mini|hochkant=2|Lage des Berglandes

Das Niedersächsische Bergland (auch Weser- und Weser-Leine-Bergland) ist eine bis zu hohe Mittelgebirgsregion im südlichen Niedersachsen, im nordöstlichen Westfalen und im nördlichen Hessen, außerdem ein Teil der Mittelgebirgsschwelle in Deutschland. Beim Bundesamt für Naturschutz wird es unter der laufenden Nummer D36 in der Liste der naturräumlichen Haupteinheitengruppen Deutschlands geführt.

Die neue Haupteinheitengruppe D36 fasst die alten Haupteinheitengruppen 36, 37 und 53 zusammen, von denen jede Teile des Weserberglandes im engeren und erweiterten Sinne beinhaltet. Indes gehen alle drei Teile, trotz ihrer (irreführenden) Namen, weit über das landläufige und in Atlanten ausgewiesene Weserbergland hinaus. Das Weser-Leine-Bergland (37) umfasst ferner das komplette Leinebergland, das in Teilen in Niedersachsen liegt. Das erdzeitalterlich deutlich ältere Harz-Gebirge gehört nicht zu diesem Bergland und hat daher eine eigene Haupteinheitengruppe (D37).

Naturräumliche Gliederung Im Folgenden werden die Landschaften des Berglandes nach Naturräumen geordnet aufgeführt; Teile des Weserberglandes im engeren Sinne sind mit (W), Teile des Leineberglandes mit (L) gekennzeichnet:

Unteres Weserbergland Neben dem Osning (= Teutoburger Wald, bis ) und dem Wiehengebirge (bis ) gehören insbesondere die historischen Landschaften Tecklenburger Land und Osnabrücker Land zu dieser Großlandschaft im (Nord-)Westen des Niedersächsischen Berglandes.

Das Lübbecker Lößland (533) wird von der Autorin der Blätter 83/84 Osnabrück/Bentheim und 85 Minden nicht zum Bergland in Niedersachsen und nicht zur Mittelgebirgsschwelle gezählt, ist jedoch von der Ordnungszahl her hier eingeordnet. Es entspricht in seiner Landesnatur eher den weiter östlich an den Nordrand der Mittelgebirgsschwelle anschließenden Niedersächsischen Börden, von denen es allerdings durch das Mittlere Wesertal getrennt ist.

Die folgende Aufstellung ist von Nord (West nach Ost) nach Süd (West nach Ost) geordnet; haupteinheitenweise (dreistellige Zahlen) sind, je nach einem Leerzeichen, die zugehörigen naturräumlichen Blätter referenziert:

