Großkirchheim ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau im österreichischen Bundesland Kärnten.
Geographie Geographische Lage Großkirchheim liegt in durchschnittlich 1024 Metern Seehöhe in der Region Großglockner der Hohen Tauern, im Osten wird die Gemeinde von der Sonnblick-, im Westen von der Schobergruppe begrenzt. Etwa 40 % des Gemeindegebiets liegen im Nationalpark Hohe Tauern. mini|Blick vom Südwesthang des Mohar in das Mölltal mit Großkirchheim. Nachbargemeinden sind Heiligenblut, Flattach und Mörtschach, im Norden grenzt das Gemeindegebiet an das Bundesland Salzburg, im Westen an Osttirol.
Gemeindegliederung Großkirchheim ist in die fünf Katastralgemeinden Döllach, Mitten, Putschall, Sagritz und Winkel Sagritz gegliedert, das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Nachbargemeinden
Klima
Eine Langzeitanalyse der Klimastation Döllach (1.071 m) im Hauptort der Gemeinde dokumentiert eine deutliche Klimaerwärmung. Im Vergleich der WMO-Klimaperioden 1961–1990 und 1991–2020 stieg die Jahresmitteltemperatur von 5,8 °C auf 7,0 °C (+1,2 °C), die Sommertemperatur (Juni–August) von 14,2 °C auf 15,4 °C (+1,2 °C). Der Jahresniederschlag erhöhte sich von 787 mm auf 901 mm (+114 mm bzw. +14 %).
Die Sommertemperatur (Juni–August) stieg im Zeitraum von der jeweils frühesten verfügbaren Klimanormalperiode zur Periode 1991–2020 an allen drei Klimastationen des Mölltals um nahezu identische +1,2 °C. Die Jahresmitteltemperatur nahm in Döllach mit +1,2 °C etwas stärker zu als an den vergleichbaren Mölltalstationen Mallnitz (1.197 m, +0,8 °C zwischen 1961–1990 und 1991–2020) und Obervellach (688 m, +0,8 °C zwischen 1971–2000 und 1991–2020). Der geringere Wert für Obervellach ist methodisch bedingt, da die durchgehende Messreihe erst 1971 beginnt und die Frühreferenz 1971–2000 bereits einen Teil der Erwärmung der 1990er Jahre enthält. Auf eine hypothetisch verfügbare Frühperiode 1961–1990 bezogen läge der Anstieg in Obervellach eher bei rund +1,0 °C.
Geschichte Um 1140/50 wurde das Schloss Großkirchheim bei „locus Chyrichaim“ (Ort Kirchheim) erstmals urkundlich erwähnt.
Bereits zur Zeit der Kelten und der Römer in Kärnten wurde in den Hohen Tauern Gold abgebaut. Der Abbau von Edelmetallen erlebte hier im Mittelalter und ab Ende des 15. Jahrhunderts seine Blütezeit. Eine 1338 verfasste Urkunde verlieh die Grubenrechte für das „goldärtzt im Kirchhaimer gericht und der dem Tauern gelegen bey dem fleiß“. Noch bis in das 17. Jahrhundert wurde im heutigen Gemeindegebiet nach Gold geschürft, erst nachdem durch das Vorschieben der Pasterze immer mehr Gruben vereisten, musste der Abbau aufgegeben werden.
Im 17. und 18. Jahrhundert wanderten mehrere Personen und Familien aus Sagritz und Großkirchheim ins bayerische Alpenvorland aus.Peter Tremmel: Die Granegger. Serie: Einwanderer ins Aichacher Land während und nach dem Dreißigjährigen Krieg. https://www.genealogie-kiening.de/granegger.htm
1850 konstituierten sich auf dem heutigen Gemeindegebiet zunächst die eigenständigen Ortsgemeinden Döllach, Sagritz und Mitten, wobei sich die beiden letztgenannten bereits 1856 vereinigten. Ab 1939 hatten Döllach und Sagritz eine gemeinsame Bürgermeisterei, 1956 schlossen sie sich zur Gemeinde Döllach-Sagritz zusammen, und diese benannte sich schließlich 1983 – an die historische Bedeutung des Schlosses und Landgerichts anknüpfend – in Großkirchheim um.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Großkirchheim zu einem zweisaisonalen Tourismusort (ca. 45.000 Übernachtungen) und Sitz der Geschäftsstelle des Nationalparks Hohe Tauern.
