Die Unitymedia GmbH war ein deutscher Kabelnetzbetreiber mit Sitz in Köln, der ursprünglich 2005 durch den Zusammenschluss von iesy, ish und Tele Columbus West entstand. Von 2009 bis 2019 war das Unternehmen über die niederländische UPC Germany Holding BVRamy Caspi: In: mvnodynamics.com, 5. Dezember 2011, abgerufen am 29. Juni 2017. eine Tochtergesellschaft von Liberty Global. Im Jahr 2011 wurde der Kabelnetzbetreiber Kabel BW von Liberty Global übernommen und beide Unternehmen am 8. August 2012 unter der Holding Unitymedia KabelBW GmbH zusammengeführt. Im Dezember 2018 wurde bekannt, dass Liberty Global das Tochterunternehmen ausgenommen haben soll. Liberty hat in einem Zeitraum von acht Jahren 3,8 Milliarden Euro bei Unitymedia abgeschöpft. Der damalige Kaufpreis betrug 2,1 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum zahlte Unitymedia in Deutschland nur gut 50 Millionen Euro an Unternehmensteuern. Die damalige Muttergesellschaft hat Unitymedia die Zinsen für die Übernahmekredite und mehr in Rechnung gestellt. Seit der Einstellung der Marke Kabel BW zum 1. April 2015 verwendete das Unternehmen ausschließlich Unitymedia als Firmierung und Marke. Das Unternehmen hatte 7,1 Millionen Kunden in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. 6,4 Millionen Kunden haben Kabelfernsehen, 3 Millionen Telefon und 3,2 Millionen Internet bei 12,9 Millionen per Kabel versorgbaren Haushalten.

Am 9. Mai 2018 gab die Muttergesellschaft Liberty Global bekannt, dass Unitymedia an die Vodafone Group verkauft wird. Mit der Fusion von Vodafone und Unitymedia ist eine Monopolstellung beim Kabelfernsehen in Deutschland entstanden. Der hochprofitable Verkauf an Vodafone ist für Liberty Global weitgehend steuerfrei abgelaufen. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden sowie der EU-Kommission zur Fusion wurde am 18. Juli 2019 erteilt. Auf die EU-Genehmigung folgte am 1. August 2019 das sogenannte Closing, also der Vollzug des Kaufvertrages, womit Unitymedia seitdem eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Vodafone war.

Am 1. Februar 2020 wurde die Marke Unitymedia eingestellt. Aus der Unitymedia GmbH wurde die Vodafone West GmbH.

Geschichte mini|Unitymedia Store in Bonn (2014) mini|Kabel BW Store in Stuttgart (2014) Bereits 2004 wollte Kabel Deutschland die Netzbetreiber ish aus Nordrhein-Westfalen, iesy aus Hessen und Kabel Baden-Württemberg für insgesamt 2,7 Milliarden Euro übernehmen. Mit der Fusion wäre das Unternehmen zum alleinigen Anbieter von Kabelfernsehen geworden, weshalb das Bundeskartellamt sie damals in der vorgesehenen Form ablehnte. Etwa ein Jahr später wurde bekannt, dass iesy sich wiederum für eine Übernahme von ish entschieden hatte. Durch diesen Schritt entstand der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber. Zudem kündigte iesy an, auch die Anteile an Tele Columbus zu erwerben. Das Bundeskartellamt genehmigte die Übernahme, jedoch verkaufte man Teile von Tele Columbus im September 2006 wieder an Orion Cable. Lediglich die Tele-Columbus-Kunden aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen blieben bei der Holding namens „Unity Media“.

Diese Bezeichnung wurde 2007 zum offiziellen Namen des Unternehmens, die Marken ish und iesy verschwanden vom Markt. Außerdem vereinheitlichte man die Produktpalette und stellte das erste Triple-Play-Paket vor. 2009 gab Liberty Global bekannt, Unitymedia für 3,65 Milliarden Euro zu übernehmen. Als Alternative hatten die bisherigen Eigentümer Apollo Management und BC Partners nach Medienberichten auch einen Börsengang des Unternehmens erwogen. Zum Zeitpunkt der Übernahme verzeichnete Unitymedia 6,4 Millionen Kunden. Anfang der 2000er Jahre wollte Liberty Global bereits das gesamte Kabelnetz der Deutschen Telekom erwerben, was die Kartellbehörden jedoch verhinderten. Zum 30. September 2010 hatte Unitymedia rund 4,5 Mio. Basiskabelanschlusskunden (inklusive 1,5 Mio. Digital-TV-Abonnenten), 726 Tsd. Internet-Abonnenten und 726 Tsd. Telefonie-Abonnenten. Das Breitbandkabelnetz von Unitymedia erreichte über 8,8 Mio. Haushalte.

