mini|Motoball in Deutschland (1931) mini|Motoball in der UdSSR (1979) mini|Ballannahme mini|Ein Spieler führt den Ball mini|Torschuss

Motoball (früher in Deutschland Motorrad-Fußball bzw. in Großbritannien Motorrad-Polo) ist eine auf Motorrädern gespielte Mannschaftssportart mit dem Ziel, einen 40 cm großen und 1200 g schweren Ball in das gegnerische Tor zu bringen. Zum Tore schießen dürfen beide Füße, das Vorderrad und das Hinterrad benutzt werden. Es stehen sich zwei Mannschaften mit je vier Feldspielern und einem Torhüter ohne Motorrad gegenüber. Ein Team besteht aus zehn Spielern, zwei Mechanikern, einem Trainer, einem Mannschaftsleiter und einem Physiotherapeuten. Ein Spiel dauert vier Viertel von jeweils 20 Minuten und wird durch drei 10-minütige Pausen unterbrochen.

Geschichte Über das Geburtsland von Motoball gibt es verschiedene Ansichten, die einerseits Frankreich, anderseits aber auch die USA nennen.Historie MSC Puma KuppenheimMotoball auf adac.deMotoball. Ein großer Ball neben der Festung Motoball in Europa wurde erstmals 1914 in Frankreich gespielt, in England wurde das erste „Motorrad-Polo“-Spiel im September 1923 erwähnt. Im selben Jahr fand in Dresden-Seidnitz ein „Motorrad-Fußball“-Turnier mit verschiedenen Mannschaften statt. 1926 gab es bereits mehrere Motoballclubs in Italien. Trotz Weltwirtschaftskrise gründeten sich in Deutschland zum Ende der 1920er und Anfang der 1930er Motorsportclubs, die „Motorrad-Fußball“ spielten. Anfang der 1930er fanden in Deutschland bis auf regionale Ebene zahlreiche Turniere statt.Archiv Motorsportclub RuhpoldingMitteldeutsche Illustrierte Nr 12, 1931 1933 fand ein erster internationaler Motoball-Wettkampf statt, an dem England und Frankreich teilnahmen und den Frankreich mit 3:1 gewann. Während des Zweiten Weltkriegs verlor Motoball an Bedeutung und erst um 1950 wurde von einigen Motorsportclubs, hauptsächlich im Kölner Raum und in Süddeutschland, der Sport wieder zum Leben erweckt.

Seit vielen Jahren ist Motoball in Frankreich und Russland sehr beliebt, wo die Spiele vor tausenden von Zuschauern in entsprechend großen Stadien stattfinden. Die international erfolgreichste Nation ist Russland. In Deutschland gilt dieser Sport als Randsportart, lediglich Endspiele werden teilweise im Fernsehen übertragen und von wenigen Tausend Zuschauern verfolgt.

Spielregeln Eine Mannschaft besteht aus mindestens fünf und maximal zehn lizenzierten Spielern, zwei Mechanikern und einem Mannschaftsleiter. Das Spiel wird immer von vier Feldspielern und dem Torwart bestritten. Während des Spiels dürfen die Feldspieler im fliegenden Wechsel ausgetauscht werden, wobei das Einfahren nur in Höhe der Mittellinie erlaubt ist und dies dem Schiedsrichter durch Handzeichen angezeigt werden muss. Eine Ausnahme besteht hier nur für den Torwart. Bei der Auswechslung dürfen beide Spieler nicht gleichzeitig auf dem Spielfeld sein.

Das Spielfeld hat die Größe eines Fußballfeldes und muss wie folgt gekennzeichnet sein: Torraum, Strafraum, Elfmeterpunkt, Mittellinie, Seitenlinie und Anstoßkreis. Gespielt wird mit einem luftgefüllten Lederball, der einem Umfang von 119 bis 126 cm und ein Gewicht von 900 bis 1200 g haben muss. Die Spielzeit beträgt 4 × 20 Minuten mit jeweils 10 Minuten Pause. Der Seitenwechsel erfolgt nach dem zweiten Spielviertel. In einem Finale kann das Spiel um zwei bis zehn Minuten verlängert werden. Danach kommt es zu einem Elfmeterschießen, bis ein Gewinner bekannt ist.

Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern und zwei Linienrichtern geleitet. Der Ball darf mit den Füßen, dem Kopf oder dem Körper weiter gespielt werden. Nur dem Torhüter ist es gestattet den Ball auch mit den Händen zu spielen. Es ist verboten den Ball von zwei Spielern der gleichen Mannschaft einzuschließen. Der Torhüter verteidigt das Tor zu Fuß, der Torraum darf von den Feldspielern nicht befahren und vom Torhüter nicht verlassen werden.

