mini|297px|Hauptort Asbach, Blick aus Richtung Südwesten mini|Asbach (Westerwald) Asbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Asbach, der sie auch angehört.

Geographie Geographische Lage Asbach liegt im Naturpark Rhein-Westerwald in der Nähe des angrenzenden Naturparks Bergisches Land. Die Gemeinde grenzt im Nordwesten an die Stadt Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis (in Nordrhein-Westfalen) sowie im Osten an die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld im Kreis Altenkirchen.

Die im Norden, Südwesten und Westen angrenzenden Gemeinden Buchholz, Neustadt (Wied) und Windhagen gehören der Verbandsgemeinde Asbach an.

Geographisch liegt Asbach mit jeweils knapp 25 Kilometern Entfernung zwischen der Kreisstadt Neuwied und der Bundesstadt Bonn.

Gemeindegliederung Ortsteil/Wohnplatz  Einwohner Altenburg 274 Altenhofen 177 Asbach 3.313 Bennau 196 Bennauermühle 2 Büsch 39 Dasbach 23 Diefenau 4 Dinspel 33 Ditscheid 10 Drinhausen 90 Ehrenstein 3 Germscheid 390 Graben 4 Heckenhahn 14 Heide 203 Hinterplag 159 Hofen 14 Hussen 229 Kalscheid 49 Kaltehöhe 2 Kapaunsmühle 4 Köttingen 73Ortsteil/Wohnplatz  Einwohner Krankel 176 Krumbach 25 Krumbachsmühle 3 Krumscheid 85 Limbach 459 Limberg 14 Löhe 273 Meierseifen 8 Niedermühlen 22 Oberplag 184 Pees 18 Rauenhahn 51 Rauenhahnermühle 5 Reeg 4 Rindhausen 76 Schluten 3 Schöneberg 251 Sessenhausen 138 Straßen 91 Thelenberg 69 Wester 16 Wilsberg 63 Zurheiden 97 Stand 31. Dezember 2009

Klima rahmenlos|rechts|rand|hochkant=1.5 Der Jahresniederschlag beträgt 952 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte Der Ort Asbach ist in der Zeit der fränkischen Landnahme zwischen 600 und 900 entstanden. Hierauf deuten der Ortsname, heute noch mundartlich „Asbich“, sowie der sogenannte „Frankenwall“ hin. Der Ortsname, alte Schreibweise „Aspach“, ist nicht von einem Wasserlauf hergeleitet, sondern bezeichnet einen Siedlungsplatz, der von Anfang an in Form eines kleinen Weilers und nicht aus einem Gehöft entstand.Josef Schäfer: Geschichte des Asbacher Landes. Ortsgemeinde Asbach (Hrsg.), Asbach 1980.

Asbach wurde nach 1180 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mirakelbuch von Siegburg und in einer Schenkungsurkundes des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg. Philipp schenkte 1183 der Kölner Abtei St. Pantaleon den „Rottzehnt zu Elsaff in der Pfarrei Asbach“. Der Rottzehnt wurde auf neu gerodete Flächen erhoben.

Kurkölnische Zeit Mitte des 13. Jahrhunderts kam das Kirchspiel Asbach zusammen mit weiteren in den Besitz des Erzstifts Köln. Die kinderlose und verwitwete Gräfin Mechthild von Sayn schenkte den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden Ländereien aus ihrem mütterlichen Erbe. Das Kirchspiel Asbach wurde später dem kurkölnischen Amt Altenwied zugeordnet, zu diesem gehörten auch die Kirchspiele Neustadt und Windhagen. Das Kirchspiel Asbach gliederte sich in vier Honnschaften und das Kirchdorf Asbach. Das Kirchdorf umfasste nur den Bezirk innerhalb des Walls.

Im 16. Jahrhundert wurde Asbach Sitz des Landgerichts des Amtes Altenwied.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließ der Kölner Kurfürst Maximilian Heinrich von Bayern im Jahre 1660 eine Bestandsaufnahme der Ortschaften und Höfe im Amt Altenwied durchführen. Hierbei wurden für das Kirchspiel Asbach aufgezählt:August Welker: Inventur im Amt Altenwied anno 1660. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied. 1977, S. 101–103.

