Das Velodrom ist eine der größten Veranstaltungshallen Berlins und eine Radrennbahn. Es bietet Platz für 12.000 Personen und ist das Zentrum des Berliner Radsports. Seit 1997 findet hier jährlich das Berliner Sechstagerennen (heute: Six Day Berlin) statt.

Eigentümer der Halle ist das Land Berlin. Betreiber ist die Firma Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH, eine hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Apleona Group. Am 3. März 2023 hatte die Gegenbauer Unternehmensgruppe mit Sitz in Berlin eine Vereinbarung zum Zusammenschluss mit Apleona unterzeichnet.

Geschichte Das Velodrom wurde im Rahmen der Berliner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2000 von Dominique Perrault geplant. 1992 wurde der Entwurf vorgestellt, Der Baubeginn war im Juni 1993 – ein Vierteljahr vor der IOC-Entscheidung, die zugunsten von Sydney ausfiel. 1996 wurde das Bauwerk fertiggestellt. Als erste Veranstaltung fand ab dem 23. Januar 1997 das 86. Berliner Sechstagerennen statt. Die endgültige Fertigstellung und offizielle Übergabe erfolgte am 5. September 1997.

Zuvor befand sich auf dem Gelände die Werner-Seelenbinder-Halle. Mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Menschen war die 1950 eröffnete Mehrzweckhalle Austragungsort verschiedener Sportwettkämpfe, Tagungsort der ersten SED-Parteitage, aber auch Kulisse für Musikkonzerte. Die Halle wurde 1992 geschlossen und zugunsten der geplanten Neubebauung abgerissen.

Zwischenzeitlich hieß die Halle für drei Jahre BerlinArena. Nach einem Rechtsstreit mit dem Betreiber der Arena Berlin in Berlin-Alt-Treptow wurde im Dezember 2003 beschlossen, sie auf den ursprünglichen Namen Velodrom zurückzubenennen.Zurück zum Velodrom. In: Berliner Zeitung, 17. Dezember 2003.

Architektur links|mini|Das Velodrom (rechts) neben der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark Das Velodrom und die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark liegen nebeneinander und sind fast vollständig in einen fünf Meter hohen aufgeschütteten Landschaftssockel versenkt, sodass Schauseiten und Fassaden völlig fehlen. Allein die mit Edelstahlgeflecht verkleideten Dachplattenkonstruktionen ragen als flache Scheiben einen Meter aus dem mit verschiedenen Sorten von Apfelbäumen bepflanzten, parkähnlichen Plateau heraus. Über dieses Gelände führen Freitreppen zu den Eingängen hinab.

Die tatsächliche Größe der Halle und insbesondere der Dachkonstruktion stehen im Kontrast zu diesem unscheinbaren Äußeren: Das Velodrom ist kreisförmig und hat einen Durchmesser von 142 Metern. Die Spannweite beträgt 115 Meter und ist damit die größte freitragende Stahldachkonstruktion in Europa. Der Dachkörper selbst ist 13 Meter hoch, 16 Stahlbetonrundpfeiler tragen dabei 3500 Tonnen Stahl. Die Gesamtkosten für die Anlage beliefen sich auf etwa 290 Millionen DM.

Radrennbahn

Die Radrennbahn im Velodrom ist aus sibirischer Fichte und 250 Meter lang, damit entspricht sie den internationalen Normen des Weltradsportverbandes UCI. Vor den UEC-Bahn-Europameisterschaften 2017 wurde die 20 Jahre alte Bahn komplett ausgetauscht und dazu 200 Lattenringe aus sibirischer Fichte mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern neu verlegt. Unterkonstruktion und Geometrie blieben erhalten. Zudem wurde die Bahn an die neuesten Anforderungen in puncto Sicherheit und Technik angepasst. Dafür stellte die Senatsverwaltung für Inneres und Sport bis zu 1,6 Millionen Euro bereit.

Verkehrsanbindung Das Velodrom befindet sich an der Landsberger Allee in direkter Nähe zum gleichnamigen S-Bahnhof des Stadtteils Prenzlauer Berg im Stadtbezirk Bezirk Pankow.

Bahnrekorde (Stand 30. Juli 2019) mini|hochkant=1.2|Innenraum beim Sechstagerennen Frauen Disziplin Name Zeit Datum 200 Meter, fliegender Start Stephanie Morton 10,484 s 1. Dezember 2018 500 Meter, stehender Start Olena Starykowa 33,210 s 2. Dezember 2018 500 m Teamsprint Darja Schmeljowa Anastassija Woinowa 33,210 s 2. Dezember 2018 3000 m Einerverfolgung Katie Archibald 3:28,004 min 20. Oktober 2017 4000 m Mannschaftsverfolgung Katie Archibald Emily KayLaura KennyEmily Nelson 4:16,153 min 30. November 2018

Männer Disziplin Name Zeit Datum 200 Meter, fliegender Start Mateusz Rudyk 9,584 s 2. Dezember 2018 1000 Meter, stehender Start Quentin Lafargue 1:00,560 min 21. Oktober 2017 750 m Teamsprint Nils van ’t Hoenderdaal Harrie LavreysenJeffrey Hoogland 42,467 s 30. November 2017 4000 m Einerverfolgung Ivo Oliveira 4:14,570 min 21. Oktober 2017 4000 m Mannschaftsverfolgung Sam Welsford Alexander PorterKelland O’BrienLeigh Howard 3:51,210 min 30. November 2018

Veranstaltungen mini|hochkant=1.2|Hallenansicht beim Konzert von Scooter (2016) mini|hochkant=1.2|Das UFO im Velodrom Konzerte (Auswahl)

Für Konzerte mit bis zu 5.000 Zuschauern werden seit 2016 die Oberränge schwarz abgehängt; der Veranstaltungsort wird in diesem Fall als „UFO“ bezeichnet.

Siehe auch Liste der Radrennbahnen in Berlin Sport in Berlin

Literatur

Weblinks

Website des Velodroms Website des UFO Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Radrennbahn in Berlin Kategorie:Veranstaltungsstätte in Berlin Kategorie:Erbaut 1997 Kategorie:Bauwerk von Schürmann Architekten (Münster) Kategorie:Spielstätte für Musik in Berlin Kategorie:Sporthalle in Berlin