Theux ist eine Gemeinde in der Provinz Lüttich, Verwaltungsbezirk Verviers, Belgien. Sie liegt im Tal der Hoëgne, die im Hohen Venn als Polleur-Bach entspringt. Einwohner (Stand: ) leben hier auf einer Fläche von 83,36 km².
Beschreibung Bei der Gemeindefusion von 1977 wurden die Gemeinden La Reid und Polleur eingemeindet. Zu den zusammengeschlossenen Orten gehören die Dörfer und Weiler Becco, Bronromme, Desnié, Fays, Hestroumont, Hodbomont, Jehanster, Jehoster, Jevoumont, Juslenville, Juslenville-Petite, La Reid, Marché, Mont, Oneux, Polleur, Pouillou-Fourneau, Raborive-Tancrémont, Rondehaie, Sasserotte, Sassor, Spixhe, Vert-Buisson, Vieux Cortil
Heute gibt sich Theux als wallonische Hauptstadt der Flusskrebse, hierzu gibt es eine kleine Ausstellung in der Gemeindebibliothek. Sehenswert ist die Burg Franchimont, deren Anfänge auf das Mittelalter zurückgehen.
Der Bahnhof der Stadt liegt an der Bahnstrecke Pepinster–Spa-Géronstère.
In den Ortsteilen Juslenville und Franchimont gibt es weitere Haltepunkte.
Stand: 10. Dezember 2023 Linie Verlauf Takt Mo–Fr Takt Sa, So Spa-Géronstère – Spa – Franchimont – Theux – Juslenville – Pepinster-Cite – Pepinster 60 min 60 min
Geschichte Im Jahr 814 wurde Theux zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In diesem Jahr bestätigte Kaiser Ludwig der Fromme der Reichsabtei Stablo-Malmedy den Zehnten in einigen Fiskalgütern, darunter auch in „Tectis“ (Regesta Imperii I, 545). Aus dem Fiskalgut muss ein Königshof geworden sein, weil Ludwig der Fromme 820 und 827 gleich zweimal hier in „Tectis pal(atio) r(egio)“ Urkunden ausfertigen ließ, was eine Residenz mit einer Schreibstube und Wohnmöglichkeiten voraussetzte (Reg.Imp. I, 721 + 841). Im Jahr 898 schenkte König Zwentibold dem Bischof Franco von Lüttich hier die königliche „villa“, die er „Teiz“ nannte, während im Jahr 908 König Ludwig (das Kind) der Lütticher Kirche hier einen „fiscus“ bestätigte (Reg.Imp. I., 1979 + 2048). 1070 wurde Theux auch in einer Urkunde König Heinrichs IV. für das Bistum Lüttich „Tectis“ genannt (Reg.Imp. III., 551). Theux erscheint auch in Urkunden Lothars II. (855), Arnulfs von Kärnten (888), Karls III. des Einfältigen (915) und Heinrichs I. (930) und gehört damit zu den am meisten beurkundeten historischen Stätten Belgiens im frühen Mittelalter.
Das Stadtrecht erhielt Theux im Jahr 1456.
Unterhalb der Burg Franchimont befindet sich der Gebäudekomplex „Theux-Saint Roch“, der ab 1880 von den während des Kulturkampfes aus Deutschland vertriebenen Lazaristen errichtet wurde und einen Innenhof umschließt. Dort befand sich 40 Jahre lang das Mutterhaus der „Deutschen Provinz“ dieser Kongregation der Mission vom heiligen Vinzenz von Paul. Dazu gehörte auch eine Schule (Colegium Marianum), die insbesondere der Heranbildung von Geistlichen diente, die später als Missionare weltweit eingesetzt wurden. Die im neugotischen Stil erbaute Kirche der Lazaristen ist profaniert. 2002 wurde in der kleinen Kapelle hinter dem Schlafsaal der Seminaristen im Dachgeschoss der Kirche ein kleines Museum mit historischen Instrumenten des Physikunterrichts aus dem Ende des 19. Jahrhunderts eingerichtet, das seit etwa 2020 wegen Personalmangel vorübergehend geschlossen ist. Heute sind in diesem Gebäudekomplex zwei pädagogische Institutionen untergebracht, das Institut Saint Roch (seit 1952) und die Haute École Libre Mosane (HELMO).Yves Cornet – Hans Emontspohl: Les Pères Lazaristes Allemands à Marché de 1880 à 1919 et l’origine de l’École Saint-Roche., in: Terre de Franchimobnt (Bulletin d’Histoire du Royal Syndicat d’Initiative de Theux) 33-35/2010-2011; 2. Aufl. als Privatdruck, [Theux] Juli 2014
Sehenswürdigkeiten Die Place du Perron (Justizhoheitssymbol im früheren Hochstift Lüttich) mit dem Rathaus und dem Altstadtkern. Romanische Hallenkirche Saints-Hermès-et-Alexandre (10. oder 11. Jahrhundert) mit dem Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert, einer Kassettendecke von 1630 und dem alten Friedhof.Saints-Hermès-et-Alexandre aus openchurches.eu, abgerufen am 19. Februar 2025 Die Burg Franchimont. Die Kirche Saint-Jacques de Polleur mit dem von links nach rechts gedrehten Glockenturm. Die ehemalige Kirche der Lazaristen in Theux-Saint Roch.
Persönlichkeiten Geboren in Theux
Xavier Neujean (1840–1914), belgischer Jurist und Minister Eugen Rittweger de Moor (1921–1984), belgischer Diplomat Pascal-Joseph Taskin I (1723–1793), französischer Cembalobauer Pascal-Joseph Taskin II (1750–1829), französischer Cembalo- und Hammerklavierbauer (Neffe von Pascal-Joseph Taskin I)
Verbunden mit Theux Joseph Peeters (1896–1943), Lehrer an der École normale, Priester und Widerstandskämpfer Oscar Reichling (1919–1942), Schüler an der École normale, Widerstandskämpfer
Weblinks
Offizielle Website Geschichte von Theux und Franchimont auf der offiziellen Webseite Webseite des Institut Saint-Roche Theux
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Provinz Lüttich