„Kirchdorf zu Aspach“: Im Kirchdorf Asbach selbst befanden sich „sambt dem Withumbshof fünf Höf sambt Gärten“. „Elsaffter Honschaft“: In Elsafft selbst bestanden zwei Höfe; dazu kamen der Hof auf dem Broch, der Hof auf der Seusen Wiesen (Sauerwiese?) und der Hof im Diebenseiffen (Diepenseifen). Nur je ein Hof bestand in Rauenhaen (Rauenhahn), in Hecken (Heckenhahn), auf dem Dammich (Dammig) und auf dem Haedtgen. Je zwei Höfe befanden sich in Meyersseiffen (Meierseifen), am Limperg (Limberg), in Peeß, in Buchholtz, auf dem Weddenbroch (Wertenbruch), in Krautscheid und zu den Eichen. Je drei Höfe gab es in Wahl, in der Bennau, in Rinthausen (Rindhausen), in Solscheid und auf dem Hammelshahn. Vier Häuser zählte man in Köttingen, in Busch und in Seiffen. Walgenbach hatte sechs, Büllesbach acht, Germerscheidt neun und Drinhausen sowie Jungeroth hatten je zehn Höfe. Von den Walgenbacher Höfen gehörte einer dem Erzstift. Hinzu kam noch der Schloderhof. Teilweise gehören die hier genannten Orte und Wohnplätze heute zur Ortsgemeinde Buchholz. „Grießenbacher Honschaft“: In Barrich und auf dem Schilberg stand je ein Hof. In Wallau gab es zwei, in Irmerroth drei, in Oberscheidt vier, in Mendt, Elsafft (Elsaff) und Hortenbach je fünf und in Greißenbach (Griesenbach) neun Höfe. Es fällt auf, dass Ellsafft auch in der „Elsaffter Honschaft“ und Greißenbach auch in der „Schönenberger Honschaft“ aufgeführt werden. Alle hier genannten Orte und Wohnplätze gehören heute zur Ortsgemeinde Buchholz. „Limpacher Honschaft“: In Löhe waren vier Höfe und der Hof in der Tunken. Im Limpach (Limbach) und Oberlimpach zählte man zusammen sieben Höfe. In Wester bestand nur der erzstiftische Hof. In Crumbach (Krumbach) gab es nur einen Hof. Zwei Höfe wurden auf dem Graben gezählt; drei in Dittscheidt, in Hausen (Hussen) und zur Heyden (Zurheiden), vier in Parscheidt und acht in Sessenhausen. „Schönenberger Honschaft“: In Schönenberg selbst wurden 15 Höfe gezählt, worunter sich ein erzstiftischer befand; ferner gab es dort noch den Hof zu Uckersseiffen und den Hof Diebenau (Diefenau). Neun Höfe wurden für Aldenburg (Altenburg) gemeldet, dazu noch der Hof auf der Kelder Höhe (Kaltehöhe) und der Hof zum Reeg. In Altenhoven (Altenhofen) bestanden fünf Höfe, zu denen noch der Hof Niedermühlen kam. Je zwei Höfe fanden sich in Kranckell (Krankel), Dinspell (Dinspel) und Wielsberg, je vier in Krumscheidt und Thielenberg (Thelenberg), fünf in Kalscheid und je sechs in Grießenbach und Plag. Ferner bestand der Hof zu Uttgenbach. „Unterherrlichkeit Ehrenstein“: Hier gab es neben der Burg und dem Kloster drei Höfe und eine zerstörte Mühle. Ehrenstein war eine eigenständige Pfarrei.

Wied-Runkelsche und Nassauische Zeit 1803 wurde auch der rechtsrheinische Teil des Kurfürstentums Köln aufgelöst. Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde nach Artikel 21 dem Fürsten Karl Ludwig Friedrich Alexander zu Wied-Runkel für seinen, infolge der französischen Revolutionskriege, entstandenen Verlust der Grafschaft Kriechingen u. a. das vormals kurkölnische Amt Altenwied zugesprochen. Im Zusammenhang mit dem 1806 auf Initiative Napoleons I. gebildeten Rheinbund kamen die wied-runkelschen, so wie die wied-neuwiedischen, Gebiete zum Herzogtum Nassau. Das nunmehr nassauische Amt Altenwied und damit das Kirchspiel Asbach gehörte zum neu eingerichteten Regierungsbezirk Ehrenbreitstein.

