Die kubanische Fußballnationalmannschaft ist das von der Asociación de Fútbol de Cuba zusammengestellte Auswahlteam der besten Fußballspieler des karibischen Inselstaates Kuba. Kuba war die erste Mannschaft der Karibik, die sich für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte.

Geschichte Bei der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich schlug das kubanische Team Rumänien in einem Wiederholungsspiel mit 2:1, nachdem das erste Spiel der beiden Mannschaften 3:3 unentschieden endete, und zog somit ins Viertelfinale ein. Hier unterlag man Schweden deutlich mit 0:8. Nach der Teilnahme 1938 konnte sich Kuba nicht mehr für eine Weltmeisterschaft qualifizieren.

Die neben dem Erreichen des Viertelfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 größten Erfolge feierte Kuba mit den zweiten Plätzen bei den Karibikmeisterschaften 1996, 1999 und 2005, sowie mit dem Einzug ins Viertelfinale des CONCACAF Gold Cup im Jahr 2003.

In der Saison 1999/00 verpflichtete der Bonner SC 15 kubanische Nationalspieler. Die Spieler waren schon eingetroffen,Kubaner sind in Bonn angekommen, spiegel.de aber aufgrund von Schwierigkeiten bezüglich der Arbeitsgenehmigung und Spielberechtigung scheiterte der Coup.

Im Januar 2008 verpflichtete der kubanische Verband den Deutschen Reinhold Fanz als Trainer für die Aufgabe, die Mannschaft für die WM zu qualifizieren. In den Monaten Juli und August 2008 befand sich die kubanische Nationalmannschaft für ein Trainingslager in Deutschland. Hier spielten sie unter anderem auch gegen die Mannschaft des Regionalligisten SV Waldhof Mannheim, welchem Kuba mit 3:1 (0:0) unterlag. Ebenso unterlagen sie dem Zweitligisten FC St. Pauli im Millerntorstadion mit 0:7 (0:2). Am 21. Mai 2008 unterlagen sie in Tittmoning dem Drittligisten Wacker Burghausen mit 2:1. Am 14. Oktober 2008 gab der kubanische Fußballverband bekannt, Fanz werde nur noch beratend tätig sein. Sein Nachfolger als Cheftrainer wurde Raúl González Triana.

Nachdem im Herbst 2012 zum wiederholten Mal kubanische Spieler im nordamerikanischen Ausland ausgetragene Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft zur Flucht genutzt hatten, kündigte FIFA-Präsident Sepp Blatter an, mit den kubanischen Verantwortlichen über dieses Phänomen reden zu wollen, da die Wettbewerbsfähigkeit der häufig mit dezimiertem Kader antretenden Auswahl in Frage stehe. Er wolle den kubanischen Verband persönlich auffordern, die Problematik an die zuständigen Regierungsstellen des Landes heranzutragen. Im April 2013 kam es dann zu Blatters Besuch auf Kuba, wobei das Thema in Gesprächen mit den leitenden Vertretern des Fußballverbands sowie des übergeordneten staatlichen Sportinstituts INDER erörtert wurde. Beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele hatte sich im März 2012 in den USA ein kubanischer Spieler vom Team abgesetzt,Yosmel de Armas, Cuban soccer player, defects, in: Global Post vom 11. April 2012, abgerufen am 1. August 2013 (englisch) im Oktober 2012 in Kanada taten dies vier weitere.Länderspiel in Kanada: Kubanische Fußballer setzen sich ab, in: Hamburger Abendblatt vom 13. Oktober 2012, abgerufen am 1. August 2013 Des Fluchtwillens verdächtigte Auswahlsportler wurden von den kubanischen Behörden in der Vergangenheit wiederholt nicht zu Auslandsreisen zugelassen.USA gegen Kuba: Kein Fußballspiel wie jedes andere, in: Frankfurter Rundschau vom 12. Juli 2013, abgerufen am 27. März 2023

Nach einem Freundschaftsspiel im jamaikanischen Montego Bay kam es im März 2015 zur Verhaftung von drei Mitgliedern der Nationalmannschaft unter Tatverdacht der Vergewaltigung einer US-amerikanischen Touristin in ihrem Hotel.Members of Cuban football team in police custody. In: RJR News vom 1. April 2015, abgerufen am 5. Mai 2015 (englisch) Nach einwöchiger Untersuchungshaft wurden sie zunächst auf freien Fuß gesetztCuban footballers held in connection with rape released, radiojamaicanewsonline.com, vom 10. April 2015, abgerufen am 27. März 2023 (englisch) und konnten nach Kuba zurückkehren. Vier Nationalspieler wurden darauf von den kubanischen Sportbehörden wegen nicht spezifizierter „schwerer und unverzeihlicher Undiszipliniertheiten“ für die Dauer von zwei Jahren von sämtlichen sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Im Mai 2015 verlor in diesem Zusammenhang Nationaltrainer Walter Benítez seinen Posten an Raúl González Triana, seinen unmittelbaren Vorgänger bis November 2012.Nuevas sanciones en el fútbol cubano. In: On Cuba vom 20. Mai 2015 (spanisch)

