Weitensfeld im Gurktal ist eine österreichische Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten.

Geographie Der Hauptort Weitensfeld liegt im Gurktal, das rund 96 km² große Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Seehöhe von 700 bis bis in die südlich gelegenen Wimitzer Berge und die nördlich gelegenen Gurktaler Alpen.

Gemeindegliederung Die Gemeinde ist in sieben Katastralgemeinden eingeteilt (Altenmarkt, Braunsberg, Linder, Thurnhof, Weitensfeld, Wullroß, Zweinitz) in denen sich folgende 41 Ortschaften befinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

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Geschichte mini|hochkant|Pfarrkirche Hl. Johannes Ev. in Weitensfeld mini|hochkant|Wehrkirche Altenmarkt mini|Schloss Thurnhof in Zweinitz mini|hochkant|Wehrkirche Zweinitz mini|hochkant|Steinerne Jungfrau von Thurnhof auf dem Weitensfelder Hauptplatz mini|hochkant|Blick in das Brauchtumsmuseum Vor Gründung der Gemeinde Das Gurktal war lange Zeit von dichten Wäldern bedeckt und unbesiedelt. Erst als das Land von den Römern besetzt wurde und diese eine Verbindungsstraße durch das Gurktal nach Salzburg anlegten, entstanden erste Ansiedlungen, so entstand auch in Altenmarkt die Poststation Beliandrum. Spätestens im 9. Jahrhundert wurden auch die Randgebiete der Wimitzer Berge und des Mödringbergs besiedelt.

Zwischen 1050 und 1065 entstand durch Zuwanderung von Bayern eine Ansiedlung am Zammelsberg (Zumoltiperg). Die Ortschaft Weitensfeld wurde 1131 erstmals urkundlich erwähnt. 1192 fiel der bis dahin steirische Besitz an die Babenberger, diese schenkten ihn 1202 dem Domstift Gurk. 1203 erhielt der Ort das Marktrecht.

1476 und 1478 kam es zu Zerstörungen bei Einfällen der Türken. Im Sommer 1478 wurde Weitensfeld wie viele andere Orte geplündert und niedergebrannt.

Am 17. April 1814 zerstörte ein Großbrand im Ort Weitensfeld 45 Häuser samt Wirtschaftsgebäude. Der Schaden wurde auf 185.432 Gulden geschätzt. Brandursache war Funkenflug durch ein Freudenfeuer bei einer Feier anlässlich des Sieges über Napoleon Bonaparte in der Völkerschlacht bei Leipzig.

Ab Gründung der Gemeinde 1850 1850 wurde die Ortsgemeinde Weitensfeld gegründet. Sie umfasste zunächst nur die Katastralgemeinden Altenmarkt, Braunsberg, Linder, Weitensfeld und Wullroß in ihren damaligen Grenzen und hatte damals eine Größe von etwa 62 km² und gut 1600 Einwohner.

1871 wurde die Gemeinde Weitensfeld vergrößert: die Katastralgemeinden Thurnhof und Zweinitz, die davor zur Gemeinde Gurk gehört hatten, kamen an Weitensfeld, die damit auf etwa 92 km² anwuchs.

Auflösung der Gemeinde 1973 Im Zuge der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde Weitensfeld aufgelöst. Der Großteil ihres Gebiets (92 km² mit 2768 Einwohnern; Stand 1971) kam an die damals neu errichtete Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz, zusammen mit den Gebieten der gleichzeitig aufgelösten Gemeinden Deutsch-Griffen, Glödnitz, einem Teil der ehemaligen Gemeinde Pisweg und einem kleinen Teil von Metnitz. Eine wesentliche Idee bei dieser Umstrukturierung war, dass man den für den Fremdenverkehr regional bedeutenden Bereich der Flattnitz, der zuvor auf die Gemeinden Deutsch-Griffen, Glödnitz und Metnitz aufgeteilt war, zusammenfassen wollte.

Ein kleiner Bereich am südlichen Rand der früheren Gemeinde Weitensfeld (Wimitz, 0,1 km, 12 Einwohner; Stand 1971) kam auf Wunsch der dortigen Bevölkerung im Zuge der Gemeindestrukturreform 1973 an die Gemeinde Steuerberg und damit an den Bezirk Klagenfurt-Land, heute Bezirk Feldkirchen.

Seit Wiedererrichtung der Gemeinde Die Bevölkerung der ehemaligen Gemeinden Deutsch-Griffen und Glödnitz war mehrheitlich mit dem Ergebnis der Gemeindestrukturreform 1973 unzufrieden. Nach einer Volksbefragung wurde die Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz 1991 aufgelöst und die Gemeinden Deutsch-Griffen, Glödnitz und Weitensfeld (vorerst weiter unter dem Namen Weitensfeld-Flattnitz) wiedererrichtet. Ein Teil der Flattnitz (der vor 1973 teils zu Glödnitz, teils zu Metnitz gehört hatte) verblieb zunächst bei Weitensfeld, wurde aber mit Wirkung vom 1. Jänner 1994 abgetrennt und der Gemeinde Glödnitz angeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt besteht das Gemeindegebiet von Weitensfeld in seinen heutigen Grenzen, seit 1. Jänner 1995 führt die Gemeinde den Namen Weitensfeld im Gurktal.

