Die Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH ist ein deutsches Orgelbauunternehmen aus Berlin.

Geschichte Die Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH ist ein deutsches Orgelbauunternehmen mit Sitz in Berlin, welches 1950 gegründet wurde. Über viele Generationen hinweg wurde die Entwicklung der Werkstatt von Karl Schuke und verschiedenen Orgelbauern wie Ernst Bittcher geprägt. Bis heute versteht sich das Unternehmen als in der Tradition von Karl Schuke und sieht die Kontinuität seiner handwerklichen und kulturellen Werte als wesentlichen Bestandteil seiner Identität.

Das Unternehmen ging aus der Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke mit Sitz in Potsdam hervor, was heute noch in Familienhand weitergeführt wird. Vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit entschieden sich die Brüder Karl und Hans-Joachim Schuke im Jahr 1950, zusätzlich zur Potsdamer Werkstatt einen weiteren Standort im Westteil Berlins aufzubauen. Ziel war es, die Zukunft des Unternehmens auch unter den Bedingungen der deutschen Teilung langfristig abzusichern. Die Berliner Werkstatt entstand zunächst als Zweitbetrieb der Potsdamer Werkstatt.

1953 übernahm Karl Schuke die Leitung des Berliner Standortes, aus dem später die eigenständige Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt hervorging. Während die Potsdamer Werkstatt im Zuge der politischen Entwicklungen in der DDR später verstaatlicht wurde, blieb die Berliner Werkstatt unter Karl Schuke in Familienhand bestehen. Bis 1966 arbeitete das Unternehmen in einer ehemaligen Tischlerei in Berlin-Lichterfelde. Im selben Jahr wurde ein neues Werkstattgebäude in Berlin-Zehlendorf errichtet, das bis heute Unternehmensstandort ist.

Karl Schuke prägte die Werkstatt über Jahrzehnte hinweg sowohl handwerklich als auch klanglich und künstlerisch. Sein Wirken stand für die Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit einer konsequent an Raum, Musik und Klang orientierten Orgelgestaltung. Bereits früh setzte er sich für die Rückkehr zu mechanischen Schleifladenorgeln und einer historisch orientierten Bauweise ein. Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche Neubauten, Restaurierungen und internationale Projekte.

1976 übertrug Schuke die Leitung einem Mitarbeiterteam (bis 1994). In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Werkstatt zu einem international tätigen Unternehmen des Orgelbaus. Schuke-Orgeln entstanden unter anderem für Kirchen, Konzertsäle, Hochschulen, Rundfunkanstalten und kulturelle Einrichtungen im In- und Ausland. Internationale Aufmerksamkeit erhielt die Werkstatt unter anderem durch Projekte in Japan, Korea, Australien, Island, Israel und den Vereinigten Staaten. Weitere internationale Projekte entstanden unter anderem in Fukui und Daegu. Besonders bekannt wurde das Unternehmen durch Projekte für die Berliner Philharmonie.

Berichte und Veröffentlichungen dokumentierten die Arbeit der Werkstatt über viele Jahrzehnte hinweg und beschrieben sowohl die handwerkliche Fertigung als auch die internationale Bedeutung der Instrumente. Zahlreiche Veröffentlichungen thematisierten die besondere Verbindung aus traditioneller Handarbeit, technischer Präzision und klanglicher Individualität der Instrumente. Dabei wurden sowohl die Werkstatt selbst als auch ihre Orgelbauer und Mitarbeiter wiederholt Gegenstand regionaler und überregionaler Berichterstattung. Dokumentiert wurden unter anderem die Fertigung großer Konzertorgeln, Restaurierungen historischer Instrumente, internationale Projekte sowie die handwerklichen Arbeitsabläufe innerhalb der Werkstatt. Neben seiner praktischen Tätigkeit veröffentlichte der langjährige Mitarbeiter und Orgelbauer Ernst Bittcher (* 1928) Beiträge zur Orgelgestaltung, zu historischen Gehäuseformen und zur Entwicklung des modernen Orgelbaus.

Darüber hinaus prägten verschiedene Persönlichkeiten die Entwicklung des Unternehmens über mehrere Generationen hinweg. Neben Karl Schuke gehörten hierzu unter anderem langjährige Mitarbeiter, Konstrukteure, Intonateure und Orgelbauer, die teilweise über Jahrzehnte hinweg an der Entwicklung und Umsetzung bedeutender Projekte beteiligt waren.