Im März 2011 kündigte Liberty Global an, nach Unitymedia auch Kabel BW zu übernehmen. Beide Kabelnetzbetreiber wurden Mitte 2012 unter dem Namen Unitymedia KabelBW zusammengeführt. Unitymedia und Kabel BW blieben als Marken des neuen Unternehmens zunächst erhalten. Im Dezember 2012 genehmigte das Bundeskartellamt die Fusion von Unitymedia und Kabel BW unter Auflagen. Beispielsweise musste Wohnungsunternehmen ein außerordentliches Kündigungsrecht eingeräumt werden. Die Deutsche Telekom und NetCologne legten Beschwerde gegen die Entscheidung der Kartellbehörden ein. Unter anderem argumentierte man, die erteilten Auflagen seien für einen funktionierenden Wettbewerb nicht ausreichend. Das Oberlandesgericht Düsseldorf akzeptierte die Beschwerde und hob die Entscheidung des Bundeskartellamts im August 2013 nachträglich auf. Der Zusammenschluss der beiden Kabelnetzbetreiber sollte noch einmal durch das Bundeskartellamt geprüft werden.

Das Unternehmen legte Rechtsmittel vor dem Bundesgerichtshof ein. Im Februar 2015 wurde schließlich bekannt, dass Unitymedia KabelBW sich mit der Deutschen Telekom und Netcologne außergerichtlich geeinigt habe. Die beiden Konkurrenten nahmen ihre Beschwerde gegen den Zusammenschluss der Kabelnetzbetreiber zurück. Damit wurde das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf gegenstandslos. Im Zuge der Einigung zahlte Liberty Global der Deutschen Telekom und Netcologne 183 Millionen Euro. Anschließend vereinheitlichte das Unternehmen seinen Markenauftritt, sodass auch in Baden-Württemberg alle Produkte unter dem Namen „Unitymedia“ statt „Kabel BW“ angeboten werden. Neben den Unitymedia-Produkten gibt es noch die Billigmarke eazy eine 100-%-Tochter von Unitymedia.eazy

Ab 2014 war der Kabelnetzbetreiber Sponsor von Borussia Dortmund. Darüber hinaus wurden noch die Basketballmannschaften der White Wings Hanau sowie die RheinStars Köln, die SAP Arena in Mannheim, der BusinessRun Cologne, die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen und seit Mai 2018 den VfL Bochum 1848 eSport unterstützt.

Standorte mini|Netz des Unternehmens (2014) mini|4-Loch-Multimediadose (MMD) mini|UM Push-on-Adapter (POA) mini|HD Modul & Smartcard „UM02“ mini|HD Receiver (UM-C5120) und Smartcard (2013) mini|Horizon HD Recorder (2014) mini|DOCSIS 3.0 Kabel-Gateway mit eingebautem DHCP-Server von Cisco Systems (2012) mini|Highspeed-Kabelroutermodem Connect-Box mit verbesserter WLAN-Funktion (2016) mini|Neues Kabelroutermodem Vodafone-Station mit DOCSIS 3.0 und 3.1 (2019) In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg sind 12,9 Millionen Haushalte an das Netz von Unitymedia angeschlossen. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich an der Aachener Straße Nr. 746–750 in Köln-Müngersdorf in direkter Nachbarschaft zum Rheinenergiestadion. Das technische Zentrum ist in Kerpen an der A4 angesiedelt, es kümmert sich als Playoutcenter vor allem um den Betrieb des Kabelnetzes. Der Kundendienst für Privatkunden wird von Bochum aus bereitgestellt, für Geschäftskunden dagegen aus Heidelberg. Weitere Standorte von Unitymedia sind Stuttgart und Villingen-Schwenningen. In Heidelberg befand sich die Zentrale von Kabel BW. Außerdem war das Unternehmen bis 2012 im hessischen Marburg aktiv, jedoch wurde die Niederlassung dort im Zuge der Fusion zwischen Unitymedia und Kabel BW geschlossen. Sie wird mittlerweile von einem anderen Betreiber weitergeführt.