53 Unteres Weserbergland 533 Lübbecker Lößland (Westliches Lübbecker Lößland) 533.6 Schwagstorfer Lößvorland (unmittelbar östlich von 536.1, nördlich von 536.0) 533.0 Wittlager Lößvorland (östlich von 533.6) (Mittleres Lübbecker Lößland) 533.1 Alsweder Niederungen (östlich von 533.0) 533.2 Lübbecker Lößhang (südöstlich von 533.1, an der Nahtstelle zu 532.2) (Östliches Lübbecker Lößland) 533.5 Hartumer Lößplatte (Norden) 533.4 Bastau-Niederung (Mitte) 533.3 Rothenuffelner Lößhang (Süden, Nahtstelle zu 532.3) (536/532 Wiehengebirge) 536 Westliches Wiehengebirge 536.1 Kalkrieser Höhen (Norden) 536.0 Schleptruper Eggen 532 Östliches Wiehengebirge (W) 532.1 Oldendorfer Berge (532.0 im östlichen Norden horstartig aufgesetzt) 532.0 Bad Essener Höhen (Westen) 532.2 Lübbecker Egge (Mitte) 532.3 Bergkirchener Eggen (Osten) (535/531 Hügelland zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald) 535 Osnabrücker Hügelland (Westen) 535.2 Achmer Vorland (westlicher Norden) 535.20 Neuenkirchener Platte (westlicher Norden) 535.21 Gehn (östlicher Norden) 535.22 Vinter Niederungen (zentraler Norden) 535.23 Wallenbrocker Niederungen (Westen) 535.24 Seester Platte (Mitte) 535.25 Halener Sande (Osten) 535.0 Nördliches Osnabrücker Hügelland (Norden) 535.01 Barlager Sande (Westen) 535.00 Wallenhorster Bergland (Norden) 535.02 Schledehauser Hügelland (Zentrum) 535.03 Meller Höhen (mit Meller Bergen, Südosten) 535.3 Westliches Osnabrücker Hügelland (Westen) 535.30 Westerkappelner Flachwellenland (Norden) 535.31 Mettinger Vorland (Nordwesten) 535.32 Schafbergplatte (Westen) 535.33 Ibbenbürener Senke (westlicher Süden) 535.34 Habichtswald (mittlerer Süden) 535.35 Leedener Senke (östlicher Süden) 535.1 Haseniederung (zwischen 535.0 (nordöstlich/rechts) und 535.2 (nordwestlich) bzw. 535.3 (Westen) und 535.4 (Süden)) 535.10 Halener Niederung 535.11 Osnabrücker Niederung 535.4 Südliches Osnabrücker Hügelland (Süden) 535.40 Holter Hügel- und Bergland 535.41 Öseder Mulde 531 Ravensberger Hügelland (Osten) 531.0 Quernheimer Hügel- und Bergland (Norden) 531.00 Meesdorfer Höhen 531.01 Quernheimer Hügelland 531.1 Else-Werre-Niederung (Mitte) 531.10 Else-Niederung 531.11 Werre-Niederung 531.2 Herforder Hügelland (Süden) 531.20 Krukum-Bünder Platten- und Hügelland 531.21 Oeynhausener Hügelland 531.22 Neuenkirchener Hügelland 531.23 Herforder Platten- und Hügelland 531.24 Stieghorster Osning-Vorland (534/530 Teutoburger Wald) 534 Osnabrücker Osning (im Handbuch noch Tecklenburger Osning; Westen) 534.0 Ohrbecker Höhen (zentral nördlich aufgesetzt) 534.00 Hüggelberge 534.01 Dörenberg 534.1 Tecklenburg-Iburger Bergland (Nordhang) 534.10 Gellenbecker Hügel- und Bergland 534.11 Vessendorfer Höhen 534.2 Tecklenburger Osning (Hauptkamm) 534.20 Dörenther Osning 534.21 Iburger Osning 534.22 Dissener Osning 534.3 Südliches Osningvorland (Südhang) 534.30 Brochterbecker Osningvorland 534.31 Lengericher Osningvorland 534.32 Rothenfelder Osningvorland 530 Bielefelder Osning (Osten) 530.0 Werther-Oerlinghausener Osning-Vorberge (Nordhang) 530.00 Kirchdornberger Hügel- und Bergland 530.01 Bielefelder Berge 530.02 Pivitsheider Berge 530.1 Osning-Kamm (Hauptkamm) 530.10 Haller Osning 530.11 Brackweder Osning 530.12 Lipper Wald

Oberes Weserbergland Diese im Niedersächsischen Bergland (in West-Ost-Richtung) zentrale, u. a. das Eggegebirge (bis ) und das Lipper Bergland (bis ) umfassende Großlandschaft reicht nach Osten bis zum Tal der Weser zwischen Bad Karlshafen und Porta Westfalica, welches hierzu gezählt wird.

In der folgenden Aufstellung sind haupteinheitenweise (dreistellige Zahlen), je nach einem Leerzeichen, die zugehörigen naturräumlichen Blätter referenziert.

