Das Nonnenkloster Ramsen, 1146 als Ramosa gegründet, war zunächst eine benediktinische Kommunität, ein Priorat des Klosters St. Georgen im Schwarzwald, und gehörte ab 1267 dem Zisterzienserorden an. Es lag in der heutigen Gemeinde Ramsen im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Das Nonnenkloster wurde 1477 aufgelöst. Die baulichen Anlagen sind fast vollständig abgegangen.

Geschichte Das Nonnenkloster Ramsen war eine Schenkung des sonst nicht weiter bekannten Bertold von Winzingen (1146) an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald, erwies sich aber wegen der räumlichen Distanz und der Ausstattung als für die Mönchsgemeinschaft unrentabel, so dass es bereits 1174 an den Bischof Konrad II. von Worms (1171–1192) übergeben wurde. Das Kloster gehörte ab dem Jahr 1267 dem Zisterzienserorden an und war zeitweise dem Abt des Klosters Schönau unterstellt. Im späten Mittelalter verschlechterte sich seine wirtschaftliche Lage trotz umfangreichen Grundbesitzes, so dass es 1477 aufgelöst wurde.

1477 wurde in Ramsen ein Zisterzienser-Priorat eingerichtet, das nur bis 1485 Bestand hatte. Bischof Johann von Dalberg ließ die Klostergefälle seinen Tafelgefällen inkorporieren. Zu dieser Zeit versuchte auch die Abtei Otterberg das Priorat zu inkorporieren, scheiterte letztendlich aber 1482 am zisterziensischen Generalkapitel und dem Widerstand der Grafen von Nassau-Saarbrücken.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (544). Die klösterlichen Ländereien bildeten in der Folge eine Wirtschafts- und Verwaltungseinheit des Hochstifts Worms.

Laut der 1570 verfassten Wormser Chronik des Friedrich Zorn (1538–1610) wollte Bischof Reinhard von Rüppurr (resignierte 1524) das aufgegebene Kloster Ramsen zu seiner Versorgung nutzen, was jedoch durch die Plünderung im Pfälzischen Bauernkrieg (1525) vereitelt worden sei.Wilhelm Arnold: Wormser Chronik von Friedrich Zorn, Stuttgart, 1857, S. 216; Scan aus der Quelle

Klosterbesitz Aus der Stiftungszeit haben sich Urkunden erhalten, welche die ursprüngliche Ausstattung des Klosters durch die Gründerfamilie betreffen. Dort heißt es u. a.:. Die Edition bei Franz Xaver Remling in seiner Urkundlichen Geschichte der ehemaligen Abteien und Klöster im jetzigen Rheinbayern (Band 1, 1836, Beilage 18, Seiten 333 und 334) weist Mängel auf.

Literatur Hans Ammerich, Michael Werling: Ramsen, St. Maria und Georg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 620–639. Franz Xaver Remling: "Urkundliche Geschichte der ehemaligen Abteien und Klöster im jetzigen Rheinbayern", Band 1, 1836; Scan des Kapitels über Kloster Ramsen H.-J. Wollasch: Die Anfänge des Klosters St. Georgen im Schwarzwald. Zur Ausbildung der geschichtlichen Eigenart eines Klosters innerhalb der Hirsauer Reform (= Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte FOLG 14), Freiburg i.Br. 1964 Rudolf Zaremba: Kloster Ramosa: im Spätmittelalter oberster Schutzherr im Stumpfwald in Donnersberg-Jahrbuch 1983, Donnersbergkreis (hrsg.), 1982

Weblinks PDF-Datei über das St. Georgener Tochterkloster Ramsen Webseite des Pfälzerwald-Vereins zur Geschichte des Klosters Ramsen

Einzelnachweise

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