Als Imjin-Krieg wird die siebenjährige militärische Auseinandersetzung zwischen der Joseon-Dynastie von Korea und dem japanischen Hideyoshi-Regime bezeichnet. Der Name Imjin-Waeran (Hangeul:  / Hanja: ) bedeutet wortwörtlich „japanische Unruhen des Jahres Imjin“ und setzt sich aus dem Jahr der anfänglichen japanischen Invasion von 1592 ImjinVergleiche englisches Wiktionary: Imjin und den Schriftzeichen für „Japaner“ und „Störung“ zusammen. Die zweite Periode von Kampfhandlungen zwischen 1597 und 1598 wird als Jeongyu-Jaeran bezeichnet (Hangeul: 정유재란 / Hanja: 丁酉再亂 / zu Deutsch: „Erneute Unruhe im Jahre Jeongyu [∼1597]“). In Japan wird das Ereignis Bunroku-Keichō-Krieg () nach der jeweiligen Bezeichnung für die Kriegsjahre 1592 (japanisch Bunroku 1) bis 1598 (japanisch Keichō 3)Korea. In: Der Brockhaus in Text und Bild 2003. [SW], elektronische Ausgabe für Office-Bibliothek. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, 2003. genannt.

Vorgeschichte Die Joseon-Dynastie war von innenpolitischen Streitigkeiten geprägt. Insbesondere durch die Machtkämpfe zwischen den Vertretern des Neokonfuzianismus, den Sarim-Gelehrten, und den pragmatischen Bürokraten und Gelehrten den Hungu. Aufgrund finanzieller Engpässe und dem Fehlen militärischer Bedrohungen wurde das Militär seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zunehmend vernachlässigt.

Auf der japanischen Seite stand Toyotomi Hideyoshi. Dieser stammte aus einer Bauernfamilie und machte sich einen Namen als Untertan Oda Nobunagas. Nach dessen Tod entmachtete er dessen Söhne, riss den Klan an sich. Anschließend gelang es ihm, Japan zu einigen. Es war jedoch jederzeit möglich, dass Konflikte zwischen seinen äußerst gewaltbereiten Untertanen ausbrachen. Nachdem Hideyoshi seine letzten Feinde besiegt hatte, hatte er vor etwas Größeres vor: Er wollte nun das China der Ming-Dynastie erobern, um das Land an seine Feudalanhänger zu verteilen. Hideyoshi forderte von der Ming-Dynastie eine gleichberechtigte Position. Letztere boten ihm Verhandlungen an, dass er zum König von Japan ernannt werden sollte und Tribute an den chinesischen Kaiser entrichten durfte. Nach Ansicht der meisten Historiker spielte auch persönlicher Größenwahn eine wichtige Rolle.John Whitney Hall: Das Japanische Kaiserreich. Frankfurt am Main 1968, S. 156.

Dafür forderte er von der Joseon-Dynastie in Korea den Truppendurchzug und Unterwerfung. Diese verweigerten sich ihm und versuchten eine friedfertige Lösung zu finden. Sowohl Joseon als auch die Ming-Dynastie hatten weder Achtung noch Respekt für das damalige Japan übrig, das in ihrer Ansicht nur als Quelle für unsägliche Piraten diente und kulturell minderwertig war. Das hing auch mit der Unvorstellbarkeit eines japanischen Angriffs zusammen, da das Land als zu zerstritten und chaotisch galt, um eine ernsthafte militärische Bedrohung darzustellen. Daher baute Hideyoshi eine Invasionsflotte, die einen Überraschungsangriff auf die entsprechend unverteidigte Südküste Koreas starten sollte.

Die militärische Situation Koreas Landtruppen Die Politiker Joseons waren der Ansicht, dass das Versäumnis, angemessen auf aufeinanderfolgende Ereignisse zu reagieren, eine Hauptursache für den Fall der Goryeo-Dynastie war und bemühten sich daher, das Militär in einer starken Zentralarmee zu konzentrieren. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, den Einsatz von Truppen in Aufständen zu verhindern. Die Militärstruktur wurde während der frühen Joseon-Dynastie oft reorganisiert und Generäle regelmäßig ausgewechselt, um die Macht von Einzelpersonen über bestimmte Truppenteile zu verhindern. Das Militär gliederte sich hauptsächlich in Armee und Marine, obwohl ursprünglich die Kavallerie den Hauptarm der Armee darstellte. Im Laufe der Zeit wurde sie jedoch so umstrukturiert, dass Fokus auf der Infanterie lag.