Netz Das Coax-/Glasfaserleitungs-Netz bzw. Hybrid-Fibre-Coax-Netz (kurz HFC) von Unitymedia erstreckt sich von Bielefeld, Münster und Dortmund im Norden, über Fulda, Frankfurt am Main und Heidelberg bis Reutlingen, Ulm sowie Freiburg im Süden. 2010 wurde damit begonnen, das Kabelnetz mit dem Breitbandstandard EuroDOCSIS 3.0 aufzurüsten. Mittlerweile sind 98 Prozent aller 12,7 Millionen erreichbaren Haushalte damit ausgestattet. 2011 stellte Unitymedia als erster deutscher Kabelnetzbetreiber einen Internetanschluss mit mehr als 100 Mbit/s bereit. Unitymedia bot mit EuroDOCSIS 3.0 Downloadraten bis zu 400 Mbit/s an, theoretisch sind mit dem Standard bis zu 600 Mbit/s im Download möglich. Je nach Tarif wurden beim Upload bis zu 40 MBit/s angeboten. Mit der Umstellung auf EuroDOCSIS 3.1 wurden bis zu 1 Gbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload erreicht. Ein Unitymedia-Kunde generierte 2017 durchschnittlich 90 GB Traffic pro Monat. Das gesamte Datenvolumen im Unitymedia-Netz nimmt jährlich um 50 % zu. Dennoch wurden Anschlüsse mit hohem Datenaufkommen nicht gedrosselt.

In sehr wenigen Fällen wurden Geschäftskunden zusätzlich zum HFC auch reine Fibre-Anschlüsse angeboten. Hierbei waren bis zu 10.000 MBit/s (10 GBit/s) sowohl im Download als auch im Upload möglich. Hierfür wurden neue Glasfaser-Verbindungen bis zum jeweiligen Kunden verlegt.

Produkte

Unitymedia bietet über sein Breitbandkabelnetz verschiedene Kommunikations- und Unterhaltungsdienste an. Neben Fernseh- und Radio-Programmen bietet das Unternehmen seit den frühen 2000er Jahren auch Internet- und Telefonanschlüsse an, die als Alternative zum DSL-Anschluss positioniert werden.

In den letzten Jahren rückt Unitymedia kombinierte Angebote in den Mittelpunkt. Immer mehr Kunden entschieden sich für die Kombitarife des Unternehmens. Sie beinhalten entweder Internet und Telefonie (2-play) oder Fernsehen, Internet und Telefonie (3-play). Diese Strategie wurde mit dem HD-Recorder (HDC-601 DER) des Herstellers EchoStar und insbesondere mit der Horizon-Plattform, die Unitymedia im Jahr 2013 einführte, weiter forciert. Für Geschäftskunden bietet Unitymedia unter der Marke „Unitymedia Business“ Tarife, die Internet und Telefonie kombinieren. Ihnen stehen auch (je nach Verfügbarkeit) individuelle Glasfaseranschlüsse und symmetrische Bandbreiten zur Verfügung.

Technische Voraussetzungen

Das Unternehmen stellt hierzu folgende Komponenten zur Verfügung: eine Multimediadose (MMD) mit drei bzw. vier Anschlüssen für Fernsehen, Radio und Datenkommunikation oder einen entsprechenden Adapter (POA). für Internet & Telefon: ein Kabelmodem bzw. Kabelroutermodem, welches die Verbindung vom Computer zum CMTS und damit dem Internet ermöglicht. In den aktuellen Anschlussendgeräten ist bereits ein MTA (Multimedia Terminal Adapter) integriert, der VoC über das Fernsehkabel ermöglicht. Reine Kabelmodems der Hersteller Cisco Systems und Motorola gibt es heutzutage nur noch bei Bestandskunden. Seit dem 1. August 2016 hat man als Kunde die Möglichkeit den Router frei zu wählen. So kann man sich für ein Unitymedia-Mietgerät oder ein eigenes Gerät entscheiden. Der Service bei einem eigenen privaten Router ist jedoch eingeschränkt, hier endet die Zuständigkeit des Unternehmens an der Multimediadose (MMD). für Digitalfernsehen (DVB-C) je nach Produkt (bsw. für HD-Programmangebote): entweder ein Video-on-Demand-fähiger HD-Receiver, ein kabeltauglicher Digitaler HD-Video-Recorder (HD-DVR), ein CI+-Modul oder ein kabeltauglicher Digitalreceiver (ggf. im Fernsehgerät bereits integriert) sowie eine Smartcard zum Entschlüsseln der digitalen Signale der privaten Programme sowie Pay-TV-Angebote der Fernsehstationen.

Fernsehen Free-TV

Unitymedia verschlüsselte das digitale TV-Angebot zunächst mit Nagravision Aladin, das als nicht mehr sicher gilt. Im Rahmen der wettbewerbsrechtlichen Prüfung der Fusion von Unitymedia mit Kabel BW kündigte das Unternehmen an, die Grundverschlüsselung aufzugeben. Seit Januar 2013 können Kunden neben öffentlich-rechtlichen auch private Fernsehsender in Standardqualität (SD) unverschlüsselt empfangen. Ein DVB-C-Tuner ist ausreichend, um über 70 digitale Programme zu sehen.

Im Juni 2017 wurde die analoge TV-Ausstrahlung beendet und im Gegenzug die Anzahl der freiempfangbaren SD- und HD-Sender stetig erhöht.

Pay-TV