Preußische Zeit Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress fielen 1815 wesentliche Teile des Rheinlands an das Königreich Preußen. Zeitgleich erhielt Preußen vom Herzogtum Nassau im Austausch gegen andere Gebiete auch die nördlichen nassauischen Landesteile, zu denen das Amt Altenwied und das Kirchspiel Asbach gehörten. Asbach wurde Teil der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein und 1822 der Rheinprovinz. 1816 ordnete Preußen die Verwaltungsstrukturen bezüglich der Landesverwaltung neu. Die Provinzen wurden in Regierungsbezirke und Kreise eingeteilt, diese wiederum im Bürgermeistereien, denen jeweils eine Anzahl von Gemeinden zugeordnet waren. Das Kirchdorf Asbach wurde Verwaltungssitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, zu welcher von 1823 an die Honnschaften bzw. später die Gemeinden Elsaff, Griesenbach, Krautscheid, Limbach, Rederscheid, Schöneberg und Windhagen gehörten. Der Ort und die Bürgermeisterei Asbach wurden dem Kreis Neuwied im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. Weil die alten Ämter Altenwied und Neuerburg 1803 dem Fürsten zu Wied-Runkel gehörten, wurde dieses Gebiet und damit auch Asbach zusammen mit den eigentlichen wiedischen Gebieten bezüglich der kommunalen Verwaltung der fürstlich-wiedischen Regierung unterstellt. Die gleichzeitige preußische Verwaltung beschränkte sich auf Hoheits-, Militär- und Steuerangelegenheiten. Erst nachdem Hermann Fürst zu Wied 1848 seine Rechte an den Preußischen König abtrat, war die preußische Verwaltung auch für kommunale Angelegenheiten zuständig.

Der Ort Asbach, der zur wiedisch-preußischen Zeit immer noch nur aus dem Kirchdorf und wenigen Häusern bestand, war zunächst der Honnschaft bzw. später der Gemeinde Elsaff zugeordnet. Erst 1858 wurde aus dem Kirchdorf Asbach und Walgenbach (bis dahin Teil der Gemeinde Elsaff) sowie Parscheid (vorher Gemeinde Limbach) als eigenständige Gemeinde gebildet.Ortsgemeinde Asbach (Hrsg.): Asbach/Westerwald. Bilder und Berichte aus den letzten 200 Jahren. 1990, S. 558.

Gebietsänderungen Die heutige Ortsgemeinde Asbach wurde am 16. März 1974 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Asbach (1.106 Einwohner), Limbach (1.105 E.), Schöneberg (1.662 E.) und einem Teil von Elsaff (1.022 E.) neu gebildet. Bereits zum 7. November 1970 wurden die beiden Weiler Dasbach und Heckenhahn aus der Gemeinde Rott im Landkreis Altenkirchen in die Gemeinde Schöneberg eingegliedert.

Konfessionsstatistik 2005 waren von den Einwohnern 61,4 % römisch-katholisch, 18,6 % evangelisch und 21,0 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Asbach Stand 30. Mai 2005 Ende Januar 2026 waren 42,2 % der Einwohner katholisch und 14,2 % evangelisch. 43,4 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik, abgerufen am 5. Februar 2026.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Asbach besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Mit der Wahl 2024 erhöhte sich die Zahl der Ratsmitglieder gemäß rheinland-pfälzischen Kommunalwahlrecht von 22 auf 24, da die Einwohnerzahl von Asbach am Stichtag über 7500 lag.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne FDP FWG Dahl WGD Gesamt 2024 2 8 3 1 2 8 – 24 Sitze 2019 5 12 – 2 3 – – 22 Sitze 2014 5 14 – 1 2 – – 22 Sitze 2009 4 14 – 1 2 – 1 22 Sitze 2004 3 17 – 0 1 – 1 22 Sitze

Gemeindebürgermeister Gemeinde- bzw. Ortsbürgermeister seit 1946:Ortsgemeinde Asbach (Hrsg.): Asbach/Westerwald. Bilder und Berichte aus den letzten 200 Jahren. 1990, S. 47. 1946–1957: Johann Dittscheid, Asbach 1957–1968: Philipp Limbach, Asbach 1968–1974: Heinz Brockmann, Asbach 1974–1983: Franz Winggen, Krankel 1983–1990: Edmund Buchholz, Krumscheid 1990–2011: Helmut Reith, Niedermühlen seit 2011: Franz-Peter Dahl, Altenburg

Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde Franz-Peter Dahl (seit Ende 2023 parteilos, vorher CDU) als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 86,40 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 konnte er sich gegen zwei weitere Kandidaten von CDU und FWG im ersten Wahlgang mit 65,6 % der Stimmen durchsetzen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|St. Laurentius Pfarrkirche 1237 wurde erstmals eine Kirche an der Stelle der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Laurentius erwähnt. Im 19. Jahrhundert musste das romanische Gotteshaus wegen der Zunahme der Gläubigen und wegen Baufälligkeit einem Neubau weichen. 1866 wurde die alte Kirche bis auf den Turm abgebrochen und ein neugotisches, dreischiffiges Kirchengebäude nach Plänen des Kölner Architekten Vincenz Statz errichtet, das 1871 geweiht wurde. Vier Fenster mit figürlichen Darstellungen wurden von der Köln-Lindenthaler Glasmalerei Schneiders und Schmolz angefertigt.