Der Kia Sorento ist ein in Südkorea hergestelltes Sport Utility Vehicle von Kia Motors. Im Sommer 2002 kam die erste Generation auf den Markt, die Ende 2009 durch die zweite Auflage abgelöst wurde.Deutschlandstart der zweiten Sorento-Generation Die dritte Baureihe gelangte im Februar 2015 in den Handel.FAZ.net vom 6. November 2014: Eine erste Probefahrt Seit Oktober 2020 ist die vierte Generation erhältlich.
Der Name bezieht sich auf die süditalienische Stadt Sorrent und das Sorrento Valley in San Diego, einen Hochtechnologiestandort. In China wurde eine bei Dongfeng Yueda Kia Motors produzierte Version mit geringfügigen Änderungen zwischen 2017 und 2021 neben dem Sorento als Kia KX7 verkauft.
Erste Generation (JC, 2002–2009)
mini|201px|Heckansicht EU-NCAP-Crashtest 105px|4 Sterne im US-NCAP-Crashtest US-NCAP-Crashtest 105px|4 Sterne im US-NCAP-Crashtest
Die erste Generation des Sorento wurde im Frühjahr 2002 vorgestellt. Im August 2002 wurde sie auch auf dem deutschen Markt eingeführt.
Das Design wurde von Byung-Jun Min für den europäischen Geschmack entworfen und im März 2000 festgelegt. Die anschließende Entwicklung kostete 260 Millionen Euro.
2004 erreichte das Fahrzeug in Deutschland einen Marktanteil von vier Prozent, gefolgt vom Porsche Cayenne und dem Volvo XC 90. Damit belegte er Platz acht von 44 SUV-Modellen auf dem deutschen Markt, was eine für diesen Hersteller zuvor ungewöhnliche Lieferzeit von bis zu zwölf Monaten nach sich zog.Wartezeit für den Sorento
Die meistverkaufte Motorisierung des Sorento war der Common-Rail-Turbodiesel 2.5 CRDi mit 103 kW/140 PS.Anteil der Dieselverkäufe beim Sorento Die zweifarbige Lackierung war in der gehobenen EX-Ausstattung enthalten, einfarbige Modelle hingegen waren nur mit der Grundausstattung LX verfügbar. Dies änderte sich mit der Überarbeitung im Herbst 2006.Farbkombinationen und Ausstattungsabhängigkeit Die Lederausstattung war zuvor in Deutschland nur in Grau erhältlich.
Geländefähigkeiten Der Kia Sorento, vom äußeren Eindruck her ein Sports Utility Vehicle (SUV), baut auf einem Leiterrahmen mit einer aufgeschraubten Karosserie mit hinterer Starrachse auf und entspricht so von der Konstruktion her eher einem Geländewagen. Die Vorderräder sind einzeln mit doppelten Dreiecksquerlenkern aufgehängt. Mit einem Drehmoment von 340 Nm beim Dieselmotor lässt sich eine Anhängelast von bis zu 2,8 t Gesamtgewicht ziehen, seit dem Facelift sogar bis zu 3,5 t.
