Baldramsdorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau in Österreich, im Bundesland Kärnten.
Geographie Die Gemeinde Baldramsdorf liegt wenige Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau. Das Gemeindegebiet nimmt den südlichen Teil des Lurnfelds ein und erstreckt sich vom Goldeck bis zur Drau.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet ist in die Katastralgemeinden Baldramsdorf und Gschieß gegliedert und umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Baldramsdorf () Faschendorf () Gendorf () Goldeck () Lampersberg () Oberaich () Rosenheim () Schüttbach () Schwaig () Unterhaus ()
Nachbargemeinden
Geschichte mini|Ruine Ortenburg mini|Schloss Ortenburg mit Handwerksmuseum Die Geschichte von Baldramsdorf ist eng verbunden mit der Ortenburg. Diese auf einem Felsvorsprung südlich von Unterhaus stehende Burg wurde 1140 fertiggestellt. Besitzer waren die Grafen von Ortenburg, erstmals erwähnt wird ein Adalbert de Hortenburg im Jahr 1093 und wieder 1096.
Die Orte Baldramsdorf und Gschieß (heute Rosenheim) wurden in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1166 erstmals erwähnt. Darin unterzeichnen Henricus de Baltramisdorf und Henricus de Gesiesce als Zeugen. Die Herren von Gschieß bewohnten einen einfachen Turm am Berghang und waren Gefolgsleute der Grafen von Ortenburg. Als die Adelsfamilie von Rosenheim 1482 den Besitz übernahmen, bauten sie auf einer tiefer liegenden Wiese das Schloss Rosenheim. Mehrmals wechselten die Besitzer, 1935 wurden die Grundstücke an die umliegenden Bauern verkauft, das Schloss verfiel und wurde 1947 abgetragen.
Um das Jahr 1300 wird die dem hl. Martin geweihte Kirche in Baldramsdorf gebaut und die Pfarre von der Ortenburg hierher verlegt. Die Kirche wird 1522 erweitert und von Lorenz Rieder mit einem neuen Gewölbe versehen. Schon um 1500 wird auf dem Lampersberg eine dem hl. Lampertus geweihte spätgotische Kirche errichtet.
Im Ort Unterhaus wurde 1720 das „Kloster von Hannibal Alfons Forst Von Porcia“ erbaut. Es wuchs rasch und wurde ein Zentrum der Gegenreformation. Als Kaiser Josef II. eine weitere Aufnahme von Ordensbrüdern verbot, sank seine Bedeutung. Nach verschiedenen Besitzern gelangte das nun Paternschloss genannte Bauwerk 1938 in den Besitz der Gemeinde Baldramsdorf. Seit 1977 ist in seinen Räumen das erste Kärntner Handwerksmuseum untergebracht.
Baldramsdorf wurde 1851 selbständige Gemeinde. Erster Bürgermeister war Josef Lampersberger. Zehn Jahre später vorübergehend in die Großgemeinde Spittal eingegliedert, erlangt Baldramsdorf 1886 wieder die Eigenständigkeit.
Bevölkerungsentwicklung Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Baldramsdorf 1.819 Einwohner, davon waren 97,9 % österreichische Staatsbürger.
Religionen 85,0 % der Bevölkerung bekannten sich 2001 zur römisch-katholischen und 7,5 % zur evangelischen Kirche, 0,9 % waren islamischen Glaubens. 5,3 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Baldramsdorf mini|Herrenhaus mit Teilen der alten Burg in Rosenheim
Ruine Ortenburg mit Marhube (Asphaltierte Auffahrt von Unterhaus) Herrenhaus in Rosenheim mit Teilen der alten Burg Schloss Ortenburg in Unterhaus. In den Gebäuden der Anlage, die seit 1938 im Besitz der Gemeinde sind, wurde im Jahr 1977 ein Handwerksmuseum und im Jahr 2015 eine China-Sammlung eröffnet. Katholische Pfarrkirche Baldramsdorf hl. Martin
Wirtschaft und Infrastruktur Betriebe und Arbeitsplätze Im Jahr 2021 gab es in der Gemeinde rund 188 Arbeitsplätze. Davon entfielen 40 auf die Landwirtschaft, 63 auf den Produktions- und 85 auf den Dienstleistungssektor. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)3269 774057 38Produktion2119 76345 39Dienstleistung5049 278589 56 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Pendler Von den fast 900 Erwerbstätigen, die in Baldsramsdorf wohnen, arbeiten 120 in der Gemeinde und 86 Prozent pendeln aus, bleiben aber überwiegend im Bezirk. Siebzig Personen aus der Umgebung kommen zur Arbeit nach Baldramsdorf (Stand 2011).
Verkehr
Straße: Die Orte der Gemeinde werden durch die Badramsdorfer Straße L5 verbunden. Sie führt im Westen nach Lendorf und im Osten nach Spittal an der Drau. Seilbahn: Im Gemeindegebiet befindet sich die Seilbahn auf das Goldeck.
Politik Gemeinderat mini|Gemeindeamt Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ, 3 ÖVP, und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 SPÖ, 6 BZÖ, und 2 ÖVP. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 4 Liste für Baldramsdorf, und 3 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 4 Liste für Baldramsdorf, und 3 FPÖ.
Bürgermeister
bis 2020 Heinrich Gerber (SPÖ) seit 2020 Friedrich Paulitsch (SPÖ)
Wappen Die Berechtigung zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde am 8. August 1966 anlässlich ihrer 800-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung verliehen. Das Wappen zeigt einen goldenen Engelsflügel auf blauem Grund und geht auf das Wappen der Grafen von Ortenburg zurück, das drei Engelsflügel zeigte.Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 58
Zur Entstehung des Wappens ist eine Sage überliefert. Laut dieser musste ein junger Graf eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternehmen und ein geweihtes Andenken als Liebesbeweis mitbringen, um eine Gräfin heiraten zu dürfen. Er brachte auch einen Span vom Kreuz Christi mit, jedoch ging dieser auf der Überfahrt über das Meer in einem Sturm verloren. Er kehrte nun betrübt zur Gräfin zurück und wollte ihr sein Scheitern gestehen, als sie ihm den Span zeigte. Diesen hatte ein Bote – der als Engel angesehen wurde – gebracht. Daraufhin heirateten die beiden und gründeten den Ort Spanheim. Aus den Spanheimern gingen die Ortenburger hervor.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger Die Gemeinde hat folgende Ehrenbürger ernannt:
Josef Steiner, Nationalratsabgeordneter Franz Amlacher, Altbürgermeister Johann Steiner Karl Posch, Altbürgermeister Michael Taure, Altbürgermeister und Stadtamtsdirektor Franz Unterberger, Pfarrer
Söhne und Töchter der Stadt Michael Amlacher (1882–1964), Kärntner Landtagsabgeordneter und Nationalratsabgeordneter Josef Steiner (1901–1973), Landwirt und Politiker, Nationalratsabgeordneter Günther Winkler (1929–2024), Jurist, Universitätsprofessor in Wien Hans Gasser (* 1937), Landwirt und Politiker
Weblinks
Gemeinde Baldramsdorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1166