Miyako (jap. , -shi) ist eine Stadt im Osten der Präfektur Iwate in Japan.

Geographie

Miyako liegt östlich von Morioka und nördlich von Kamaishi am Pazifischen Ozean. Die Stadt liegt am nördlichen Ende des Riasküstengebiets der Sanriku-Küste.

Tarō-Gebiet Das Tarō-Gebiet im nördlichen Teil der Stadt Miyako ist eine Fischerstadt am Pazifischen Ozean, in der sich um den Fischereihafen Tarō urbane Gebiete verteilen. Die Stadt Tarō liegt in einer sich nach Osten öffnenden und durch steile Hügel begrenzten Bucht, in die zwei Flüsse von Norden (長内川) und Westen (Fluss Tarō/田代川) münden. (Online veröffentlicht am 27. März 2012). Über den Küstenbereich bis hinein in die Bergregion sind verhältnismäßig kleine Siedlungen, wie das Settai- und das Koborinai-Viertel, verstreut. Der Fischfang stellt den wichtigsten Wirtschaftszweig dar.

Miyako-Gebiet Die Bucht von Miyako, die in der Nähe der Fischgründe von Sanriku liegt und sowohl über eine felsige Rias-Küste als auch einen Sandstrand an der Mündung des Flusses Hei verfügt, bietet reiche und vielfältige Fischressourcen. Die Bucht bildet von Natur aus einen guten Hafen, der vor der rauen See des Pazifischen Ozeans durch die Halbinsel Omoe geschützt wird.

Omoe-Gebiet Die Halbinsel Omoe (重茂半島 Omoe-hantō) ragt von der Sanriku-Küste in den Pazifischen Ozean hervor. Sie birgt die reichen Fischgründe von Sanriku, wo der von Osten kommende, warme Japanstrom auf den von Norden kommenden, kalten Kurilenstrom (Oyashio) trifft.

Das Omoe-Gebiet verfügt über eine vielfältige natürliche Umwelt mit Seen und Bergen. Vom Berg Gassan (月山) aus kann die ganze Bucht von Miyako überblickt werden. Während der größte Teil der Halbinsel aus Gebirge und Wald besteht, leben viele Menschen im Hinterland der Fischereihäfen und nahegelegenen Hügel, wie Omoetate, Omoesato, Otobe, Aneyoshi, Chikei und Ishihama. Die Halbinsel ist von den für Ria-Küsten typischen tiefen Inlets und hochaufragenden Kliffen gesäumt. In Akamae beginnt die die Siedlungen verbindende örtliche Hauptstraße des Gebietes, die dem Küstenverlauf kurvenreich bergan und bergab folgt.

Geschichte Die kreisfreie Stadt Miyako entstand 1941 durch den Zusammenschluss von mehreren Gemeinden aus dem Kreis Shimo-Hei: der Stadt Miyako () und der Dörfer (-mura) Yamaguchi, Sentoku und Sokei mit damals zusammen 33.000 Einwohnern. In der Großen Shōwa-Gebietsreform wurden 1955 die Dörfer Sakiyama, Tsugaruishi, Omoe und Hanawa nach Miyako eingemeindet.

Durch den Zusammenschluss (technisch: Neugründung) am 6. Juni 2005 mit der Kleinstadt Tarō (, -chō) und dem Dorf Niisato () des Landkreises Shimohei hatte Miyako 61.000 Einwohner auf 697 km² (2005). Mit der Eingemeindung des Dorfes Kawai 2010 wuchs die Fläche der Stadt auf über 1000 km² und umfasst den Fluss Hei auf seiner gesamten Länge.

Tarō-Gebiet Der Fischfang stellt den wichtigsten Wirtschaftszweig im Tarō-Gebiet dar. Das Strandfischen (beach fishing) von Seeohren und Seeigeln, sowie der kultivierte Anbau von Wakame-Seetang und Konbu-Tang florieren. Nachdem die Lachse aufgrund von Gewässerverschmutzung durch die Tarō-Mine aus dem Fluss Tarō verschwunden waren, konnte der Lachs wieder erfolgreich in den Fluss Tarō zurückgebracht werden, so dass die Flüsse Tarō und Tsugaruishi wieder den ersten Rang beim Lachsfang auf der Insel Honshū eingenommen haben.

Miyako-Gebiet Der Miyako-Hafen in Nanbu wurde mit einem bereits in der Edo-Zeit gegründeten Gouverneursamt zur florierendsten Stadt des Morioka-Lehens (han). Das Miyako-Gebiet hat sich nach der Meiji-Restauration weiter als Fischerei- und Handelsstadt entwickelt.

