mini|Attika in der Antike mini|Attische Landschaft (1959) Attika ( ) ist eine Halbinsel und historische Landschaft in Mittelgriechenland mit dem Hauptort Athen. Sie entsprach in etwa der heutigen Verwaltungseinheit Attika.

Name Die Landschaft hieß ursprünglich Akte oder Aktaia, danach Kekropia.Bibliotheke des Apollodor 3,14,1 Später wurde sie zu Ehren von Atthis, der Tochter des Königs Kranaos von Athen, in Attika umbenannt.Pausanias, Beschreibung Griechenlands 1,2,6.

Geographie Attika ist eine dreieckig geformte Halbinsel, die in das Ägäische Meer ragt. Die natürliche Grenze zu Böotien im Westen bilden die Parnes und der Kithairon, insgesamt 16 km lang. Im Süden wird die Halbinsel durch das Kap Sounion begrenzt. Wichtige Orte waren der Hafen von Piräus bei Athen, Marathon im Nordosten, Eleusis im Westen und Thorikos im Osten.

Zum Westen von Eleusis hin verschmälert sich das griechische Festland in Megaris und verbindet es mit der Peloponnes und dem Isthmus von Korinth. Die Westküste von Attika, auch bekannt als Athenische Riviera, formt die östliche Küstenlinie des Saronischen Golfs. Berge teilen die Halbinsel in die Ebenen von Pedias, Mesogeia und die Thriasianische Ebene. Die Gebirge und Berge Attikas sind der Hymettos, der östliche Teil der Bergkette Gerania, der Parnitha (der höchste Berg Attikas), der Egaleo und der Pendeli. Das Mesogeia liegt östlich des Hymettos und ist begrenzt durch den Fuß des Pendeli, im Osten durch den Golf von Euböa und den Merenda, im Süden durch die Berge von Laurion.

Die besonderen Lichtverhältnisse von Attika werden als attisches Licht bezeichnet.

Bevölkerung Die Gesamtbevölkerung betrug am Ende des 4. Jahrhunderts etwa 169.000 Einwohner. Dabei handelte es sich um 84.000 Bürger, 35.000 Metöken und 50.000 Sklaven.

Gesellschaft Während der mykenischen Zeit lebten die Einwohner Attikas in autonomen, landwirtschaftlichen Gesellschaften. Die Hauptplätze, an denen prähistorische Relikte gefunden wurden, findet man unter anderem in Athen und Marathon. All diese Siedlungen florierten in der mykenischen Zeit."" (PDF). Prefecture of Attica. Democritus University of Thrace. Abgerufen am 13. Januar 2013. Bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. lebten aristokratische Familien in den Vororten Athens etwa auf dem Hügel Kolonos.

In der Region wurde das Attische Talent als Zahlungsmittel verwendet. Zudem wurde Attisches Griechisch gesprochen, was später in der Bewegung des Attizismus verklärt wurde. Nach der Landschaft sind zudem die zehn Attischen Redner benannt.

Verwaltungseinheiten mini|Stämme in Attika Nach dem Ende der Peisistratiden-Tyrannis führte Kleisthenes 508/507 v. Chr. eine umfassende Neuordnung der politischen Gliederung Attikas durch. Charlotte Schubert Athen und Sparta in klassischer Zeit (2003), S. 5–13. Christian Meier Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte (1993), S. 182–218.Matthew Dillon, Lynda Garland Ancient Greece. Social and Historical Documents from Archaic Times to the Death of Socrates (1994), S. 121–144. Christian Meier Athen. Ein Neubeginn der Weltgeschichte (1993), S. 182–218.

Grundlage bildeten die Demen, in klassischer Zeit 139Karl-Wilhelm Welwei, Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert (1999), S. 11 f. lokale Verwaltungseinheiten, über die die Bürger politisch erfasst wurden. Kleisthenes unterschied darüber hinaus drei Großräume AttikasSchubert, Athen und Sparta S. 7–8.: Stadtgebiet (Asty) Küstenregion (Paralia) Binnenland (Mesogeia)

Diese Großräume wurden jeweils in 10 Trittyen ("Drittel") unterteilt. Es entstanden so 30 Trittyen, wobei jeder Trittys eine bestimmte Anzahl von Demen zugeordnet waren.Schubert, Athen und Sparta S. 8.

Schließlich wurden Phylen gebildet, die je eine Trittys aus den drei Gebieten umfassten.Schubert, Athen und Sparta S. 9. Kleisthenes schuf damit politische Gebilde, die mehrere Demen aus allen drei Großräumen in Verbindung brachten.

Es entstanden insgesamt zehn Phylen, deren Angehörige somit aus verschiedenen Regionen Attikas stammten. Die Neuordnung sollte die traditionellen regionalen und aristokratischen Bindungen abschwächen und die Bürger stärker in die gemeinsame politische Ordnung AthensAngela Pabst, Die Athenische Demokratie (2003), S. 74 f. einbinden.