In der LX-Version hat der Sorento serienmäßig zuschaltbaren Allradantrieb mit Geländeuntersetzung. Der EX hat permanenten Allradantrieb, elektronisch geregelt (0:100 bis 100:0) mit variabler Drehmomentverteilung vorn / hinten und einer Geländeuntersetzung. Dadurch schaltet sich der Vorderradantrieb nur bei Bedarf über eine Lamellenkupplung zu. Ein Elektronisches Stabilitätsprogramm war vor der Modellpflege nicht lieferbar, den Elchtest absolviert das Fahrzeug dennoch tadellos.Elchtest des Sorento Das Fahrwerk stimmte Kia zusammen mit Porsche dazu straff ab, die Lenkung wird als direkt beschrieben.Fahrwerksbewertung des Sorento
Wendekreis: 12 m Achsverschränkung: ca. 230 mm Wattiefe: ca. 450 mm Bodenfreiheit: 203 mm Überhang vorn: 840 mm Überhang hinten: 1040 mm
Technische Daten Der Sorento war im deutschsprachigen Raum mit folgenden Motoren erhältlich: Mit Ottomotoren als 2.4 16V (102 kW/139 PS und 192 Nm Drehmoment), als 3.5 V6 (143 kW/194 PS und 294 Nm) – ab Ende 2006 ersetzt durch einen 3,3-l-V6-Ottomotor (177 kW/242 PS und 304 Nm Drehmoment) – oder als Diesel mit 2,5 Liter Hubraum und Common-Rail-Einspritzung (140 bzw. 170 PS und 314–343 bzw. 392 Nm Drehmoment). Der Dieselmotor mit 103 kW (140 PS) erfüllt zwar die Abgasnorm Euro 3, ist darin aber des zulässigen Fahrzeuggewichts wegen der Gruppe III zugeordnet. Damit sind die Steuern gleich denen eines Euro-2-Fahrzeugs.Einstufung und Besteuerung des Sorento BLStufen der Kfz-Steuer mit Schlüsselnummern (der Sorento BL 140 PS hat Nr. 51, mit 170 PS-Motor Nr. 69) Beim ab September 2006 gebauten 170-PS-Dieselmotor gilt dasselbe, nur eine Stufe weiter: Der Motor erfüllt auch ohne den nun optionalen, offenen Partikelfilter Euro 4, wird gewichtsbedingt aber wieder Gruppe III zugeordnet, wodurch die Steuern auf Euro-3-Niveau liegen.
Bei allen Vierzylindern war ein Fünfgang-Schaltgetriebe Serienausstattung. Der 3,5 V6 war hingegen immer mit einem 4-Stufen-Wandlerautomaten verbunden, beim 140-PS-Dieselmotor war dieser optional bis 2004 erhältlich. 2004 wurde dieses Getriebe von einer neuen Fünfstufen-Wandlerautomatik abgelöst. Dabei wurde auch das Dieselschaltgetriebe in den unteren Gängen laufruhiger und das Drehmoment des Diesels von 313 auf 343 Nm gesteigert. Im Herbst 2006 erhielten die V6-Motoren ebenfalls eine Fünfstufen-Automatik; ein Schaltgetriebe war für diese weiterhin nicht verfügbar. Modell Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment Getriebe Abgasnorm Bemerkung Bauzeit Ottomotoren 2.4 Vierzylinder 2351 cm³ 102 kW (139 PS)/5500min−1 192 Nm/2500 min−15-Gang-Schaltgetriebe Euro 3 Allrad zusch. 05/2002–08/2006 3.3 V6 Sechszylinder 3342 cm³ 182 kW (248 PS)/6000min−1 307 Nm/4500 min−15-Stufen-Automatik Euro 4 09/2006–11/2009 3.5 V6 3497 cm³ 143 kW (194 PS)/5500min−1 294 Nm/3000 min−14-Stufen-Automatikab 2004 5-Stufen-Automatik Euro 3 03/2003–08/2006 3.8 V6 3778 cm³ 193 kW (262 PS) 348 Nm/4500 min−15-Stufen-Automatik nicht in Europa09/2006–11/2009 Diesel 2.5 CRDi Vierzylinder 2497 cm³ 103 kW (140 PS)/3800min−1314 Nm/2000 min−1 * 5-Gang-Schaltgetriebe,5-Stufen-Automatik Euro 3 Allrad zusch. 05/2002–08/2006 125 kW (170 PS)/3800min−1392 Nm/2000min−1 * Euro 4 09/2006–11/2009 *2006 stieg das Drehmoment des 103 kW auf 343 Nm/1850–2500min−1 und ab September 2006 beim 125 kW liegt das Drehmoment bei 392 Nm zwischen 1850 und 2500 min−1.
Crashtests Vier von fünf möglichen Sternen erhielt der Sorento beim US-NCAP-Crashtest bei einem Frontalzusammenstoß. Beim Seitencrash erhielt der Sorento fünf Sterne.
