Die Dienstgrade der Bundeswehr dienen der Einordnung der Soldaten in die Rangordnung der deutschen Bundeswehr. Dienstgradabzeichen dienen der Kennzeichnung des Dienstgrades.
Für die Bundeswehr sind 26 „Dienstgradstufen“Im Sinne von Rangstufen mit teils anderslautenden Dienstgradbezeichnungen für ranggleiche Soldaten. und 83 Dienstgradbezeichnungen definiert. Diese werden durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatinnen und Soldaten auf Grundlage des Soldatengesetzes festgesetzt.
Der Dienstgrad des Soldaten entspricht dem statusrechtlichen Amt von Beamten und Richtern, die Dienstgradbezeichnung der Amtsbezeichnung.
Funktion der Dienstgrade Die Haager Landkriegsordnungvgl. dazu: und die Genfer Konventionenvgl. dazu: sehen für Kombattanten Dienstgrade vor. Dienstgrade ordnen die Soldaten in die Rangordnung der Bundeswehr ein.
Die Besoldung für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit nach der Bundesbesoldungsordnung ist maßgeblich an den Dienstgrad geknüpft. Soldaten werden in der Regel mit ihrem Dienstgrad angeredet und gegrüßt.Eine bekannte Ausnahme in der förmlichen Kommunikation ist die Anrede fast aller Generaldienstgrade mit „Herr/Frau General“ bzw. „Herr/Frau Admiral“ statt mit ihrem eigentlichen Dienstgrad Vgl. dazu das Unterkapitel „Anrede“.vgl. auch
Im Gegensatz zum früheren Wehrrecht, das die Vorgesetzten-Eigenschaft an den Dienstrang (vgl. Dienstgrade der Wehrmacht) knüpfte, beruht die Vorgesetzten-Eigenschaft in der Bundeswehr vor allem auf der Dienststellung des Soldaten. Ein Vorgesetztenverhältnis allein auf Grund des Dienstgrades kann dennoch auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung begründet werden. Vereinfacht dargestellt nennt § 4 folgende Fälle für ein Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades:
Jeder Soldat darf Soldaten einer niedrigeren Dienstgradgruppe jederzeit innerhalb umschlossener militärischer Anlagen Befehle erteilen. Auch außerhalb umschlossener militärischer Anlagen darf jeder Soldat einem anderen einer niedrigeren Dienstgradgruppe Befehle erteilen, wenn beide derselben Einheit angehören, im Dienst sind und nicht beide Offiziere sind.
Da aber häufig bestimmte Dienststellungen an bestimmte Dienstgrade geknüpft sind, sind Vorgesetzte im Dienstalltag meist höherrangige Soldaten. Daher lassen sich aus den Dienstgraden in der Praxis bereits häufig die Dienststellungen und das darauf aufgebaute Vorgesetztenverhältnis einer Gruppe Soldaten ableiten.
Gliederung
Die Dienstgrade der Bundeswehr sind gemäß Zentraler Dienstvorschrift A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ in sieben Dienstgradgruppen gegliedert:Die Zentrale Dienstvorschrift A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ ersetzt die Abschnitte B 185 der Zentralen Dienstvorschrift 14/5 „Soldatengesetz“, wo die Dienstgradgruppen bisher festgelegt wurden. Der Text aus B 185 ZDv 14/5 wurde unverändert in die ZDv A-1420/24 übernommen. Vgl.
Generale Stabsoffiziere Hauptleute Leutnante Unteroffiziere mit Portepee Unteroffiziere ohne Portepee Mannschaften
Marineuniformträger der Dienstgradgruppe der Generale werden auch als Admirale oder Flaggoffiziere zusammengefasst. Unteroffiziere mit Portepee werden in der Regel als Feldwebel oder Feldwebeldienstgrade bzw. Bootsleute bezeichnet.Die Bezeichnungen Feldwebel, Feldwebeldienstgrade und Bootsleute werden meist in dem Sinne gebraucht, dass sie auch Fähnriche (zur See) und Oberfähnrich (zur See) umfassen, obwohl ihre Dienstgradbezeichnung nicht der Benennungssystematik folgt, die der Bezeichnung Feldwebel(dienstgrade) und Bootsleute zu Grunde liegt.
