mini|hochkant|„Das Sams“ in einer Theateraufführung Das Sams ist die Hauptfigur einer zwölfbändigen Kinderbuchreihe von Paul Maar, deren erster Band 1973 erschien.Verlag Friedrich Oetinger GmbH: , abgerufen am 21. Januar 2013.
Charakteristik Bei Paul Maars Sams-Geschichten dreht sich alles um ein plötzlich auftauchendes Wesen, das Wünsche erfüllen kann, wobei allerhand schiefgeht. Ein ähnliches Motiv findet sich bereits in den Geschichten der Psammead-Trilogie (1902–06) von Edith Nesbit.
Das Sams ist ein kindähnliches Wesen mit einer Rüsselnase, einem Gesicht mit blauen Punkten, roten Borstenhaaren, Froschfüßen und einem prallrunden Trommelbauch. Es trägt zumeist einen Taucheranzug, weil dieser aufgrund seiner Elastizität für das Sams genau richtig ist, denn es wächst zunächst an einem Tag so viel wie Kinder in einem Jahr; wenn es so groß ist wie ein achtjähriges Kind, hört es allerdings auf. Charakteristisch für das Sams sind die Wunschpunkte, die es im Gesicht hat. Jeder dieser Punkte kann für einen Wunsch Herrn Taschenbiers verwendet werden, schwierige Wünsche erfordern zwei oder sogar drei Punkte. Die Wünsche müssen aber sehr genau formuliert sein. So führte der Wunsch nach „viel Geld im Zimmer“ zum Beispiel dazu, dass alle möglichen Währungen der Welt im ganzen Zimmer verstreut lagen. Nur wenige Wünsche sind nicht erfüllbar.
Die Ernährung des Sams ist sehr vielfältig. Es isst von Stuhlbeinen über Fenstergriffe bis zu Stoff eigentlich alles, aber am liebsten nimmt es Würstchen mit viel Senf und ohne Brot zu sich. Das Sams liebt es zu reimen. Außerdem verfasst es gerne Lieder, die allerdings bei Herrn Taschenbier selten auf große Gegenliebe stoßen.
Es ist frech und nimmt vieles wörtlich. Es kann Kinder gut verstehen.
Zudem ist es im Gegensatz zu den Taschenbiers ziemlich sportlich.
Weitere wiederkehrende Figuren sind Herr Taschenbiers strenge Hausbesitzerin Annemarie Rotkohl, die keine Tiere im Haus duldet (und wie das Sams gerne Würstchen isst, es allerdings nicht recht leiden kann), sowie Anton Mon, Herrn Taschenbiers alten Schulfreund, der Tierfreund und Vegetarier ist und die Angewohnheit hat, rhetorische Fragen zu stellen. Später heiraten Herr Mon und Frau Rotkohl trotz ihrer Gegensätze.
Buchreihe Eine Woche voller Samstage (1973) mini|Herr Taschenbier auf der Landesgartenschau Bamberg Im ersten Band wird Herr Taschenbier, der zuvor ein recht unscheinbares und eintöniges Leben geführt hat, stutzig, als am Donnerstag auf einmal ein großes Gewitter aufzieht. Schließlich hat am vorausgegangenen Sonntag die Sonne geschienen, am Montag hat Herr Mon ihn (mit Mohnblumen) besucht, und am Dienstag hat er wie üblich Dienst gehabt. Das wäre bisher freilich noch nichts Besonderes, ebenso wenig die Mitte der Woche am Mittwoch. Am Donnerstag aber gibt es Donner. Und als Herr Taschenbier am Freitag dann auch noch frei hat, geht er am Samstag, neugierig auf das, was ihn erwarten könnte, in die Stadt. Tatsächlich trifft er auf ein Wesen, auf das sich keiner der anderen Passanten einen Reim machen kann. Nur er vermutet folgerichtig, dass es sich hierbei um ein „Sams“ handeln muss.
mini|Nachbau der Wunschmaschine Das Sams sagt daraufhin „Papa“ zu Herrn Taschenbier, bleibt bei ihm und stiftet eine Woche lang einige Verwirrung (beginnend mit Sonntag):
Sonntag: Herr Taschenbier versucht, das Sams vor seiner Vermieterin Frau Rotkohl zu verstecken, und wünscht sich lautstark, sie säße auf einem Schrank und käme nicht mehr herunter, was tatsächlich eintrifft.
Montag: Im Kaufhaus platzen dem Sams alle Kleidungsstücke beim Anprobieren, bis es einen Taucheranzug bekommt.
