Szubin ( Schubin, 1941–1945 Altburgund) ist eine Stadt im Powiat Nakielski in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 24.500 Einwohnern.
Geographische Lage Die Stadt liegt in der historischen Region Großpolen, etwa zwanzig Kilometer westlich von Bromberg. Durch Schubin fließen zwei kleine Flüsse, Gąsawka und die kleinere Biała Struga.
Geschichte mini|Straßenzug in Schubin mini|Ruinen der Burg mini|St.-Martin-Kirche in Schubin Die erste massiv gebaute katholische Kirche der Stadt soll schon im Jahr 1001 gestiftet worden sein.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 89, Nr. 11. Im Jahr 1065 wird ein Szubino als Ort der Mogilnoer Kirche erwähnt.Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 447–448. Schubin wurde erstmals 1365 erwähnt und erhielt 1458 das Stadtrecht.
Nach der Ersten Polnischen Teilung im Jahre 1772 kam die Stadt zu Preußen. Im Jahre 1780 erfolgte die Gründung einer Neustadt neben der alten Stadt. Mit der Gründung des Herzogtums Warschau wurde Szubin 1807 diesem zugeteilt und fiel 1815 wieder an Preußen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Schubin eine evangelische Kirche, zwei katholische Kirchen, eine Synagoge, eine Provinzialerziehungsanstalt und war Sitz eines Amtsgerichts.
Von 1818 bis 1920 war die Stadt Sitz des gleichnamigen Kreises Schubin und wurde 1920 nach dem Friedensvertrag von Versailles wieder polnisch. Schubin, wie auch der Kreis (Powiat Szubiński) gehörten von 1920 bis 31. März 1938 zur Woiwodschaft Posen und kamen im Zuge einer Gebietsreform am 1. April 1938 an die damalige Woiwodschaft Großpommerellen.
1939 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt; anschließend wurde sie völkerrechtswidrig dem Deutschen Reich einverleibt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Schubin im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1920 Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen 1783 1170 davon 936 Polen, 154 Deutsche und 80 Juden 1816 1300 davon 668 Katholiken, 315 Evangelische und 317 Juden 1837 2164 1861 3302 1875 3536 1880 3344 1890 3047 darunter 955 Evangelische, 1783 Katholiken und 309 Juden 1905 3114 meist KatholikenMeyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 53. 1910 3071 am 1. Dezember, ohne Schloss und Gutsbezirk mit 224 Einwohnern
Gemeinde Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Szubin gehören die Stadt und 32 Dörfer mit Schulzenämtern.
Verkehr Szubin hat einen nur noch im Güterverkehr betriebenen Bahnhof an der Bahnstrecke Poznań–Bydgoszcz, früher zweigte dort die Bahnstrecke Żnin–Szubin ab.
Söhne und Töchter der Stadt Moses Mielziner (1828–1903), Rabbiner Carl Kiehn (1833–1894), Politiker, Landwirt und Rittergutsbesitzer Georg Güthe (1868–1917), deutscher Jurist Siegbert Springer (1882–1938), deutscher Jurist, Jura-Repetitor Friedrich-Wilhelm von Chappuis (1886–1942), deutscher General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg Arno Manthey (1888–1941), Politiker (NSDAP) und SA-Obergruppenführer. Wolfgang Przyrembel (1904–1944), NSDAP-Funktionär und SA-Standartenführer Fritz Zerbst (1909–1994), österreichischer lutherischer Theologe, Hochschullehrer Rüdiger von Rosen (* 1943), auf dem Gut Grocholin geborener deutscher Betriebswirt Jarosław Godek (* 1981), Ruderer und Olympionike
Literatur Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 447–448. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 89, Nr. 11.
Weblinks
Seite der Gmina Szubin Szubin.Net.pl Museum Ziema Szubińska Szubiner Schloss
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Kujawien-Pommern Kategorie:Gmina Szubin