Die Soldaten der Dienstgradgruppen Generale, Stabsoffiziere, Hauptleute und Leutnante werden gemäß Vorgesetztenverordnung und der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatinnen und Soldaten als Offiziere zusammengefasst.vgl. Art. 1, In der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen werden darüber hinaus die Soldaten der beiden Dienstgradgruppen Unteroffiziere mit und ohne Portepee als Unteroffiziere zusammengefasst. Offiziere bilden das Offizierkorps, Unteroffiziere das Unteroffizierkorps. Führer des Unteroffizierkorps ist der Kompaniefeldwebel.
Anmerkung: Die Zuordnung der einzelnen Dienstgrade in die Dienstgradgruppen kann der Tabelle unten entnommen werden.
Laufbahnen
Die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) definiert Laufbahngruppen und zugeordnete Laufbahnen. Die ZDv 20/7 trifft ergänzende Bestimmungen.ZDv 20/7 auf Grundlage der Soldatenlaufbahnverordnung ( Soldaten durchlaufen in der Regel nacheinander die für ihre Laufbahn festgelegten Dienstgrade. Insgesamt unterscheidet die Soldatenlaufbahnverordnung 32 Laufbahnen. Die Abfolge der Dienstgrade für Heeres- und LuftwaffenuniformträgerDie Einteilung der Laufbahnen und die Abfolge der Dienstgrade in den einzelnen Laufbahnen gilt für Marineuniformträger entsprechend. Anders sind nur die Bezeichnungen der meisten Dienstgrade, vgl. unten. in den häufigsten Laufbahnen lautet in der Regel:Hier aufgeführt sind die geläufigsten Laufbahnen für Soldaten im aktiven Dienst. Neben den hier dargestellten Laufbahnen gibt es beispielsweise besondere Laufbahnen für Reservisten oder für die Fachdienste wie beispielsweise dem Militärmusikdienst. Eine Einstellung mit höherem Dienstgrad, das Überspringen von Dienstgraden bei besonderer Eignung und der Wechsel in andere Laufbahnen ist unter den in der ZDV 20/7 und in der SLV dargestellten Bedingungen möglich.
Laufbahngruppe der Mannschaften Mannschaften gemäß § 9 SLV: der niedrigster Dienstgrad, Gefreiter, Obergefreiter, Hauptgefreiter,In den Laufbahngruppen der Unteroffiziere und der Offiziere ist zwar die Ernennung zum Gefreiten und Obergefreiten vorgesehen, die anderen Mannschaftsdienstgrade werden aber in der Regel nicht durchlaufen, vgl. unten. Stabsgefreiter, Oberstabsgefreiter, Korporal, Stabskorporal Laufbahngruppe der Unteroffiziere Fachunteroffiziere gemäß § 12 SLV der und Nr. 127 f. ZDv 20/7: niedrigster Dienstgrad, Gefreiter, Obergefreiter, Unteroffizier, Stabsunteroffizier Feldwebel gemäß § 16 SLV der und Nr. 127 f. ZDv 20/7 zunächst wie Fachunteroffizier, dann Stabsunteroffizier, Feldwebel, Oberfeldwebel, Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel, Oberstabsfeldwebel Laufbahngruppe der Offiziere Truppenoffiziere gemäß § 24 SLV: der niedrigster Dienstgrad, Gefreiter, Obergefreiter, Fahnenjunker, Fähnrich, Oberfähnrich, Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann, Major, Oberstleutnant, Oberst, Brigadegeneral,Über die Reihenfolge der Rangstufen für Generale und den Voraussetzungen für eine Ernennung in einen der Dienstgrade Brigadegeneral, Generalmajor, Generalleutnant und General (und entsprechende Marine- und Sanitätsdienstgrade) trifft weder die Soldatenlaufbahnverordnung noch die ZDv 20/7 besondere Bestimmungen. In der Praxis