Dienstag: Das Sams hilft Herrn Taschenbier, schneller mit der Arbeit fertig zu werden. Sein Chef Herr Oberstein gibt ihm, entnervt durch die Streiche des ihm unbekannten Sams, auch die restliche Woche frei.
Mittwoch: Das Sams besucht zwei völlig unterschiedliche Schulklassen: in der ersten fragt es den strengen Studienrat Groll nach seiner Aufforderung, ihn mit „Sie“ anzusprechen, ob er ein Mann oder eine Frau sei. In der zweiten darf das Sams selbst Lehrer spielen und eine interaktive Dichtstunde abhalten.
Donnerstag: Damit Herr Taschenbier sich nicht aus dem Bett bemühen muss, um eingekaufte Würstchen zu holen, baut das Sams aus alltäglichen Gegenständen eine KBA (Knackwurstbringanlage).
Freitag: Herr Taschenbier erfährt, dass die Punkte im Gesicht des Sams Wunschpunkte sind, die Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Da das Sams heute gehen muss, wünscht Herr Taschenbier sich eine Wunschmaschine, allerdings kann er sich mangels Wunschpunkten keinen Bediengriff mehr wünschen.
Samstag: Herr Taschenbier plant die nächste Woche, damit das Sams nächsten Samstag zurückkommt. Als erstes möchte er sich von der Wunschmaschine wünschen, dass das Sams bei ihm bleibt.
Am Samstag kam das Sams zurück (1980) Am Anfang des zweiten Buchs vermisst Herr Taschenbier das Sams, das ihn am Samstag wieder verlassen musste. Deshalb versucht er, den Verlauf der vorhergegangenen Woche zu wiederholen, damit das Sams wieder zu ihm zurückkehrt. Zu diesem Zweck lädt er unter anderem Herrn Mon zu sich ein und schlägt am Donnerstag mit einem Nudelholz und einem Kochlöffel auf drei große Bleche, um den Donner zu simulieren.
Nach mehreren Wochen und Fehlschlägen haben seine Bemühungen schließlich Erfolg und das Sams kehrt am Samstag mit neuen Wunschpunkten zu ihm zurück.
Die ersten Punkte verschwendet er. Mit einem dieser Wünsche wünscht er sich einen Bediengriff für die Wunschmaschine, mit der er sich gleich einige Wünsche erfüllt – unter anderem Geld und ein Auto mit Führerschein, das er aber mangels Fahrkenntnissen kurz darauf in das Wohnzimmer des dicken Herrn Lürcher steuert. Das Fatale ist, dass die Wunschmaschine jedes Mal nach drei Wünschen eine längere Erholungspause braucht. In dieser Zeit kommen dann die Folgen zuvor ungenau formulierter Wünsche ungehindert zum Vorschein, bis dann schließlich durch den rettenden vierten Wunsch das Chaos wieder eingedämmt werden kann.
So hat auch Herr Kules, der Papagei von Herrn Mon, am Tag davor dank eines Wunsches von Herrn Mon das Sprechen erlernt und fliegt in die Wohnung von Herrn Lürcher, der ihn als Zeuge bei der Polizei einsetzen will, um zu bestätigen, dass Herr Taschenbier und das Sams einst durch einen fehlgeleiteten Wunsch auf seinem Dachboden gelandet sind – aber inzwischen wurde Herr Kules schon mit Hilfe der Wunschmaschine zurückgewünscht.
Einmal geht Herr Taschenbier mit dem Sams in ein feines Restaurant, in dem das Sams unter anderem die Speisekarte verspeist – daher werden die beiden hinausgeworfen. Später, als sie an einer Wurstbude verkohlte Würstchen bestellt haben, wünschen sie diese in das feine Restaurant und holen sich dafür die Delikatessen an die Imbissbude.
Gegen Ende des Buches wünscht Herr Taschenbier die beiden auf eine utopische Südseeinsel (er ist zuerst sehr schockiert, als sie auf der Insel landen, da er sich das eigentlich nur in Gedanken gewünscht hat, aber das Sams hat zum Glück noch einen Punkt übrig, um sie zurückzuwünschen, allerdings will Herr Taschenbier erst ein paar Tage Urlaub machen), auf der sie nach einiger Zeit von einer Reisegesellschaft überrascht werden. Kurz danach wünscht Herr Taschenbier die beiden mit dem vermeintlich letzten Sams-Punkt zurück in ihr Zimmer. Herr Mon hat aber zu dieser Zeit die gleiche Idee und wünscht die beiden vor die Haustür. Dies tut er, damit Frau Rotkohl, Herrn Taschenbiers Vermieterin, sich nicht wundert – schließlich hat sie zuvor das leere Zimmer gesehen. Durch die beiden gegeneinander kämpfenden Wünsche entsteht ein Kampf zwischen den Punkten des Samses und der Maschine, durch den schließlich die Maschine den Geist aufgibt. Herr Taschenbier und das Sams versuchen die Maschine zu reparieren, doch dann erfüllt sie nicht mehr die richtigen Wünsche; erst bringt sie z. B. statt eines Markstücks ein Quarkstück, nach einer weiteren Reparatur werden die Erfüllungen noch absurder, so bewirkt z. B. Herrn Taschenbiers Testwunsch, dass sein Sessel fliegt, dass einem Mann draußen das Auto wegfährt. Somit wird die Wunschmaschine aus Sicherheit zurück auf den Dachboden gestellt. Zum Glück hat das Sams noch einen Punkt übrig gelassen. Mit diesem letzten Punkt wünscht Herr Taschenbier, dass das Sams für immer bei ihm bleibt.
