Der BMW M5 ist eine Sportlimousine auf Basis der BMW 5er-Reihe und wird mittlerweile in der siebten Generation produziert. Der M5 ist die höchstmotorisierte Variante der jeweiligen 5er-Baureihe.

Vorgeschichte mini|BMW M535i (E12) mini|BMW M535i (E28) Als Vorläufer der BMW M5-Modelle dürfen die M535i-Modelle auf Basis der Baureihen E12 und E28 verstanden werden. Der M535i (E12/1S) war die erste von der BMW M GmbH entwickelte Sportlimousine überhaupt. Sie wurde von einem 3,5-Liter-Reihensechszylinder angetrieben, der 160 kW (218 PS) leistete. Das Modell war vor allem für den Einsatz im Motorsport gedacht. Auf Basis der Baureihe E28 gab es wieder einen M535i, der zum Modelljahr 1985 vorgestellt wurde, aber mit dem M5 an sich nichts gemein hat. Der M535i war eine mit einem aerodynamisch optimierten Spoilerpaket versehene 535i-Serienlimousine, welche im Gegensatz zum M5 auch mit Automatikgetriebe erwerbbar war. Sie wurde von einem 3,5-Liter-Reihensechszylinder angetrieben, der sich allerdings konstruktiv stark vom bisherigen im E12, E24 und E23 verwendeten 3,5-Liter-Triebwerk unterschied. Im E28 wurden davon drei verschiedene Varianten angeboten.

Baujahr Modellbezeichnung Baureihencode Motorcode Hubraum Anordnung/Zylinder max. Leistung max. Drehmoment Bauform 1979–1981 M535i E12/1S M90 S30B35LE (alte Bezeichnung), M30B35LE (neu) 3453 cm³ R6 160 kW (218 PS) bei 5200 min−1 310 Nm bei 4000 min−1 viertürige Limousine 1984–1987 E28 M30B35 3430 cm³ 160 kW (218 PS) bei 5500 min−1 M535i (Kat-Vorbereitung) 141 kW (192 PS) bei 5400 min−1 290 Nm bei 4000 min−1 M535i (Kat.) 136 kW (185 PS) bei 5400 min−1

E28S (1985–1987)

Im Sommer 1985 wurde der BMW M5 (E28S) erstmals vorgestellt und bis Ende 1987 bei der BMW M GmbH in Handarbeit gefertigt.

Er war eine bis auf einen dezenten Front- und Heckspoiler, Radlaufverbreiterungen sowie eine Tieferlegung in Verbindung mit einer größeren Radreifenkombination äußerlich unveränderte 5er-Limousine. Als Antrieb wurde der leicht modifizierte 3,5-l-Vierventil-Reihensechszylinder-Motor aus der Straßenversion des BMW M1 eingebaut (Motorcode M88/3). Dieser Motor leistete 210 kW (286 PS), beschleunigte laut AMS-Test den M5 in 6,1 s aus dem Stand auf 100 km/h und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 251 km/h.

Der erste M5 hatte wie alle bisher gebauten BMW Standardantrieb und war nur mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe lieferbar. Durch die exklusive Fertigung bei der BMW M GmbH waren mehr Sonderausstattungen möglich als bei den übrigen E28-Modellen. Lieferbar war so zum Beispiel eine Lederausstattung, bei der das komplette Armaturenbrett einschließlich der Mittelkonsole, der Dachhimmel, die kompletten Türverkleidungen und sogar Teile im Kofferraum mit Leder bezogen waren (Kosten je nach Umfang: ab 6500,00 DM). Allerdings war selbst die Klimaanlage aufpreispflichtig.

Bei seiner Einführung im Herbst 1985 kostete der Wagen in Grundausstattung 81.000 DM. Den E28S gab es in Deutschland nie mit Abgaskatalysator – im Gegensatz zum M635CSi (M6 für die USA) mit dem gleichen Motor, der mit Katalysator 260 PS (191 kW) leistete. Über 2.200 M5 wurden von dieser Generation gebaut.autozeitung.de vom 19. November 2018, Die M-usterschüler von BMW, abgerufen am 11. November 2019.

Technische Daten Bauzeit Stückzahl Motoren-baureihe Hubraum Zylinder/Ventile Leistung Drehmoment 0–100 km/h vmax Bauform Bereifungvorn Bereifunghinten Verbrauch auf 100 km Gewicht 1985–1987 2145Andreas in Bimmertoday: Die Stückzahlen des BMW M5 E34, abgerufen am 30. September 2017.Hans J. Schneider: BMW 5er – Technik + Typen, Modelle bis 1997; Bielefeld 2007, ISBN D/A/CH 978-3-7688-5789-5 M88/3 3453 cm³ R6/24V 210 kW (286 PS)bei 6500 min−1 340 Nmbei 4500 min−1 6,5 s 245 km/h Limousine 220/55 VR 390 220/55 VR 390 (16,5 l / 9,7 l) 11,3 l (Ottokraftstoff DIN 51600 oder DIN 51607, 98 ROZ) 1430 kg

E34S und E34/5S (1988–1995)

Den M5 der Baureihe E34 gab es in zwei Ausführungen. Nach der Einführung der E34-Baureihe im Januar 1988 folgte die erste M5-Ausführung im August. Diese Ausführung war nur als Limousine lieferbar – obgleich über ein Cabrio nachgedacht und sogar ein Prototyp gebaut worden warM5 E34-Cabrio-Prototyp (mit Bildern), bimmertoday.de vom 29. Oktober 2009, abgerufen am 28. April 2018. – und mit einem 3,6-Liter-Reihensechszylinder-Motor bestückt, der 232 kW (315 PS) leistete.