+Imjin-Krieg Koreanischer Name Hangeul Hanja Revidierte Romanisierung Imjin Waeran McCune-Reischauer Imjin WaeranJapanischer NameJapanischHepburn RōmajiBunroku-Keichō no EkiChinesischer NameTraditionellVereinfachtPinyinwànlì cháoxiǎn zhànzhēng

Die Einheiten der Joseon-Dynastie können grob in drei Gruppen eingeteilt werden: privilegierte Kinder der Oberschicht, professionelle Berufssoldaten und Adlige, die zum Militärdienst verpflichtet waren. Die Eliteeinheiten bekannt als Gapsa und Byeolsiwi, ausgewählt durch Kampfkunstprüfungen, waren zuständig für die Überwachung der Hauptstadtregion Gyeonggi-do um Seoul herum und die Grenzverteidigung im Norden des Landes, wo sich aufgrund von Konflikten mit den Jurchen-Stämmen der Großteil der Verteidigungsanstrengungen konzentrierte.

Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren waren zum Militärdienst verpflichtet. Die Wehrpflichtigen kamen aus dem einfachen Volk und stellten rund 80 % der Gesamtstreitkräfte, das heißt des stehenden Heers (, Jeongbyeong) und der Marine (, Sugun). Die Finanzierung des Militärdiensts musste von den jeweiligen Dörfern, Gemeinschaften oder den örtlichen Verwaltungsbezirken übernommen werden.

Joseon besaß einen überkompliziert organisierten Militärapparatus mit zehn verschiedenen Offiziersrängen. Das Heer war in fünf verschiedene Armeen strukturiert, die sogenannten O-wi (), was wortwörtlich „fünf Garde(Armeen)“ bedeutet. Vier davon waren den jeweiligen Provinzen entsprechend den Nebenhimmelsrichtungen zugeordnet. Die Zentralarmee () übernahm die Funktion eines stehenden Heeres mit rund 50.000 Soldaten, während die jeweiligen anderen Armeen im Kriegsfall ebenfalls auf 50.000 Soldaten anwachsen sollten.mini|Typische Kleidung eines koreanischen Bogenschützen aus der Zeit der Joseon-Dynastie

Yi Sun-sin und Won Gyun waren ursprünglich Kavallerieoffiziere, bevor sie ihr Kommando über die Marinestreitkräfte des Landes erhielten. Hinzu kamen auch im persönlichen Bereich liegende Fehler wie Überheblichkeit und grobe Fehleinschätzungen einiger Generäle (wie zum Beispiel bei Shin Rip während der Schlacht von Chungju, oder von Seiten Won Gyuns bei der Seeschlacht von Chilchonryang), die unnötig schwere Verluste in den eigenen Reihen verursachten.

Seestreitkräfte Im Gegensatz zum maroden Zustand der Landtruppen aber war die koreanische Kriegsmarine sehr weit entwickelt. Durch frühere, anhaltende Piratenüberfälle auf ihre Küstenregionen hatten die Koreaner weitreichende Erfahrungen im Schiffsbau, besonders im militärischen Bereich, und in der Abwehr solcher Angriffe sammeln können. Koreanische Kriegsschiffe waren durchgehend von einer äußerst stabilen Konstruktion und mit ganzen Kanonenbatterien ausgestattet, welche ihnen einen enormen Reichweitenvorteil gegen die feindliche Schiffe verliehen, die aufgrund ihrer leichten Bauweise und dem japanischen Mangel an Erfahrungen in der Entwicklung und dem Gebrauch von schwerer Artillerie höchstens eine kleine Anzahl von Kanonen mit sich führen konnten. Die Entwicklung des Geobukseon unter dem Befehl von Yi Sun-sin stellt den Gipfel der koreanischen Schiffskonstruktion während des Krieges dar.

Während des Krieges mit Japan war das Panokseon das Rückgrat der koreanischen Marine.

Japanische Schiffe wiesen grundlegende Konstruktionsfehler auf. Zunächst einmal handelte es sich bei den meisten Schiffen um Handelsschiffe, die für den Truppentransport umgebaut worden waren. Zweitens besaßen japanische Schiffe nur ein Rahsegel (das nur bei günstigen Winden wirksam war), während koreanische Schiffe durch Segel oder Ruder angetrieben werden konnten. Ein weiterer wichtiger Faktor war, dass die Invasionsschiffe einen „V“-förmigen Boden hatten, ideal für mehr Geschwindigkeit, aber mit weniger Manövrierfähigkeit als mit dem flachen Boden, der in Panokseons verwendet wurde. Schließlich verließen sich japanische Schiffe auf Nägel, um die Planken zusammenzuhalten, während in Korea Holzpflöcke verwendet wurden; Während auf hoher See Nägel korrodierten und sich lockerten, dehnten sich Holzpfähle aus und verstärken die Fugen.