Ebenfalls im Mai 2015 sprach der Kontinentalverband CONCACAF eine Sperre von fünf Spielen sowie eine Geldstrafe gegen González Triana aus. Er wurde des „rassistischen Verhaltens“ gegenüber einem Schiedsrichter für schuldig befunden. Der bestrafte Vorfall hatte sich während eines Spiels bei den Zentralamerika- und Karibikspielen im November 2014 im mexikanischen Veracruz ereignet, als Triana die kubanische U-21-Auswahl betreute.Suspenden a seleccionador de Cuba por comportamiento racista. In: Marca vom 18. Mai 2015 (spanisch)

Turniere Olympische Spiele 1900 bis 1964 nicht teilgenommen 1968 in Mexiko-Stadt nicht qualifiziert 1972 in Münchennicht teilgenommen 1976 in Montreal Vorrunde 1980 in Moskau Viertelfinale (qualifiziert als Nachrücker für die USA) 1984 in Los Angelesnicht qualifiziert

Nach 1984 hat die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsspielen dazu teilgenommen. Eine Olympiamannschaft konnte sich bisher nicht qualifizieren.

Weltmeisterschaft

1930 – nicht teilgenommen 1934 – In der Qualifikation zur WM 1934 in Italien traf man in der 1. Runde auf Haiti und konnte sich nach 3 Spielen mit 2 Siegen und einem Unentschieden durchsetzen. In der 2. Runde musste man sich nach 3 Niederlagen Mexiko geschlagen geben. 1938 – Im Jahr 1938 gelang die bisher einzige Qualifikation zu einer Weltmeisterschaft, da sich alle anderen nordamerikanischen Mannschaften aus der Qualifikation zur WM in Frankreich zurückzogen. Im Achtelfinale traf man auf Rumänien und erzielte nach einem 2:2 nach regulärer Spielzeit, ein 3:3 nach Verlängerung. Das Wiederholungsspiel konnte man mit 2:1 für sich entscheiden. Im Viertelfinale verlor man jedoch mit 0:8 gegen Schweden, was bis heute Kubas höchste Länderspielniederlage darstellt. 1950 – In der Qualifikation zur WM 1950 in Brasilien musste man gegen Mexiko und die USA spielen. Nach nur einem Unentschieden aus 4 Spielen verpasste man als Gruppenletzter die Qualifikation. 1954 – Die Anmeldung zur Qualifikation zur WM 1954 in der Schweiz wurde zu spät eingereicht und deshalb von der FIFA nicht zugelassen. 1958 und 1962 – nicht teilgenommen 1966 – In der Qualifikation zur WM 1966 in England spielte in der Vorrunde in der Gruppe 1 gegen Jamaika und die niederländischen Antillen. Nach einem Sieg und einem Unentschieden aus 4 Spielen schied man als Gruppenletzter aus. 1970 – Die Anmeldung zur Qualifikation zur WM 1970 in Mexiko wurde von der FIFA abgelehnt. 1974 – nicht teilgenommen 1978 – In der Qualifikation zur WM 1978 in Argentinien traf man in der Karibikzone der 1. Runde in der Gruppe B auf Jamaika und konnte sich dank einem 3:1 und 2:0 für die 2. Runde qualifizieren. Dort schied man nach 2 Unentschieden und einer 0:2-Niederlage gegen Haiti aus. 1982 – In der Qualifikation zur WM 1982 in Spanien traf man in der Karibikzone der Gruppe A auf Suriname und Guyana. Mit 3 Siegen und einem Unentschieden konnte man sich als Gruppenerster für das Final-Turnier qualifizieren. Dort spielte man gegen Honduras, El Salvador, Mexiko, Kanada und Haiti. Nach 1 Sieg, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen konnte man sich als Gruppenfünfter nicht für die WM qualifizieren. 1986 – nicht teilgenommen 1990 – In der Qualifikation zur WM 1990 in Italien traf man in der 1. Runde auf Guatemala und schied mit 0:1 und 1:1 aus. 1994 – In der Qualifikation zur WM 1994 zog man sich nach der Auslosung zurück, wodurch der Gegner aus St. Vincent kampflos die nächste Runde erreichte. 1998 – In der Qualifikation zur WM 1998 in Frankreich traf man in der Karibikzone 1 der Vorrunde erst auf die Kaimaninseln und setzte sich mit 1:0 und 5:0 durch. Danach musste man gegen Haiti antreten und konnte sich auch dort mit 6:1 und 1:1 durchsetzen. In der Gruppe 2 der Halbfinalrunde trat man gegen Kanada, El Salvador und Panama an. Nach 1 Sieg und 5 Niederlagen schied man jedoch als Gruppenletzter aus. 2002 – In der Qualifikation zur WM 2002 in Japan und Südkorea wurde man in der Karibikzone 1 der 1. Runde gegen die Kaimaninseln gelost und setzte sich mit 4:0 und 0:0 durch. Im Halbfinale konnte man mit 1:0 und 0:0 gegen Suriname gewinnen, verlor jedoch im Finale nach zwei 1:1-Unentschieden mit 4:5 im Elfmeterschießen gegen Barbados. 2006 – In der Qualifikation zur WM 2006 in Deutschland traf man in der 1. Runde auf den altbekannten Gegner von den Kaimaninseln und zog mit 2:1 und 3:0 in die 2. Runde ein. Dort schied man nach einem 2:2 und einem 1:1 auf Grund der Auswärtstorregel gegen Costa Rica aus. 2010 – In der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika traf man in der Gruppe 1 der 2. Runde auf Antigua und Barbuda und qualifizierte sich mit 4:3 und 4:0 für die 3. Runde. Dort spielte man in einer Gruppe mit den USA, Trinidad und Tobago und Guatemala. Mit nur 1 Sieg aus 6 Spielen schied man als Gruppenletzter aus. 2014 – In der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien traf man in der 3. Runde auf Honduras, Panama und Kanada. Nach nur 1 Unentschieden aus 6 Spielen schied man als Gruppenletzter aus. 2018 – In der Qualifikation zur WM 2018 in Russland traf die Mannschaft in der zweiten Runde im Juni 2015 auf Curaçao und verpasste aufgrund der Auswärtstorregel nach zwei Remis (0:0 und 1:1) die dritte Runde. 2022 – In der Qualifikation traf die Mannschaft in der ersten Runde auf die Britischen Jungferninseln, Curaçao, Guatemala und St. Vincent und die Grenadinen. Nach einem Sieg und zwei Niederlagen hatte die Mannschaft schon vor dem letzten Spiel, das gewonnen wurde, keine Chance mehr, sich für die zweite Runde zu qualifizieren. 2026 – In der Qualifikation traf die Mannschaft in der zweiten Runde auf Honduras, Bermuda, die Cayman Islands und Antigua und Barbuda. Kuba verlor das erste Spiel in Honduras mit 1:3. Das erste Heimspiel gegen die Cayman Islands konnte aufgrund von Visa-Problemen bei der Einreise nach Kuba nicht ausgetragen werden. Die FIFA wertete das nicht ausgetragene Spiel mit 3:0 für Kuba. In Antigua und Barbuda konnten die Kubaner zwar mit 1:0 gewinnen, verloren aber das Heimspiel gegen Bermuda, ein Quasi-Endspiel um Platz 2 mit 1:2 und konnten sich damit nicht für die dritte Runde qualifizieren.