Im Frühjahr 1992 wurde der M5 überarbeitet. Der Motor hatte nun einen auf 3,8 Liter vergrößerten Hubraum und leistete 250 kW (340 PS). Von diesem Zeitpunkt an war der M5 E34 auch in einer Kleinserie als Kombi erhältlich, M5 Touring genannt. Ein besonderes Merkmal der Limousine war die optionale 4-Sitzanlage.

Eine finale Überarbeitung gab es ab Mitte 1994. Diese umfasste ein Getrag-6-Gang-Getriebe, eine größere Bremsanlage, 18″-Parallelspeichen-Rad, ein aktives Fahrwerk (vorher Sonderausstattung „Nürburgring-Paket“) und die bislang nur bei Achtzylindermotoren verbaute breite Front (Niere und Motorhaube).

Technische Daten Bauform Bauzeit Stückzahl Motoren-baureihe Hubraum Zylinder/Ventile Leistung Drehmoment 0–100 km/h vmaxelektronisch begrenzt Bereifungvorn Bereifunghinten Verbrauch auf 100 km Gewicht Limousine 1988–1992 8079 S38B36 3535 cm³ R6/24V 232 kW (315 PS)bei 6900 min−1 360 Nm bei 4750 min−1 6,3 s 250 km/h 235/45ZR17 235/45ZR17 (18,1 l / 9,4 l) 11,9 l (Super 95) 1670 kg Limousine 1992–1995 3019 S38B38 3795 cm³ 250 kW (340 PS)bei 6900 min−1 400 Nm bei 4750 min−1 5,9 s (18 l / 9,6 l) 12,0 l (Super 95) 1650 kg Touring 891 6,1 s 255/40ZR17 (18 l / 9,6 l) 12,0 l (Super 95) 1750 kg

Stückzahlen

Die Stückzahl dieser M5 beträgt 11.989 Stück, 891 von der touring-Variante.welt.de vom 22. Januar 2018, 30 Jahre BMW 5er (E 34), abgerufen am 11. November 2019.

Die folgende Liste zeigt die Stückzahlen aller M5-Sondermodelle der Baureihe E34, soweit bekannt. Es soll ab Werk auch einen M5 gegeben haben, dessen S38B38-Motor 294 kW leistet; dieses Modell wurde nie offiziell angeboten und es liegen daher keine Daten vor.Andreas in Bimmertoday: Die Stückzahlen des BMW M5 E34, abgerufen am 22. Dezember 2011.

Modell Stückzahl Motor Bauzeitraum M5 Winkelhock 51 S38B36 ?–09.1992 M5 Cecotto 22 S38B36 ?–09.1992 M5 Naghi Motors 15 S38B36 ?–09.1992 M5 20 Jahre BMW Motorsport 20 S38 ?.1992 M5 Limited 50 S38B38 ?.1995 M5 Elekta 20 S38B38 ?.1995

E39S (1998–2003)

Mit der Einführung des M5 (E39) wurde der aus der M62-Motorenreihe weiterentwickelte S62-5-Liter-V8-Motor vorgestellt. Der dritte M5 wurde im Frühjahr 1998 auf dem Genfer Auto-Salon präsentiert und stand ab Ende desselben Jahres bei den Händlern. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wurde dieser nur als Limousine angeboten, der Kombi existierte nur als Prototyp.

Um die Produktionskosten sowie den Produktionsaufwand zu senken, wurden die Unterschiede zwischen deutschen und nordamerikanischen Modellen des E39 M5 so gering wie möglich gehalten, sie sind äußerlich nur an den unterschiedlichen Blinkern zu erkennen. Weitere Unterschiede sind die Positionen der Abgaskatalysatoren sowie die vorderen Bremsscheiben, die bei den nordamerikanischen Modellen weniger hochwertig sind. Schiebedach und Lederausstattung gehörten bei den nordamerikanischen Fahrzeugen zur Serienausstattung, während bei deutschen Modellen das Schiebedach eine aufpreispflichtige Zusatzausstattung war. Jedoch wurden deutsche Fahrzeuge auch mit Alcantarainnenausstattung angeboten, die es für den nordamerikanischen Markt nicht gab.James Taylor: BMW M5: The Complete Story. Crowood, Ramsbury, 2015, ISBN 978-1-78500-046-1. Kapitel 5

Insgesamt 20.482 Fahrzeuge wurden in drei Baumustern hergestellt, 9992 für Nordamerika, 2595 Rechtslenker und 7895 Fahrzeuge für den deutschen und europäischen Markt. Die Rechtslenker wurden größtenteils im Vereinigten Königreich, Australien und Südafrika abgesetzt, während in Japan trotz des dort herrschenden Linksverkehrs Linkslenker angeboten wurden, da sie unter japanischen Fahrzeugenthusiasten als prestigeträchtiger galten. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt, doch gab es außerhalb Deutschlands auch die Option, den M5 ohne Geschwindigkeitsbeschränkung zu bestellen. Die Höchstgeschwindigkeit soll 300 km/h betragen.

