mini|hochkant|Rudolf Weyr, Lithographie von Adolf Dauthage mini|hochkant|Rudolf Weyr vor seinem Monumentalbrunnen „Die Macht zur See“ für den Michaelertrakt der Hofburg im Jahr 1894 Rudolf Weyr, ab 14. Mai 1911: Rudolf Ritter von WeyrWladimir Aichelburg: 150 Jahre Künstlerhaus Wien 1861–2011. (…) Mitglieder-Gesamtverzeichnis. In: Weyr von, Rudolf, Bildhauer, 2011, abgerufen am 15. Juli 2012. (* 22. März 1847 in Wien; † 30. Oktober 1914 ebenda) war ein österreichischer Bildhauer. Er gilt als Vertreter des Neobarocks und als einer der wichtigsten Künstler der Ringstraßenepoche.

Leben Nach einem Studium bei Franz Bauer und Josef Cesar war er eine Zeit lang Mitarbeiter bei Letzterem. Ab den 1880er Jahren allein arbeitend schuf er die skulpturale Ausstattung einiger wichtiger Ringstraßenbauten. Weyr wurde 1866 Mitglied der Burschenschaft Olympia. Er war der Onkel des Grafikers und Autors Siegfried Weyr. Rudolf Weyr war mit der Journalistin und Schriftstellerin Marie Weyr (1864–1903), der Tochter von Friedrich Uhl, verheiratet.

Rudolf Ritter von Weyr litt in seinen späten Jahren an Arteriosklerose; am 30. Oktober 1914 verstarb er an einer im Verlauf einer Lungenentzündung eingetretenen Herzlähmung. Er wurde (gemäß eigenem Wunsch) auf dem Döblinger Friedhof beigesetzt (Gruppe 9, Nr. 5)Hedwig Abraham: Gräber Döblinger Friedhof. Weyr Rudolf, Ritter. In: viennatouristguide.at, abgerufen am 15. Juli 2012.. Der Kondukt, der vom Trauerhaus, Landstraßer Hauptstraße 74, Wien-Landstraße, seinen Ausgang genommen hatte, hielt auf seinem Wege zum Friedhof vor dem Wiener Künstlerhaus, der langjährigen Wirkungsstätte des Verstorbenen, wo der Vorstand der Künstlergenossenschaft, Hugo Darnaut, eine Abschiedsrede hielt.

Im Jahr 1919 wurde in Wien-Landstraße (3. Wiener Gemeindebezirk) die Weyrgasse nach ihm benannt.

Werke mini|Hans Temple: Im Bildhauer-Atelier Weyr 1872: Preismedaillen für die Wiener Weltausstellung (fünf Motive, gemeinsam mit Josef Cesar)Illustrirte Zeitung Nr. 1520 vom 17. August 1872, S. 118 – Entwurf für die Preismedaillen der Weltausstellung 1873 in Wien (gemeinsam mit Josef Cesar) 1884: Giebelplastiken der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten, für Kaiserin Elisabeth von Franz Joseph I. erbaut 1888: Zwickelgruppen der Fenster im Burgtheater 1889: Grillparzerdenkmal im Volksgarten (Wien) gemeinsam mit Carl Kundmann; Weyr schuf Reliefs, bei denen Grillparzers Dramen dargestellt werden 1890: Relieffiguren der Mäzene in der Kuppel des Kunsthistorischen Museums Wien 1890er: Löwenfiguren auf den Brückenpylonen der Schemerlbrücke des Nußdorfer Wehrs 1895: Wandbrunnen „Die Macht zur See“ am Michaelertrakt der Hofburg 1895: Relief von Wassil Lewski auf seinem Denkmal in Sofia, Bulgarien 1898: Kaiser-Franz-Joseph-Denkmal in Schwechat, Niederösterreich 1905: Denkmal für Hans Canon beim Kursalon Hübner im Wiener Stadtpark 1906: Relief mit der Gründungslegende der Peterskirche in Wien 1907: Brunnen in Děčín / Tetschen, damals Böhmen, heute Tschechische Republik 1908: Denkmal für Johannes Brahms im Resselpark (Karlsplatz), Wien 1908: Joseph-Wessely-Denkmal auf dem Linnéplatz, Wien, 19. Bezirk

Bildergalerie

Literatur

Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 720–722.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Wien) Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Geboren 1847 Kategorie:Gestorben 1914 Kategorie:Mann