Hochwasser an der Gurk tritt immer wieder auf. Im Herbst 2019 grub sich die Gurk bei Kleinglödnitz über 300 Meter ein rund zwei Meter tiefes und 40 Meter breites neues Bachbett.

Bevölkerung Staatsbürgerschaft, Religion Laut Volkszählung 2001 hat Weitensfeld 2.474 Einwohner, davon besitzen 97,8 % die österreichische Staatsbürgerschaft. 91,0 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 3,6 % zur evangelischen Kirche, 2,7 % der Einwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung Bereits seit 1981 gibt es eine starke Abwanderung aus der Gemeinde, seit 2001 ist auch die Geburtenbilanz negativ.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Pfarrkirche Hl. Johannes Ev. in Weitensfeld: 1285 erstmals urkundlich erwähnt, ehemalige Wasser-Wehrkirche mit rundem Wehrturm von Anfang des 16. Jahrhunderts Filialkirche St. Magdalena in Weitensfeld: Aus dieser Kirche stammt das älteste erhaltene Glasgemälde Österreichs, die romanische Magdalenenscheibe, entstanden um 1170 (in der Kirche befindet sich eine Nachbildung, das Original im Diözesanmuseum Klagenfurt) Wehrkirche Altenmarkt Wehrkirche Zweinitz Wehrkirche Zammelsberg Waldkapelle Weitensfeld Schloss Thurnhof in Zweinitz Brauchtum-Museum

Regelmäßige Veranstaltungen Kranzelreiten: Das an den Pfingstfeiertagen stattfindende Kranzelreiten ist eines der ältesten Brauchtumsfeste in Kärnten. Der Sage nach beruht dieser Brauch auf einer Gegebenheit zu Zeiten der Pest, als fast die gesamte Bevölkerung getötet wurde, und sich die verbliebenen drei Bürgersöhne sich um ein Edelfräulein gestritten haben sollen, um die die drei jungen Männer schließlich um die Wette liefen. Bei dem Volksfest darf der Sieger die steinerne Jungfrau küssen, alle 25 Jahre (zuletzt 2022) eine lebende. Kranzelreiten wurde 2016 von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe in Österreich anerkannt. Karl-May-Festspiele: fanden jedes Jahr Ende Juni bis Anfang September statt (1995 bis 2013) Speckkirchtag: findet Anfang Mai statt Kugelschlagen in Zweinitz und Nassing: findet jährlich am Ostersonntag statt

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft ist geprägt von Land- und Forstwirtschaft sowie kleinen Gewerbebetrieben. Darunter befinden sich eine Arzneimittelproduktion und eine Lärchenharzraffinerie.

Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)11016721513612878Produktion323119134130149Dienstleistung968865285278255 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Schulen In der Gemeinde befinden sich eine Hauptschule, eine Volksschule, eine Musikschule, ein Kindergarten, ein Postamt sowie drei Freiwillige Feuerwehren.

Verkehr Weitensfeld lag an der Gurktalbahn und liegt an der Gurktalstraße.

Politik mini|Das Gemeindeamt

Gemeinderat und Bürgermeister Der Gemeinderat von Weitensfeld hat 19 Mitglieder. Nach der Gemeinderatswahl 2015 setzte er sich aus Mandataren folgender Parteien zusammen: 11 ÖVP, 5 FPÖ und 3 SPÖ. Nach der Gemeinderatswahl 2021 setzt er sich aus Mandataren folgender Parteien zusammen: 11 ÖVP, 5 FPÖ, 3 SPÖ.

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Sabitzer (ÖVP).

Wappen Dem Markt Weitensfeld wurde am 4. Oktober 1629 durch Kaiser Ferdinand II. ein eigenes Wappen verliehen: „Einen roten Schild, darinnen ein Hirsch im grünen Felde zwischen vier Weidenbaimb gegen die rechte Seite zum Sprunge geschicket.“ Die Rot-Weiß-Grüne Fahne mit eingearbeitetem Wappen ist seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesen. Eine Erneuerung der Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde erfolgte am 1. Februar 1974 mit folgender Blasonierung: „In Rot über grünem Grund zwischen vier Weidenbäumen nach rechts springender Hirsch.“

Die Motivwahl des springenden Hirsches geht wohl „redend“ auf zwei volksetymologische Varianten der Herkunft des Ortsnamens zurück: Zum einen wird ein „Weidenfeld“, zum anderen ein Spruch „Hirsch, spring weit ins Feld!“ zum Ursprung für den heutigen Orts- und Gemeindenamen erklärt. Nach Kranzmayer (Ortsnamenbuch 1959) hingegen ist Weitensfeld aber nach dem erschlossenen Personennamen „Witin“ zu deuten.

Gemeindepartnerschaft Ragogna, Italien (seit 2003)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Gorton (1864–1922), Großgrundbesitzer und Politiker, Abgeordneter zum Kärntner Landtag 1899–1914 Gertrude Lübbe-Wolff (* 1953), Richterin

Weblinks

Marktgemeinde Weitensfeld im Gurktal

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1131