Beim Euro-NCAP-Crashtest 2003 erhielt der Sorento vier von fünf Sternen. Bemängelt wurden Deformationen im Fußraum, harte Aufprallzonen im Kniebereich und ein erhöhtes Kopfverletzungsrisiko durch den Airbag. Beim Seitenaufprall hingegen erhielt er die volle Punktzahl. Die Belastungen bei allen seitlichen Körperpartien fiel gering aus. Beim Fußgängerschutz erhielt der Sorento einen von vier möglichen Sternen.
Modellpflege Im September 2006 erhielt der Sorento durch eine Modellpflege ein überarbeitetes Erscheinungsbild, was mit einer Leistungssteigerung der Benzin- und Dieselmotoren verbunden wurde. In Deutschland wurde neben dem in der Leistung um 21 % gesteigerten Dieselmotor mit 125 kW (170 PS) ein neuer 3,3-Liter-V6-Ottomotor mit 182 kW (248 PS) eingeführt, der den vorherigen V6 ablöste.
Ein ESP war fortan serienmäßig vorhanden. Die zulässige Anhängelast wurde von 2,8 auf 3,5 Tonnen angehoben.
Das Fahrwerk, welches in der Ursprungsversion zusammen mit Porsche abgestimmt worden war, wurde neu abgestimmt und von Testern als deutlich komfortabler beschrieben. Die ursprünglich sehr straffe Abstimmung sollte neben der Kurvenneigung auch die Verschränkung im Gelände reduzieren. Es wurde aber von vielen Besitzern mit einer Höherlegung nachgerüstet.
Eine einfarbige Lackierung war nun auch in der gehobenen EX-Ausstattung erhältlich, solang der Käufer sich für Silber oder Schwarz entschied. LX-Ausstattungen waren weiterhin einfarbig. Die Lederausstattung im Innenraum war nun neben grau auch in schwarz erhältlich.
Zweite Generation (XM, 2009–2014)
EU-NCAP-Crashtest (2009) 105px|5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest US-NCAP-Crashtest (2011) 105px|4 Sterne im US-NCAP-Crashtest
Auf der Seoul Motor Show wurde im April 2009 die zweite Generation des Sorento präsentiert; sie kam in Südkorea noch im gleichen Monat auf den Markt. Ab dem 29. Januar 2010 wurde das neue Modell auch in Deutschland angeboten.
Das Design des Sorento zeichnet sich durch abgerundete Kanten und geschwungene Linien aus. Der Innenraum ist als Fünf- oder erstmals auch Siebensitzer ausgelegt. Der Innenraum ist in Deutschland serienmäßig in Schwarz gehalten, optional in Leder (inklusive Instrumentenabdeckung). In Österreich und der Schweiz sind die Sitze optional in beigem Leder oder in Brauntönen (Eiche-Optik an Verkleidungen, braune Ledersitze) oder in schwarz-weißem Leder erhältlich. Ebenfalls optional ist in allen drei Ländern ein Panoramaglasdach.
Geländefähigkeiten Die Karosserie des neuen Sorento war 10 cm länger und basierte nicht mehr auf einem Leiterrahmen, sondern war selbsttragend. Das Leergewicht des Fahrzeugs reduzierte sich durch diese Maßnahme und Einsparungen beim Allradantrieb um durchschnittlich 150 kg. Aufgrund dieses grundlegenden Umbaus der Fahrwerksarchitektur und damit seiner Geländegängigkeit dachte der Hersteller über eine Umbenennung des Fahrzeugs nach.Überlegungen zu anderer Benennung wegen des neuen Fahrwerks im Sorento XM Die Nachfolge als geländegängiges Fahrzeug nahm indes der Kia Borrego ein. Der Sorento hatte nun die gleiche Plattform wie der Hyundai Santa Fe.Sorento XM und Santa Fe mit gleicher Basis Eine Bergabfahrhilfe war serienmäßig, eine Rückfahrkamera optional. Ein Untersetzungsgetriebe war jedoch nicht mehr erhältlich, die Anhängelast sank von 3,5 auf 2,5 t.Sorento XM, Vergleichstest mit Audi Q5 und Mazda CX-7
Cw-Wert: 0,38 Wendekreis: 10,9 m Wattiefe: ca. 450 mm Bodenfreiheit: 184 mm Ladekantenhöhe: 780 mm Böschungswinkel vorn: 25,1° Böschungswinkel hinten: 23,1° Überhang vorn: 945 mm Überhang hinten: 1040 mm
Modellpflege Im Oktober 2012 erhielt der Sorento ein Facelift. Äußerliche Merkmale dieser Überarbeitung sind die geänderten Schürzen sowie modifizierte Heckleuchten.
