Zwijndrecht ist ein Ort in Belgien und Teil der Gemeinde Beveren-Kruibeke-Zwijndrecht in der Provinz Ostflandern. Bis Ende 2024 war Zwijndrecht eine selbstständige Gemeinde mit den Dörfern Zwijndrecht und Burcht und gehörte zur Provinz Antwerpen. Das Gemeindewappen entstammt dem Familienwappen eines italienischen Adligen, der Zwijndrecht 1667 in Besitz hatte.

Lage und Wirtschaft mini|links|Bahnhof Zwijndrecht, und namentlich der Ortsteil Burcht, liegt am Westufer der Schelde gegenüber der Stadt Antwerpen und kann als einer deren Vororte bezeichnet werden. Zwijndrecht liegt (mit einer Ausfahrt) an der Autobahn- und an der Eisenbahnstrecke Gent – Antwerpen; das Dorf hat einen kleinen Bahnhof. Die Nachbarstadt ist auch per Straßenbahn (durch den Scheldetunnel) erreichbar.

Vor allem Burcht ist stark industrialisiert und ist ein Teil des Industriegebietes, das mit dem Hafen von Antwerpen verbunden ist. Es gibt unter anderem petrochemische Industrie, Beton- und Gummifabriken, Schiffsreparaturwerften usw.

Geschichte Im Jahr 1281 wurde hier von einem Lokalherrn Nicolaas van Kets das (1947 abgerissene) Schloss Craeyenhoff gebaut. Über Jahrhunderte bildete die Schelde die Grenze zwischen dem Waasland und Brabant. Zwijndrecht gehörte nach Gründung Belgiens 1831 ursprünglich zur Provinz Ostflandern. Ab den 1920ern entwickelte die Stadt Antwerpen ein Interesse daran, das Stadtgebiet auch auf das linke Scheldeufer auszubreiten. Antwerpen wurde in diesen Bestrebungen vom damaligen Premierminister Henry Carton de Wiart unterstützt, der es „anormal“ nannte, dass die größte Hafenstadt des Landes nur auf einer Seite der Schelde lag. Am 1. Juni 1921 präsentierte der Premierminister der belgischen Abgeoprdnetenkammer einen Gesetzesentwurf, der die Angliederung von 3001 Hektar mit 11.099 Einwohnern und den Gemeinden Zwijndrecht und Burcht von der Provinz Ostflandern an die Provinz Antwerpen vorsah. Die Stadt Antwerpen sollte dabei um 1212 Hektar mit 2545 Einwohnern vergrößert werden. Der Gesetzesentwurf wurde mit dem 1. April 1923 Realität und das zu Antwerpen gekommene Gebiet am linken Scheldeufer bildet heute das Stadtviertel Linkeroever.

Nach dem Wechsel der Provinzzugehörigkeit wurden wiederholt Argumente dafür angeführt, dass Zwijndrecht wieder zu Ostflandern zurückkehren solle. Die Antwerpener seien Brabanter und sprächen Antwerpener Mundart, aber die Bewohner von Zwijndrecht und Burcht seien Waasländer mit Waasländer Dialekt.

1977 wurde die angrenzende Gemeinde Burcht nach Zwijndrecht eingemeindet.

Am 1. Januar 2025 fusionierte Zwijndrecht zusammen mit den damaligen Gemeinden Beveren und Kruibeke zur neuen Gemeinde Beveren-Kruibeke-Zwijndrecht. Dabei wechselte der Ort auch seine Provinzzugehörigkeit von Antwerpen wieder nach Ostflandern. mini|links|Heilig-Kreuz-Kirche

Sehenswürdigkeiten Die Gemeinde fördert die Skulptur, indem sie viele Werke moderner Bildhauer, verbreitet über die Dörfer in Parks, auf Plätzen und Straßenkreuzungen usw. aufstellen lässt. Einige davon sind recht bedeutend. Die Heilig-Kreuzkirche, zum Teil aus dem 16. Jahrhundert, ist das bedeutendste Baudenkmal in Zwijndrecht. In den nahen Scheldepoldern ist ein kleines Naturgebiet.

Gemeindepartnerschaften Zwijndrecht (Niederlande) Idstein, zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Main, (Deutschland) Bucinisu (Rumänien)

Söhne und Töchter der Gemeinde Paul Anspach (1882–1981), Fechtsportler Alfred Ost (1884–1945), Maler, Zeichner, Illustrator, Lithograf und Plakatkünstler Leo Tindemans (1922–2014), Politiker und belgischer Premierminister Alex Boeye (* 1946), Radrennfahrer

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

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