Bis 1971 war der Torhüter noch auf einer sogenannten Torwartmaschine im Spiel und hütete mit dieser das Tor. Es war erlaubt und die Regel, dass der Torwart diese Maschine auch vom Boden hochhob um den Ball abzuwehren. Die Torwartmaschinen waren fahrfähig und hatten ein Gewicht von etwa 45 Kilogramm. Um dieses geringe Gewicht zu erreichen, wurden für das eigentliche Spiel entbehrliche Teile wie beispielsweise die Kette, nach der Platzrunde, entfernt.Chronik des MSC Pattensen

Der im Ballbesitz befindliche Spieler hat grundsätzlich Vorfahrt, er darf nicht so behindert werden, dass es zu einer starken Geschwindigkeitsreduzierung oder zu Stürzen kommt. Der Ball muss beim Führen stets Kontakt zum Boden haben und über die Mittellinie abgespielt werden. Erst wenn ein anderer Spieler in der anderen Spielhälfte zwischenzeitlich den Ball berührt hat, darf der abgebende Spieler wieder mit dem Ball in Berührung kommen.

Verstöße werden mit einem Freistoß, einem 16-Meter-Tritt, einer Strafe oder einer Karte bestraft. Bei einer Grünen Karte erhält der Spieler eine Zwei-Minuten-Strafe, bei einer Gelben Karte eine Fünf-Minuten-Strafe und im Falle einer 1991 eingeführten Gelb-Roten Karte wird der Spieler für den Rest des Spiels gesperrt (darf aber nach zehn Minuten ersetzt werden). Bei einer Roten Karte ist aber kein Ersatz mehr erlaubt.

Die Jugend spielt auf den Erfordernissen des Spiels angepassten Motorrädern mit 85 cm³ Hubraum und bis zu 15 PS. Die Motorräder im Seniorenbereich haben 250 cm³ Hubraum, bis 65 PS und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Zum Schutz tragen die Spieler einen Helm, spezielle Motoballschuhe, Unterschenkelprotektoren, Knie- und Ellbogenschutz, eine Rumpfpanzerung mit Nierengürtel sowie Handschuhe. Neben der Handbremse ist eine beidseitige Fußbremse vorgeschrieben und die Lautstärke der Auspuffanlage ist streng reglementiert.

Deutsche Meisterschaft

Teilnahmeberechtigt an der Deutschen Motoball-Meisterschaft sind Mannschaften der dem ADAC, AvD, DMV oder ADMV angeschlossenen Motorsportclubs. Diese müssen im Besitz einer vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) ausgestellten gültigen Internationalen oder Nationalen Lizenz sein. Die Austragung erfolgt gemäß den Bestimmungen des Deutschen Motorrad-Sportgesetzes und den Motoballregeln des DMSB.

Bundesliga Die Motoball-Bundesliga teilt sich in die Gruppe Nord (bis 1992 Nordwest) und die Gruppe Süd (bis 1992 Südost) auf. Von diesen beiden Ligen spielen jeweils die vier Erstplatzierten in einer Play-off-Runde um den Titel des deutschen Motoball-Meisters. Die Hochburgen des Motoballs liegen in den Landkreisen Rastatt und Karlsruhe sowie im Sauerland und im Raum Hannover, wobei die Teams im Norden sehr verstreut sind, was weite Anfahrtswege nötig macht.

+ Motoball-Bundesligavereine in DeutschlandBundesliga Nord: 1. MBC 70/90 Halle MSC Jarmen MBC Kierspe MSC Pattensen 1. MSC Seelze MSF Tornado Kierspe MSC Kobra MalchinBundesliga Süd: MSC Comet Durmersheim MSC Malsch MSC Philippsburg MSC Puma Kuppenheim MSC Taifun Mörsch MSC Ubstadt-Weiher MBV Budel (Niederlande)