Die Nummerierung der Untereinheiten von 360 und 361 (Warburger Börde und Oberwälder Land) weicht auf Blatt 98 Detmold (1959) erheblich von den Blättern 99 Göttingen (1963), 111 Arolsen (1963) und 112 Kassel (1969) ab. Das Borgentreicher Land, das gemeinhin (siehe etwa Geologische Karte 1:300.000 Hessen) zur Warburger Börde gezählt wird und auch auf der Haupteinheitenkarte zum Handbuch (1960) dorthin gerechnet wurde, war auf Blatt Detmold noch dem Oberwälder Land zugeschrieben worden. Umgekehrt zählte Blatt Detmold das Liebenauer Bergland, das nach Übereinkunft aller späteren Autoren zum Oberwälder Land gerechnet wird, zur Warburger Börde. Die folgende Zuordnung entspricht den späteren Blättern.

Der Autor von Blatt Arolsen, Martin Bürgener, zählt die Warburger Börde nicht zum Oberen Weserbergland (Haupteinheitengruppe 36), sondern zum Westhessischen Berg- und Senkenland (34).

36 Oberes Weserbergland 360 Warburger Börde 360.0 Große Börde (Blätter Göttingen und Arolsen) = 361.1 Borgentreicher Land (Blatt Detmold) 360.00 (Blatt Arolsen) = 361.10 Borgentreicher Börde (Blatt Detmold) Desenberg (Singularität) 360.01 (Blatt Arolsen) = 361.11 Ossendorfer Platten (Blatt Detmold) 360.1 Diemelbörde (auf Blatt Detmold: 360.0 Diemelbörde + 360.2 Warburger Platten ohne äußersten Westen des Westteils) 360.2 Steigerplatte 361 Oberwälder Land 361.0 Brakeler Kalkgebiet (nunmehr synonym zum Oberwälder Land) 361.00 Nieheim-Brakeler Bergland 361.01 Fürstenauer Berge 361.02 Bever-Diemel-Kalkbergland = Beverplatten im Norden und Liebenauer Bergland (360.3 auf Blatt Detmold) im Süden 362 Paderborner Hochfläche 362.0 Borchener Platten 362.1 Sintfeld 363 Egge-Gebiet 363.0 Westliches Egge-Vorland 363.00 Kohlstädter Kalkbergland 363.01 Altenbekener Kalkbergland 363.02 Lichtenauer Becken 363.1 Egge 363.10 Horner Egge 363.11 Neuenheerser Egge 363.12 Kleinenberger Mulde 363.13 Warburger Wald 363.2 Östliches Egge-Vorland 363.20 Horner Becken 363.21 Sandebecker Hügelland 363.22 Driburger Land 363.23 Neuenheerser Hügelland 363.24 Borlinghauser Senke 363.25 Bonenburger Hügelland 363.26 Rimbecker Platte 364 Lipper Bergland 364.0 Bega-Hügelland 364.00 Lager Höhenzug 364.01 Bega-Mulde 364.1 Westliches Lipper Bergland 364.10 Salzufler Keuper-Höhen 364.11 Exter Hügelland 364.12 Vlothoer Bergland 364.13 Wüstener Hügel- und bergland 364.14 Taller Bergland 364.15 Hohenhausener Bergland 364.16 Lemgoer Talbecken 364.17 Lemgoer Berge 364.18 Hillentruper Becken 364.19 Humfelder Talbecken 364.2 Östliches Lipper Bergland 364.20 Krankenhagener Kuppen 364.21 Heidelbecker Höhen 364.22 Bösingfelder Becken 364.23 Alverdissener Höhen 364.24 Rumbecker Höhen 364.25 Halvestorfer Hügelland 364.26 Ärzener Talmulde 364.27 Hamelner Berge 364.28 Grohnder Berge 364.3 Südliches Lipper Bergland 364.39 Werre-Hügelland 364.31 Detmolder Hügelland 364.32 Blomberger Becken 364.33 Steinheimer Becken 364.34 Blomberger Höhen 364.35 Barntruper Becken 364.37 Schwalenberger Höhen (Köterberg) 364.38 Löwendorfer Hügelland 365 Pyrmonter Bergland 365.0 Pyrmonter Höhen 365.1 Pyrmonter Talkessel 365.2 Ottensteiner Platten (W) 366 Rinteln-Hamelner Weserland (W) 366.0 Wesertal 366.00 Rehmer Talweitung 366.01 Vlothoer Weserdurchbruch 366.02 Rintelner Talweitung 366.03 Hamelner Talweitung 366.1 Südliches Wesergebirgsvorland 366.10 Hausberger Hügel- und Bergland 366.11 Steinbergener Lößhang 367 Holzmindener Wesertal (W) 367.0 Weseraue und Weserterrassen 368 Weserengtal von Bodenwerder (W) 368.0 Kirchohsener Talung 368.1 Bodenwerder Tal