Nach dem Shōwa-Sanriku-Erdbeben und -Tsunami 1933 erlebte Miyako einen starken Entwicklungsschub, es wurden im Rahmen der nationalen Politik eine Kupferraffinerie und eine Kalkherstellungsanlage gegründet und die Yamada-Linie der Japanischen Staatsbahn in Betrieb genommen.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Fujiwara-Kai (藤原ふ頭) gebaut wurde, bildete sich ein Hafen für die Verschiffung von Materialien, da Unternehmen in der Holzindustrie, die hauptsächlich im Sperrholzbereich tätig waren, im Hinterland des Hafens gründeten. Nachdem auch im Bereich der Metallgießerei und anderem tätige Unternehmen angeworben wurden, bilden sie inzwischen zusammen mit der Fischerei- und der Bauholzindustrie die Hauptindustrie im Gebiet.

Die Stadt Miyako wurde als zentrale Stadt der Rikuchū-Küste in der Präfektur Iwate angesehen. Im Miyako-Gebiet wurde urbane und industrielle Infrastrukturentwicklung durchgeführt. Das Gebiet fungiert als Zentrum der erweiterten Miyako-Siedlungsegion.

Das Miyako-Gebiet lässt sich in verschiedene zentrale städtische Gebiete mit einer Ansammlung gewerblicher Einrichtungen unterteilen, die sich um Bahnstationen der JR und Sanriku Railway scharen: die Viertel Atago (愛宕), Tsukiji (築地) und Koganji (光岸地), an deren Straßen sich Büros von Finanzinstitutionen und Elektro- und Kommunikationsunternehmen befinden das Viertel Kuwagasaki (鍬ヶ崎), in dem sich ein Fischmarkt, eine Reihe von Fischverarbeitungsbetrieben und der Aussichtspunkt Jōdogahama (浄土ヶ浜) befinden das Viertel Sakiyama (崎山), in dem sich als malerisch geltende Plätze wie Shiofukiana (潮吹穴) und Anegasaki (姉ケ崎) und touristischen Einrichtungen wie der Campingplatz Nakanohama befinden das Viertel Fujiwara (藤原), in dem sich Hafenanlagen und Logistikeinrichtungen befinden das Sokei-Viertel (磯鶏), in dem sich die Civic Culture Hall, das präfekturale Junior College Iwate Kenritsu Daigaku Miyako Tanki Daigakubu (岩手県立大学宮古短期大学部, Iwate Prefectural University, Miyako College), eine Handelshochschule (岩手県立宮古商業高等学校, Iwate Prefectural Miyako Commercial Senior High School) und ein Fischerei-Gymnasium (岩手県立宮古水産高等学校, Iwate prefectural Miyako Fischerise High school) befinden die Viertel Takahama (高浜) und Kanehama (金浜), in denen sich Wohngebiete an der Sanriku-Küstenstraße befinden die Viertel Tsugaruishi (津軽石) und Akamae (赤前), in denen sich eine Reihe von Unternehmen befinden, die mit elektronischen Bauelementen zu tun haben die Viertel Horinai- und Hirahama, bei denen es sich um Fischerdörfer handelt

Omoe-Gebiet In Bezug auf Fischbestände und andere Fischereiressourcen wie Wakame-Seetang, anderen Seetang, Seeigel, Seeohren und Lachs weist das Gebiet die höchsten Fangmengen und die höchste Qualität an der Sanriku-Küste auf.

Erdbeben- und Tsunamikatastrophen mini|Tsunamigefährdungskarten (hier für Tarō):Die Präfekturverwaltungen führen Gefahrenkartierungen zur Ermittlung von Gefährdungsdaten wie erwartete Höhe und Ausdehnung der Überflutung durch, die wiederum von den Gemeinden zur Erstellung von Gefahrenkarten verwendet werden, auf denen nicht nur die erwartete Gefährdung, sondern auch Informationen wie Evakuierungswege und Evakuierungsorte angegeben sind., hier: S. 229, Map 25.6: "An example of a tsunami hazard map, Miyako City, Iwate Prefecture" ("Source: Miyako City")Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO. +Vergleich der Bilanzen von völlig zerstörten Häusern und Opfern in Miyako für die Katastrophen von 1896, 1933, 1960 und 2011 (Online veröffentlicht am 15. August 2017). Mit Verweis auf: Tadashi Nakasu, Yuichi Ono, Wiraporn Pothisiri: Forensic investigation of the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami disaster: a case study of Rikuzentakata, Disaster Prevention and Management, 26 (3) (2017), S. 298–313, doi:10.1108/DPM-10-2016-0213. Katastrophenereignis Völlig zerstörte Häuser Zahl der Todesopfer Quelle Meiji 1896 (Erdbeben und Tsunami) 832 3010 Shōwa 1933 (Erdbeben und Tsunami) 589 127 Chile 1960 (Erdbeben und Tsunami) 99 0 Tōhoku 2011 (Erdbeben und Tsunami) 3669 514 Anmerkung: Die Zahl der Todesopfer für die Tōhoku-Katastrophe 2011 errechnet sich aus den Gesamtzahlen der Toten und Vermissten des 153. FDMA-Schadensberichts vom 8. März 2016 abzüglich der Zahlenangaben katastrophenbedingter Todesfälle,Mit dem Ausdruck „disaster-related deaths“ hat die Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency) offiziell eine Kategorie für solche Fälle definiert, in denen der Tod Folge indirekter Schäden war, die durch Erdbeben, Tsunami und Nuklearkatastrophe verursacht waren. (Quelle: (Online veröffentlicht am 22. Dezember 2017); Lizenz: Creative Commons Attribution Non Commercial (CC BY-NC 4.0).) die von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA) ermittelt wurden.

