Egon Homm (* 11. Januar 1947 in Osnabrück) ist ein ehemaliger deutscher Basketball-Bundesligaspieler und Nationalspieler, der mit dem VfL Osnabrück unter anderem Deutscher Meister 1969 und Deutscher Pokalsieger 1967 des Deutschen Basketball Bundes wurde.
Egon Homm war ein Spieler aus der „Osnabrücker Basketballschule“. Er hat im Laufe seiner Karriere im Club und in der Nationalmannschaft, dort unter verschiedenen Bundestrainern, auf allen Positionen gespielt.Deutsche Basketball-Meisterschaften und DBB-Pokalsieger – Meister und Pokalsieger Website Sport-Komplett – Sportarten und Sportereignisse, Daten Basketball. Abgerufen am 20. Dezember 2010. Website Osnabrücker Rundschau, Sport, am 19. Januar 2022, von PM. Abgerufen am 20. Januar 2022.
Der Diplom-Betriebswirt arbeitete nach Beendigung seines Studiums zunächst in einer Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Im Anschluss an seine Tätigkeit als Revisor und mehrjährige Beschäftigung im Aufgabenbereich Organisation war Homm unter anderem zehn Jahre Manager der Software AG, zuletzt am Standort Stuttgart. Die dreijährige Ausbildung zum Industriekaufmann hatte Egon Homm in der Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei Ende März 1967 abgeschlossen. Den Besuch der privaten Handelsschule Krüger, mit Internat, in Osnabrück an der Bergstraße (Westerberg), in der ehemaligen Villa Kromschröder, konnte der junge Basketballer mit der ‚Mittleren Reife‘ Ende März 1964 abschließen. Website NOZ, private Handelsschule Krüger, mit Internat, Osnabrück, an der Bergstraße/Westerberg, in der Villa Kromschröder. Abgerufen am 18. Mai 2026.
Leben und Karriere Egon Homm ist in Osnabrück, am Westerberg, geboren und aufgewachsen. Bevor Egon Homm Betriebswirtschaft studierte, absolvierte er eine Lehre zum Industriekaufmann in der Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei (1964 bis 1967). Später wechselte der Olympiakaderspieler zur Kreissparkasse Osnabrück. Bis Dezember 1970, konnte er an Lehrgängen in den zentralen Leistungszentren sowie an Länderspielen und internationalen Turnieren im In- und Ausland, auch in sozialistischen Staaten beziehungsweise Staaten des Ostblocks teilnehmen.
Das Basketballspiel erlernte Egon Homm zunächst in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und auf den „Freiplätzen“ Osnabrücker Schulen in Innenstadtnähe. Er ist damit der einzige aus dem Osnabrücker Land stammende VfL-Bundesligaspieler dieser Zeit, der das Basketballspiel nicht im Sportunterricht eines Gymnasiums erlernte. 1960 schloss er sich dem DJK Blau-Weiß Schinkel an und gewann in der Saison 1961/1962 mit seinen Mannschaftskameraden, dazu gehörte ebenfalls der spätere VfL-Bundesligaspieler Hans Gröneweg, ungeschlagen die Bezirksmeisterschaft der B-Jugend. 1962 wechselte er zum VfL Osnabrück und erspielte mit den Sportkameraden der B- und A-Jugend verschiedene Meistertitel auf Bezirks- und Landesverbandsebene. Seine Jugendtrainer waren Jürgen Molitor, Uwe Degen und in der A-Jugendmannschaft Klaus Manthey. Seit Ende 1963 war er Mitglied der Leistungskader der Auswahlmannschaft des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV) und der Jugend-Nationalmannschaft des Deutschen Basketball Bundes (DBB).„Das Basketballspiel in Osnabrück. Darstellung der Entwicklung eines Sportspiels in einer Großstadt.“ Bodo Bernhardt, Semesterarbeit Sport. Sommersemester 1968, bei Hermann Westerhaus.
Sein erstes Länderspiel als Jugend-Nationalspieler bestritt er im August 1964, auf Einladung des damaligen Bundestrainers Yakovos Bilek, in der Hansestadt Hamburg unter Bundestrainer Kurt Siebenhaar gegen die Jugend-Nationalmannschaft von Frankreich, nach einer gemeinsamen Trainingswoche mit den Jugend- und A-Nationalmannschaften beider Länder in Hamburg. Das gemeinsame Trainingslager wurde veranstaltet im Geiste der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg beziehungsweise des am 22. Januar 1963 geschlossenen Élysée-Vertrages, das half, die von Deutschland und Frankreich, den früheren Erbfeinden, angestrebten Beziehungen zwischen den Menschen auf Dauer positiv zu gestalten.