werden die Dienstgrade aber in der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatinnen und Soldaten beschriebenen und hier dargestellten Reihenfolge nacheinander durchlaufen. Es gibt aber auch Beispiele für Soldaten, die nach nur kurzer Dienstzeit im Dienstgrad Oberst oder den drei niedrigsten Generalsrängen befördert werden und dabei teils Dienstgrade überspringen. Ein seltenes Beispiel ist Ulrich Weisser, der 1992 zunächst zum Flottillenadmiral ernannt wurde und noch im selben Jahr zum Vizeadmiral ernannt wurde. Weisser übersprang den Dienstgrad Konteradmiral, vgl. Generalmajor, Generalleutnant, General Offiziere des militärfachlichen Dienstes gemäß § 41 SLV der und Nr. 125 ZDv 20/7: wie Feldwebellaufbahn, dann Fähnrich, Oberfähnrich, Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann, Stabshauptmann Sanitätsoffiziere gemäß § 31 SLV der und Nr. 121, 624 ZDv 20/7: bis Leutnant wie Truppenoffiziere, dann (Oberleutnant),Der Dienstgrad Oberleutnant muss in der Laufbahn der Sanitätsoffiziere gemäß Nr. 624 ZDv 20/7 nicht durchlaufen werden und wird von Sanitätsoffizier-Anwärtern in der Regel übersprungen. Stabsarzt,Aufgeführt sind die Dienstgradbezeichnungen für Humanmediziner und Zahnärzte. Veterinäre und Apotheker führen abweichende Dienstgradbezeichnungen (vgl. unten). Oberstabsarzt, Oberfeldarzt, Oberstarzt,Spitzendienstgrad ist von der Approbationsrichtung abhängig. Für Veterinäre ist der höchste in der Sanitätslaufbahn vorgesehene Dienstgrad Oberstveterinär; für Apotheker ist Generalapotheker der höchste vorgesehene Dienstgrad. Generalarzt, Generalstabsarzt, Generaloberstabsarzt
Liste der Dienstgrade und Dienstgradbezeichnungen Die Dienstgradbezeichnungen der Mannschaften ab dem Gefreiten sind in allen Bereichen der Bundeswehr identisch. Bei Heeres- und LuftwaffenuniformträgernAnmerkung: Die Bundeswehr bezeichnet als Heeres- bzw. Luftwaffen- bzw. Marineuniformträger alle Soldaten, die die Uniform der jeweiligen Teilstreitkraft tragen. Der Begriff umfasst also auch Soldaten außerhalb dieser drei Teilstreitkräfte, also beispielsweise im Unterstützungsbereich, vgl. finden sich auch ansonsten die gleichen Dienstgradbezeichnungen. Marineuniformträger (Offiziere, außer einige Sanitätsoffiziere, und Unteroffiziere) haben davon abweichende Dienstgradbezeichnungen. Im Folgenden werden daher zunächst die Dienstgrade und Dienstgradbezeichnungen für Luftwaffen- und Heeresuniformträger gemeinsam beschrieben, danach die der Marineuniformträger.
Eine Besonderheit stellen die Dienstgradbezeichnungen der Sanitätsoffiziere dar, die sich meist sowohl zwischen Luftwaffen- und Heeresuniformträgern einerseits und Marineuniformträgern andererseits als auch zwischen den verschiedenen Approbationsrichtungen unterscheiden. Eine Darstellung dieser Dienstgradbezeichnungen folgt jeweils unmittelbar der Darstellung der Dienstgradbezeichnungen der sonstigen Offiziere.
Angegeben sind in den Tabellen jeweils auch der entsprechende NATO-Rangcode, die (nach ZDv 64/10 - Abkürzungen) in der Bundeswehr definierten allgemeinen Abkürzungen sowie die Abkürzungen in Listen und die Besoldungsgruppe für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit nach Bundesbesoldungsordnung.
Heeres- und Luftwaffenuniformträger