Nach dem Tod Karl Schukes entschieden sich seine Kinder, die das Unternehmen geerbt hatten, die Leitungspositionen zum langfristigen Erhalt der Werkstatt nicht mehr innerhalb der Familie zu besetzen, sondern Persönlichkeiten einzusetzen, die sich durch fachliche Kompetenz und handwerkliche Erfahrung ausgezeichnet hatten. So übernahm der Orgelbauer Martin Schwarz ab 2011 die Leitung der Werkstatt.

Neben Neubauten widmete sich die Werkstatt der Restaurierung historischer Instrumente. Dabei spielte die Auseinandersetzung mit historischen Gehäuseformen, Prospektgestaltungen und traditionellen Windladensystemen eine wichtige Rolle. Das Unternehmen realisierte Projekte für Kirchen, Hochschulen und Konzertsäle unterschiedlicher Größenordnungen.

Im Jahr 2025 übergaben Christoph Schuke, Martin Schwarz und Jürgen Magiera das Unternehmen an die Birkenstein Global Consulting UG. Ziel dieser Entscheidung war es, die handwerkliche, kulturelle und wirtschaftliche Kontinuität der Werkstatt dauerhaft zu gewährleisten. Das Unternehmen wird heute von Timo Zwick geleitet.

Mit ihrer Verbindung aus traditioneller Handwerkskunst, langjähriger Erfahrung und internationaler Projekttätigkeit zählt die Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt zu den bekannten deutschen Orgelbauunternehmen der Nachkriegszeit.

Werkliste (Auswahl) Orgeln der Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH werden mittlerweile in der ganzen Welt gespielt. Bis zum Ausscheiden aus der Alexander Schuke Potsdam Orgelbauanstalt im Dezember 1952 war Karl Schuke auch dort maßgeblich beteiligt an Bestandsaufnahmen, Reparaturen, Wiederaufbauten zerstörter Orgeln und zahlreichen Neubauten. Zu seinen Arbeiten in Deutschland gehören unter anderem die nachfolgend aufgeführten.

In der sechsten Spalte der Tabelle bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal, ein kleines „p“ ein nur angehängtes Pedal und die arabische Zahl in der siebten Spalte die Anzahl der klingenden Register.