Deutsche Motoball-Meister Deutscher Meister/Vize-Meister: 1956: MSC Spöck 1957: MSC Kindelsberg-Kreuztal 1958: MSC Philippsburg / MSG OpladenDeutsche Meisterschaft Endspiel 1958 1959: MSC Kindelsberg-Kreuztal 1960: MSC Comet Durmersheim / MSC Kindelsberg-KreuztalDeutsche Meisterschaft Endspiel 1960 1961: MSC Comet Durmersheim / MSC Pattensen 1962: MSC Weiher / MSF Valbert 1963: MSC Malsch 1964: MSC Comet Durmersheim / MSC WeiherDeutsche Meisterschaft Endspiel 1964 1965: MSC Taifun Mörsch / MSC Malsch 1966: MSC Comet Durmersheim / MSC Taifun Mörsch 1967: MSC Malsch / MSC Taifun Mörsch 1968: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 1969: MSC Taifun Mörsch / MSC Pattensen 1970: SV Bergfried Leverkusen / MSC Taifun Mörsch 1971: MSC Comet Durmersheim / MSC Taifun Mörsch 1972: MSC Taifun Mörsch / MSC Comet Durmersheim 1973: MSC Taifun Mörsch / MSC Comet Durmersheim 1974: MSC Taifun Mörsch / MSC Comet Durmersheim 1975: MSC Comet Durmersheim / MSC Davenstedt 1976: MSC Comet Durmersheim / MSC Taifun Mörsch 1977: MSC Comet Durmersheim / MSC Puma Kuppenheim 1978: MSC Puma Kuppenheim / MSC Comet Durmersheim 1979: MSC Comet Durmersheim / MSC Pattensen 1980: MSC Comet Durmersheim / MFC Köln 1981: MSC Puma Kuppenheim / MSC Comet Durmersheim 1982: MSC Comet Durmersheim / MSC Taifun Mörsch 1983: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 1984: MSC Puma Kuppenheim / MSC Pattensen 1985: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 1986: MSC Taifun Mörsch / MSC Pattensen 1987: MSC Taifun Mörsch / MSC Malsch 1988: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 1989: MSC Malsch / MSC Taifun Mörsch 1990: MSC Taifun Mörsch / MSF Tornado Kierspe 1991: MSC Taifun Mörsch / MSF Tornado Kierspe 1992: 1. MSC Mörsch / MSC Taifun Mörsch 1993: 1. MSC Mörsch / MSC Taifun Mörsch 1994: MSC Taifun Mörsch / MSC Ubstadt-Weiher 1995: MSC Taifun Mörsch / MSC Ubstadt-Weiher 1996: MSC Comet Durmersheim / MSC Malsch 1997: MSC Taifun Mörsch / MSC Ubstadt-Weiher 1998: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 1999: MSC Puma Kuppenheim / 1. MSC Mörsch 2000: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 2001: MSC Taifun Mörsch / MSC Ubstadt-Weiher 2002: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Taifun Mörsch 2003: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Taifun Mörsch 2004: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 2005: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 2006: MSC Taifun Mörsch / MSC Ubstadt-Weiher 2007: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 2008: MSC Puma Kuppenheim / MSC Ubstadt-Weiher 2009: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2010: MSC Puma Kuppenheim / SV Bergfried Leverkusen 2011: SV Bergfried Leverkusen / MSC Puma Kuppenheim 2012: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2013: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2014: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Taifun Mörsch 2015: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2016: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2017: MSC Puma Kuppenheim / MSC Ubstadt-Weiher 2018: MSC Taifun Mörsch / MSC Puma Kuppenheim 2019: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 2020: keine Meisterschaft 2021: MSC Ubstadt-Weiher / MSC Puma Kuppenheim 2022: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 2023: MSC Puma Kuppenheim / MSC Taifun Mörsch 2024: MSC Puma Kuppenheim / MSC Ubstadt-Weiher 2025: MSC Puma Kuppenheim / MSC Ubstadt-Weiher

Deutsche Motoball-Pokalsieger Der Pokal wurde nicht durchgehend ausgespielt, es sind auch nicht alle Sieger bekannt. 1968: MSC Pattensen 1969: MSC Puma Kuppenheim 1970: SV Bergfried Leverkusen 1971: MSC Puma Kuppenheim 1989: MSC Philippsburg 1998: MSC Ubstadt-Weiher 2006: MSC Puma Kuppenheim 2009: MSC Puma Kuppenheim 2010: MSC Puma Kuppenheim 2012: MSC Ubstadt-Weiher 2013: MSC Ubstadt-Weiher 2016: MSC Ubstadt-Weiher 2017: MSC Taifun Mörsch 2018: MSC Puma Kuppenheim 2019: MSC Puma Kuppenheim 2020: aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht ausgetragen 2021: aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht ausgetragen 2022: MSC Taifun Mörsch 2023: MSC Puma Kuppenheim 2024: MSC Puma Kuppenheim 2025: MSC Puma Kuppenheim

Motoball-Jugend-Meisterschaft In den Anfangsjahren wurde der Titel als Pokalwettbewerb ausgetragen. Ab 2017 sind die Vereine dazu verpflichtet Jugendarbeit zu betreiben. Die deutsche motor sport jugend (dmsj) schreibt einen entsprechenden Jugendpokal aus. Wie in der Motoball-Bundesliga, wird auch der Motoball-Jugendmeister in einer Gruppenphase mit nachfolgender Play-off-Runde ausgespielt. + Motoball-Jugendligavereine in Deutschland Gruppe A: MSC Jarmen 1. MSC Seelze MSC Pattensen 1. MBC 70/90 Halle MSC Kobra Malchin Gruppe B: MBC Kierspe MBV Budel MSF Tornado Kierspe Gruppe C: MSC Puma Kuppenheim MSC Taifun Mörsch MSC Ubstadt-Weiher MSC Philippsburg

Deutsche Motoball-Jugend-Meister 2005: 1. MSC Seelze 2006: MSC Pattensen 2007: MSC Pattensen 2008: MSC Pattensen 2009: MSF Tornado Kierspe 2010: MSF Tornado Kierspe 2011: MSC Taifun Mörsch 2012: MSC Ubstadt-Weiher 2013: MSC Ubstadt-Weiher 2014: MSC Ubstadt-Weiher