lexow, dem ersten Zootzener Dorfschulzen, gepflanzt. Sie besitzt einen Stammumfang von ca. 6,50 Metern, eine Höhe von ca. 15 Metern und eine wuchtige, von Blitzeinschlägen gezeichnete Baumkrone.

Unmittelbar an der durchs Dorf verlaufenden Landstraße steht eines der vielen sehenswerten Häuser, das Gemeindehaus Haus der Hoffnung der Zootzener Kirchgemeinde. Das Fachwerkhaus mit hölzernem Glockenstuhl wurde nach einer Sanierung 1995 wieder eingeweiht.

Vor dem Friedhof befindet sich ein Findlings-Denkmal für die im Ersten Weltkrieg (1914–1918) gefallenen und vermissten Männer des Dorfes. Auf einem Podest ruht ein großer Stein mit Eisenkreuz, in dem die Namen der Soldaten eingemeißelt sind.

Persönlichkeiten In Zootzen geboren Wilhelm Lahn (1832–1907), Lehrer und Dichter Siegfried Israel (1928–2016), Sportmediziner

Literatur Gerhard Zimpel u. a.: Zootzen – Geschichte und Geschichten. EKF Wissenschaft, 2003, ISBN 978-3-933816-23-8

Weblinks

Website des Dorfes Zootzen Zootzen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 6. Januar 2019

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Oberhavel) Kategorie:Ersterwähnung 1309 Kategorie:Gemeindeauflösung 2003 Kategorie:Geographie (Fürstenberg/Havel) Kategorie:Kloster Himmelpfort Kategorie:Ort im Landkreis Oberhavel