CONCACAF Meisterschaft CONCACAF-Nations-Cup Ab 1973 diente das Turnier auch als WM-Qualifikation.

1963 und 1965 – nicht teilgenommen 1967 – nicht qualifiziert 1969 – nicht teilgenommen 1971 – 4. Platz 1973 – nicht teilgenommen 1977 – nicht qualifiziert 1981 – 5. Platz 1985 – nicht teilgenommen 1989 – nicht qualifiziert

CONCACAF Gold Cup 1991 – zurückgezogen 1993 – nicht teilgenommen 1996 – nicht qualifiziert 1998 – Vorrunde 2000 – nicht qualifiziert 2002 – Vorrunde 2003 – Viertelfinale 2005 – Vorrunde 2007 – Vorrunde 2009 – zurückgezogen 2011 – Vorrunde 2013 – Viertelfinale 2015 – Viertelfinale 2017 – nicht qualifiziert 2019 – Vorrunde 2021 – zurückgezogen 2023 – Vorrunde

Karibikmeisterschaft 1989 bis 1990 – nicht teilgenommen 1991 – zurückgezogen 1992 – 4. Platz 1993 – nicht teilgenommen 1994 – zurückgezogen 1995 – 3. Platz 1996 – 2. Platz 1997 – nicht teilgenommen 1998 – nicht qualifiziert 1999 – 2. Platz 2001 – 4. Platz 2005 – 2. Platz 2007 – 3. Platz 2008 – 4. Platz 2010 – 3. Platz 2012 – Sieger 2014 – 4. Platz 2017 – nicht qualifiziert

Rekordspieler (Stand: 20. November 2023)

Von den derzeit aktiven Spielern haben Jorge Luis Corrales die meisten Spiele (50) bestritten sowie Maikel Reyes und Luis Javier Paradela die meisten Tore (je 9) erzielt.