Im erfuhr auch der M5 die optische Überarbeitung der E39-Baureihe, bevor die Produktion im nach fünf Jahren eingestellt wurde. Der M5 E39 war bis zum Erscheinen des Nachfolgers 2005 das leistungsstärkste Modell aus der M-Modellpalette.

Technik Angetrieben wird der E39 M5 von einem V8-Ottomotor ohne Aufladung mit vier obenliegenden Nockenwellen, deren Antrieb verstellbar ist (Doppel-VANOS). Er hat 5 Liter Hubraum und leistet maximal 294 kW bei 6600 min−1. Vom Motor wird die Leistung über ein mit der Hand zu schaltendes Getrag-Sechsganggetriebe auf die Hinterräder übertragen. Serienmäßig ist ein Hinterachsdifferenzial mit 25 % Sperrwirkung eingebaut.

Die Räder sind vorne an einer Doppelgelenk-Federbeinachse mit Aluminiumlenkern und Gasdruckstoßdämpfern aufgehängt, zusätzlich ist ein Stabilisator eingebaut. Die Hinterräder sind an einer schraubengefederten Mehrlenkerachse mit Stabilisator aufgehängt, ebenfalls mit Gasdruckstoßdämpfern. Gelenkt wird mit einer Kugelumlauflenkung des Zulieferers ZF mit geschwindigkeitsabhängiger Servowirkung. Der Wagen hat ein hydraulisches Zweikreisbremssystem mit Antiblockiersystem, an allen Rädern sind innenbelüftete Scheibenbremsen eingebaut, die einen Durchmesser von 345 mm (vorne) bzw. 328 mm (hinten) haben. Auf die Felgen sind Reifen der Dimension 245/40 R18 bzw. 275/35 R18 aufgezogen.

Technische Daten Bauform Bauzeit Stückzahl Motoren­baureihe Hubraum Motorbauart/Ventile max. Leistung max. Drehmoment Beschleu­nigung, 0–100 km/h Höchst­geschwin­digkeit, vmax Bereifungvorn Bereifunghinten Kraftstoff­verbrauch auf 100 km Gewicht Limousine 1998–2003 20 482 S62B50 4941 cm³ V8/32V 294 kW (400 PS)bei 6600 min−1 500 Nm bei 3800 min−1 5,3 s 250 km/h 245/40R18 275/35R18 (21,1 l / 9,8 l) 13,9 l S98 1795 kg

E60/E61 (2005–2010)

Der M5 auf der Basis des E60 wurde formal erstmals als seriennahes Konzeptfahrzeug BMW Concept M5 auf dem Genfer Auto-Salon 2004 präsentiert und das Serienfahrzeug folgte auf der Mondial de l’Automobile desselben Jahres.

Ab März 2007 war das überarbeitete Modell erhältlich (LCI). BMW änderte unter anderem die Türverkleidungen, Favoritentasten für das iDrive, LED-Rückleuchten und modifizierte die Scheinwerfer mit Tagfahrlicht über die Corona-Ringe. Ebenfalls ab März 2007 war der M5, wie schon zuvor der E34, auch als Kombi erhältlich (E61), bei BMW „Touring“ genannt, der auf dem 77. Genfer Auto-Salon 2007 erstmals gezeigt wurde.

Bis zur offiziellen Markteinführung des M5 Touring wurden 50 Vorserienfahrzeuge produziert. Das erste Vorserienfahrzeug des M5 Touring lief bereits am 1. Dezember 2005 vom Band.

Ohne weitere Extras kostete die M5 Limousine in Deutschland (UVP) ca. 94.700 € und als Kombi 97.200 € (Stand: ).

Im Sommer 2010 wurde die Produktion des M5 (E60/61) eingestellt. In fünf Jahren wurden 19.523 Limousinen und 1025 Touring produziert und ausgeliefert. Damit ist die vierte Generation des M5 die bisher absatzstärkste.

Der M5 Touring E61 war bis zur Einführung des M5 Touring (G99) im August 2024 das letztgebaute M5-Touringmodell und ist eines der am wenigsten gebauten BMW-Serienmodelle.

Technik Das Fahrzeug hat einen neu entwickelten, hochdrehenden V10-Motor Typ S85 mit einer maximalen Leistung von 373 kW (507 PS). Der Motor wird erst bei 8250/min abgeregelt. Die Motorblöcke stellte die Formel-1-Gießerei in Landshut her