Der Fachbegriff incertae sedis (Genitiv von lat. „unsicherer Sitz“), abgekürzt inc. sed., kennzeichnet in der biologischen Taxonomie die unsichere systematische Stellung eines Taxons, beispielsweise die unklare Zuordnung einer Gattung zu einer bestimmten Familie.
In der Botanik geht der Gebrauch des Begriffs vermutlich auf Antoine-Laurent de Jussieu zurück, der 1789 am Ende von einige aufführte.Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Morphologie, Anatomie, Taxonomie, Evolution. 2., erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2008, ISBN 978-3-937872-94-0, S. 156.
In der Linguistik existiert ein ähnlicher Begriff: Eine Sprache ist ein Sprachisolat, wenn nicht bekannt ist, von welcher anderen Sprache sie abstammt.
Beispiele Die fossile Pflanze Paradinandra suecica konnte keiner Familie zugeordnet werden, wurde aber incertae sedis innerhalb der Ordnung der Heidekrautartigen (bei ihrer Beschreibung 2001) zugeordnet. Das Fossil Gluteus minimus, beschrieben 1975, konnte keinem Stamm zugeordnet werden. Die Picozoa, wenige Mikrometer große Meereslebewesen, können innerhalb der Eukaryoten keinem bekannten Taxon zugeordnet werden. Prototaxites ist eine fossile Gattung, die nicht eindeutig in ein bekanntes Reich der Eukaryota eingeordnet werden kann.
Einzelnachweise
Kategorie:Taxonomie Kategorie:Lateinische Phrase