Neue Punkte für das Sams (1992) Am Anfang des dritten Bandes ist Herrn Taschenbiers Freude aber schnell wieder verflogen, denn die ganze Zeit mit dem Sams zu verbringen, ist doch nicht so toll, wie er es sich vorgestellt hat. Da das Sams keine Wunschpunkte mehr hat, ist es Herrn Taschenbier schwer möglich, sich des zum Teil rüpelhaften Benehmens des Sams zu erwehren – zum Beispiel isst es während eines Kartenspiels die Karten auf.
Herr Taschenbier lernt indes eine nette und hübsche Frau kennen, Margarete März. Sie ist seine Arbeitskollegin und er verliebt sich bald unsterblich in sie. Da das Sams keine Wunschpunkte mehr hat, kann Herr Taschenbier sich nicht wünschen, dass Frau März seine Liebe auch erwidert. Um dem abzuhelfen, verrät das Sams ihm ein großes Geheimnis: Wenn es keine Punkte mehr hat, kann man ihm neue beschaffen, indem man in einer Vollmondnacht von Freitag auf Samstag auf ein Hausdach steigt und „Gatsmas“ („Samstag“ rückwärts gelesen) ruft. (Tatsächlich war der angeführte Freitag, der 3. August im Jahr 1973, also dem Erscheinungsjahr des ersten Bandes, zwar ein Freitag, jedoch keine Vollmondnacht.) Weil Herr Taschenbier aber zu ungeduldig ist, ruft er selbst „Gatsmas“ und hat daraufhin selbst die Wunschpunkte im Gesicht, mit denen nun nur das Sams wünschen darf. Aber auch das Sams hat, wie Herr Taschenbier, ungewöhnliche Wünsche – zum Beispiel wünscht es sich zum Frühstück Pommes mit Ketchup –, muss sich aber ebenfalls mit den Folgen ungenauer Wünsche herumschlagen. Während der Geschichte verlieben sich Herr Mon und Frau Rotkohl ineinander.
Das Sams ist indessen eifersüchtig auf Frau März, die die ganze Aufmerksamkeit von Herrn Taschenbier für sich allein beansprucht, und wünscht kurzerhand, dass die beiden sich nicht mehr miteinander treffen dürfen. Herr Taschenbier bricht trotzdem zu einem Treffen mit Frau März auf. Auf dem Weg dorthin bricht er jedoch wegen des Wunsches des Sams zusammen. Das Sams hebt daraufhin den Wunsch auf und lässt Herrn Taschenbier und Herrn Mon wissen, dass der Wunsch nur eine Prüfung der Liebe von Herrn Taschenbier zu Frau März war und dass Herr Taschenbier diese sensationell bestanden hat. Daraufhin gibt es den beiden grünes Licht für eine Beziehung und verlässt die beiden, aber nicht, ohne ihnen die S. R. Tr. (Sams-Rückhol-Tropfen) zurückzulassen.
Ein Sams für Martin Taschenbier (1996) Im vierten Band gibt es einen neuen Protagonisten, nämlich den zehnjährigen Martin Taschenbier. Er ist der Sohn von Herrn Taschenbier und Frau März, die jetzt auch Taschenbier heißt.
Herr Mon und Frau Rotkohl haben ebenfalls geheiratet und Frau Rotkohl wird von Martin „Tante Annemarie“ genannt. Sie haben eine achtjährige Tochter namens Helga, die gerne Marzipanschweinchen isst und Verstecken spielt.
Am Anfang des Buches erfährt man etwas mehr über Martin Taschenbier. Er ist ebenso ängstlich wie sein Vater früher auch und hat einen besten Freund namens Roland Steffenhagen, der leidenschaftlich gerne am Computer spielt. Roland wiederum hat eine Mutter, die unglaublich gerne Entschuldigungen schreibt.