Weser-Leine-Bergland Diese Großlandschaft enthält im Solling (bis ) u. a. den Höhenschwerpunkt des Niedersächsischen Berglandes. Das Weser-Leinebergland wurde in der 5. Lieferung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands noch Leinebergland genannt. Es zerfällt, wie schon in diesem Buch erwähnt, in zwei geomorphologisch sehr unterschiedliche Großlandschaften.

Das Obere Weser-Leine-Bergland mit den Haupteinheiten 370 bis 376 und dem zentralen Leinegraben (372) weist verhältnismäßig flache Aufwölbungen und Einbiegungen auf und das Grundgestein bildet der Buntsandstein, der südlich des namentlichen Weserursprungs auch nur von Fulda und Werra von seiner Fortsetzung im Kaufunger Wald im Hessischen Bergland getrennt wird. Es stellt eine natürliche östliche Fortsetzung des Oberen Weserberglandes (36), das, ähnlich großflächig, vor allem die Schichtstufen des Muschelkalks und des Keupers repräsentiert, dar.

Das Untere Weser-Leine-Bergland mit den Einheiten 377 bis 379 ist durch ein sehr kleinflächiges Relief mit steilen Schichtkämmen aus Jura und Kreide, seltener Muschelkalk, über weitgespannten Keuper-, Jura- und Kreidemulden mit teilweiser Lößauflage geprägt. Prinzipiell wäre das Rinteln-Hamelner Weserland (366) die natürliche südwestliche Randsenke dieser Landschaft.

In der folgenden Aufstellung sind haupteinheitenweise (dreistellige Zahlen), je nach einem Leerzeichen, die zugehörigen naturräumlichen Blätter referenziert:

37 Weser-Leine-Bergland 370 Solling, Bramwald und Reinhardswald (W) 370.0 Nördlicher Solling (Kernhöhenzug des Solling) 370.1 Kuppiger Solling (bewaldete Landschaft zwischen Kernsolling und Bramwald) 370.2 Uslarer Becken (besiedelte Beckenlandschaft um Uslar, die vom Kuppigen Solling umschlossen wird) 370.3 Weserdurchbruchstal (zwischen Hann. Münden und Würgassen) 370.4 Reinhardswald 370.5 Bramwald 370.50 Hemelner Bramwald (Nordteil) 370.51 Schedetal 370.52 Mündener Bramwald (Südteil) 370.6 Mündener Fulda-Werra-Talung 371 Sollingvorland 371.0 Nördliches Solling-Vorland 371.00 Vogler (W) 371.01 Golmbacher Berge (Südwestabdachung des Voglers und Burgberg) 371.02 Stadtoldendorfer Hochfläche (Hochfläche bei Stadtoldendorf zwischen Vogler (NW), Burgberg (SW), Solling (S), Holzberg (SO) und Homburgwald (NO), das im Norden auf die Lenne bei Eschershausen stößt) 371.03 Stadtoldendorfer Wald (= Homburgwald) 371.04 Amtsberge Holzberg Amtsberge im engeren Sinne Ellenser Wald