Im April 1966 nahm Homm mit der Jugend-Nationalmannschaft in Mannheim am 3. Europa-Jugend-Basketballturnier um den Dr.-Albert-Schweitzer-Pokal (AST) teil.Albert-Schweitzer-Turnier Albert Schweitzer Tournament (AST), History Standings since 1958. Abgerufen am 6. Mai 2026.
Der damalige Trainer und Coach des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV), Felix Szöllösy aus Braunschweig, berief Egon Homm 1966 erneut in den Kader der A-Jugendauswahl des NBV (im Vorjahr Dritter Platz in Berlin). Zusammen mit drei weiteren A-Jugendspielern aus dem Basketballbezirk Osnabrück, Günter Kollmann (Quakenbrücker TSV), Günter Miemitz (Osnabrücker TC) und Karl Vennegeerts (VfL Osnabrück) gewann die niedersächsische Jugendauswahl im Mai 1966 den Deutschen Jugend-Pokal des Deutschen Basketball Bundes. An dem Turnier nahmen zwölf Verbandsauswahlen des DBB teil. Die vier Spieler aus dem Osnabrücker Land erzielten im Endspiel gegen die A-Jugendspieler des hessischen Basketballverbandes (68:61) zusammen 48 Punkte. (Egon Homm erzielte in dem Finale gegen den HBV, als Forward auf dem linken Flügel positioniert, in direkter Folge, für das NBV-Team die ersten vier Körbe zur 8:0-Führung.)Niedersachsen gewann Basketball-Jugendländerpokal gegen Hessen 68:61 – Viertägiges Turnier in Osnabrück. In „NT“ – Neue Tagespost, 23. Mai 1966.
Egon Homm wurde von Bundestrainer Yakovos Bilek in das Team der B-Nationalmannschaft berufen (zusammen mit den VfL-Kameraden Dieter und Koppermann, Günter Kollmann aus Quakenbrück, aber auch Spielern wie zum Beispiel Holger Geschwindner und Jürgen Wohlers), die im August 1966 in Brindisi (Italien) ein Turnier um die „Coppa Gianni Donativi“ der „Trofeo del Sud“ gegen die stärksten U23-Spieler der FIBA-Zone Europa bestritt. Die Gegner kamen aus Griechenland, Italien, Israel, Spanien und der UdSSR, von denen einige in den dann folgenden Jahren den europäischen Basketball dominierten. Zu ihnen gehörte zum Beispiel der damals 16-jährige, 2,06 Meter große Center Dino Meneghin, eine italienische Basketball-Legende (1966–1994). Eine Reihe der Turnier-Teilnehmer der in Brindisi vertretenen FIBA-Nationen nahmen später an den Olympischen Sommerspielen 1972 in München teil. Einige dieser Spieler wurden später in die FIBA Hall of Fame und auch in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen (zum Beispiel Dino Meneghin, damals Pallacanestro Varese). Delegationsleiter war der Mainzer FIBA-Schiedsrichter Willi Heinzelmann.
mini|hochkant=0.8|Trofeo del Sud – Coppa „Gianni Donativi“ – 31. August bis 4. September 1966 – Brindisi – Palazzetto C.O.N.I.
Im September 1967 nahm Egon Homm auf Einladung von Bundestrainer Bilek und dessen Trainerstab für die A-, B- und Jugend-Nationalspieler in Frankfurt am Main, unter der sportlichen Leitung des erfahrenen US-Trainers Lennart Carlson, an einem sechstägigen Trainingslehrgang teil, zu dem 24 Spieler eingeladen worden waren, die 1,90 Meter oder länger waren. Eingeladen waren damals Perspektiv-Spieler und nicht die erfahrenen A-Nationalspieler. Es war das erste Mal, dass vom DBB für eine Teilnahme eine Mindestlänge von 1,90 Meter bestimmt wurde. Vierundzwanzig Spieler nahmen teil. Der sechstägige Lehrgang diente den Bundestrainern weiter dazu, sich im Zusammenhang mit der geplanten Bildung des Olympiakaders 1972 einen Überblick über das Leistungsvermögen der „Einmeterneunzig- und Zweimeter-Bundesligaspieler“ als ‚Kandidaten‘ für den Olympiakader 1972, im direkten Vergleich zueinander, zu verschaffen.Armee ohne Luftwaffe. Artikel in „Der Spiegel“ 41/1967, abgerufen am 30. September 2025.Lenny Carlson – Volunteer Assistant Coach Artikel Website Augustajagd.com, US-Coach Lenny Carlson, abgerufen 30. September 2025."Coach Lenny Carlson – The game changers: Uniting Augusta University by changing the history of a basketball team", Stacey Eidson, February 17, 2020, abgerufen am 30. September 2025.