Bevölkerung Laut Volkszählung 2001 hat Großkirchheim 1.606 Einwohner, davon sind 96,6 % österreichische und 2,6 % deutsche Staatsbürger. 95,8 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 2,1 % zur evangelischen Kirche, 1,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Großkirchheim
Schloss Großkirchheim in Döllach Pfarrkirche St. Georgen in Sagritz Filialkirche St. Andreas in Döllach Wallfahrtskirche Maria Dornach in Mitteldorf Gartlwasserfall Tauerngold-Ausstellung im Putzenhof
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)31130 1503564 37Produktion1923 207381 76Dienstleistung5645 43158123 132 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Tourismus Nach einem Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 liegt die Anzahl der jährlichen Übernachtungen wieder über 40.000.
Das Gradental, das nach Westen in die Schobergruppe führt, ist touristisch durch die Adolf-Noßberger-Hütte erschlossen. Im Osten liegt die Goldberggruppe, hier bieten sich Wanderungen auf den Eckkopf oder den Stanziwurten an.
Energie Im Zirknitztal, das nach Osten in die Goldberggruppe führt, befinden sich Anlagen der Kraftwerksgruppe Fragant.
Verkehr Straße: Durch das Gemeindegebiet führt die Großglockner Straße (B 107). Rad: Die Möll entlang verläuft der Glockner Radweg.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat von Großkirchheim hat 15 Mitglieder.
Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte er folgende Zusammensetzung: 8 FPÖ, 5 ÖVP, 2 SPÖ Seit der Gemeinderatswahl 2021 hat er folgende Zusammensetzung: 8 Liste Gemeinsam für Großkirchheim (GFG), 4 ÖVP, 3 FPÖ
Bürgermeister
seit Jahr? Peter Suntinger (FPÖ, später parteilos, 2021 GFG).
Wappen Das zentrale Motiv des Wappens der Gemeinde ist das Großkirchheimer Schloss, das von Melchior Putz von Kirchheimegg († 1583) erbaut wurde. Dieser führte in seinem Wappen sowohl drei goldene Rosen im roten Schildhaupt als auch drei Heckenrosenfrüchte („Putzen“) als „redenden“ Anteil; beides wurde in das Gemeindewappen übernommen. Im unteren Teil des Wappens spielt der goldene Zweiberg mit dem Taleinschnitt zum einen (wie auch das Bergwerkszeichen) auf den Goldbergbau, zum anderen auf den Ortsnamen Döllach (von slow. doljah, bei den Talbewohnern) an.
Die Blasonierung des Wappens, das der Gemeinde am 5. September 1978 verliehen wurde, lautet: „Unter rotem, mit drei goldenen Rosen belegtem Schildhaupt in Grün ein goldenes, schwarz geöffnetes Schloss mit Walmdach über goldenem Zweiberg, der rechts mit drei roten, grün bestielten Heckenrosenfrüchten, links mit schwarzem Bergwerkszeichen belegt ist.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 128
Die Flagge ist grün-rot mit eingearbeitetem Wappen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Josef Kahn (1839–1915), Bischof von Gurk Franz Kahn (1866–1951), Landwirt und Politiker Anton Granig (1901–1945), Priester und Widerstandskämpfer Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Hubert Sauper (* 1966), Filmregisseur
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Großkirchheim
Einzelnachweise
Kategorie:Goldberggruppe Kategorie:Schobergruppe Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert