mini|hochkant=1.4|Innerstebergland Das Innerstebergland ist eine über 900 km² große und bis hohe Landschaft im nördlichen Teil der deutschen Mittelgebirge und im östlichen Teil des Weser-Leine-Berglands in Niedersachsen (Deutschland).
Namensgebend für das Innerstebergland ist die Innerste, ein Nebenfluss der Leine.
Geographie Lage Das Innerstebergland erstreckt sich im Einzugsgebiet der Innerste von Hildesheim und dem Südwesten Salzgitters bis nach Goslar und Seesen am nordwestlichen Rand des Harzes. Im Nordwesten grenzt die Landschaft an die Calenberger Lößbörde, im Norden an die Braunschweig-Hildesheimer Lößbörde und im Osten an die Harzrandmulde – alle Teil der Lößbörden am Nordrand der Mittelgebirgsschwelle. Im Südosten grenzt der Harz, im Süden das Südwestliche Harzvorland und im Südwesten das Alfelder Bergland.
In seinem Zentrum und im Süden befindet sich der Ambergau, eine Niederungslandschaft an der Nette, einem Zufluss der Innerste. Das Tal mit den Hauptorten Sibbesse, Bodenburg und Lamspringe, zwischen dem Hildesheimer Wald im Nordosten und den Vorbergen und dem Sackwald im Südwesten, heißt Flenithigau.
Im und am Rand des Innersteberglands befinden sich diese deutlich abgrenzbaren Höhenzüge, die meist aus Schichtstufen aufgebaut sind und teilweise auf der Grenze zu Nachbarlandschaften liegen (in alphabetischer Reihenfolge betrachtet): Giesener Berge, Hainberg, Harplage, Heber, Hildesheimer Wald, Salzgitter-Höhenzug (mit den Lichtenbergen), Sauberge und Vorholz. Zwischen diesen Höhenzügen verlaufen diese Fließgewässer: Innerste, Lamme, Neile und Nette sowie deren Zuflüsse.
Naturräumliche Gliederung Die naturräumliche Haupteinheit Innerstebergland wurde im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (4./5. Lieferung) im Jahr 1957 von Theodor Müller beschrieben und seine Ausdehnung auf 863,5 km² beziffert. Im Jahr 1960 fand eine modifizierte Kartierung 1:1.000.000 statt, die Verfeinerung im Maßstab 1:200.000 folgte im selben Jahr durch Sofie Meisel auf Blatt 86 Hannover (Nordwesten), 1962 durch Müller auf Blatt 86 Braunschweig (Nordosten), 1963 durch Jürgen Hövermann auf Blatt 99 Göttingen (Südwesten) und schließlich 1970 durch Jürgen Spönemann auf Blatt 100 Halberstadt (Südosten). Sie gliedert sich danach wie folgt: (zu 37 Weser-Leine-Bergland) 379 Innerstebergland 379.0 Hildesheimer Bergland 379.00 Giesener Berge 379.01 Hildesheimer Wald 379.02 Salzdetfurther Bergland (Sauberge) 379.03 Marienburger Hügelland 379.04 Innerstetal 379.05 Itzumer Hochfläche 379.06 Vorholzer Bergland 379.1 Südliches InnersteberglandDiese Bezeichnung nebst Bockenemer Land in Klammern wird nur auf Blatt 99 verwendet; auf Blatt 86 heißt die Einheit schlicht Bockenemer Land. (Bockenemer Land) 379.10 Bodenburger Becken 379.11 Harplage-Heber (Lamspringer Berge) 379.12 Ambergau 379.13 Rhüdener Becken 379.14 Seesener Harzvorland 379.2 Ringelheimer Bergland 379.20 Hainberg 379.21 Silliumer Hochfläche 379.22 Salzgitter-Höhenzug 379.23 Ringelheimer Becken 379.24 Luttersattel (Ostflügel) (Ostlutterscher Höhenzug) 379.25 Becken von Lutter 379.26 Luttersattel (Westflügel) (Nauer Berg) 379.27 Bodensteiner Ebene 379.28 Innerstemulde
Die Einheit 379.23 der beiden nördlichen Blätter wird ohne Grenzziehung oder textliche Erwähnung auf den beiden südlichen Blättern als 379.28 fortgeführt. Eine südöstliche Begrenzung des auffällig viereckigen Ringelheimer Beckens bildet in etwa die Bundesstraße 248 in Richtung Salzgitter-Bad, die über die beiden nördlichen Blätter verläuft.
Landschaftsbild Die Höhenzüge des Innersteberglands sind überwiegend mit Laubwald, insbesondere Buchenwäldern überzogen. Die Fließgewässer verlaufen in leicht hügeligen, stark lössbedeckten Niederungen, zu denen auch der beckenartige Ambergau gehört. Die fruchtbaren Böden werden stark für die Ackerwirtschaft genutzt. Zum Landschaftsbild gehören auch die heute größtenteils stillgelegten und teils mit Wasser gefüllten Steinbrüche bzw. Tagebaue, in denen seit dem Mittelalter Keupersandstein abgebaut wurde.
Höhenzüge und Berge Zum Innerstebergland, dessen höchste Erhebung der hohe Griesberg im Hildesheimer Wald ist, gehören acht Höhenzüge – nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN) sortiert: Hildesheimer Wald () Salzgitter-Höhenzug () mit den Lichtenbergen () Sauberge () Heber () Hainberg () Harplage () Vorholz () Giesener Berge ()
Fließgewässer Zu den Fließgewässern des Innersteberglands gehören: Alme – im Westen, Zufluss der Riehe Beuster – im Nordwesten, Zufluss der Innerste Innerste – im Norden, Nordosten und Osten, Zufluss der Leine Lamme – im Westen, Zufluss der Innerste Neile – im südöstlichen Zentrum, Zufluss der Innerste Nette – im Zentrum (Ambergau), Zufluss der Innerste Riehe – im Westen, Zufluss der Lamme
Ortschaften Im Innerstebergland und an seinem Rand liegen unter anderem diese Ortschaften: Adenstedt Almstedt Baddeckenstedt Bad Salzdetfurth Bockenem Goslar Hildesheim Holle Langelsheim Lamspringe Lutter am Barenberge Salzgitter
Kulturlandschaftsraum Der Kulturlandschaftsraum Innerstebergland umfasst ein 730 km² großes Gebiet. Diese Zuordnung zu den Kulturlandschaften in Niedersachsen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 2018 getroffen. Ein besonderer, rechtlich verbindlicher Schutzstatus ist mit der Klassifizierung nicht verbunden.Christian Wiegang: K38 Innerstebergland in: Kulturlandschaftsräume und historische Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung in Niedersachsen. Landesweite Erfassung, Darstellung und Bewertung, Hannover, 2019, S. 296–299
Weblinks Gerhard Meier-Hilbert: Geographische Strukturen (des Hildesheimer Landes) (PDF; 1,2 MB)
Einzelnachweise und Anmerkungen Berghöhe laut unbekannte / nicht recherchierte Quelle
Niedersachsennavigator, LGLN
Berghöhe laut topographische Übersichtskarte von (DTK 25), auf natur-erleben.niedersachsen.de
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