Bereits in den Jahren 1965 und 1966 trainierte Egon Homm, als A-Jugendspieler, regelmäßig zusätzlich mit dem Erstligakader des VfL-Oberliga-Teams und wurde fallweise in Erstligaspielen oder zum Beispiel 1966 bei dem jährlich zum Jahreswechsel stattfindenden internationalen Turnier der US-Streitkräfte in Bremerhaven eingesetzt. (Das VfL-Team konnte sich 1966 in die Liste der Turniersieger eintragen. Homm war insgesamt vier Mal Gast der US-Militärs am Standort Weddewarden.) Als Stammspieler gehörte Egon Homm dem „Meisterteam des VfL Osnabrück“ (damals 1,96 Meter / 90 Kilogramm) seit Beginn der ersten Basketball-Bundesligaspielzeit, 1966/1967, an. Seit diesem Zeitpunkt gehörte er stets zum Kader der B-Nationalmannschaft des DBB (bis 1969).„II. Internationales Basketballturnier des Post-SV Koblenz am 17./18. 9. 1966“ in Koblenz – zweiundzwanzigseitige Informationsbroschüre für Teilnehmer und Zuschauer, herausgegeben von der Turnierleitung des Veranstalters.„III. Intern. Basketball-Turnier des Post-SV Koblenz am 9./10. 9. 1967“ in Koblenz – zweiundzwanzigseitige Informationsbroschüre für Teilnehmer und Zuschauer, herausgegeben von der Turnierleitung des Veranstalters.
Zuordnung der BBL-Spieler zu den VfL-Spielzeitenteams– 1966 bis 1971 – Posi-tion SPIELER 1966/1967 1967/1968 1968/1969 1969/1970 1970/1971 ANMERKUNG F C Ansmann 7 7 → FC Bayern München B C Baroch 4 4 → zurück zu Slavia Prag F C Böttger 8 8 8 8 → Karriereende F C Böttner 9 VfL bis 1975 B C Dieter 5 5 → USC München B C Volkmar Gaber 6 6 → USC Mainz B C Garthaus 6 VfL bis 1975 B C Gröneweg 9 → Osnabrücker TC B C Haferkamp 5 → Karriereende BBL F C Homm 13 13 13 13 13 → Karriereende B C Husemann 7 7 → USC Mainz F C Kollmann 9 8 → ATV Düsseldorf → QTSV F C Koppermann 12 12 12 12 12 VfL bis 1975 F C Meyer 14 14 14 VfL bis 1975 F C Plock 14 → Karriereende BBL F C Posern 7 VfL bis 1975 F C U. Renner 6 6 → FC Bayern München B C Rupp 9 5 5 VfL bis 1973 B C R. Tobien 11 VfL bis 1973 B C H. Uhlig 4 4 4 → USC München → VfL F C Weinand 10 10 10 10 10 VfL bis 1975 → RUWA Essen B C Yahya 11 11 11 11 → Karriereende FC Σ 11BC Σ 11 Spieler Σ 22 Vize-Meister Vize-Meister Vize-Pokal-sieger Vize-Pokal-sieger – HINWEISE ZUR SPALTENSORTIERUNG: Die Sortierfunktion ermöglicht die eindeutige Zuordnung der Basketballer zu den fünf VfL-Spielzeitenteams. Dazu erfolgt die Sortierung in fünf Spalten, Kriterium ist der Name, nach der A-bis-Z-Regel (In den Spalten ist zu jedem Spieler seine Trikotnummer angegeben. Die Position ist ebenfalls zugeordnet).HINWEISE ZU DEN SPIELERN: • 16 der 22 genannten VfL-Spieler wurden vom Deutschen Basketball Bund oder einem anderen nationalen Verband der FIBA bei Länderspielen in einer der Nationalmannschaften eingesetzt. • Die Zeitspanne des Alters zwischen dem jüngsten und dem ältesten beteiligten VfL-Basketballer beträgt etwa 16 Jahre. Die elf VfL-Spieler des Finalteams um die deutsche Basketballmeisterschaft 1969 (DBB) gehörten einem der Jahrgänge zwischen 1937 und 1954 an.
An allen Erfolgen des „legendären“ Bundesliga-Teams des VfL Osnabrück (1966 bis 1970) war stets ein Kernteam von fünf Spielern beteiligt: der A-Nationalspieler Klaus Weinand (2,00 Meter), der aus Palästina stammende syrische Nationalspieler Rassem Yahya (1,75 Meter), der in den 1970er Jahren in Spanien verstorbene Wilfried „Wiwi“ Böttger (1,95 Meter) sowie die beiden A-Nationalspieler aus der eigenen VfL-Jugend, Ingbert „Koppi“ Koppermann (1,99 Meter) und Egon Homm, der als „Youngster“ am ersten Spieltag der BBL im Herbst 1966 direkt in die neu gegründete Bundesliga (BBL) „startete“. Egon Homm ist der einzige von diesen fünf Spielern, der in Osnabrück geboren wurde (Hausgeburt „Roonstraße 12“, im strengen 'Eiswinter‘ 1947).