Bei den Motoren wurden ebenfalls Veränderungen vorgenommen. Der 2,4-l-Ottomotor leistet nun 141 kW (192 PS) statt 128 kW (174 PS). Der nur in den USA erhältliche V6-Ottomotor hat nun etwas weniger Hubraum (3,3 statt 3,5 l) und mehr Leistung als vorher (290 statt 277 PS).
Im September 2014 wurde die Produktion des zweiten Sorento beendet.
Technische Daten Für den Sorento gab es modernisierte Motoren. Außerdem ist er wahlweise in einigen Ländern auch mit Frontantrieb anstatt Vierradantrieb lieferbar. Für die Diesel ist ein Partikelfilter serienmäßig.
Modell Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment Getriebe Abgasnorm Bemerkung Bauzeit Benziner 2.0 R Vierzylinder 1995 cm³ 135 kW (184 PS) 202 Nm/2000 min−16-Stufen-Automatik Euro 5 2WD oder 4WD; nur Asien 2.4 2359 cm³ 128 kW (174 PS) 226 Nm/3750 min−16-Gang-Schaltgetriebe,6-Stufen-Automatik 2WD oder 4WD11/2009–09/2012 2.4 GDI 141 kW (192 PS) 242 Nm/4250 min−110/2012–09/2014 2.7 V6 Sechszylinder 2656 cm³ 119 kW (161 PS) 245 Nm/4000min−1 4-Stufen-Automatik,5-Gang-Schaltgetriebe Euro 4 Flüssiggasmotor; nur Südkorea 3.5 V6 3470 cm³ 204 kW (277 PS) 335 Nm/3500min−1 5-Stufen-Automatik (später:6-Stufen-Automatik) Euro 4 (Euro 5) 2WD oder 4WD; nur USA 2009–2012 3.3 V6 3342 cm³ 216 kW (290 PS) 342 Nm/3500min−1 6-Stufen-Automatik Euro 5 2013–2014 Diesel 2.0 CRDi Vierzylinder 1995 cm³ 110 kW (150 PS) 383 Nm/2000–2500min−1 6-Gang-Schaltgetriebe Euro 5 2WD oder 4 WD; in Deutschland nicht erhältlich2011–2014 2.2 CRDi 2199 cm³ 145 kW (197 PS) 421 Nm/1800–2500min−1(437 Nm/1800–2500min−1)6-Gang-Schaltgetriebe,(6-Stufen-Automatik) 2WD oder 4 WD11/2009–09/2014 2WD = Two-Wheel-Drive (angetrieben über die Vorderachse) 4WD = Allradantrieb (Vorder- und Hinterachse werden angetrieben)
Crashtests Den US-NCAP-Crashtest durchlief der Sorento 2011, also zwei Jahre nach seinem Erscheinen, und damit schon nach dem modernisierten Testverfahren. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde misst darin nun mehr Punkte am Dummy und ergänzte einen Pfahltest, ähnlich dem des Euro NCAP, bei dem das Fahrzeug seitlich an einen baumähnlichen Pfosten geschoben wird. Der Sorento erreicht vier Sterne in allen drei Tests.Sorento XM, USNCAP-Ergebnis 2011