Während des Peloponnesischen Krieges wurde Attika regelmäßig von den Lakedaimoniern überfallen. Charlotte Schubert Athen und Sparta in klassischer Zeit (2003), S. 141–149.

Festungen mini|Wallanlage bei Dema zum Schutz von Eleusis Während der klassischen Periode wurde Athen durch die Festung von Eleutherai geschützt, die gut erhalten ist. Andere Festungen waren die von Oenoe, Dekeleia und Aphidnai. In der dritten Phase des Peloponnesischen Krieges wurde die Festung von Dekeleia von den Lakedaimoniern erobert und verstärkt. Um die (Silber-)Minen Laurions an der Küste zu schützen, wurde Athen von den Mauern in Rhamnus, Thorikos, Sounion, Anavyssos, Piräus und Eleusis geschützt.

Auch wenn diese Festungen und Mauern gebaut wurden, etablierte Attika bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. kein Befestigungssystem.Osborne, Robin (December 2015). "Oxford Classical Dictionary". Attica. Abgerufen am 29. September 2017.

Kultstätten mini|Poseidontempel bei Kap Sounion Bereits für die Jungsteinzeit sind durch den Grabfund aus Attika Siedlungen und Rituale nachgewiesen.Jürgen Thimme: Exkurs 1: Grabfund aus Attika, Spätneolithisch. In: Ders. (Hrsg.): Kunst und Kultur der Kykladeninseln im 3. Jahrtausend v. Chr. Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Ausstellung im Karlsruher Schloß vom 25. Juni – 10. Oktober 1976. C. F. Müller, Karlsruhe 1976, ISBN 3-7880-9568-7, S. 568–569.

Obwohl man im gesamten attischen Raum archäologische Überreste von religiöser Relevanz finden kann, befinden sich die wichtigsten dieser Funde in Eleusis. Die Verehrung der Gottheiten Demeter und Persephone (auch Kora) begann in der mykenischen Zeit und setzte sich bis in die letzten Jahre der Antike fort.

Viele andere Arten der Verehrung lassen sich in die Vorgeschichte datieren. Zum Beispiel war die Verehrung des Gottes Pan und der Nymphen in vielen Gebieten Attikas üblich. Dazu zählten Marathon, der Hymittos und die Parnitha. Der Gott des Weines Dionysos wurde vor allem in der Gegend um Ikaria verehrt. Die Iphigenie wurde in Brauron verehrt, die Artemis in Rafina, die Athene am Sounion, die Aphrodite an der „Heiligen Straße“ Hiera Hodos, Apoll in Daphne. Weitere Heiligtümer waren das der Athene auf der Akropolis und der Poseidontempel.

Landwirtschaft und Flora Aufgrund der Geographie Attikas war die Landwirtschaft in dieser Region kleinstrukturiert, das heißt viele Grundbesitzer besaßen mehrere, nicht zusammenhängende Flächen, was wiederum darauf schließen lässt, dass viele Grundstücke an Kleinbetriebe verpachtet wurden. Aufgrund dieser Einschränkung war es schwer möglich Sklaven einzusetzen, da sich deren Beaufsichtigung bei den nötigen Transportarbeiten als sehr aufwendig erwies.

Neben wenigen großen Fruchtlandebenen dominierten kleine Täler das Landschaftsbild. Weiter erschwert wurde die Bewirtschaftung der Flächen durch den trockenen, steinigen Boden. Gerade die erosionsgefährdeten Hangflächen und die Notwendigkeit von Terrassen verhinderten die rentable Bewirtschaftung durch landwirtschaftliche Großbetriebe.

Der Fokus der Produktionsweise in der bäuerlichen Landwirtschaft lag auf der Selbstversorgung. Zudem waren als Arbeitskräfte meist nur Familienmitglieder verfügbar. Diese zwei Faktoren führten dazu, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Bereich stagnierte. Die Bauern schränkten ihre Ansprüche so weit wie möglich ein, um ihre freie Existenz zu sichern. Denn hätten sie ihr Land nicht mehr halten können, wären sie vermutlich zum Lohnarbeiter bzw. Söldner geworden.

Die Entstehung der Pflanzenart Crocus sativus, aus dem Safran, das teuerste Gewürz der Welt gewonnen wird, kann durch pflanzengenetische Untersuchungen in Attika lokalisiert werden.Zahra Nematia, Dörte Harpkea, Almila Gemicioglu, Helmut Kerndorff, Frank R.Blattner: Saffron (Crocus sativus) is an autotriploid that evolved in Attica (Greece) from wild Crocus cartwrightianus. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 136, 2019, S. 14–20, doi:10.1016/j.ympev.2019.03.022.

Siehe auch Geschichte Athens

Weblinks

Einzelnachweise

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