Aber genau wie bei den Landtruppen litt die koreanische Marine unter einer impraktikablen Militärbürokratie. Die Flotte war entlang der Küste in verschiedene Divisionen aufgeteilt, von denen die Linke Jeolla-Division (unter Yi Sun-sin), die Rechte Jeolla-Division (Yi Eok-gi) und die Rechte Gyeongsang-Division (Won Gyun) während des Krieges Bekanntheit erlangten. Es gab keine effektive zentrale Befehlsgewalt, die ein koordiniertes Vorgehen der koreanischen Flottenverbände in der ersten Phase des Krieges ermöglicht hätte. Erst nach seinen großen Erfolgen gegen die feindliche japanische Flotte wurde Yi Sun-sin erstmals ein solcher, speziell neu kreierter Rang, der „Oberbefehlshaber der Marine der Drei Provinzen“ (koreanisch /), verliehen.

Diplomatische Verhandlungen zwischen Japan und Korea Während der Herrschaft von König Seonjo schickte Hideyoshi im Jahr 1587 den Diplomaten Tachibana Yasuhiro nach Korea mit dem Ziel, diplomatische Beziehungen wiederherzustellen. Die waren 1555 aufgrund eines größeren japanischen Piratenangriffs unterbrochen worden. Mit der Handlung erhoffte Hideyoshi den koreanischen Hof dazu zu bewegen, sich Japan in einem Krieg gegen China anzuschließen. Yasuhiro – ein Samurai mit einer trotzigen Haltung gegenüber koreanischen Beamten und ihren Sitten, die er als verweichlicht betrachtete – gelang es nicht, das Versprechen künftiger diplomatischer Missionen aus Korea zu erhalten. 1589 kam eine zweite Mission im Auftrag von Hideyoshi unter der Leitung von Sō Yoshitoshi (oder Yoshitomo) nach Korea. Diese erhielten Zusicherungen im Austausch für koreanische Rebellen, die in Japan Zuflucht gesucht hatten.Stephen Turnbull: Samurai Invasion. London 2002, S. 34.

Im April 1590 reisten die koreanischen Botschafter Hwang Yun-gil und Kim Saung-il nach Kyoto. Dort mussten sie etwa zwei Monate warten, bis Hideyoshi den Odawara-Feldzug gegen die Hōjō abgeschlossen hatte. Bei seiner Rückkehr tauschten sie zeremonielle Geschenke aus und überreichten ihm einen Brief von König Seonjo. Hideyoshi war davon ausgegangen, dass die Botschafter gekommen waren, um Tributgeld zu zahlen, und so behandelte er sie nicht wie Offizielle, wie es in diplomatischen Angelegenheiten üblich ist. Am Ende baten die Botschafter Hideyoshi, den Brief des Königs von Korea zu beantworten, und warteten dafür 20 Tage. In dem Brief teilte Hideyoshi formell seine Absicht mit, dass Korea sich Japan unterwerfen soll und es in seinem Krieg gegen China unterstützt.

Nach der Rückkehr der Botschafter diskutierte der koreanische Hof über die japanische Forderung. Während Hwang Yun-gil dem Hof seine Schätzungen über die militärische Stärke Japans mitteilte, versicherte Kim Saung-il, dass Hideyoshis Drohung nicht real sei. Darüber hinaus waren viele der Meinung, dass Japan nicht stark genug sei, um einen Krieg zu beginnen. Obwohl König Seonjo zunächst argumentierte, dass die Ming über die japanischen Absichten informiert werden sollten, um Verdacht zu vermeiden, der das Land als Verbündeten Japans kompromittieren könnte, beschlossen sie schließlich erst die Ereignisse abzuwarten.

In einer dritten diplomatischen Mission rügten die Gesandten von König Seonjo Hideyoshi dafür, dass er das chinesische Tributsystem angegriffen hatte. Hideyoshi antwortete mit einem scharfen und respektlosen Brief, der in Korea ignoriert wurde, da er nicht persönlich übergeben worden war, wie es den Gepflogenheiten entsprach. Angesichts der zweiten Ablehnung beschloss Hideyoshi 1592, seine Truppen zu sammeln, um gegen Korea vorzugehen. Die Koreaner waren ihrerseits der Ansicht, dass Hideyoshis Invasionsversuch nicht schwerwiegender sein würde als die Piratenangriffe, denen es zuvor ausgesetzt gewesen war.

Militärische Situation Japans und Invasionsvorkehrungen