Jahr Opus Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1949 Strasburg (Uckermark) St. Marien zentriert|160x160px II/P 28 im Gehäuse und m. Pedalregistern von Kaltschmidt 1849, Umdisponierung 1973 durch Fahlberg 1955 20 Wadern Evangelische Kirche zentriert|160x160px I/P 7 1955/58 27 Berlin-Schöneberg Dorfkirche Alt-Schöneberg zentriert|160x160px II/P 15 → Orgel195629Düsseldorf-HolthausenKlarenbachkirche III/P40→ Orgel195631Berlin-LichterfeldeDorfkirche Giesensdorfzentriert|160x160pxI/P4→ Orgel195637Berlin-WeddingHimmelfahrtskirche zentriert|160x160pxI/P5Interimsorgel, 1960 verkauft und durch Neubau selbiger Firma ersetzt 195640Berlin-LankwitzDorfkirchezentriert|160x160pxI/P6→ Orgel 1957 43 Berlin-Kreuzberg St. Thomas (Chororgel) zentriert|160x160px I/P 6 Das Instrument stand vorher im Gemeindehaus und wurde 1958 als Chororgel in der Kirche aufgestellt; geteilte Schleifen. → Orgel 1957–1958 47 Berlin-Hansaviertel St. Ansgar zentriert|160x160px III/P 31 2008 Restaurierung durch Friedrich Fleiter → Orgel 1957 50 Berlin-Schmargendorf Evangelische Kreuzkirche zentriert|160x160px II/P 17 → Orgel 1958 54 Berlin-Rudow Dorfkirche Rudow zentriert|160x160px II/P 19 → Orgel 1958 55 Berlin-Schöneberg Kirche zum Heilsbronnen zentriert|160x160px III/P 42 1958 63 Emden Neue Kirche (Emden) zentriert|160x160px II/P 20 mit Kupferpfeifen im Pedalprospekt 1958 66 Berlin-Kreuzberg Ölbergkirche (Kreuzberg) 160x160px|zentriert II/P 12 1958 68 Berlin-Schöneberg Nathanaelkirche zentriert|160x160px III/P 32 → Orgel 1955–1959 70 Mülheim an der Ruhr Petrikirche zentriert|160x160px IV/P 59 Disposition Siegfried Reda, Denkmalschutz, 2001 saniert→Orgel 1959 84 Saarbrücken Schlosskirche 160x160px|zentriert III/P 33 neobarocke Disposition196088Berlin-WeddingHimmelfahrtskirche zentriert|160x160pxII/P18→Orgel 1960 90 Greetsiel Greetsieler Kirche zentriert|160x160px I/p 6 Hinter historischem Prospekt von Johann Friedrich Constabel (1738) 1961 91 Berlin-Lichterfelde Martin-Luther-Kirche zentriert|160x160px II/P 23→ Orgel 1960 92 Düsseldorf-Wersten Stephanuskirche III/P 30 → Orgel 1960 94 Berlin-Lichterfelde Pauluskirche zentriert|160x160px III/P 34 → Orgel 1961 104 Berlin-Wilmersdorf Schwedische Kirche zentriert|160x160px II/P 11 →Orgel 1961 109 Frankfurt-Sachsenhausen Dreikönigskirche zentriert|160x160px III/P 48 Disposition von Helmut Walcha 1962 114 Braunschweig Braunschweiger Dom zentriert|160x160px IV/P 55 → Orgel 1962 Hannover Reformierte Kirche II/P 15 →Orgel 1962 116 Trier Konstantinbasilika zentriert|160x160px II/P 30 → Orgel 1962 118 Hamburg-Wellingsbüttel Lutherkirche zentriert|160x160px III/P 37 1958–1962 119 Berlin-Charlottenburg Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zentriert|160x160px IV/P 62 seit 1985 mehrfach umgebaut → Orgel 2018 Erweiterung mit Midi-Synthesizer und digitalen Registern 1963 136 Berlin-Moabit Erlöserkirche zentriert|160x160px II/P 23→ Orgel 1964 141 München Maria vom Guten Rat zentriert|160x160px II/P 26→ Orgel 1964 143 Berlin-Charlottenburg Kirche am Lietzensee zentriert|160x160px III/P 34 → Orgel1964153Berlin-CharlottenburgKapelle der Kaiser-Wilhelm-GedächtniskircheI/P5→Orgel 1964 155 Berlin-Friedenau Philippus-Kirche zentriert|160x160px II/P 18→ Orgel 1965 167 Bunde Reformierte Kirche zentriert|160x160px II/P 23 Hinter historischem Prospekt von Hinrich Just Müller (1793) → Orgel 1965 174 Hürth-Efferen Friedenskirche (Hürth) zentriert|160x160px II/P 8 1965 184 Berlin-Tiergarten Berliner Philharmonie zentriert|160x160px IV/P 72 1992 Renovierung und Überarbeitung; 2008 Reinigung und Überarbeitung nach dem Brand; 2011 neuer, fahrbarer Spieltisch Orgel 1966 192 Berlin-Buckow Gemeindezentrum Neu-Buckow zentriert|160x160px II/P 12 1993 auf II/13 erweitert, 2014 überholt → Orgel 1966 196 Ratingen Evang. Stadtkirche II/P 25 → Orgel 1967 204 Wuppertal Immanuelskirche IV/P 54→ Orgel 1967 205 Darmstadt-Kranichstein Schlosskapelle I 5 1967 206Düsseldorf-Benrath Dankeskirchezentriert|160x160px II/P 23 überholt 2002 → Orgel 1967 207 Düsseldorf-Grafenberg Melanchthonkirche zentriert|160x160px IV/P 50 → Orgel 1968 218 Essen Kreuzeskirche zentriert|160x160px IV/P 70 überholt 2015 → Orgel 1968 220 Essen-Rellinghausen Ev. Kirche IV/P 41 1968 229 Berlin-Friedenau Zum Guten Hirten zentriert|160x160px III/P 42 1972 erweitert auf 42 Register durch die Erbauerfirma, 2013 Einbau Setzeranlage, Orgel 1968 230 Berlin-Charlottenburg Eosander-Kapelle im Schloss Charlottenburg zentriert|160x160px II/P 26 1968 232 Bad Oeynhausen-Rehme Laurentiuskirche II/P 21 1969 237 Düsseldorf-Hassels Anbetungskirche zentriert|160x160px II/P 23 2022 abgebaut zugunsten eines elektronischen Instruments → Orgel 1969 238 Ohmstede Ohmsteder Kirche II/P 27 Disposition von Karl Schuke und Landeskirchenmusikdirektor Artur KalkoffWolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land. Band III: Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-298-8, S. 322 f. 1969 244 Darmstadt Pauluskirche zentriert|160x160px IV/P 55 2013 von ursprünglich 53 auf 55 Register und um Setzeranlage erweitert