Die 12. Armee, auch Armeeoberkommando 12 (AOK 12), war eine Kommandobehörde des deutschen Heeres während des Zweiten Weltkrieges.

Sie führte mehrere, im Laufe der Zeit wechselnde Armeekorps (AK) und einige spezialisierte Verbände, welche den Großverbänden zur Erledigung spezieller Aufgaben unterstellt werden konnten.

Geschichte „Arbeitsstab Rundstedt“ Im April 1939 wurde der am 31. Oktober 1938 aus der Armee verabschiedete Generaloberst Gerd von Rundstedt Leiter eines geheimen „Arbeitsstabs Rundstedt“ mit Generalleutnant Erich von Manstein als Chef des Stabes und Oberst Günther Blumentritt als Operationsoffizier, reaktiviert, der den geplanten Angriff auf Polen (Deckname: „Fall Weiß“) vorbereiten sollte.

Am 18. August 1939 wurde ein Heeresgruppen-Stab gebildet, der pro forma die Bezeichnung „12. Armee“ trug. Am 23. August 1939 verlegte das sogenannte Armeeoberkommando 12 unter der Leitung von Generaloberst Rundstedt nach Neisse in Oberschlesien.

Für den Angriffskrieg gegen Polen, der am 1. September 1939 begann, wurde der Führungsstab „12. Armee“ planmäßig zur Kommandostelle Heeresgruppe Süd und führte nun unter von Rundstedts Oberbefehl die 8. Armee in Niederschlesien, die 10. Armee mit Schwerpunkt in Oberschlesien sowie die 14. Armee verteilt auf Mähren und die Slowakei.

Formierung 1939 durch Umbenennung Am 13. Oktober 1939 wurde durch Umbenennung der bisherigen 14. Armee das Armeeoberkommando 12 gebildet und diese Kommandostelle in den Westen verlegt.

Das AOK 12 führte während des Westfeldzug und des Balkanfeldzug zwischen vier und fünf Armee-Korps.

Ab Juni 1941 fungierte die 12. Armee gleichzeitig als Oberbefehlshaber Südost. Geführt wurde der Stab bis zum 28. Oktober 1941 von Generalfeldmarschall Wilhelm List. Von Dezember 1941 bis Dezember 1942 war die 12. Armee in Kroatien, im Militärverwaltungsgebiet Serbien und in Griechenland eingesetzt.

Auflösung durch Umbenennung Per 1. Januar 1943 wurde das Armeeoberkommando 12 in die Heeresgruppe E umgewandelt.

Gliederung Frankreich 1940 (Fall Rot 13.–25. Juni 1940) III. Armee-Korps unter General Curt Haase 3. Infanterie-Division 23. Infanterie-Division 52. Infanterie-Division

XIII. Armee-Korps unter General Heinrich von Vietinghoff 17. Infanterie-Division 21. Infanterie-Division 260. Infanterie-Division XXIII. Armee-Korps unter General Albrecht Schubert 73. Infanterie-Division 82. Infanterie-Division 86. Infanterie-Division XVII. Armee-Korps unter General Werner Kienitz 10. Infanterie-Division 26. Infanterie-Division SS-Polizei-Division

Gliederung Balkan/Griechenland 1941 (Unternehmen Marita 6.–30. April 1941) XVIII. Gebirgs-Korps unter Generalleutnant Franz Böhme 5. Gebirgs-Division 6. Gebirgs-Division 2. Panzer-Division 72. Infanterie-Division XXX. Armee-Korps unter Generalleutnant Eugen Ott 50. Infanterie-Division 164. Infanterie-Division L. Armee-Korps unter Generalleutnant Georg Lindemann 46. Infanterie-Division XI. Armee-Korps unter General der Infanterie Joachim von Kortzfleisch 76. Infanterie-Division 198. Infanterie-Division XXXX. Armee-Korps (mot.) unter Generalleutnant Georg Stumme SS-Division „AH“ 9. Panzer-Division 73. Infanterie-Division

Formierung 1945 Am 10. April 1945 wurde eine neue 12. Armee, nach ihrem Oberbefehlshaber Walther Wenck auch Armee „Wenck“ genannt, aufgestellt. Sie war die Armee mit den jüngsten Soldaten und dem jüngsten General der Wehrmacht und als Entsatzverband eine der letzten Hoffnungen Hitlers im Kampf gegen die sowjetischen und amerikanischen Truppen, insbesondere in der Schlacht um Berlin. Sie war allerdings eher schwach bewaffnet und sollte nicht mehr direkt bis Berlin vordringen, sondern lag um den 23. April 60 km südwestlich von Berlin und hielt eine Verteidigungslinie, die von Ferch im Norden bis nach Niemegk im Süden verlief, gegen die aus Osten und Südosten vorrückenden Verbände der Roten Armee.