Tōhoku-Katastrophe 2011 Am 11. März 2011 wurde Miyako von dem Tōhoku-Erdbeben erschüttert, das auf der japanischen seismischen Intensitäts-Skala die Stufe „starke 5“ für die Gegend von Moichi und die Stufe „schwache 5“ für die Gegenden von Satsuki-cho, Kuwagasaki, Nagasawa, Tarō, Kawai und Kadoma-Tashiro erreichte.Miyako City Great East Japan Earthquake and Tsunami Records Editorial Committee: (PDF), Miyako City Iwate Prefecture, 15. März 2015 (Japanische Originalfassung: 1. September 2014).

Ausmaß der Überflutung und Schäden Das Tōhoku-Erdbeben löste einen mehrere Meter hohen Tsunami aus, dessen höchste Welle Miyako am 11. März 2011 um 15:26 Uhr traf. Der Tsunami erreichte laut Analyse von Aufzeichnungen an Tsunamibeobachtungsstellen, die zu einem späteren Zeitpunkt wiedergefunden wurden, eine Höhe von über 8,5 Metern. Anhand von Tsunamispuren an Tsunamibeobachtungsstellen wurde eine Tsunamihöhe von 7,3 Metern geschätzt (veröffentlicht vom Wetteramt Morioka am 5. April 2011). Es wurden Tsunami-AuflaufhöhenAls Auflaufhöhe (englisch: run-up height) wird hier die Höhe des Landes, bis zu dem der Tsunami vorgedrungen ist, bezeichnet. (Quelle: Miyako City Great East Japan Earthquake and Tsunami Records Editorial Committee: (PDF), Miyako City Iwate Prefecture, 15. März 2015 (Japanische Originalfassung: 1. September 2014).) von 37,9 Metern (laut Earthquake Research Institute, University of Tokyo) in Tarō-Koborinai und von 40,5 Metern (laut The 2011 Tohoku Earthquake Tsunami Joint Survey Group, TTJS) ermittelt.

Etwa 4500 Häuser wurden bei der Katastrophe 2011 in Miyako zerstört oder beschädigt. Die Zahl der vollständig zerstörten Wohngebäude wird mit 2677 beziffert. Mindestens zwei mehrstöckige Stahlbetonbauten wurden in Miyako vom Tsunami umgestürzt. (Online veröffentlicht am 7. Juli 2012).

Opfer Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde (Fire and Disaster Management Agency, FDMA) meldete in ihrem 157. FDMA-Schadensbericht vom 7. März 2018 475 Tote und 94 Vermisste. (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung Miyakos, die bei der Volkszählung von 2010 mit 59.430 angegeben worden war, (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: https://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html. betrug die Opferrate durch die Katastrophe von 2011 1,0 %, wenn alle in dem 157. FDMA-Schadensbericht vom 7. März 2018 registrierten Toten und Vermissten berücksichtigt werden beziehungsweise 0,86 %, wenn die in dem 153. FDMA-Schadensbericht vom 8. März 2016 registrierten Opfer (474 Tote und 94 Vermisste) abzüglich der von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA) gemeldeten katastrophenbedingten Todesfälle berücksichtigt werden, wodurch sich eine Zahl von 514 Toten und Vermissten ergibt. Mit der gleichen Datengrundlage, aber allein auf das Überflutungsgebiet des Tsunamis in Miyako bezogen, das eine Fläche von 10 km2 umfasste, ergab sich eine Opferquote von 2,80 %. (Online veröffentlicht am 15. August 2017), hier S. 22, Tabelle 2., 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 153. Bericht, 8. März 2016.