Zwischen dem 13. und 17. April konzentrierte sich das XXXXVIII. Panzerkorps an der Linie Halle – Saale – südlich von Merseburg, ein Angriff gegen die Brückenköpfe der 9. US-Armee bei Schönebeck und Barby am 14. und 15. April scheiterte. Am 17. April war die Verbindung mit Leipzig verloren gegangen und der Rückzug auf den Mulde-Abschnitt zwischen Wurzen und Grimma auf Dessau wurde nötig. Leipzig wurde am 19. April geräumt, der Mulde-Brückenkopf um Eilenburg am 20. April aufgegeben. Der letzte westliche Elbe-Brückenkopf bei Coswig wurde am 26. April geräumt. Nach der Besetzung Magdeburgs durch die Alliierten (1. Mai) wurde am 3. Mai die neue Linie zwischen Zerben – Nordrand Fiener Bruch – Großwusterwitz (15 Kilometer südwestlich von Brandenburg an der Havel) bezogen. Nachdem die 12. Armee am 1. Mai 1945 im Raum Treuenbrietzen die Verbindung zur 9. Armee (noch etwa 20.000 Soldaten) hergestellt hatte, erfolgte der Rückzug nach Westen in Richtung Tangermünde. Dort konnten sie die am 12. April 1945 durch eine Sprengung stark beschädigte Elbebrücke Tangermünde nur noch über einen schmalen Holzsteg, der auf den Trümmern der Brücke errichtet worden war, überqueren.Kriegsende in Leipzig. Spiegel Online, 24. April 2015, (Multimedia-Format). Am 6. Mai gelangten viele Soldaten und Flüchtlinge dort in US-amerikanische Gefangenschaft. General Maximilian von Edelsheim begab sich in Stendal in Gefangenschaft.

Gliederung April 1945 Ostdeutschland Division Konitzky Infanterie-Division Potsdam (Oberst Erich Lorenz) Freikorps „Adolf Hitler“ XXXIX. Panzer-Korps (Generalleutnant Arndt) Panzer-Division Clausewitz (Generalleutnant Unrein) Infanterie-Division Schlageter (Generalleutnant Heun) Division Meyer Kampfgruppe 84. Infanterie-Division XX. Armee-Korps (General der Kavallerie Koehler) Infanterie-Division Ferdinand von Schill (Oberstleutnant Alfred Müller) Infanterie-Division Scharnhorst (Generalleutnant Heinrich Götz) RAD-Division Friedrich Ludwig Jahn (Oberst Gerhard Klein, ab 25. April Oberst Franz Weller) RAD-Division Theodor Körner (Generalleutnant Frankewitz) Infanterie-Division Ulrich von Hutten (Generalleutnant Blaurock, ab 14. April Engel) Panzerjagd-Abteilung 3 XXXXI. Panzer-Korps (Generalleutnant Holste) Divisionsgruppe Hake (Oberst Friedrich Hake) 309. Infanterie-Division Reserve-Division Hamburg Panzerjagd-Brigade Hermann Göring 1. Panzervernichtungsbrigade „Hitlerjugend“ (Oberbannführer Kern) XXXXVIII. Panzer-Korps (General der Panzertruppe von Edelsheim) 14. Flak-Division Kampfkommandant von Halle (Generalleutnant Rathke) Kampfkommandant von Leipzig (Generalmajor Hans von Ziegesar, ab dem 10. April Oberst Hans von Poncet) Sturmgeschütz-Brigade 1170 (Hauptmann Hermann Böhmen) Fahnenjunker-Schule für Pioniere I (West) Sturmgeschütz-Brigade 243 (Hauptmann Heinz Rübig)

Oberbefehlshaber Generaloberst/Generalfeldmarschall Wilhelm List – 13. Oktober 1939 bis 29. Oktober 1941 General der Pioniere Walter Kuntze – 29. Oktober 1941 bis 2. Juli 1942 Generaloberst Alexander Löhr – 2. Juli bis 31. Dezember 1942 General der Panzertruppe Walther Wenck – 10. April bis 7. Mai 1945

Bekannte Soldaten Hans-Dietrich Genscher Dieter Hildebrandt Werner Jarowinsky

Siehe auch Schematische Kriegsgliederung der Wehrmacht für den Westfeldzug Schematische Kriegsgliederung der Wehrmacht für den Balkanfeldzug

Literatur Günther W. Gellermann: Die Armee Wenck. Hitlers letzte Hoffnung. Aufstellung, Einsatz und Ende der 12. deutschen Armee im Frühjahr 1945, Bernard U. Graefe Verlag, ISBN 3-7637-5870-4.

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Einzelnachweise

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